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Autor: urbandesire (Seite 8 von 206)

Der Internetnutzer der mittelfristigen Zukunft – Zur Telekom-Drosselung

Ist das Internet nun funktional kaputt?

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Dies ist das Intro der letzten Sendung von mobilemacs und es wurde zusammengestellt aus kleinen Hörschnipsel der vorherigen Sendung, zu der Clemens, Tim, hukl, Roddi und co. über die bevorstehende, damals noch nicht vollends bestätigte Drosselung der DSL, VDSL und FIBER-Anschlüsse seitens der Telekom diskutierten (ab 1h:43min:00sec). Seit gestern ist dieses neue Geschäftsgebahren des Oligopolisten nun bestätigt.

Alle Flatrate-Tarife der Telekom werden letztlich zu Volumentarifen umgewandelt, insofern jeden Vertragsform ein entsprechendes Highspeed-Volumen pro Monat zugeeignet wird. Nach Verbrauch dieser scheinbar stattlichen Zahl (man sollte bedenken, dass es sich dabei um die Summe aus Down- und Uploads handelt), wird der Internetanschluss auf eine einheitliche Internetbandbreite und somit eine Geschwindigkeit von 384 Kbit/s reduziert. ((Vgl. Pressemitteilung der Telekom))

Hier mal im Überblick die entsprechenden Volumina zu den einzelnen Verträgen:

Tarif Datenvolumen
Call & Surf mit DSL 75 GByte
Entertain mit 16 MBit/s 75 GByte
Call & Surf mit VDSL 200 GByte
Entertain mit VDSL 200 GByte
Call & Surf mit Fiber 100 300 GByte
Entertain mit Fiber 100 300 GByte
Call & Surf mit Fiber 200 400 GByte
Entertain mit Fiber 200 400 GByte

Wie bereits erwähnt, kommt es nach dem Verbrauch dieser Kontingent zu entsprechenden Standarddrosselung, die aber begrifflich der Sache nicht nahe kommt. Surfte man vorher mit technisch möglichen 100 Mbit/s, kann eine Geschwindigkeitsreduktion auf 384kbit/s eigentlich mit einer Abschaltung des Anschlusses verglichen werden. So auch die Argumentation von Clemens im obigen Hörschnipsel. Ich glaube, viele kennen dieses Phänomen, wenn am Ende des Monats das Datenvolumen des Mobilfunkvertrages aufgebraucht ist, und man für den restlich Monat auf max. 64 KBit/s (Download) und 16 KBit/s (Upload) beschränkt ist. Gut und erträglich ist das nicht, aber wir als Konsumenten haben es leider durchgehen lassen und es zudem dem Mobilfunkanbietern im Allgemeinen erlaubt, dies auch noch Flatrate nennen zu dürfen.

Was kann man mit 384 kbit/s nun noch anfangen? Rein rechnerisch wäre Skype noch möglich (einfacher Anruf bzw. Videoanrufe (ohne High-Q und HD).  Aber was macht man, wenn ein zweiter Rechner, der des Partners oder der des Mitbewohners gleichzeitig im Netz sind und dort nur mal fix die die Emails überprüft oder nach einem Rezept für einen Pflaumenkuchen. Stoppt man dann man eben den Skype-Call? Richtet man sich jeweils individuelle Zeiten für die Internetbenutzung ein… wie damals zu Zeiten von Modem (56 kbit/s) oder ISDN (64kbit/s bzw. 128 kbit/s)? Meiner lebensweltlichen Erfahrung nach werden die meisten Internetanschlüsse, trotz der steigenden Zahl von Singleaushalten, geteilt: in Familien, in WGs, Firmen und Zweckgemeinschaften. Diese Engpässe sind mit der einheitlichen Internetbandbreite der Telekom vorprogrammiert.

Und auch hinsichtlich des Volumens von 15 bis 20 Gigabyte, das die Telekom für den durchschnittlichen Internetnutzer  bzw. ihren Kunden ausgibt, habe ich so meine Zweifel. Ich selbst habe in einem Zwei-Personen-Haushalt mit 6000er-Leitung einen Verbrauch im letzten Monat von knapp 90 Gigabyte gehabt – wäre somit schon in die Abschaltung hineingefallen. Und auch hier: Wenn ich mich meiner lebensweltlichen Erfahrung so zuwende und meine Altersgenossen, Bekannten, Kollegen und Freunde betrachte, scheine ich zwar in Teilen netzaffiner zu sein, aber bin dadurch kein brutaler Bandbreitenverschleißer geworden. Das heißt, im Vergleich bewegt sich mein Internetkonsum im guten Durchschnitt, was das Nutzen von Streaming-Angebote (dies sind ja die Brocken, die das große Datenvolumen hervorrufen) und das allgemeine Surfverhalten anbelangt. Und es sei angemerkt, dass ich und meine Partnerin einen großen Teil des Tages im Büro verbringen und den Anschluss der Universität benutzen.

Wie kommt also die Telekom auf diese Zahl? Wie wir es bereits bei den Volkseinkommen- und Reichtumsdebatten erlebt hatten, ist ein Durchschnittswert eine kniffelige Sache. 1. Welche Kunden meint die Telekom mit allen Kunden? Sind darin gar die Kunden enthalten, die kein DSL/VDSL/FIBER nutzen, sondern womöglich noch mit Analogmodem oder ISDN surfen? Diese drücken natürlich den Durchschnitsswert erheblich, da es mit diesen Vertragsarten überhaupt schwer wird an nur einem 1 Gigabyte zu kratzen. 2. Gibt es letztlich auch eine vermutlich nicht zu vernachlässigende Zahl an Kunden, die breitbandtechnisch hochgradig überversorgt sind. Dies aber nur, weil die Telekom (wie auch fast alle anderen Anbieter)  für diese entsprechend keine sinnvollen Tarife bereitstellt. Wer heute eine Festnetzanschluss will, will zugleich einen Festnetzflaterate. Diese kostet aber bereits knapp 30 Euro (Call Comfort) und ist somit nur gut 5 Euro günstiger als der günstigste Call-And-Surf-Tarif, der sowohl eine Festnetzflaterate als auch eine Internetflaterate beinhaltet. Natürlich wird der Kunde dann eher zum Komplettpaket greifen, auch wenn er mit eine Flatrate nichts anfangen kann, da er tatsächlich einfach kaum im Internet surft bzw. noch weniger bandbreitenintensive Inhalte konsumiert. Dieser Art Kunde, so hart das klingt, wird aber mittel- und langfristig aussterben und sollte für die Telekom, die auch in Zukunft ein funktionierendes Geschäftsmodell haben will, nicht die Richtschnur bilden.

Denn beobachten wird die aktuellen Entwicklungen des Internets als Technologie, so erkennen wird, dass alle Ampeln auf grün stehen, dass das Internet mit alle unseren Lebensgewohnheiten immer enger verzahnt wird: Komunikation, Informationsaustausch und vor allem Datenaustausch sowie Medienkonsum. Beispiel Kosum von Musik: Sie ist, wie Sascha Lobo richtig anmerkt, längst nicht mehr eine Frage von Festplattengröße, sondern eine Frage der Bandbreite geworden; Beispiel Datenaustausch: Dropbox oder GoogleDrive sind nur der Anfang. Die Tendenz komplette Backups zur Datensicherung ins Netz zu verschieben wird in den nächsten Jahren im wichtiger. Die Lebenswelt der Menschen verwächst also mit dem Internet und seinen Möglichkeiten sowie der Möglichkeit des Zugangs zu diesem. Menschen, die Briefe senden, werden verschwinden. Menschen, die 19:55 Uhr auf den Beginn der Tagesschau warten, verschwinden. Menschen, die Fotos ausdrucken und an Oma schicken, verschwinden. An ihre Stelle rücken Menschen, die es gewohnt sind, Medien – Film, Dokumentation, Serien, Radiobeiträge etc. – zeitsouverän zu konsumieren, dafür brauchen sie das Netz. Kaum eine Kamera macht heute noch ein Fotos mit unter 6 Megapixel, nahezu jeden Filmaufnahme – auch aus mit der privaten Kamera – ist in HD gedreht, um diese zu teilen, zu zeigen, braucht man Netz, Bandbreite und Datenvolumen. Forschungs- und Rechercheergebnisse finden sich zur kollaborativen soziale Arbeit an einem zentralen Ort im Netz um unter Echtzeitbedingungen in neues Wissen und neue Erkenntnisse transformiert zu werden. Dafür wird ebenfalls schnelles, zuverlässiges Internet benötigt.

Die Diagnose der Telekom, dass das Datenvolumen im Netz rapide zunimmt und noch rapider zunehmen wird, stimmt also. Und ihre gegenwärtige Reaktion darauf verwundert nicht. Es ist die Reaktion, die einem privatwirtschaftlichen Denken entspringt. Indem sie die Internetanschlüsse quasi außer Funktion setzt, wird die Folge entscheidend. Was passiert, wenn das Volumen nicht ausreicht? Der Kunde wird entweder überlegen, in einen höheren Tarif zu wechseln, der ihm mehr Volumen bietet – hierbei stellt sich aber das Problem, dass er dieses höher Volumen durch eine größer Bandbreite gleich wieder schwächt – oder er wird pro Monat draufzahlen und sich weiter „Highspeed-Kontingente“ kaufen müssen, um der einheitlichen Internetbandbreite zu entrinnen und seinen Internetnschluss wieder in Funktion zu setzen. Bei all dem gewinnt die Telekom: zum einen weil sie die dadurch dem Preiskampf um Internetanschlüsse im gewissen Sinne Einhalt gebieten kann (aufgrund des verzerrrten Marktes in diesem Bereich, ist es sehr wahrscheinlich, dass andere Anbieter nachziehen werden), letztlich den Kunden zu teuren Produkten nötigt und am Ende doppelt abkassiert.

Die Telekom sieht die Realität, kennt den Nutzer der mittelfristen Zukunft, der Bandbreite braucht, um zukünftig seinem täglichen Leben nachzugehen (dies impliziert auch, dass der Internetnutzer der mittelfristigen Zukunft Netzversorgung als ein elementarstes Gut betrachten wird, ohne das es letztlich gar nicht mehr geht und bereitet nun alles vor, um den maximalen Profit für sich daraus zu schlagen. Dass dabei Innovation, Bildung, die in Deutschland stark vom Einkommen abhängt, soziale Beteiligung als auch die Netzneutralität mit Füßen getreten werden, ist die notwendige und gefährliche perspektivische Konsequenz, einer Entwicklung, die mit dem Internet als Luxusgut für Nerds und Informatiker begann und sich gegenwärtig weiterentwickelt hat – zu einem Internet als elementares Grundgut des privaten und öffentlichen Lebens, gar Menschenrecht für den Bürger/Internetnutzer der mittelfristigen Zukunft.

Es ist zu hoffen, dass sich Protest regt und an dieser Stelle nicht alles dem verzerrten Kommunikationsmarkt überlassen wird. Es ist wichtig, dass der Bürger und somit auch der Gesetzgeber erkennt, welche Bedeutung ein stabiles, bezahlbares und gut ausgestattetes Internet in einer modernen Demokratie und Volkswirtschaft spielt und dementsprechend regelnd, sowohl moralisch als auch konkret handelnd, eingreift.

Man beachte bitte auch meine kleine Linksammlung von interessanten Beiträgen der letzten Tage zum Thema.

1000

Der letzte Artikel war der tausendste Beitrag auf urbandesire.de – dieser somit der 1001 – seit dem 08. August 2004. HURRAY. Die tausender Marke nach über 3000 (genau 3136) Tagen endlich geknackt. So weitermachen. Keine Zeit zurückzuschauen.

Aus einer Formatvorlage mache viele

Ich erläuterte ja vor ein paar Tagen ein Problem, dass sich aus dem Zusammenspiel zwischen Scrivener und jeglichem Texteditor (Word, Pages, OpenOffice, LibreOffice etc.) ergibt. Ich schrieb:

Für den Mac kann man sagen, dass Scrivener auf die systeminterne RTF-Engine von Mac OS X für den Export von Dokumenten nach .rtf, .doc oder .docx zurückgreift. Dieser Standardexporter ist aber ziemlich beschränkt, so dass alle in Scrivener angelegten Formatvorlagen/Styles zu Formatierung des Dokuments zwar optisch im Dokument mehr oder minder umsetzt, aber nicht in die Formatvorlagen des Textverarbeitungsprogramm überträgt. Dies gilt für alles. Also auch für Formatvorlagen, die Überschriften definieren und die man eventuell später braucht, um eine Inhaltsverzeichnis automatisch generieren zu lassen […] ((über das Formatvorlagenproblem der Compile-Funktion in Scrivener))

Was macht man nun? Eine Möglichkeit wäre natürlich auf die Nutzung von Scrivener zu verzichten. Dumm nur, wenn man den Workflow liebgewonnen hat und sich ungern davon trennen möchte oder aber bereits einiges an Text darin produziert hat. Also muss eine Lösung her. Und die ist im Prinzip gar nicht so schwer, wenn man die Voraussetzungen dafür in Scrivener schafft. Denn der Vorteil ist, wie ich bereits schrieb, dass Scrivener ja die in der Scrivener-Formatvorlage angegeben Formatierungseinstellungen auch im .doc-, .docx- oder .rtf-Dokument umsetzt, zwar nicht als einzelene Formatvorlage, aber zumindest optisch. Und das ist der Ansatzpunkt wie die Formatierungsvorlagen quasi rekonstruiert werden können.
Weiterlesen

What remains

„You never know when something is going to happen to change your life. You expect it to arrive with fanfare, like a wedding or a birth, but instead it comes in the most ordinary of circumstances. Afterward I tried to find something to explain what had happened. But the night was ordinary. It usually is, I think, when your life changes. Most people aren’t doing anything special when the carefully placed pieces of their life break apart.“

aus: Carole Radziwill: What Remains. A Memoir of Fate, Friendship, and Love (2005)

Scrivener und das Formatvorlagen-Problem

 

Arranging words in Scrivener

 

Was macht der geneigte Promovent eigentlich, wenn es mit der Dissertation nicht so recht vorangeht? Er geht in sich und erkennt ganz schnell, dass es für sein Stocken viele Gründe gibt. Vor allem aber ist er sich sicher, dass sein Workflow noch optimierbar ist. Wenn dann früher aufstehen, länger arbeiten, weniger Freizeit und noch mehr Paper leser nicht mehr ausreicht, dann kann es eigentlich nur noch daran liegen, dass die Tools, die er verwendet, noch nicht optimiert sind.

Da nun fast jeder Arbeitsplatz eines Mitarbeiters im akademischen Hause mit einem schnellen Internetanschluss versorgt ist, wird sich der Promovent schnellstens ins Internet begeben und nach Lösungen für sein Problem suchen. Er wird schnell fündig. Er braucht mehr Struktur, besser Wissensorganisation, er braucht mehr Flexibilität, er braucht… Eine moderne, viel erwähnte und durchaus adäquate ist dabei das Programm Scrivener. Das Programm der kleinen amerikanischen britischen Softwareschmiede Literature & Latte hat es sich zur Aufgabe gemacht, Autoren, Drehbuchautoren, Studenten und Akademikern im Allgemeinen die Arbeit an langen und komplexeren Texten zu erleichtern:

„Literature & Latte was founded in 2006 with the sole purpose of creating software that aids in the creative process of writing long texts.“ ((Über Scrivener))

Und in der Tat Scrivener hat in meinen Augen etwas erreicht, um die Probleme komplexerer Arbeiten anzugehen und zu erleichtern. Ich muss jetzt nicht alles erwähnen, was Scrivener besser macht als eine gewöhnliche Textverarbeitung wie Word, OO oder Pages, denn es gibt genügend detaillierte Rezensionen.

Nur ein unschlagbares Feature möchte ich hier hervorheben. Es ist die grundlegend andere Herangehensweise der Organisation von Text. Man schreibt in Scrivener letztlich nicht nur an einem Dokument – wie etwa in Word oder vielen anderen Textverarbeitungen – von oben nach unten, sondern Scrivener zerlegt ein Dokument beispielsweise anhand der Gliederung in viele Einzeldokumente. So ist es leichter den Überblick zu behalten, Sequenzen neu zu arrangieren und die Komplexität eines größeren Schreibprojekts zu bewältigen. Durch die Hilfe des Binders und eine kompetenten Outliner-Ansicht wird dies erreicht und kaum verbesserungswürdig umgesetzt.

ABER:

Auch die Frage der Formatierung des Dokuments ist nach ein wenig Einarbeitung mit dem Programm durchaus zu bewerkstelligen. Den Teil mal in italics, diese Überschrift ein bisschen größer und die längeren Zitate im Fließtext dann doch ein wenig enger… alles machbar. Aber noch längst nicht so, wie man es von Word oder Ähnlichem gewohnt ist. Somit hört man häufig, dass man das finale Layout ja dann über die Exportfunktion (eigentlich „Compile“) “auch noch in Word erstellen kann. Man kompiliert quasi alle einzelen Textsequenzen nach Wunsch zusammen und gibt sie in einem neuen Dokument (.rtf, .doc, oder .docx) aus. Soweit so gut. Dieser Hinweise ist aber quatsch. Scrivener hat nämlich ein Problem. Der Entwickler erläutert:

„RTF supports stylesheets (albeit messily). RTF is Scrivener’s main export format (it’s .doc, .docx and .odt exporters are all piped through RTF first), but because Scrivener uses the standard OS X text system’s RTF export code, it doesn’t support all RTF features. The standard OS X RTF exporter doesn’t support images, headers and footers, footnotes, comments and much more, but I’ve managed to add all of those features to the RTF (and Word) export by post-processing the RTF. Stylesheets are something else altogether, and would really require me to write my own RTF parser from the ground up, which is why it is something that has been put off for the future (preferably for when I’m rich enough to hire another Mac programmer!).“ ((Forenbeitrag vom Scrivener-Entwickler Keith))

Tja… was bedeutet das. Für den Mac kann man sagen, dass Scrivener auf die systeminterne RTF-Engine von Mac OS X für den Export von Dokumenten nach .rtf, .doc oder .docx zurückgreift. Dieser Standardexporter ist aber ziemlich beschränkt, so dass alle in Scrivener angelegten Formatvorlagen/Styles zu Formatierung des Dokuments zwar optisch im Dokument mehr oder minder umsetzt, aber nicht in die Formatvorlagen des Textverarbeitungsprogramm überträgt. Dies gilt für alles. Also auch für Formatvorlagen, die Überschriften definieren und die man eventuell später braucht, um eine Inhaltsverzeichnis automatisch generieren zu lassen (was ja bei längeren Arbeit fast schon geboten ist).

Word 2008

Üblicherweise sieht dann ein Dokument, das in Scrivener eine Formatvorlage für den Haupttext erhalten hat, eine für eingerückte Zitate und zwei Formatvorlagen für verschiedene Fußnoten und drei Formatvorlagen für Überschriften als Dokument in Word/Pages etc. ganz gut aus, aber ein Blick in die Formatvorlagenbox der Textverarbeitung offenbart das Problem (siehe Bild). Das als exportierte Scrivener-Projekt hat alle Formatvorlagen verloren und somit ist auch ein nachträgliches „layouten“ und anpassen eigentlich hinfällig, weil man ja letztlich nichts hat, was man kontextgebunden anpassen kann.

Somit sei mal hier eine kleine Warnung ausgesprochen, da diese Problem sonst wenig erwähnt wird, und ich mich ein wenig wundere, ob all die guten Rezensionen, die geschrieben wurden, ein verfasstes Dokument auch wirklich bis zum Druck gebracht haben.
Auch die Idee einfach auf weitere Textverarbeitungsprogramme zu verzichten scheitert letztlich an vielen Kleinigkeiten, bei denen Scrivener noch Verbesserungen nötig hat. So ist generell die komplette Editierung von Fußnoten noch höchst problematisch, da an dieser Stelle rein von der Formatierung her kaum Optionen geboten werden (ich beispielsweise will einfach nur eine Leerzeichen zwischen Fußnotenzahl und Fußnotentext, geht nicht…) und auch die Frage der Silbentrennung im Deutschen ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Schon diese zwei Punkte allein nötigen schließlich dazu, den Text in einer weiteren Textverarbeitung zu öffnen, um die Missstände zu beseitigen.

Tja. Was kann man tun? Die Organisation von Text und auch das Schreiben im Programm selbst ist sehr angenehm, aber wenn am Ende nicht die volle Kontrolle über den Output gewährleistet werden kann, hat man ein gewisses Problem. Ich möchte somit nicht vollständig von der Nutzung des Programms abraten, aber diese Punkte mal zu bedenken geben.… und noch eine Ankündigung machen: ich werde in den nächsten Tagen mal einen erarbeiteten Work-Around mit Word und Scrivener vorstellen, der letztlich als ein Kompromiss verstanden werden kann.

 

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