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Die Identität

Was ist Identität? Wer bin ich? Ich habe mich das schon oft gefragt. Ein Blick in meine Geldbörse verrät mir da Vieles.

Da wäre zunächst eine laminierte Karte. Sie sagt, woher ich komme, wer ich sein soll, wie alt ich wäre, wenn ich an diesem Tag geboren worden wäre, Zeichen, die meinen Namen bilden sollen, selbst meine Größe ist abgespeichert. Ich bin erkannt scheinbar. Doch bin ich das wirklich. Was sagt das schon?

Eine andere Karte weiß wieviel Geld ich habe, die nächste kennt all meine Krankheiten und weiß, wann ich beim Arzt war. Die nächste Plastikkarte billigt mir die Macht zu ein Auto zu fahren, doch ob ich das wirklich kann? Sie weiß es nicht.

Es gibt sogar eine Karte, die es mir ermöglicht kostenlos Bücher aus einer Bibliothek auszuleihen, ohne das Karte und Bibliothekarin wirklich wissen, wer ich bin. Und ob ich es wirklich bin, der da vor ihr steht.
Wer bin ich?

Oh, da ist ja noch eine Karte, nein viel mehr ein Zettel, er besagt, dass ich an einer deutschen Universität eingeschrieben bin und mich mit 25000 anderen Studenten über Campus und in Mensen quäle, wo alle auch solche Karten bei sich tragen, ohne das Karten und Kontrolleure wissen, wer sie sind.

Selbst in meinem Handy steckt eine kleine Plastikkarte, die weiß, wann ich mit wem wie lange gesprochen habe. Trotzdem kennt sie mich nicht, weiß nicht wer ich bin, wer meine Gesprächspartner wirklich waren.

Ich bin ein Konstrukt in Daten. Aufgepresst in Chips und Plastikkarten soll mein Identität festgehalten werden. Doch was unterscheidet mich von anderen? Jeder passt auf auf seine Daten als wären sie ein heiliges Gut.

Trotzdem kennt mich niemand.

Kann man das Bloggen verlernen?

Die Frage ist ernst gemeint. Nachdem ich in letzter Zeit nicht mehr so viel Zeit hatte zu bloggen und ich zusätzlich durch Krankheit von Rechner und Gedanken ferngehalten wurde, fällt es mir derzeit wieder sehr schwer regelmäßig zu bloggen. Ich glaube, es ist möglich das Bloggen oder das Nachdenken über das Bloggen zu verlernen. Man macht sich keine Gedanken mehr darüber, was man seinen Lesern erzählen oder präsentieren soll. Und Schritt für Schritt ist es einem egal, nicht mehr am Puls der Zeit zu bleiben. Schritt für Schritt sieht man die Tage dahingleiten, die man vorher noch gezählt hat, Schritt für Schritt wird aus ein paar Tagen eine Woche, zwei Wochen und langsam kommen Kommentare wie. „Blogg doch mal wieder was!“ oder „Lebst du noch?“ Naja das spornt dann erstmal wieder an, jedoch muss die grundsätzliche Überzeugung von Innen kommen. Doch als erfahrenen Blogger weiß man: Die Droge wird einen wieder kriegen. Irgendwann. Und schließlich sitzt man wieder vor dem Rechner, vor dem Texteditor und tippt Texte von denen man glaubt, andere könnten sie interessant finden.

Interessant war bei mir, dass das Verfolgen von Blogs keinerlei Schwierigkeiten bereitete. Der tägliche Gänge durch den Webloggarten war nahezu jeden Tag drin. Auch wenn ich vieles nur überflogen habe, war ich über das Leben meiner Mitblogger informiert. Nur selber bloggen wollte ich nicht mehr.

Der kleine Unterschied

Vieles ist darüber geschrieben worden, viele haben darüber nachgedacht und trotzdem ist es widersinnig.

Heute war Frisörtag. Ani hatte sich einen Termin geholt und ich bin gleich mit, weil mein Kopf geht schnell und das kann nahezu jede ausgelernte Frisörin. Bei Ani ist das komplizierter. Färben, Waschen, Schneiden, Fönen, Stylen, nach Hause rennen, hier nochmal Fönen (da beim ersten Mal nur angefönt 😀 ), nochmal Stylen …. und danach wird stundenlang vor dem Spiegel gestanden und daran herumgefummelt (als ob das noch was bringen würde). Schließlich werden Fotos aus allen Positionen geschossen, um eine realisitische Einschätzung der Haarlage zu bekommen.

Kurzum 13.00 Uhr hat das Spektakel begonnen 16.00 Uhr war es zu Ende und morgen nach einer Nacht sieht es aus wie vorher. Und jetzt das Lustigste daran: Es kostet auch noch Geld.

Na dann. Gut Schnitt.

Tagewerk

Nach überstandener Krankheit ging ich dieser Tage erstmals wieder dem normalen Leben nach. Das fröhliche Frühlingswetter lockte mich vorgestern hervor und ließ mich liegengelassene Dinge erledigen. Ich reparierte mein Fahrrad und dreht damit ein kleine Runde, die mich an den Rand eines Kollaps brachte, da ich nach einer halben Stunde fahrradfahren (dabei musste ich das letzte Stück auch noch bergauf fahren), mein Herz, meine Körper, meine Lunge und ich glaube auch mein Gehirn am Ende waren. Seis‘ drum. Das Fahrrad funktioniert und ich hab es überlebt.

Mitteilungen aus der Matrazengruft

Es ist schon seltsam, wenn einem der Schädel wie ein Bassin anschwillt, ist es wirklich schwierg, zu beurteilen, ob Wörter richtig geschrieben wurden. Ich versuche es trotzdem.
Zur Situation: letzten Mittwoch begann mein Märtyrium. Fieber und richtig toller D-Fall rafften mich dahin. Die ersten zwei Tage schleppte ich mich noch zu meinem Lateinkurs, ab Freitag, ließ ich das dann sein. Samstagfrüh zum Arzt. Da gab es dann die erste Diagnose. Entweder eine Magen-Darm-Grippe oder ein Darmbakterium. Ich durfte erst montagfrüh meine Stuhlprobe abgeben, dienstagabend gab es dann das Ergebnis: Darmbakterium. Ihr könnt euch denken, dass die Tage dazwischen nicht witzig waren. Aber ich bzw. wir haben es geschafft. Am Dienstag gab es das Antibiotika und jetzt warte ich, zwar immer noch mit Schmerzen in allen Körperteilen, auf Besserung. Und jetzt ganz im Sinne von H. Heine:

Nachts erfaßt vom wilden Geiste,

Streck ich die geballten Fäuste

Drohend aus – jedoch erschlafft

Sinkt der Arm, mir fehlt die Kraft.

@ Marko: Gratulation zur 1,3 beim Consten. Vielleicht schaffen die es ja vor dem 10.04.2006 auch die Ergebnisse für Literaturwissenschaft reinzustellen.

@ Jojo: Vielen Dank für die Änderung im CSS. Ich werde es, sobald es mir besser geht, mal einbauen und mich auch mal wieder im Skype melden. Achja, denk dran Keep on Blogging.

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