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Kategorie: Musik (Seite 12 von 33)

Album Of The Week – Evergreen Terrace

evergreen terrace - transmission - coverWusstet ihr eigentlich das „Maniac“ von Michael Sembello aus Flashdance der Lieblingssong von Alexander Klaws war? Jepp. So ist das. Die berühmte Achtzigerhymne gehört zu seinem Standard-Repertoire neben der bei Schreikrampfkindern beliebten Bohlenschmalzgrütze. Was? Ihr wisst nicht, wer Alexander Klaws ist? Bildungslücke ganz klar. Schämt euch. Naja, ich als Beobachter der unglaublich erfolgreichen Karrieren diverser Superstar-Abgänger, habe in der Musik von Alex Klaws klar erkannt, dass er mit der Zeit geht und statt Popballaden Scheißsongs jetzt Scheißsongs mit E-Gitarre singt (siehe Maniac anno 2003 und 2006).

Die Floridaer Band „Evergreen Terrace“ hat auf ihrem Coveralbum „Writer’s Bloc“ gezeigt wie es wirklich geht. Das beliebte 2004er Album überzeugt mit neun grandiosen Coverversionen quer durch die Genre der Musikindustrie. Der Opener ist das besagte Maniac, das mit brutalem Schreiinferno (hier ein kleiner Eindruck: Traaansmission) die rockigen Versuche von Alexander Klaws in den Schatten stellt. Aber auch das Pumpkins Cover „Zero“ oder der Tears For Fears-Hit „Mad World“ wird entspannt metallig in Szene gesetzt. Eher unbekannt hier zu Lande sind das Hum-Cover „Stars“ oder auch die Plowed-Version von Sponge. Trotzdem sind es jeweils sehr detailnahe Cover, deren Arrangements weitestgehend erhalten blieben und nur durch Evergreen Terrace-gemäße Instrumentierung und Gesang ersetzt wurden. Ein bisschen schiefgegangen, da mir durch die extreme Punkigkeit etwas rhythmuslos, ist 2Sunday Bloody Sunday“ von U2.

Nicht desto trotz ein Album, dass im Plattenschrank eines Coversammlers nicht fehlen darf.

Leider kein richtiges Video, aber Musik – Evergreen Terrace – Mad World:

urbane Anspieltipps: Maniac, Mad World und Plowed

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Wer mir jetzt noch sagt, warum die Band „Evergreen Terrace“ heißt, bekommt ein kleines digitales Kopfkraulen. (kleiner Tipp, der Grund ist gelb)

Seltsame Geräusche

Und das soll jetzt „brutal Deathgrindcore“ sein? OMG.

Sehnsucht nach Träumen

Ich habe mir in den letzten Wochen ein durchaus hartnäckige Insomnia zugelegt. Es beginnt an Tagen, die dafür auserkoren wurden, Projekte zu beenden und läuft dann über Tage weiter, an denen bis nachts gearbeitet werden muss und endet schließlich an Tagen, die kein Ende nehmen. Man will nicht ins Bett, hat Angst vor der Ruhe, Angst vor den Gedanken, die einen überkommen. Denn mein Kopf will plötzlich nachts alle Probleme regeln, einfach so. Vermutlich, weil ihm die Ablenkungen aus gehen.

Und so sitze ich des Nachts dann vor dem Fernseher oder vor dem Rechner und lese und sehe und dränge alles, was hochkommen will, zurück. Derzeit habe ich mich in Peaches vernarrt und lese gerade bei der Zeit über ihre Träume.

Ich mag Peaches. Obwohl ich mich dem Gedanken nicht erwehren kann, dass sie nur den Soundtrack für Stripperinnen produziert:

Suckin‘ on my titties like you wanted me,
Callin me, all the time like blondie
Check out my chrissy behind
It’s fine all of the time
Like sex on the beaches,
What else is in the teaches of peaches? huh? what?

Peaches – Fuck The Pain Away

Aber sowas ist natürlich immer einfach zu sagen, wenn man die künstlerische Botschaft dahinter nicht versteht. Dabei ist Peaches eine unglaubliche schlaue Frau, die mit ihrem Mix aus Punk und Electro (nennt man sowas jetzt wirklich Electroclash?) die Ärsche zum Wackeln bringt. Ich weiß jetzt gar nicht, welches Video ich präsentieren soll. Also „Fuck The Pain Away“ hat ein witziges Video, wobei ich aber nicht weiß, ob das ein offizielles ist. Cool sind auch all die anderen. Aber ich präsentiere euch „Set It Off“, nicht weil ich ein Haarfetisch habe, sondern weil es das erste war, dass ich von Peaches kennenlernte.

Eiscreme im Sonnenschein

Ich weiß nicht. Irgendwie muss ich bei diesem Song immer daran denken, wie ich mit einem ganz bestimmten Menschen in einem kleinen Spielplatzkarussell sitze. Die Sonne scheint, um uns herum strahlt das Gras in herrlichstem Grün und kämpft gegen das tolle Blau des Himmels an. Das Karussell dreht sich unentwegt. Und wir essen Eis. Leckeres Eis, Sorten, die wir mögen… ganz unbeschwert. Ohne, dass es eine Welt gibt, die etwas von uns will. Einfach so im Strudel des Lebens.

(The Format – She Doesn’t Get It [Das Album Dog Problems war mal Album Of The Week])Nur dumm, dass das Video so gar nicht zu meinem Traum meiner Vorstellung passt.

Album Of The Week – Tocotronic

Tocotronic - KapitulationWer Tocotronic hört, hat mit dieser Band meistens eine Geschichte. Die gibt es schon so lange, so viele Alben, so viele Songs. Jeder, der Tocotronic hört hat deswegen etwas zu erzählen. Meine Geschichte geht ungefähr so. Es muss in der zehnten Klasse gewesen sein, da gab es einen Typen, der schon Emo war bevor es Emo überhaupt gab. Aber… er hörte kein Emo, sondern Tocotronic und setzte sich mit seiner Gitarre in die Fußgängerzone und brüllte und krächzte Tocotronic-Songs. So die Klassiker, die jeder halbwegs gitarrenspielende Dödel so runterklampfen kann. Mir war die Person mit seinen blonden Haaren und verschrubbelten Image immer suspekt. Und so auch Tocotronic. Mehr habe ich nicht zu erzählen. Klar man kannte die Songs und konnte mit den Gesichtern etwas anfangen. Aber eine Band, die 1993 gegründet wurde und seitdem Musik macht, ist für einen 23 Jährigen einfach zu alt. Auch dieser verschrubbelten Texte stellten für mich keine Identifikationsmöglichkeit dar.

Aber eine gute Band zeichnet sich dadurch aus, dass sie auch jüngere Musikliebhaber in ihren Bann ziehen kann. Und so begann bei mir mit K.O.O.K ein kleine Freundschaft, die sich Album über Album steigerte. Und heute 2007 gibt es ein neues Album: Kapitulation. Und ich muss sagen: „Ich bin begeistert.“. Ein Album, dass für mich so stringent einer Botschaft folgt, die schon im Titel angelegt ist. Kapitulieren. Mit sich selbst, mit anderen: „Dein Wahr ist meine Wahr“. Eine in Text und Tönen gefasste Selbstaufgabe, die zwar konsequent und absolut ist, aber aus einer gewissen Fallhöhe geschieht, die es aus dem Teeny-Sektor hebt. Das Scheitern als Möglichkeit und Ziel des Erfolges. Erfolg, indem inaktiv und still.

Ich denke, man braucht ein bisschen um das Besungene zu verstehen. Und es sind Gedanken, die in irgendeiner Form jeden schon mal auf seinem Rücken trug und nicht abschütteln konnte. Tocotronic zeigen vielleicht einen Weg, um damit zu leben. Vorallem muss man verstehen, dass die Vokabel „Kapitulation“ in unsere Sprache zwar negativ besetzt ist, im Kontext der Platte aber durchaus so nicht verstanden werden kann. Man stellt sich immer wieder die Frage, wovor kapituliert werden soll. Gründe werden nicht angegeben – herausfinden muss der Hörer das schon selbst.

Musikalisch spürt man den Zuwachs von Rick McPhail, der durch imposante Gitarrenverstärkerarbeit einen spannendes und schlagfertiges Gebräu als Basis eines Cocktails für die persönliche Verweigerung schuf. Etwas rockiger würde ich sagen.

Hier noch das nette Video zur zweiten Singleauskopplung „Imitationen“:

urbane Anspieltipps: Imitationen, Kapitulation, Dein geheimer Name

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