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Amok

Was für ein schönes und gleichzeitig angsteinflössendes Wort. Zu der wieder aufkeimenden Debatte über Egoshooter etc. gibt es eigentlich nur eines zu sagen:

ich glaub vorher defragmentier ich meine festplatte, schmeiß alle cds weg und installier löwenzahn, teletubbies, pokemon usw auf meinem rechner. Dann lauf ich Amok. Das wird den Psychologen EINIGES zu denken geben!

via

Es scheint mir nach dem Lesen von Sebastian B.s „Abschiedsgedanken„, dass er in seiner verhassten Schule noch nicht bis Kant gekommen ist und somit die Botschaft des Kategorischen Imperativs ihm verschlossen blieb. Denn eine zwanglose und zwangsweise gesetzlose Welt hätte zur Folge, dass jeder, auch ihn, ohne Rechtfertigung töten könne. Was zwar im Hinblick auf seinen Selbstmord marginal wirkt, aber trotzdem im Raum stehen bleibt.
Der Rest findet sich bei der TBZ.

9 Kommentare

  1. Frau Clara

    24.11.2006 at 15:02

    interessant, bist der erste, der sich dem amokphänomen über kant nähert. auch ein zugang! eine transferleistung, bei der ich mir aber nicht so sicher bin, inwiefern sie fruchtbar ist. im übrigen kann ich mich nicht mehr für kant begeistern nach all den jahren, die ich mit dem herren bereits verbracht habe. unsere zunächst innige beziehung ist dann doch recht schnell abgekühlt, so richtig lückenlos und einsichtig ist seine argumentation eben nicht. na gut, so wichtig und interessant ists wohl nicht, was ich über kant denke und warum hihi. jedenfalls kann ich ja allen mutmaßlichen amokläufern ein hübsches grünes kantbüchlein aus der philospohischen bibliothek reihe zukommen lassen.
    who knows! na gut, jetzt hab ich dich ein wenig aufgezogen. aber das wird dich nicht verstimmen, nein? 😉

  2. Hey warum kann ich nicht mehr bei dir kommentieren?
    habe heute Nachmittag kommentiert, aber der ist nicht erschienen.

  3. Soeren Onez

    26.11.2006 at 01:11

    Hi Marcus,
    ich finde deinen Ansatz auch gelungen, habe selber lange nachgedacht ob dieser Tat, diesem ja auch philosophischen Desaster nicht ein Artikel von mir folgen sollte, in dem ich versuche all die Fehler in seiner argumentation aufzuzeigen und ihm dann dennoch mit der Feststellung der objektiven Sinnlosigkeit recht zu geben, aber eben auch die subjektiven Möglichkeiten des selben Problems aufzuzeigen, ach hätte er doch einen Freund gehabt, ein freund hätte genau das übernehmen müssen. Deshalb habe ich mich auch entschieden, nicht zu schreiben.

    Zu deinem Einstieg über gewalttätige PC-Spiele solltest, wenn du es nicht schon getan hast, diesen Artikel lesen: http://www.yetanotherblog.de/item-1557.html

  4. @ Soeren: Dein Kommentar hatte sich im Spam-Ordner verirrt. Musste ihr erst befreien. Jetzt steht er in aller Pracht da. 😀

  5. Alles klar. Passiert :/
    Sag mal, weißt du mit welchem Blogscript „Tage aus Glas“ aufgesetzt ist? mein Bruder hätte auch gerne soetwas.

  6. Wenn du das Photoblog meinst, dann ist es Pixelpost. Wenn du tageausglas.de selbst meinst, dann ist es eigenes php.

    gute Nacht..

  7. Titania Carthaga

    08.12.2006 at 17:17

    Da hätte er gar nicht bis Kant kommen müssen – das ist schon bei Hobbes nachzulesen.

  8. Marcus

    08.12.2006 at 18:28

    Liebe Titania… was will er aber mit einem Engländer? Kant ist unser geistiges Zentrum. Die Franzosen haben ihren Descartes, die Engländer ihren Hobbes und ihren Locke. Wir haben unseren Kant.

    Außerdem bedenke: „Es stand sowieso schon alles bei Platon.“ Na gut, das steht wirklich so nicht bei Platon.

    Aber ich finde es etwas mühselig Leviathan und Kat. Imperativ auf eine Stufe zu stellen. Es sind zwar ähnlich Konzepte, aber sie unterscheiden sich doch. Das eine begründet einen Staatsvertrag. Gebt mir Power und ich schenke euch Sicherheit. Wenn wir jetzt beide dieselben Stellen meinen.

    Bei Kant ist das aber schon etwas anderes. Es ist irgendwie ein ethisches Prinzip. Es geht viel tiefer, ist viel grundlegender als der „aufgesetzte Vertrag“.

Kommentare sind geschlossen.

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