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Kategorie: Literatur (Seite 4 von 6)

Buchhändler

Ich denke nur wenige von euch haben den Film „em@il für dich“ gesehen. Insgesamt schlängelt sich die Liebesgeschichte um die Existenz von zwei Buchläden: Einmal die riesige Filiale von Fox-Books (Tom Hanks) und dem kleinen „Laden an der (um die) Ecke“ (Meg Ryan). Und wie es immer so ist, verdrängt natürlich der riesige kapitalistische Buchladen das kleine Buchgeschäft (eigentlich ein Kinderbuchladen).buch Es gibt jedoch eine entscheidende Szene: Nachdem der kleine Buchladen mangels Kunden geschlossen werden musste, begibt sich Meg Ryan Monate später in die „Filiale des Bösen“ und belauscht unter Tränen ein Gespräch zwischen einer Kundin und einem Verkäufer, der nicht wusste von welchem Buch die Kundin sprach und was sie eigentlich wollte, da er die Geschichte, die von Kundin nur bruchstückweise wiedergegeben wurde, nicht kannte. Meg Ryan mischte sich nun heulend ein, weil sie als ehemalige Besitzerin eines kleinen „liebvollen“ Buchladens die Bücher natürlich las, die Geschichten kannte und sofort den Titel des gesuchten Buches nennen konnte.

Jetzt stellt sich mir die Frage ist das wirklich so? Na gut; klar ist, wenn ich in einer modernen Thalia– oder Hugendubel-Filiale ein Buch suche, muss ich mindestens Titel und Autor kennen (am besten natürlich die ISBN). Aber war das schon immer so? War es früher vielleicht möglich hineinzuspazieren und mit Metainformationen (also weden Autor, Titel, Verlag und ISBN) und trotzdem das richtige Buch zu finden. Dies würde ja grundsätzlich bedeuten, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer in Buchhandlungen mehr sein müssten als Kassiererinnen und Regalauffüller.

Nach dem erfolglosen Lesen dieses Buches und auch anderer Bücher wünsche ich mir derzeit schon sehr eine kompetente Verkäuferin, die anhand meiner Lesegewohneheiten meinen Geschmack ermitteln kann und mir „Leseempfehlungen“ geben kann. Aber dieser Wunsch wird wohl unerfüllt bleiben. Und so stöbere ich mich bereits zum vierten Mal durch die Regale und bin mit keinem Buch zufrieden.

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Der Mann, der zu spät kam

Ich lese gerade den Roman „Der Mann, der zu spät kam“ von Louis Begley. Normalerweise halte ich viel Langeweile aus, aber dieses Buch übertrifft alles. Die ersten 15 Seiten Einstieg waren wegen des Namenswirrwarr so verwirrend, dass ich das Buch sofort wieder weglegte. Als ich es mir überlegt, doch wieder anzufangen, las ich auf den nächsten 20 Seiten absolut lapidare Geschehnisse aus dem Leben der Hauptfigur Ben. Es werden seitenlange Exzerpte aus seinen Tagebüchern vorgetragen, die nicht nur, weil sie sehr schlecht geschrieben sind, zum Weglegen des Buches verleiten, sondern auch weil diese Seiten dem Leser die Hauptfigur überhaupt nicht näher bringen.

Irgendwie wirkt das Buch naja sagen wir mal konstruiert, aber halt schlecht konstruiert. Auch für Romane gilt, es muss etwas Besonderes erzählt werden und wenn man nichts hat, dann sollte lieber das Thema wechseln. Oder einfach keine Bücher schreiben.

Ich lehne es eigentlich ab, ein Buch, bevor ich es zu Ende gelesen habe, zu bewerten, aber dieses bekommt jetzt seine Bewertung, da ich es nicht weiterlesen werde.

Wenn es jemand haben will, soll er sich melden.

Geschichte der Photographie

Nachdem ich meine Blogleser in den letzten Wochen mit einer umfangreichen Linksammlung zum Thema „Geschichte der Fotografie“ genervt habe, löste ich gestern meinen ersten Thalia-Gutschein (Danke Chris und Ingo.) ein, um mir folgendes Buch zu kaufen:

Cover

Ich sag nur: „Endlich neue Klolektüre.“

Der konr@d

Jeden Tag flattert eine Email in meinen Posteingang, woher ich immer diese nutzlosen Informationen bekomme. Zum einen aus der unglaublichen Vielfalt des Webs und zum anderen aus einer tollen Zeitung.

Der konr@d. (Computer.Lifestyle.Zukunft). Dabei handelt es sich um einen konrad (golem) Ableger des Sterns, der sich speziell mit der Entwicklung des digitalen Lebens am Ende der 90er Jahre und zu Beginn des 21. Jahrhunderts beschäftigt. Die Macher benannten das Blatt nach Konrad Zuse, der 1938 der Welt den ersten programmierbaren Computer (genannt Z1) präsentierte. Gleichzeitig wurde das Magazin auch Zuse gewidment.

Grundlage für die Zeitschrift bot damals Ende der 90er Jahre noch die Informatik, sodass Themen wie der ChaosComputerClub, BTX oder auch Hacker Themenschwerpunkt von Artikeln wurden. Ein heutiges Magazin von diesem Format würde sich wahrscheinlich über Blogs und Social Web auslassen, ab und zu mal die neusten Gadgets bewerben, aber Tiefgang vermissen lassen.
konr@d war aber anders. Hier spürte der Leser den journalistischen Sachverstand. Das Konzept schlicht und doch beeindruckend. Der gewohnte Reportagestil mit Fotostrecken und Interviews wurde vom Stern adaptiert und reflektierend über die neuen Themen einer digitalen Welt gehalten. Dabei würde zwar Technik erwähnt oder erklärt, jedoch beherrschte diese nicht das Thema, wie beispielsweise heute bei Chip oder ct‘ (obwohl ich dem Heiseverlag für seine doch recht guten Produkte dankbar bin und an dieser Stelle dem SpringerVerlag [Computerbild] die wütende Faust entgegenstrecke].
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Neulich im Buchladen

A: Der Barre hat wieder ein Buch rausgebracht.

B. Wie heißt es denn?

A: Ach keine Ahnung wieder so ein bedeutender Titel.

B. Mhh.

A: Ich glaube sowas wie „Was ist wissen.“

B: Und? Gelesen?

A: Ja hab mal reingeschaut. Übelster Mist, aus den Fingern gesogen und total schwachsinnig.

B: Tja, die Zeiten sind vorbei, an denen wir zu Oasis Textstellen von Soloalbum zitiert haben.

A: Naja jeder Stern hört einmal auf zu glühen, der eine früher, der andere später.

B: Gut. Kaufst du es dir?

A: Nö.

B: Gut.

barre

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