Wusstet ihr eigentlich das „Maniac“ von Michael Sembello aus Flashdance der Lieblingssong von Alexander Klaws war? Jepp. So ist das. Die berühmte Achtzigerhymne gehört zu seinem Standard-Repertoire neben der bei Schreikrampfkindern beliebten Bohlenschmalzgrütze. Was? Ihr wisst nicht, wer Alexander Klaws ist? Bildungslücke ganz klar. Schämt euch. Naja, ich als Beobachter der unglaublich erfolgreichen Karrieren diverser Superstar-Abgänger, habe in der Musik von Alex Klaws klar erkannt, dass er mit der Zeit geht und statt Popballaden Scheißsongs jetzt Scheißsongs mit E-Gitarre singt (siehe Maniac anno 2003 und 2006).
Die Floridaer Band „Evergreen Terrace“ hat auf ihrem Coveralbum „Writer’s Bloc“ gezeigt wie es wirklich geht. Das beliebte 2004er Album überzeugt mit neun grandiosen Coverversionen quer durch die Genre der Musikindustrie. Der Opener ist das besagte Maniac, das mit brutalem Schreiinferno (hier ein kleiner Eindruck: Traaansmission) die rockigen Versuche von Alexander Klaws in den Schatten stellt. Aber auch das Pumpkins Cover „Zero“ oder der Tears For Fears-Hit „Mad World“ wird entspannt metallig in Szene gesetzt. Eher unbekannt hier zu Lande sind das Hum-Cover „Stars“ oder auch die Plowed-Version von Sponge. Trotzdem sind es jeweils sehr detailnahe Cover, deren Arrangements weitestgehend erhalten blieben und nur durch Evergreen Terrace-gemäße Instrumentierung und Gesang ersetzt wurden. Ein bisschen schiefgegangen, da mir durch die extreme Punkigkeit etwas rhythmuslos, ist 2Sunday Bloody Sunday“ von U2.
Nicht desto trotz ein Album, dass im Plattenschrank eines Coversammlers nicht fehlen darf.
Leider kein richtiges Video, aber Musik – Evergreen Terrace – Mad World:
urbane Anspieltipps: Maniac, Mad World und Plowed
Wer mir jetzt noch sagt, warum die Band „Evergreen Terrace“ heißt, bekommt ein kleines digitales Kopfkraulen. (kleiner Tipp, der Grund ist gelb)
Wer Tocotronic hört, hat mit dieser Band meistens eine Geschichte. Die gibt es schon so lange, so viele Alben, so viele Songs. Jeder, der Tocotronic hört hat deswegen etwas zu erzählen. Meine Geschichte geht ungefähr so. Es muss in der zehnten Klasse gewesen sein, da gab es einen Typen, der schon Emo war bevor es Emo überhaupt gab. Aber… er hörte kein Emo, sondern Tocotronic und setzte sich mit seiner Gitarre in die Fußgängerzone und brüllte und krächzte Tocotronic-Songs. So die Klassiker, die jeder halbwegs gitarrenspielende Dödel so runterklampfen kann. Mir war die Person mit seinen blonden Haaren und verschrubbelten Image immer suspekt. Und so auch Tocotronic. Mehr habe ich nicht zu erzählen. Klar man kannte die Songs und konnte mit den Gesichtern etwas anfangen. Aber eine Band, die 1993 gegründet wurde und seitdem Musik macht, ist für einen 23 Jährigen einfach zu alt. Auch dieser verschrubbelten Texte stellten für mich keine Identifikationsmöglichkeit dar.