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wedding Juni 2011

Ich bin weit angereist. Gute 200 Kilometer quer durch Thüringen. Das Wetter war durchwachsen für eine Mittejunitag. Immer wieder schien das Wetter umschlagen zu wollen, aber letztlich ging alles gut. Zur Zeit des shooting gab es böse Wolken, aber es blieb trocken. Schön war, dass die Kornfelder natürlich noch nicht abgeerntet waren und im Zusammenspiel mit dem bewölkten Himmel gab es doch sehr reizvolle Motive. Das Paar sollte stets in romantisch-verspielter Perspektive in der Natur ihrer Heimat gezeigt werden.

Auch war ich nicht nur ein shooting gebucht, sondern auch für eine umfangreiche Dokumentation bzw. Reportage der Trauung, der Feier und des Tages überhaupt. Es war ein toller Tag, der nach gut 12 Stunden mit einer Menge Gigabytes an Fotos beendet wurde. Einziges Manko war der Umstand, dass zwei Tage zuvor mein Lieblingsobjektiv kaputt ging und ich in einer stressigen morgendlichen Media-Markt-Kaufsession mir hochverschuldend noch Ersatz besorgen musste. Letztlich fügt sich das neue Objektiv dann doch ganz gut in meinen Workflow ein. Im Oktober habe ich noch eine Hochzeit in der Gegend Nordwestthüringen. Mal sehen, wie sich die Landschaft und das Wetter an diesen Tagen verhält. Hier nun noch ein paar Bilder:

(Galerie 2011 auf tageausglas.de)

 

Album Of The Week – Faraday – Vice Versa


Es ist Juli 2011. Sommer: „unser Debütalbum „vice versa“ ist fertig! Leider ist es auch das Abschiedsalbum…“. Ähem. Nö! Dann stellt sich Ernüchterung ein. Irgendwann. Faraday haben 2007 die EP „Dying Art Of Composure“ herausgebracht und seitdem wartete ich auf eine Album. Man denkt ja immer bei vielversprechenden EPs, dass durchbrechende Album erreicht recht schnell die Hörer schafft. Aber dann verstummt die Band. Kaum Beiträge auf myspace, blogs etc. Und dabei kleineren Bands die Informationslage doch dann eher dürftig ist und oftmals nur lokal etwas zu erfahren ist, musste ich davon ausgehen, dass Faraday still und heimlich die Verstärker ausgestellt haben und nun Schluss ist.

Doch nun – vier Jahre nachdem ich die EP hier zum Album der Woche erklärte – werde ich überrascht. Zum einen, weil doch ein Album produziert wurde, zum anderen, weil es sowohl das ersehnte Debütalbum aber auch das Abschiedsalbum der Band ist. So ist das mit heimlichen Lieben. Man wird wohl nie ganz enttäuscht.

Wie präsentiert sich nun „Vice Versa“? Zunächst knüpft es nahtlos an die EP aus dem Jahre 2007 an. Viele schöne Ideen, spannende Post-Rock-Strukturen, immer wieder das Spiel zwischen Abwarten, Aufbauen und Losschlagen, was diese Musik so spannend macht. Vielleicht sind ein wenig die expressiveren Ausleger zurückgedrängt worden, die auf Dying art of composure“ noch verstärkter im Vordergrund standen. Auf „Vice versa“ hält sich das Schlagzeug zurück, der Sprechgesang wird behutsamer eingesetzt und auch die shouts sind merklich reduziert. Man vergleich einfach mal „Dont‘ drink and dial“ aus dem Jahre 2007 (wenn man denn die EP noch zur Hand hat) und „Apause“ von der neuen Platte. Der verspielte Post-Rock steht im Vordergrund und auch die Indiestrukturen – das Angepasste – treten deutlicher hervor.

Nichtsdestotrotz bleibt Faraday mit ihrem ersten und letzten Album dem gewohnten, spannenden Gemisch aus Post-Rock, Indie und Emo treu und auch im Jahre 2011 sind sie eine kleine Assozitationsweckungsmaschine zwischen Bands all dieser Genre. Schon gleich der Opener „More A.M.“ mit leicht befremdlichen Einstieg, holt einen nach wenigen Sekunden im Jahre 2007 ab. Mit vielen Gitarren und ordentlich Druck findet man sich sofort im Faraday-Universum zurecht. Harmonie, Tempowechsel  vor einer wunderbar dahingrollenden Grundstruktur. Doch trotz des gesamten Variantenreichtumes des Gitarrenspiels mit Melodien und Harmonien und der Rückbesinnung auf das Genregemisches bleibt das Album doch an manchen Stellen harmlos, zwar begeisternd, aber eben nicht allzu überraschend. Wenn die Karriere der Band weitergehen würde, dann wäre hier noch Luft nach oben.

Schade, dass es das letzte Kapitel der Band ist. Aber gut, dass es trotz des allgemeinen Härteverlustes so ein gutes und ausgewogenes ist. Das Album gibt es für einen „den-suche-ich-mir-selbst-aus-Preis“ bei bandcamp.

myspace | bandcamp

 

Akademische Einsamkeit II

 

Links ein Bücherstapel. Rechts ein Bücherstapel. Auf dem Regal stapelt es sich auch. Hinter… der Schrank ist auch schon zu gestapelt. Wo anfangen? Die erste Aufgabe ist vergleichbar einfach. Erstmal nur ein Paper. Nicht viel. Ein paar Seiten zusammenhängend, argumentativ ausgewogen über einen doch recht abgrenzten Sachverhalt schreiben. Nichts großes. Nichts verblüffendes. Dazu mischt sich die Hoffnung nach Regen. Ich bin produktiver, wenn es regnet. Oder wenn es bewölkt ist.

Ich suche gerade nach alten Notizen. Und stelle mir dabei vor, wie mein produktiver Arbeitsablauf aussehen würde, wäre ich ein komplettes Digitalisat. Wäre doch das Heraussuchen einer alten Notiz – dessen Inhalt nur noch vage in meinem Gedächtnis vorhanden ist und dessen pointierer Ausdruck mich nun gerade reizt – so einfach wie einen vor Wochen gelesenen Beitrag im GoogleReader wiederzufinden: paar grobe Stichwörter in eine weise und weiße Suchleiste gehackt; ein Viertel Wimpernschlag später, prangt die gesuchte Information mit Unterstreichung der Stichwörter vor mir auf dem Bildschirm. Ich markiere sie und schicke sie mit einem Wisch in ein Textdokument, dass nicht mehr auf meinem Rechner liegt, sondern im Netz in der Cloud. Der Inhalt hovert sich sanft in das Dokument hinein, formatiert sich, passt sich seiner Umgebung an. Übrig bleibt ein kleiner Punkt, der ihn letztlich bezüglich seiner Herkunft identifiziert. Gleichzeitig öffnet sich dezent ein kleines Fenster, dass mir mitteilen will, dass die Literaturangabe erkannt wurde, nach meinem Vorgaben – die ich widerrum auch nur aus anderen Vorgaben angepasst haben – formiert wurde und das entsprechende Buch meiner persönlichen Forschungsbibliothek unter den genannten Stichworten hinzugefügt wurde. Ich weiß jetzt, dass im Hintergrund ein Räderwerk (ich denke diese Metapher wird bald verschwinden) sicherstellt, dass der Aufsatz, wenn nicht gleich das gesamte Buch aus dem Codex in meine Bibliothek portiert wird und gleichzeitig auf allen Lesegeräten, auf allen Rechnern, die Zugang zu meiner Bibliothek haben zugänglich sein wird … und der dort entnommen Sachzusammenhang markiert wird.

Im Dokument wartet bereits ein Bekannter. Er bekam heute morgen die Nachricht, dass ich gestern Nacht für ihn relevant Textteile fertiggestellt hatte. Er hatte weiter oben ein paar Absatz gegengelesen und sie mit Anmerkungen bestückt. Ich kann sehen, wie seine Augen noch einmal durch das Dokument flitzen, wie er mit einer Geste über Teile des Textes hinweg, weitere Informationen freischaltet, die ihn tiefer bringen. Diese Informationen setzen sich aus Forschungsbeiträgen anderer zusammen, aus Informationen und Werktiteln aus den Codices und aus den geteilten Notizen der Forschungsgruppe, der wir beide angehören und natürlich Quellen über Quellen.

In wenigen Tagen muss ich den Text für die gesamte Forschergruppe freischalten. In einem große Diskussionsthread bestehend aus zumeist Videokommentaren, aber auch Audiostellungnahmen sowie Textanmerkungen und der Einbringung eigenen Notizen in die Gruppenpools werde ich ein Feedback erhalten. Danach ist wieder jemand anderes dran. Auch er wird mit Kommentaren bedacht usw.

Ich hoffe es regnet bald.

Tagwerk

Was ich in den letzten Wochen getrieben habe? Naja. Zwei Google+-Einladungen (jetzt erkennt man, dass die Namesgebung google+ wirklich Problematisch ist, da Komposita mit Bindestrich immer dämlich aussehen) erhalten, die mich nicht in den neuesten Scheiß‘ des Webs gebracht haben. Ich fühle mich in meiner Early-Adopter-Ehre wirklich angegriffen. Stehe vor den Toren, lechzend nach nach der neuen schönen Welt und kann nicht rein. Sehe nur die Profile, die Unterhaltungen, ohne wirklich daran teilnehmen zu können. Und jetzt kommt’s: Wenn Google wirklich so schlau ist, wie alle Apokalypse-Privacy-Artikelschreiber dieser Welt es vorzeichnen, dann bin ich der lebende Beweis, dass es nicht so ist. Google kennt mich nicht. Sonst wären würden sie mich freigeben. Welch‘ Arroganz. Herrlich.

Nein.

Ich habe im Prinzip gar keine Zeit noch wirklich Lust das Google+-Universum (da schon wieder) zu erforschen. Darüber lesen, reicht wirklich aus. Scheint aber nett zu sein. Was ich eigentlich getrieben habe, war das abarbeiten von langwierigen Projektlisten. Neben einer Hochzeitsfeier in Nordthüringen – meiner ersten wirklich erzkatholischen Trauung – war es ein spannendes Webprojekt. Von der Hochzeit wird es hoffentlich demnächst einige Fotos hier zu sehen geben.

Das Webprojekt, das ich hier kurz vorstellen möchte, ist die Internetpräsenz für einen neuen Studiengang des Universität Jena. Der neuartige Fernstudiengang „Bio-Konfliktmanagement“ (BioMER) brauchte eine adäquate Webpräsenz, denn schon bald sollen zahlreichen Studenten diesen Studiengang nutzen, um sich im Bereich der Konfliktlösung in der Biotechnologie weiterzubilden. Zusammen mit dem Lehrstuhl erarbeitet ich aber nicht nur ein Design-Konzept, sondern wir entwickelten ein kleines Kommunikationskonzept aus Anschreiben, Workshops und vielem mehr, um die Infos kurz vor Start des Studiengangs noch an den Mann zu bringen.

Da ich mir meine Webprojekte normalerweise aussuchen kann und oftmals auch genügend Zeit für Gestaltungsideen und das Entwickeln der Seite selbst habe, war dieser Auftrag von erhöhter Spannung. Denn hier musste binnen drei Wochen von der ersten Ideenfindung bis zum Launch der Seite alles schnell geplant, koordiniert und vermittelt werden. Ein wenig länger hat es leider gedauert – aber schließlich kamen wir doch gut voran. Die Website steht ins Netz und erzeugte bisher auch genügend Anfragen. Und ich bin fast ein wenig stolz, denn dass, was unter www.master-biomer.de steht, kann sich sehen lassen:

Kleine Linksammlung zu Google+

Ich habe mal ein paar Links via diigo zusammengestellt, die sich mit google+ beschäftigen:

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