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Monat: Dezember 2010 (Seite 1 von 3)

Es ist schon traurig zu sehen wie das Alter alles auffrisst. Einfach alles.

Metall für Metal – Denon AH-C 560R Review

Kopfhörer für den mobilen Gebrauch an Ipods und Iphones sind für mich immer ein finanzielles Grab. Ich habe über die Jahre garantiert 15 Stück verschliessen. Dabei reichte die Spannweite von 5-6 Apple-Standard-Headphones, mehrere Sonys, Phillips und zuletzt Sennheiser. Finanziell lag meine Schmerzgrenze meist bei 50-60 Euro. Bisher. Heute habe ich mir die Denon AH-C 560R gekauft. Sie liegen für In-Ear-Kopfhörer eine Preisklasse über den bisherigen von mir verwendeten. Ich hatte aber noch einen 20 Euro-Gutschein, so dass die 89€ nicht ganz so weh taten.

Aber es ist eine gehörige Wohltat. Dazu später mehr. Zunächst erst einmal zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen. Wichtig war für mich, die Iphonefunktionalität per Fernbedienung steuern zu können. Laut, leise, Play, Stop, Skip und natürlich das Annehmen von Telefonaten. Das funktioniert soweit ganz hervorragend. Und ich freue mich fast, dass man beim Usability-Design nicht den Weg von Apple mit kaum spürbaren Kippschaltern gegangen ist, sondern den Weg von klassischen Knöpfen wählte, die sich als Dreigespann schnell unterscheiden lassen und nicht ständig ein Befühlen nach sich ziehen, ob man denn gerade im richtigen Bereich der Fernbedienung herumdrückt. Leider hängt die Fernbedienung viel tiefer als bei den Apple-Kopfhörern, so dass man beim Telefonieren erstmal alles zurechtrücken oder auf den mitgelieferten Clip setzen muss. Schön ist, dass das Kabel doch recht lang ist. Praktisch also, wenn man es unter der Kleidung entlangführt. Man kann bequem das Iphone aus der Tasche ziehen und auf Hüfthöhe bedienen. Das Kabel allgemein fühlt sich schön kräftig an und ich hoffe, dass der Preis auch der Neigung zum Kabelbruch entgegenwirkt – einer der häufigsten Gründe, weswegen ich mir neue Kopfhörer besorgen muss.

Die Klinke ist abgewinkelt, nicht so schön wie bei den a-Jays, aber das ganze wirkt recht stabil. Zumal sie offenbar wie der Rest der Ummantelung aus gehärtetem Gummi ist. Die Kopfhörer selbst sind schwarz, unauffällig, aber recht groß. Dieser große Treiber (aus Metall!!!) hat viel Einfluss auf den Klang. Er ist über den Daumen gepeilt basslastig. Was für mich, der es sowieso gerne bassiger hat, hervorragend ist. Als Hörer von Metal/Hardcore und Gedöns ist das Kaufen von Kopfhörern sowieso eine Qual. Gut kommt die Musik erst, wenn sie etwas lauter ist. Ja, ihr Puristen, ihr hört HC leise… iss klar. Sobald man aber in die lauteren Bereich eindringt, wird die Musik zum Soundbrei. Meist sind es die Höhen, die dann beim extensiven Snarr-Drum- oder Beckeneinsatz zu sehr ausreißen und sich unangenehm in den Vordergrund drängen können. Deswegen ist meiner Ansicht nach bei diesen Musikrichtungen stets eine gute Entscheidung, auf über den kompletten Frequenzbereich ausgewogene oder leicht basslastigere Kopfhörer zu setzen.

Als ich sie zum ersten Mal verwendete, dachte ich: Krass. Ich finde, dass sie am Iphone im Vergleich zu Apple-Kopfhörern oder auch den Sennheisern CX300 II ausgesprochen ausgewogen wirken. Der Bass ist für mich genau richtig betont. Vermutlich ein Tick zu stark, aber eben für mich genau richtig. Ein schöner, tiefer und sauberer Druck im Hintergrund, der lange nachhält. Aber auch der Rest ist beeindruckend. Es werden nahezu alle Spielereien über den kompletten Frequenzbereich sauber mitgemacht. Präzise und genau. Es baut sich eine schöne Klangbühne auf und es ist bei geringer Umgebungslautstärke problemlos möglich, alle einzelnen Stimmen zu orten. Vielleicht gibt es einen Hang dazu, dass die Mitten zwischen Höhen und Tiefen etwas untergehen. Das müsste ich noch genauer beobachten. Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass intensive Zischlaute und extremes Kreischen zu scharf sind. Aber ich hatte noch nicht die perfekte Passform mit den Silikon-Tips gefunden. (Es sind die ersten Kopfhörer, bei denen ich offenbar die kleinste Größe benötige.) Jetzt ist es besser, auch wenn tendenziell die Höhen bei steigenden Lautstärke nicht allzu sauber sind.

Ich würde den Klang fazituell als recht „warm“ beschreiben. Nicht ganz zufrieden bin ich, wie bereits erwähnt, mit der Auflösung bei verschiedenen Lautstärken. Leise und „mittellaut“ sind die Kopfhörer tadellos. Bei größerer Lautstärke werden mir persönlich die Höhen etwas zu überbetont. Sie kreischen gar, so dass sie die Mitten stark auffressen. Das fällt aber nicht ganz so sehr ins Gewicht, da die Abschirmung von Außengeräuschen wirklich die beste ist, die ich jemals hatte. Es reicht an der Supermarktkasse nicht mehr, den Ipod auszuschalten, sondern ich muss, um etwas zu verstehen, die Kopfhörer wirklich ablegen (ja, ich weiß, das ist unhöflich). Ich muss somit nicht so laut drehen.

Aber wie gesagt: Nicht zu laut, ist die Soundauflösung extrem gut und ich finde das komplette Paket, dem auch noch eine nette und vor allem stabile Transportbox beiwohnte, (bitte lass‘ mich sie benutzen) preislich wirklich gerechtfertig.

Bleibt nur zuletzt noch eine Anklage gegen Apple. Warum zur Hölle ist es nicht möglich, Equalizereinstellungen auf das Iphone respektive den Ipod zu übertragen. Oder hab ich da was verpasst?

Gezeichnet

Enhancing the old

(via flickr)

Drüben bei bildflimmern.de schreibe ich meistens begeistert über den neuen Weg, der mit Spiegelreflexdigitalkameras eingeschlagen wird.  Endlich HD-Filme mit grandiosen Optiken zu einem bezahlbaren Preis. Ab gut 500 Euro geht es mit der Canon EOS 500D los und die es ermöglicht, knapp 30 Minuten Full-HD Film aufzunehmen (auch wenn der Ton offenbar nur Mono ist – Scheiß Marketing, Canon!). Der Clou ist dabei die optionale Verwendung der hochwertigen Optiken, die eine Qualität liefern, die sich wirklich sehen lassen kann. Geiler Shit, denkt man dann, und blickt dann auf die eigene Kamera. Sie ist ein bisschen in die Jahre gekommen. Drei Jahre wohlgemerkt.

Mein Canon 40D hatte ihre Markteinführung im September 2009 und ist heute schon altes Eisen bzw. alte Teilmagnesiumlegierung. Kriegt man heute nur noch gebraucht. Aber. Aber sie hat ein Feature, das heute zum guten Ton jeder DSLR gehört: LiveView. Die erste Kamera, mit der diese Funktion auf den Markt gebracht wurde, war, wenn ich mich recht entsinne die Olympus E-330 anno 2006. Damals oft belächelt – das ist ja so Consumer – ist es heute ein Feature, das für extreme Situationen, z.B. wenn ich die Kamera auf dem Boden stelle und eine extreme Froschperspektive erzeugen will, usw. recht hilfreich ist. Was bei LiveView passiert, ist relativ einfach. Der Spiegel klappt hoch, im Sucher ist nichts mehr zu sehen, Sensor kriegt dauerhaft Bilddaten und gibt diese an dem LCD-Bildschirm weiter. Man kann zwar den Autofokus nicht bedienen, aber man hat ein aktuelles Bild auf dem Screen.

Und genau diese LiveView-Kameras, die also ein Bild auf den Monitor live ausgeben können, aber eben noch nicht aufzeichnen können – bei Canon also 40D, 50D, 450D, 500D – denen kann mit dem spannenden Programm EOS Camera Movie Record Beine gemacht werden. Wie auch die grützige EOS Utility Software von Canon selbst, kann dieses Open Source-Projekt via USB übertragenen LiveView-Daten auf einem Computer anzeigen. Es kann aber noch mehr. Die eos_movrec.app zeichnet auf und speichert die Daten als .avi ab. Mithilfe der Software ist es möglich, die klassischen Parameter wie Blende, Belichtungszeit (warum eigentlich?), ISO, Programmmodus, Weißabgleich und natürlich den Fokus zu bedienen. Das File hat dann eine Auflösung von 1024x680Px und kommt somit nicht ganz an den aktuellen HD-Kram ran, aber passt scho für den Hausgebrauch.

Mein heute in ca. 2 Minuten Setup-Zeit zusammengefrickeltes Wackelvideo beweist es:

Die schöne Neuigkeit ist die Software gibt es sowohl für Apple als auch PCs, ist wie bereist erwähnt Open Source und denkbar einfach zu bedienen. Wer will, kann das ganze auch in kompliziert und teuer haben, vor allem in Hinblick auf Stopmotion- Filme. Und das ganze ist nett zum Testen. Vor allem um festzustellen, dass dieses Video-Zeugs nicht für jedermann ist. Einen netten Link, wie dieses Setup von unseren Freunden der Astronomie genutzt werden kann (mit ihren IR-Filterfreien Kameras natürlich), gibt es oben drauf.

Pfff. Von wegen Airplay

Ronny vom kraftfuttermischwerk ist schmerzfrei. Seine Idee für den Advent: Jeden Tag ein neuer Electronic-Mix. „Von Ambient über Dub, Reggae, Dubstep, Dubtechno, Deephouse bis hin zu Drum’n’Bass wird alles dabei sein.“ Vieles wurde speziell für diese Aktion erst erschaffen, darunter jede Menge sehr hörenswerte DJs. Und da ich gerade irgendwie meine stets heimliche Leidenschaft für das Elektronische wiederentdeckt habe, freue ich mich jeden Morgen, wenn ein neues Türchen aufgemacht wird. Mein bisheriger Liebling: Marco Fürstenberg. Mal sehen was da noch kommt.

Bloß wie hören, bei dieser Datenmenge? Da meine Medion DVD Micro Combo so alt und scheiße ist, dass sie keine mp3-DVDs lesen kann (sie ist wirklich so scheiße, dass man sie nicht mal bei google findet), so etwas aus irgendeinem Grund hier noch fehlt, um Musik vom Macbook aus zu streamen und diese Lösung für das Iphone bisher nicht befriedigend war (warum muss die Musik auch erstmal die WG verlassen, damit man sie im Nebenzimmer hören kann?), kam mir, während ich duschte, die Idee, den alten ausgemusterten Ipod Nano 1.G  zu reaktivieren.

Flux wurde das 5 Jahre alte Gerät reaktiviert – wiederherstellen, 2 GB der Mixe drauf, das alte Nano Dock ausgemottet, Strom, Klinke … fertig.

Warum jetzt dieser Beitrag? Naja, brauchte nur einen Aufhänger, um auf den kraftfuttermischwerk-Adventskalender aufmerksam zu machen. Naja und vielleicht sollte auch die Lebensweisheit transportiert werden, niemals diese alten Applegeräte zu entsorgen. Man weiß ja nie, für welchen Blogbeitrag die sich noch lohnen können.

Hier noch was zum Probehören:
Marko Fürstenberg – X-Mas Mix (Das Kraftfuttermischwerk Adventskalender) – 14-12-2010 by R_co

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