Es gibt Enttäuschungen im Leben, über die kommt man nie richtig hinweg. Auf unerklärliche Weise sind diese Enttäuschungen immer mit Menschen verbunden, die einem wichtig sind. Oder danach: wichtig waren. Aber eigentlich noch wichtig sind. Noch enttäuschender ist es dann, wenn man feststellen muss, dass Reden – das Allheilmittel – doch nichts taugt. Und man fragt sich, ob dieser desolate Zustand nun auf die Situation, auf die Personen oder auf einen selbst zurückzuführen ist.
Im Zweifelsfalle würde ich immer auf mich selbst tippen. Nichts ist schlimmer als verletzter Stolz, nichts ist schlimmer als gekränkte Menschen, die blindlings in Wut und Zorn um sich selbst schlagen. Am Ende wacht man aus der Betäubung auf: blind, desorientiert, aber vor allem mit einem grobmaschigen Gedächtnis ausgestattet, das soviel durch die Lücken fallen ließ. Die Tage kreiseln um einen. Der Morgen wird der Abend, der Abend wird der Morgen… dazwischen nur dagesessen und dem Kaffee beim Frieren zu gesehen.
Leider gibt es in sozialen Beziehungen keinen Neustartknopf. Obwohl diese Metapher darüberhinweg täuscht, dass auch ein Neustart theoretisch nur noch mal die ganzen Gefühle neulädt, noch mal von Vorne beginnen lässt… jedoch die letzten Abstürze tief im Gedächtnis behält. Ein wirklich Neustart ist nicht möglich.
Jeder kennt es sicherlich. Man lebt in den Tag, dieser beginnt, man macht etwas und dann bleibt alles stehen. Der Tag stoppt einfach. Es ist fast so als würde man am Anfang des Tages in ein Auto gestiegen sein, mit dem man besinnungslos in irgendeine Richtung fuhr bis plötzlich das Benzin alle ist. Dann blickt man vom Lenkrad und Tacho auf und die Fragen kommen. Sie klopfen einfach an deine Scheibe. Kurbelst du das Fenster herunter? Lässt du die Fragen zu?