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Kategorie: Musik (Seite 4 von 33)

„…and they have escaped the weight of darkness“

Ich mag ja Olafur Arnalds. Wirklich. Ich bin sozusagen Fan erster Stunde. Darüber bin auch froh, denn sonst brauche ich immer eine Weile, bis ich der wirkliche musikalischen Perlen gewahr werde. Nun denn.

Olafur Arnalds Musik zu beschreiben endet stets mit nicht wirklich sinnigen Sigur Ros (hier mal in phonetischer Umschrift: [?s????r ?rou?s]vergleichen. Diese Band steht ja dann auf dem Kontinent quasi auch für isländische Musik. Seit dem hochgelobten und tatsächlich fabelhaftem „Ágætis byrjun“ vor über 10 Jahren ist es dann stets die Messlatte isländischer Musik geworden (verwirrte Musikzeitungsredakteure haben sogar versucht Parallelen zu Hardcore-Kapelle Mínus aufzudecken, die ja nun wirklich… naja… überzeugt euch selbst…). Diesem musikalischen Paradigma musste sich auch Olafur Arnalds stets in allen möglichen teaser-Artikeln sämtliche Fanzines, Musikmagazine und auch Weblogs stellen.

Hat man diese Phase der epigonenhaften Vergleiche, dann erstmal hinter sich gelassen, dann steht das Werk des Künstlers selbst im Blick. Der nun folgende Mechanismus ist vermutlich grundlegend evolutionär. Wie wir als Urmenschen uns Fremde Äffchen soll schnell wie möglich einschätzten – z.B. als Freund oder Feind oder als Begattungspartner -, um unser Überleben zu sichern, so verpassen wir auch heute noch Musik reflexartig ein Genre. Dabei nehmen wir Bezug auf bisher Gehörtes, wägen ab und pappen anschließend die Plakette ans Regal oder schlimmer noch: wir lassen uns von fragwürdigen Autoritäten leiden. Wie dem auch sei, ist ja gar nicht so schlimm, machen ja alle.

Wo war ich? Ach ja. Das Genre von Olafur Arnalds. Klassischer Weise wird er in etwa zwischen Gregor Samsa und Nico Muhly eingeordnet, wobei natürlich Sigur Rós immer Erwähnung finden. Es ist, um sich der Genre der anderen Künstler zu bedienen also ein Mischung aus Indie, in der Variante des post-rock mit einem Einschlag von etwas, das man als Neu-Klassik bezeichnen kann. Denn die Arrangements auf seiner bisherigen Veröffentlichungen und vor allem die Instrumentierung mit Piano (was ja jetzt noch nicht so aufregend ist) aber auch diversen Zupfinstrumenten von Cello etc. weisen dahingehend direkt den Weg.

Ein Blick in den graswurzel-Ansatz der Tags bei last.fm bestätigt diesen Eindruck:

„post-rock“ und „classical“ bzw. „neo-classical“.

Worauf ich eigentlich hinaus möchte, liegt jenseits der Schublade. Denn obwohl die soziale Intelligenz die tags meiner Ansicht nach völlig richtig vergeben hat, fällt der Blick auf die Exoten:

„beautiful as the same way arctic is“ sowie „darker than the deepest sea“

Ich deute dies als die individuelle Brechung, das Austreten aus der konformen Bahn der betretenden Weg hin zu einer absolut, wenn vielleicht auch nicht ganz treffenden Bezeichnung des Inneren.

Warum hab ich das eigentlich hier alles geschrieben. Ach ja, Olafur Arnalds hat seit einigen Tagen (oder sind es gar schon Wochen?) ein neues Album: „…and they have escaped the weight of darkness“ mit schickem Video (gibts drüben bei bildflimmern.de) und das ganze gefällt mir so gut, dass ich es zum Album der Woche – (naja wir hatten das Thema bereits) – zu einem hervorragendem Album dieses Frühjahrs erkläre. Ganz ohne Kritik, denn die Soundbeispiele auf der myspace-Seite sprechen für sich. Des Weiteren gibt es wieder was zum Mitmachen. Eine Flickr-Gruppe, in der die Möglichkeit geboten wird, alles was kreativ zum Album in Verbindung steht zu veröffentlichen. Na denn.

Olafur Arndals – thu ert solin (mp3)

urbandesire.de – Jahrescharts 2009

Das Jahr nähert sich dem Ende und es ist ja zur guten Tradition geworden, dass ich meine „Platten des Jahres“ vorstelle. Viel neues kann ich nicht berichten. Auch ich empfand dieses Jahr (wie auch schon das letzte) als nicht sonderlich innovativ. Aber vermutlich liegt das eher an meinem steigenden Alter. Trotzdem die TopTen des Jahres 2009. Wie immer gilt, die Platten müssen nicht notwendig alle aus dem Jahre 2009 stammen.

10.  Alexisonfire – Old Crows, Young Cardinals (2009)

Das aktuelle Album von Alexisonfire hat mich leider nicht so vom Hocker gehauen wie es die Vorgänger mit Coolness und extrem locker schaffen konnten. Die Hymnen fehlen, die Härte verliert sich im poppigen Spiel, zuviel Gruppenshouts und insgesamt zu glatt produziert. Zwar gab es mit Burial ein fast auf ein City And Colour-Album passende Hymne, auch ab und an schön Rockiges, aber leider nichts Weltbewegendes, so dass es nur zu einen guten, aber leider letzten Platz in den Jahrescharts reichte.

09. Converge – Axe To Fall (2009)

Mathcore aus Boston. Seit Jahren ist diese Band für mich unschlagbar, wenn es um soundtechnische Verwüstung geht. Der Gehörgang gehört vollkaskoversichert, denn nichts findet sich am Ende da wieder, wo es zuvor stand. Mit ihrem aktuellen Album Axe To Fall haben sie sich dieses Jahr wieder in die TopTen gespielt. Doch dies liegt vor allem daran, weil sie die Sache diesmal etwas anders angegangen sind. Es herrscht nicht mehr die ausschließliche brutale Soundgewalt, sondern die verspielteren Zwischenparts sind bedeutsamer und langwieriger. Teile der Platte sind sogar fast ruhig nüchtern (!) und nicht nur im Dampfhammer-Modus entstanden. Ich liebe diese Platte einfach.

08. Gregor Samsa – Rest (2008)

Gregor Samsa fährt die Schiene, auf der man mich immer bekommt. Nach einem der besten Songs, der jemals produziert wurde aus dem Jahre 2002, habe ich erst in diesem Jahr – und zwar genau ein Jahr nach dem Erscheinen von Rest – diese Platte für mich entdeckt. Musikalisch gibt es ein paar kleinere Neuerungen, nichts Weltbewegendes. Aber sie ist die ruhige, melancholische Indie-electro-post-rock-ambient-Platte, die mich während des Hausarbeitschreibens stets treu begleitete, ohne langweilig zu werden. Sie ist es auch, die in der Küche manch‘ späte Nacht versüßte. Somit zurecht in den Jahrescharts auf Platz 8.

07. Archive – Controlling Crowds (2009)

Archive. Ich verstehe diese Band einfach nicht. Ist es überhaupt eine Band? Ist es ein Haufen Verwirrter? Mit Controlling Crowds ist ein Platte entstanden, die vom Synthi-Orgelspiel über electro- und klaviergefrästen Beathymnen, tiefdepressivem Pianospiel, HipHop bishin zu Poprock und Indie einfach alles enthält. Es gibt keine Stimmung, in der ich diese Platte durchhören konnte, ohne dass nicht mindestens drei Lieder störend waren. Für diese freakige Erweiterung meines musikalischen Horizontes gibt es Platz 7.

06. Opeth – Watershed (2008)

Eine Liebe, die ich zu Beginn des Jahres (wieder-)entdeckte, war die zu der seltsamen Musikrichtung: Progressive Metal. Durchschlagend in dieser Hinsicht war dabei Opeth. Die Stimme, das Gitarrenspiel, Growlings und all das zog mich in eine Welt, die ich bis heute nicht verlassen konnte. Mit endlos langen Songs wird man nach knapp einer Stunde von Watershed, dem aktuellen Album von Opeth, entlassen. Und weiß nicht ein noch aus. Aber eins ist sicher, Platz sechs in den urbandesire.de-Jahrescharts ist erlaubt.

05. Katatonia – Night Is The New Day (2009)

In die gleiche Kerbe wie Opeth schlagen Katatonia. Progressive Metal vom Feinsten. Allein die ersten beiden Titel Forsaken und The Longest Year haben mich sprachlos gemacht. Die unplausible Mischung aus metaliger Härte mit der sanften und doch so leeren Stimme von Lord Seth 😉 ist so maßgeblich für das, was mich an Kataonia reizt. Ich bin mir sicher, dass für viele Fans dieses Genres Night Is The New Day das Album des Jahres wird. Bei mir reicht es für Platz 5.

04. Alice In Chains – Black Gives Way To Blue (2009)

Es ist die Wiedergeburt des Jahres. Nach dem Tod von Layne Staley im Jahre 2002 geht man als Liebhaber dieser Band und deren Musik davon aus, dass nichts mehr kommt. Oder wenn etwas neues kommt, es sich um einen Aufguss von Altem handelt oder konzeptionell völlig in eine andere Richtung geht. Bei Alice in Chains ist das dann doch wieder etwas anders. Nachdem sich quasi schrittweise wiedervereinigt wurde (erst mit sporadischen Konzerten, dann mit der Festanstellung von William DuValls als Nachfolger Staleys, hin zu neuen Studioaufnahmen), liegt seit Ende September 2009 Black Gives Away To Blue vor. Zunächst ist man immer wieder erstaunt, wie sich doch an manchen Stellen die Stimmen von Staley und DuVall ähneln. Es ist spannend zu sehen, wie DuVall den Spagat zwischen etwas eigenem und der Erinnerung an Staley bewältigt. Ähnlich (fast zu stark), aber dann doch wieder anders. Natürlich liegt hier kein zweites Would? vor, aber es ist ein sehr respektabler Neuanfang: All Secrets Known wabert sich so durch die Welt, Check my Brain dödelt mit dem Hirn und mit der Ballade Black Gives Away To Blue in Erinnung an Staley, ist man froh, Alice in Chains irgendwie wiederzuhaben, wenn auch ein wenig anders.

03. Japandroids – Post-Nothing (2009)

Die Band ist einfach zu nerdy. So viel Geschrammel und Gedrücke. Verquaste Stimmen, stilvolle Wechsel der Modi und Tempi, aber dann doch ein so brennendes Gitarrenspiel. So muss das mit dem Garagerock am Ende der ersten 10 Jahre des neuen Jahrtausends laufen. Die Band begleitet uns alle weiter voran. Klingen dabei nach so viel Vertrauten, so viel Geliebten und Gehasstem zugleich. Man möge denken, da fahren 2 Typen in einem altem VW-Bus durchs Land und rufen gellend aus: „Wir schrammeln uns durchs Leben. Denn so ist der NERD. So muss das eben klingen. Platz 3 an die Japandroids mit Post-Nothing.

02. Savoy Grand – Accident Book (2009)

Zugegeben ich fand die Vorgängeralben (People and what they want, Burn The Furniture) des 2009er Accident Book von Savoy Grand besser. Ganz klar. Da ich aber die Band erst in diesem Jahr entdeckt und alle drei Alben gleichzeitig auf mich einstürmen, wird das aktuelleste herausgegriffen, steht aber für die Band als Ganzes. Denn diese ist konsequent. Gefühle können einfach besungen werden, auch mal sanft, fast peinlich. Aber nie nicht ergreifend. Mit Hymnen wie Day Too Long oder Last Night On Earth gleiten wir auf dem weißen Schnee da draußen ganz sanft aus dem Jahr. Eine ganzjährige Winterplatte. Platz 2 an Savoy Grand.

01. The XX – XX (2009)

Ja… ich geb es zu. Ich bin dem Hype erlegen. Man muss sich nur mal fragen, wie viel man weglassen kann. Immer. Bei jeder Gelegenheit. Die Antwort für den britischen Indie haben The XX gegeben. Aus meiner Rezension:

Ein gewisser Minimalismus schwingt mit, betrachtet man das Cover des Debütalbums xx von The xx. Das Cover ist sogar so schlicht, dass man eigentlich im Netz gar nicht nach einer jpg-file suchen müsste, sondern es in Photoshop auch selbst erstellen könnte. Bei Albumnamen und Bandnamen geht es gleich weiter. Alles schön schlicht. Bis auf das berühmte “The”, das vermutlich weniger ästhetisches Statement ist als dann doch den Coolness-Faktor zu verstärken sucht. Basic Space mehr braucht es dann nicht. Die Platte klingt in ihrem Minimalismus, in ihrer reduzierten Form extrem erwachsen. Nur die Stimmen verraten das doch junger Alter der vier Londoner. Es könnte der Vorwurf des Langweiligen kommen – oder gar schlimmer des betont Langweiligen. Alles ist reduziert, es herrscht manchmal momentlang Stille, die Texte werden gehaucht und nur ab und an pocht der Drumcomputer durch die Boxen. Alles scheint in Schwebe zu liegen, die Musik gleitet umher, still und in die Stille selbst verliebt. Doch ist es keine Langweile. Es ist die andächtige Liebe in die Ruhe, leicht tändelnd durch das Leben zu schreiten und einer sanften Melodie zu folgen, die einen beruhigend nach wilder Macht gen Morgen dösen lässt.

Langeweile hört sich anders an. Haben doch diese vier jungen Menschen gute Recherche in der Musikgeschichte der letzten Jahre, zum Teil Jahrzehnte betrieben. Gar manches Riff nimmt Anklänge an Interpol oder den Editors ohne deren treibende Kraft zu übernehmen. Auch Bloc Party sind vernehmbar. Das Tastenspiel des Keybords stammt hingegen aus älteren Dekaden. New Order schwingt da mit. Garniert alles durch diesen durch komplette Platte zurückgehaltenen Gesang. Melancholisch, irgendwie traurig und zuürckhalten, nur niemals aufregend.

The xx sind vielleicht nicht der nächste Superhype wie etwas die Artic Monkeys oder Bloc Party, jedoch wird sich die Platte sicherlich in einen Musiksammlungen wiederfinden, wenn der nächste Partyabsturz durch laute Musik in der Nacht geheilt werden muss. Dafür eignen sich die vier auf jeden Fall. Auch ohne langweilig zu werden.

Keine Ahnung wie die Band es mit so einer Rezension auf Platz 1 der urbandesire.de-Jahrescharts geschafft hat. Weder war mein Jahr besonders langweilig, noch ist die Langweile als Lebensmotto für die Zukunft geplant. Vielleicht lag es an der Monotonie des Alltags… Lesen, schreiben, lesen, schreiben, lesen, schreiben, Note… fertig. Platz 1 halt.

Album Of The Week – The xx – xx

Oh mein Gott. Ich muss die Kategorie eigentlich umbennen. Das Album of the week ist schon lange kein Album der Woche mehr. Seit dem 1. März steht da Tomte mit Heureka. Wer jetzt hier zu den analytischen Geistern gehört, könnte vermuten, dass es eventuell daran liegt, dass die Musikindustrie derzeit nichts verwertbares veröffentlicht. Dem ist aber nicht so. Vielmehr hat mir irgendwie immer die Lust gefehlt in den letzten Monaten Platten zu besprechen. Aus bekannten Gründen geloben ich nun aber mal keine Besserung, sondern präsentiere euch nur mal eben fix das aktuelle Album der ähhh Woche.

the_xx_blogEin gewisser Minimalismus schwingt mit, betrachtet man das Cover des Debütalbums xx von The xx. Das Cover ist sogar so schlicht, dass man eigentlich im Netz gar nicht nach einer jpg-file suchen müsste, sondern es in Photoshop auch selbst erstellen könnte. Bei Albumnamen und Bandnamen geht es gleich weiter. Alles schön schlicht. Bis auf das berühmte „The“, das vermutlich weniger ästhetisches Statement ist als dann doch den Coolness-Faktor zu verstärken sucht. Basic Space mehr braucht es dann nicht. Die Platte klingt in ihrem Minimalismus, in ihrer reduzierten Form extrem erwachsen. Nur die Stimmen verraten das doch junger Alter der vier Londoner. Es könnte der Vorwurf des Langweiligen kommen – oder gar schlimmer des betont Langweiligen. Alles ist reduziert, es herrscht manchmal momentlang Stille, die Texte werden gehaucht und nur ab und an pocht der Drumcomputer durch die Boxen. Alles scheint in Schwebe zu liegen, die Musik gleitet umher, still und in die Stille selbst verliebt. Doch ist es keine Langweile. Es ist die andächtige Liebe in die Ruhe, leicht tändelnd durch das Leben zu schreiten und einer sanften Melodie zu folgen, die einen beruhigend nach wilder Macht gen Morgen dösen lässt.

Langeweile hört sich anders an. Haben doch diese vier jungen Menschen gute Recherche in der Musikgeschichte der letzten Jahre, zum Teil Jahrzehnte betrieben. Gar manches Riff nimmt Anklänge an Interpol oder den Editors ohne deren treibende Kraft zu übernehmen. Auch Bloc Party sind vernehmbar. Das Tastenspiel des Keybords stammt hingegen aus älteren Dekaden. New Order schwingt da mit. Garniert alles durch diesen durch komplette Platte zurückgehaltenen Gesang. Melancholisch, irgendwie traurig und zuürckhalten, nur niemals aufregend.

The xx sind vielleicht nicht der nächste Superhype wie etwas die Artic Monkeys oder Bloc Party, jedoch wird sich die Platte sicherlich in einen Musiksammlungen wiederfinden, wenn der nächste Partyabsturz durch laute Musik in der Nacht geheilt werden muss. Dafür eignen sich die vier auf jeden Fall. Auch ohne langweilig zu werden.

Als Video sehen wir „Crystalized“ – einfach nicht auf die Typen achten… 😉 :

website | myspace

In meinem Last.fm-Profil steht jetzt „Male“

Es hat ein wenig gedauert. Aber nun. Heute war es dann soweit.

100000

Hier dann mal alles im Überblick, was so lief.

Album of the week – Tomte – Heureka

heureka_blogEine alte Rezension, die ich nie zu Ende gebracht habe. Es ging um Tomte und „Heureka“. Es ist schon die dritte Single ins Land gegangen und ich all dies nicht gewürdigt. Die erste Version dieses Artikels entstand im Oktober 2008 – kurz nachdem entscheidende Änderungen mein Leben durchquerten. Seitdem habe ich den Artikel immer wieder angefangen, umgebastelt, aber nie zu Ende bekommen geschweige denn veröffentlicht. Besser ist er trotz der all der Zeit nicht geworden. Aber es geht ums Pathos und um das Leben; also was solls.

Ich widme diesen Tag Tomte. Als Tomtehörer hat man ja so Probleme in der Gesellschaft. Entweder man befindet sich unter Leuten, die einen voll und ganz in der Leidenschaft zu dieser Band verstehen. Menschen, die diesen Pathos verstehen. Die darin das Leben sehen und einfach vom Glück verbrüht wurden. Auf der anderen Seite – mit Sicherheit der größere Teil der Welt – findet man es zum Kotzen. Entweder „Pseudointellektuelles Weichspülergeseiere“ oder „noch dümmer als Toco“…

Soweit die Marktchancen der Band. Blicken wir über die Ungläubigen hinweg. Bringt nichts. Geht ja auch so weiter. Tomte haben am 10. Oktober 2008 ihr neues Album „Heureka“ veröffentlicht. Dies ist das insgesamt fünfte Studioalbum und sollte auf einer gewissen Weise einen Neubeginn darstellen. Weniger Pathos, mehr Tomte. Und nach einen ersten Eindruck haben die zwölf Songs diesmal ein bisschen weniger Zuckerguss abbekommen als das noch die „Buchstaben über der Stadt“ zum Weglutschen anboten.

Trotzdem kann man sich nach einem starken Beginn des Albums mit „Heureka“, „Wie ein Planet“, „Wie siehts aus in Hamburg“, dann doch auf eher versöhnliche Töne einstellen, die dann doch eher mehr nach den „Buchstaben über der Stadt“ klingen als an alte sonnige Nächte.

Ich finde die Umstellungen in der Band sind kaum rauszuhören. Dass Timo Bodenstein nach Dekaden bei Tomte das Weite suchte und Max Schröder dessen Posten am Schlagzeug übernahm, ist nicht spürbar. Vom Sound her solide, keine richtig großen Melodien, nichts Weltversenkendens. Einfach wieder eine glückliche Platte. Ein Platte über das, was die Kritiker Kitsch und Pathos nennen.  Dass bei Thees aber einfach eine unpeinlich angesungene Variante von Leben ist. Und doch ist die Platte melancholischer als noch der Vorgänger, ein wenig nachdenklicher.

Und natürlich kann jeder Tomte-Hörer seinen Zitatenfundus um einiges erweitern. Neben so treffenden und allumspannenden Zeilen wie „Du nennst es Pathos, ich nenn es Leben…“ oder auch „Du willst die Welt verändern, lies ein ganzes Jahr die Zeit, wie Olli so gut sagt, weil die Zeit sich so beeilt“ (Die Zeit)

Und als visuelles Highlight gibt es das Video zur dritten Singleauskopplung: „Wie siehts aus in Hamburg“

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