urbandesire

searching since 2004

Kategorie: Urban Desire (Seite 18 von 19)

Mehr Leben

Älterwerden ist etwas Schreckliches. Wir sitzen hier, machen uns Gedanken über Webdesign, Web 2.0, fummeln an Gadets rum und ein VHS-Videorecorder ist schon nicht mehr zeitgemäß. Unsere Gedanken kreisen immer um das nächste Update, am Ball bleiben, im Trend sein, Schritt halten.

Es gibt aber in unserer Gesellschaft Parallelwelten. Welten, in denen das Programmieren des…, nein das Abspielen einer Kassette im Videorecorder zu den schwierigsten Höhepunkten des Tages wird. An manchen Tag bleibt der Fernseher auch schwarz.

Beängstigend, wenn im Alter nahezu alles zum Problem wird, man sich dies aber nicht eingestehen will. Was würde das auch ändern. Die Gewissheit hat man ja eh selbst. Auch das früher gewohnte wird durch den Strudel Zeit bzw. dem Voranschreiten der Zeit fremd, unbekannt, ängstigend. Die urbanen Geräusche sind nur noch Störfaktoren, werden als lästig wahrgenommen und bis zur Unkenntlichkeit aus dem Leben verbannt. Der tägliche Ausflug auf dem Balkon gehört zu den Aufregern des Tages: „Die vielen Autos, und wie die wieder parken, ach der Lärm.“

Und trotzdem lebt es sich in dieser Welt. Wenn auch manchmal etwas einsam und verbittert.

Anonyme Präferenz

Heute meine Ärztin beim Zigarettendrehen in Kneipe gesehen erwischt. Als sie kurz zuvor den Raum betrat, sah sich um und mich mitleidig an. Vermutlich weil ich allein auf Norbert wartete. Ihr Blick blieb ziemlich lange an mir hängen, ich blickte zurück, wir blickten uns an und da sah ich, dass es bei ihr nicht Klick machte und sie mich nicht erkannte.

Verursacht Rauchen nicht Lungenkrebs? Ach nee, es erhöht ja nur das Risiko. Bald darauf kam Norbert.

Jena bloggt 2006 – Das erste Jenaer Bloggertreffen (UPDATE)

Jena bloggt und Ani und ich waren dabei. Für schriftliche Zusammenfassungen des ersten Bloggertreffens in Jena ist es mir jetzt zu spät, das folgt morgen. Aber ich habe bereits ein kleines Flickr-Set hochgeladen, um den zahlreichen Eindrücken einen Hauch von Ewigkeit zu verleihen.

bloggt

Mit dabei waren:Ani Axel Baytor Die_Heldin Herr Strudel JaBBa Klingsor lesof Marcus Pulsiv Rene Sven Tim Theodore Thornthrop Titania.

Möge die Trackback-Party beginnen, denn JaBBa hat schon mal vorgelegt.

UPDATE: Ich habe ein kleine Sonderseite zum Bloggertreff eingerichtet; Klickt: Jena bloggt oder auf more 😉

Weiterlesen

Das Mixtape 2.0

Sept. 1997; 23:21 Uhr:

„Klein-Marcus ist gerade beschäftigt. Vor seinem Panasonic-CD-Cassetten-Player liegt ein riesiger Stapel CDs. Er sortiert gerade, liest die Cover-Playlisten und überlegt. Klein-Marcus stellt gerade ein Mixtape zusammen. Doch das ist nicht einfach. Man muss einen guten Einstieg bringen. Neben einem rechte bekannten Lied, waren auch immer kurze Instrumentalstücke, so der Opener der Smashing Pumpkins auf ihrer Mellon Collie. Danach bevorzugte ich immer eine Sinus-Kurve. Diese bezeichnete den Spannungsanstieg im Tape selbst. Der also von langsameren Lieder, zu „Übergangsliedern“ (ein perfektes Stück ist dabei auch „Soma“ von der Siamese Dream) bis hin zu den Krachern, tanzbaren, eingängigen Nummern. Nebenbei muss auch auf die Kommerzialität des Bandes geblickt werden. Neben unbekannten Songs, die dazu dienen die Freunde auf einen bestimmten Künstler oder auf eine bestimmte Band aufmerksam zu machen, wird auch immer vorausgesetzt, dass bekannter oder auch ein oder zwei Smashhits dabei sind. Wenn man dann die Zeit durchgerechnet hatte, um zu überprüfen, ob die Songs auch alle draufpassen, widmete man sich der Covergestaltung, die nun passend zur Stimmung des Tapes abgestimmt werden musst. Ins Inlay kamen dann noch die Artist und Songnamen und fertig.“

Später besaß man dann einen PC. Hingegen der landläufigen Meinung, dass der PC die Mixtapes tötete, brachte der das ganze nur auf eine andere Stufe.
Weiterlesen

Buchhändler

Ich denke nur wenige von euch haben den Film „em@il für dich“ gesehen. Insgesamt schlängelt sich die Liebesgeschichte um die Existenz von zwei Buchläden: Einmal die riesige Filiale von Fox-Books (Tom Hanks) und dem kleinen „Laden an der (um die) Ecke“ (Meg Ryan). Und wie es immer so ist, verdrängt natürlich der riesige kapitalistische Buchladen das kleine Buchgeschäft (eigentlich ein Kinderbuchladen).buch Es gibt jedoch eine entscheidende Szene: Nachdem der kleine Buchladen mangels Kunden geschlossen werden musste, begibt sich Meg Ryan Monate später in die „Filiale des Bösen“ und belauscht unter Tränen ein Gespräch zwischen einer Kundin und einem Verkäufer, der nicht wusste von welchem Buch die Kundin sprach und was sie eigentlich wollte, da er die Geschichte, die von Kundin nur bruchstückweise wiedergegeben wurde, nicht kannte. Meg Ryan mischte sich nun heulend ein, weil sie als ehemalige Besitzerin eines kleinen „liebvollen“ Buchladens die Bücher natürlich las, die Geschichten kannte und sofort den Titel des gesuchten Buches nennen konnte.

Jetzt stellt sich mir die Frage ist das wirklich so? Na gut; klar ist, wenn ich in einer modernen Thalia– oder Hugendubel-Filiale ein Buch suche, muss ich mindestens Titel und Autor kennen (am besten natürlich die ISBN). Aber war das schon immer so? War es früher vielleicht möglich hineinzuspazieren und mit Metainformationen (also weden Autor, Titel, Verlag und ISBN) und trotzdem das richtige Buch zu finden. Dies würde ja grundsätzlich bedeuten, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer in Buchhandlungen mehr sein müssten als Kassiererinnen und Regalauffüller.

Nach dem erfolglosen Lesen dieses Buches und auch anderer Bücher wünsche ich mir derzeit schon sehr eine kompetente Verkäuferin, die anhand meiner Lesegewohneheiten meinen Geschmack ermitteln kann und mir „Leseempfehlungen“ geben kann. Aber dieser Wunsch wird wohl unerfüllt bleiben. Und so stöbere ich mich bereits zum vierten Mal durch die Regale und bin mit keinem Buch zufrieden.

Weiterlesen

Ältere Beiträge Neuere Beiträge

© 2026 urbandesire

Theme von Anders NorénHoch ↑