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Kategorie: Websites (Seite 1 von 34)

links for 2019-01-13

How Millennials Became The Burnout Generation

“I couldn’t figure out why small, straightforward tasks on my to-do list felt so impossible. The answer is both more complex and far simpler than I expected.” – das ist mit Sichererheit der beeindruckenste Artikel, den ich zum Thema Burnout jemals gelesen habe. So viele me-too-Momente. Anna Helen Petersen bringt die Burnout-Diagnostik für meine Generation. Vorsicht Long read (+30 min.)

E-Book-Reader vs. klassisches Buch – wer ist schmutziger?

Buch im Ebook-Reader vs. gedrucktes Buch – schon 2011 (!) hat das Freiburger Ökoinstitut den ökologischen Fußabdruck des klassischen Buchs mit dem eines Ebook-Readers verglichen. Mal ein paar Gedanken aus dem Ergebnisteil: Bei einem gedruckten Buch werden bei der Herstellung etwa 1,1kg Kohlendioxid freigesetzt (Buch auf recyceltem Papier ca. 900g). Ebook-Reader mit LCD-Display (z.B. iPad) stecken am Ende des Herstellungsprozesses etwa acht Kilogramm CO2 (ein Ebook-Reader mit eInk-Display ist noch ein wenig CO2-sparsamer). Die Studie kommt zum Schluss. dass bei einer Nutzung von ca. 10 Bücher pro Jahr haben die Geräte Vorteile beim Energieverbrauch und den Treibhausgasemissionen gegenüber dem gedruckten Buch haben.

Insektensterben: Der globale Insektenzusammenbruch – Spektrum der Wissenschaft

Sehr interessanter Artikel. Flankierende dazu ist auch der Artikel in der New York Times sehr lesenwert. Vorsicht: Long read: https://www.nytimes.com/2018/11/27/magazine/insect-apocalypse.html#click=https://t.co/AhRECFBWgU

Von Milliarden auf Null: Vor 100 Jahren starb die Wandertaube aus – Spektrum der Wissenschaft

Ausrottung: Ein einsamer Tod – diese Geschichte über das Aussterben der Wandertaube ist schrecklich aber zugleich faszinierend. Sehr zu empfehlen.

Why ‘Contact’ Is the Most Important Space Movie Ever Made

Ich finde und fand diesen Film mit Jodie Foster auch immer toll. Sogar so toll, dass ich damals unbedingt das Buch von Carl Sagan lesen wollte. Als ich es dann irgendwann zu Weihnachten bekam, war es ein langer Begleiter. Habe gerade noch einmal nachgesehen. Es steht immer noch im Regal. Leicht angewelkt. Wusste gar nicht, dass vor allem für viele Forscherinnen Contact so eine biographische Initalzündung war. Der Artikel lohnt sich.

How Trump Made War on Angela Merkel and Europe – Refind

Die Deutsche Bahn, verständlich erklärt – Christian Gesellmann, Krautreporter

Die Deutsche Bahn, verständlich erklärt – Punkt. Lesenwert.

Raus aus meinem Uterus. Der § 219a und seine Freunde. – Refind

“Man stelle sich mal ein staatliches Programm vor, das an die verpflichtende Konfliktberatung für ungewollt Schwangere ein Antragsrecht auf finanzielle Absicherung knüpfen würde. Ein Programm, dass diese Frauen mit 1500 Euro monatlich bei der Kinderaufzucht staatlich unterstützt, wenn sie das Kind nach einer Beratung dann tatsächlich bekommen. Freilich zusätzlich zum rentenrelevanten Erwerbseinkommen. Es wäre reflexartig von Sozialschmarotzerei die Rede und dass sich dann ja wohl jede Schwangere in den Beratungsstellen vorstellen würde. „Wieso soll ich für fremde Kinder zahlen? Was gehen mich die Blagen von der Schlampe an? Soll die halt die Beine zusammenhalten!“ schreien dieselben bigotten Moralisten, die sich aber vorher doch so sehr um die fremden Kinder in den fremden Uterussen gesorgt haben. So weit geht die eigene Verantwortung  für die Einmischung in die körperlichen Angelegenheiten fremder Frauen dann doch nicht.”

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SSL und DSGVO und WP

“Die Umstellung auf SSL ist mit der richtigen Anleitung und einem funktionierenden Backup auch für Unerfahrene ein gut zu schaffendes kleines Wochenendprojekt.”

Quelle: wpletter Mai 2018

Am 25. Mai 2018 muss man soweit sein. Die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erfordert, wenn ich die juristischen Kommentare recht gut verstanden haben, dass auch jeder private Webseitenbetreiber bzw. Blogger ein sinnvolles Impressum sowie eine aussagekräftige Datenschutzerklärung führt. Des Weiteren, und davon kündet der Anfang dieses Beitrags, wird durch die DSGVO auch eine entsprechende Verschlüsselung (SSL) zur Pflicht – also der Schwenk von http zu https in der Adresszeile des Browsers (es sei denn man betreibt wirklich nur eine statische HTML-Seite, ohne große Interaktion mit den Besuchern).

Datenschutzerklärung, SSL, WordPress… woher nehmen? Für WordPress-Nutzer gibt es zwei recht gute Anleitungen, die Schritt für Schritt sowohl das Verschlüsselungsthema als auch die Datenschutzerklärung abarbeiten (ohne Garantie, dass alles funktioniert bzw. im Ernstfall eine Rechtsberatung ersetzt wird). Am Schluss gibt es bei mir noch einen Tipp bezüglich der WordPress-Plugins sowie der Verwendung von Fotos auf dem Blog und der Problematik mit dem Recht am eigenen Bild.

  1. Datenschutzgenerator
    Der Datenschutzgenerator bietet für Privatleute ausgehend von einem typischen Nutzungsprofil (WordPress, die üblichen Social Media-Kanäle sowie Standarddatenauswertung mit Serverlogs, Google-Analytics, matomo) eine entsprechende Datenschutzerklärung zusammenzustellen, die dann auf der eigenen Seite eingefügt werden kann. Mit zwei Podcastfolgen (#54 & #55) unter rechtsbelehrung.com gibt es viel wichtiges Hintergrundwissen, das es lohnt zu hören.
  2. SSL-Verschlüsselung
    Verschlüsselung für selbstgehostete wordpress-Blogs ist an sich auch machbar. Sonja hat hier eine umfangreiche und sehr übersichtliche Anleitung bereitgestellt. Mein Fazit: machbar. Die mixed-content-Probleme sind zwar ein wenig Fummelarbeit, aber auch bei der Umstellung von vier WordPress-Installationen klappt eigentlich alles ganz reibungslos. Weder gab es Inhaltsschwund noch wurde das Design zerlegt.
  3. WordPress-Plugins Man wird merken, dass einige WordPress-Plugins, die man im Einsatz hat, mixed-content Probleme verursachen, sodass man sie vermutlich vorerst abschalten wird bzw. nach Alternativen suchen muss. Jenseits der Verschlüsselungsproblematik können WordPress-Plugins aber auch datenschutzrechtliche Probleme machen, da leider nicht immer klar ist, ob sie DSGVO-konform sind. Insofern sie in zahlreichen Fällen personenbezogene Daten verarbeiten und man als Websitebetreiber verpflichtet ist, diese Datenverarbeitung oder -speicherung kenntlich zu machen, habe ich auf meinen Webseiten generell erst einmal alles ausgeknipst (Jetpack usw.), das mir nicht koscher vorkam. Viel kann man momentan an dieser Stelle nicht tun. Es gibt hier einen Beitrag, der etwas mehr als 100 Plugins auf DSGVO-Konformität abklopft (ohne Gewähr). Ansonsten sollte man noch einmal auf den 15. Mai warten, da will WordPress.org endlich handeln und mit „a comprehensive core policy, plugin guidelines, privacy tools and documentation“ reagieren. Vielleicht wird dann einiges transparenter, die Lage übersichtlicher und man kann mit entsprechenden Hinweisen in der Datenschutzerklärung, einige Plugins wieder anknipsen.
  4. Fotos
    Wenn man viele Fotos mit Personen auf seiner Website einsetzt, sollte man diesen Artikel kurz anlesen: Vorsicht, Kamera! – Fazit: Es ist ein Graus, aber auch nachvollziehbar. – Entsprechend vielleicht mal die Archive des Blogs/der Seite durchwühlen und nach problematischen Fällen fahnden, für die keine Einwilligung alles abgebildeten Personen vorliegt, und diese dann vom Netz nehmen.

Happy DSVGOen und Service-Post Ende.

Von Blumen im Internet (Nachtrag)

Das Thema lässt mich nicht los. Kurz nach dem Verfassen meines Artikels – einem Plädoyer das eigene Blog als freie, unabhängige Blume der sonst so von Konzernalgorithmen durchsetzten Social Media-Welt entgegenzusetzen – bin ich auf einen interessanten Beitrag von Alan Jacobs, einem Professor für Literatur am Baylor College (USA), gestoßen.

Sein Beitrag macht explizit, was ich implizit an meiner eigenen Blogautorenbiographie erarbeitet habe: wir dürfen die Errungenschaften des freien Publizierens und Lesens im Internet nicht einfach aufgrund von Bequemlichkeit und Reichweite, die von Social-Media-Konzerne generiert werden, aufgeben. Die großen Player in diesem Spiel haben Geschäftsmodelle[modern_footnote]Allen voran Facebook, das vermutlich auch irgendwann gemerkt hat, dass es gar keine neutrale Social Media-Plattform ist, sondern vielmehr ein Werbevermarkter: The Facebook Brand[/modern_footnote] mit Zielen und inhärenten Logiken, die ihren Nutzern Kompromisse (Datensparsamkeit, Algorithmen, …) und möglicherweise auch Gefahren (Datenschutz, Radikalisierung) aufbürden. In dieser Abwägung sollten wir als Nutzer des Internets oder als (noch-)Nutzer von Social Media-Webseiten mit Bedacht handeln und uns ein wenig Gedanken über die möglichen, zukünftigen Folgen unseres gegenwärtigen Handelns machen.

Alan Jacbos findet für diese Welt der Social-Media-Webseiten ein interessantes Bild, dass er sich von Tolkien borgt. Im Herr der Ringe gibt es die Stelle, in der der Zauberer Saruman mit Mordor kooperiert und Isengart in eine massive Industriestätte umwandelt, die nichts zurücklässt als verbrannte Erde, tiefe Gruben und nicht mehr bestellbares Land:

It is common to refer to universally popular social media sites like Facebook, Instagram, Snapchat, and Pinterest as “walled gardens.” But they are not gardens; they are walled industrial sites, within which users, for no financial compensation, produce data which the owners of the factories sift and then sell.

Den Gefahren und Kompromisse der „walled industrial sites“ a.k.a. Social Media-Webseiten möchte Jacobs mit der Fähigkeit begegnen, zu lernen außerhalb dieser eingezäunten Industriestätten, die letztlich zu nichts anderem werden als Industriebrachen für die freien Gedanken, zu leben. Das offene Internet nutzen, eigene Websites betreiben, freie Technologien einsetzen (er erwähnt dafür zahlreiche Fertigkeiten und Techniken, wobei das Programmieren explizit nicht dazugehört (gut!)) sieht er als entscheidende Komponente und bedeutende Fertigkeit des einzelnen, mündigen Bürgers. Er begründet dies u.a. mit einer Denkfigur eines deutschen Philosophen. Hans Jonas „Prinzip der Verantwortung“ ist vielen sicherlich eher bekannt aus umwelt- bzw. bioethischen Debatten. Die zentrale Leitmaxime…

Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.

… soll Orientierung dabei bieten, möchte man erkennen, was in einer technologisierten Welt als wünschenswert angesehen werden soll. Jacobs leitet daraus eine Art Verantwortung für uns Heutige ab. Ähnlich wie in den Debatten um Nachhaltigkeit kann  Jacobs dahingehend verstanden, dass wir uns Gedanken machen sollten, was wir hinterlassen. Entweder eine eingzäunte, algorithmisierte Welt der Social-Media-Industriebrachen, von denen wir abhängig sind und die uns, zumindest zum Teil, die Freiheit des Diskurses, der Offenheit und Interoperabilität rauben – oder aber ein nicht immer einfaches Leben (ja man verliert ja die Reichweite, die Lemminge zu erreichen) in der freien, wilden Welt des Internets.

We can live elsewhere and otherwise, and children should know that, and know it as early as possible. This is one of the ways in which we can exercise “the imperative of responsibility,” and to represent the future in the present.

Ein paar spannende Gedanken, die Jacobs da äußerst, gesättigt offenbar von seiner extremen Belesenheit:

Alan Jacobs: Tending the Digital Commons: A Small Ethics toward the Future. In: The Hedgehog Review 20(1), Spring 2018.

links for 2018-03-26

  • Ein sehr interessanter Beitrag von Patrick Dunleavy über ein System, wie wir unserer derzeitige Praxis des wissenschaftlichen Zitierens überdenken sollten. Dunleavy setzt auf Open Access, Online-Repositorien von Universitäten sowie die Suchfunktion, um sich letztlich total von der Paginierung, die in Zeiten von ebooks, kindle und co. obsolet geworden, ist zu lösen. Ein paar gute Ideen, aber die Sache mit der Suchfunktion (CTRL+F) überzeugt mich nicht ganz. Hatte vor langer Zeit auch schon mal über das Zitierwesen in Zeiten von ebooks nachgedacht: Tod des PDF in der Wissenschaft?

  • Quote: „Die Distanzierung ist […] das Gegenteil des Diskurses. […] Die Distanzierung ist eine Abgrenzung vor der Identifikation mit dem (vermeintlich) Falschen.“ … und ist aber leider zur Floskel verkommen. Lesenwerter Beitrag von Georg Keuschnig im Kontext der Distanzierung des Suhrkamp Verlags bei der Causa Tellkamp (Hintergrund).

  • Ein schöner, umfangreicher Blick auf Facebooks News Feed und dessen Umbau.

  • “For those of you who bought the Mac Pro in 2009 and are still using it for your main computing, I say kudos to you for buying a system that has such amazing value. The entry level iMac Pro costs around $5000. When the 2009 Mac Pro came out it cost around $3200. Add to that around $1000 for the GPUs I added to the system and we hit $4200. You could argue that the two machines are around the same price when factoring for inflation. Can someone who buys an iMac Pro today say that they’ll be able to still hang with the latest revisions of the Pro line in 9 years time? Without the ability to upgrade components like we can in the 2009 Mac Pro, I sincerely doubt it.” – Erweiterbarkeit war mal eine Tugend.

  • “The story of the PDF, the file format that’s become one of the internet’s defining information tools. It’ll be with us after we’re long gone.”

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links for 2018-03-21

  • Retweets Are Trash – “Tech companies have designed their interfaces to maximize the spread of information, to amplify faster, to increase the ß in the network. They could peel away those layers—increase the friction of posting, make it harder to amplify information with a single click, redesign user interfaces to encourage thoughtfulness.”

  • “It seems as if you are never “hard core” enough for YouTube’s recommendation algorithm. It promotes, recommends and disseminates videos in a manner that appears to constantly up the stakes. Given its billion or so users, YouTube may be one of the most powerful radicalizing instruments of the 21st century.”

  • Der Geruch ist gerade verfolgen, die riesigen Pappkartons entsorgt. Ich habe diese Woche eine neue Matratze gekauft. Im Internet. Natürlich. Internetmatratzen sind schon ein sonderbares, neues aber auch sehr bequemes Phänomen. Deswegen hier eine interessanter Hintergrundartikel zu Casper, Emma, Nuun und Co.

  • VIel Kritik gab es sowohl für den Gerichtsentscheid, aber auch die Klägerin, die schlicht und ergreifend nicht „Kunde“ genannt werden wollte. Antje Schrupp gibt einen erfrischend nüchternen und anderen Blick auf das Thema und fragt sich, wieso diese Gesellschaft so vehement daran festhält, die Sprache, die offensichtlich das weibliche Geschlecht versteckt, sich so schwer tut, diese zu verändern. Ihre Schlussfolgerungen als Ergebnis der Debattenbeobachtung sind interessant und ganz anders als erwartet.

  • “It’s a technology company with crappy technologists, a revolving door of product heads and C.E.O.s, and no real core of technological innovation…“ – Analyse der aktuellen Problemlage bei twitter. Longread und superspannend.

  • Der Musikmarkt hat sich ja schon mehrfach komplett gewandelt in den letzen … naja sagen wir 35 Jahren. Ben Thompson nimmt nun die aktuelle Sachlage bei Streaming-Diensten, insbesondere bei Spotify, auseinander. Kann man damit Geld verdienen, ist es ein tragfähiges Geschäftsmodell. Teilweise schwierig verständlicher Artikel, aber durchaus interessant

  • Quasi noch als Nachklapp zum Brandbeschleuniger youtube (siehe oben). Die mehr oder weniger wissenschaftliche fundierte Feststellung, dass etwas Zugespitztes, Beklopptes, gar Falsches, einfach mehr Aufmerksamkeit im Netz erhält.

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