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Monat: Dezember 2010 (Seite 2 von 3)

Es ist da.

Gestern am späten Nachmittag erreichte mich die Sendung von blotto. Ein an die Wand zu hängendes Buch („pin a book on the wall“). 70x100cm. Toll. Die Frage, die ich eigentlich beantworten wollte, welche Ausgabe zugrunde gelegt wurde, lässt sich bei einer ersten Inaugenscheinnahme nicht klar bestimmen. Denn es fehlen die Szenen- und Bühnenanweisungen, die ein Bestimmen sehr erleichtern würden. So muss ich jetzt direkt dem Text bzw. die wenigen Strukturumstellungen bzw. die eigenwillige Interpunktion beispielsweise von Schönes Ausgabe analysieren vergleichen. Das aber erst, wenn es an der Wand hängt. Faust I folgt ja häufig der Ausgabe letzter Hand, bei Faust II gilt häufig die Handschrift H. Welche käuflich zu erwerbende Ausgabe aber Basis war bzw. welches Digitalisat, weiß ich momentan eben noch nicht.

Witzigerweise habe ich gleich beim ersten Blick einen Fehler gefunden. Die Wahrscheinlichkeit das dies passiert, geht vermutlich gegen Null. Aber trotzdem. Nach V. 8646 ist Helena wie sonst immer nicht in Versalien gesetzt, sondern in normalen Zeichen und es folgt ein kleiner unvollständiger Auszeichnungscode: irgendwas mit „<bp …“ . Jaaa! Ich bin ein kleiner Besserwisser.

By the way. Wer kennt jenseits von Blutack und Tesa PowerStrips eine vernünftige, rückstandslose und nicht sichtbare Befestigungsmöglichkeit für empfindliche Papierposter an Rauhfasertapete?

Die Mär vom Social Bookmarking

wordle-tag cloud based upon delicious tags by urbandesire
wordle by urbandesire/delicious-tags

Der Aufschrei war groß und hält noch an als gestern Abend eine inoffizielle Information in die Kanäle des Webs schwappte. Im Rahmen von – sagen wir mal grob – Umstrukturierungen plant yahoo die Schließung von delicious:

Part of our organizational streamlining involves cutting our investment in underperforming or off-strategy products to put better focus on our core strengths and fund new innovation in the next year and beyond.

Die Gründe gehen wie immer etwas unter. Das Marketing-Sprech sagt, wie zu erwarten war,  etwas von Neuausrichtung, Straffung des Portfolios usw. Der Hintergrund dieser Neuausrichtung und der somit beinhaltenden Abstoßung eines unprofitablen Dienstes folgt für mich aus der Analyse des Dienstes seitens selbst. Dessen so eingestandene Schwachstellen zum einen bei delicious selbst zu suchen sind als auch generell die Idee des Social Bookmarkings betreffen. Warum ersteren aber nicht von yahoo begegnet wurde, um damit eventuell auch die grundlegenden Probleme des Social Bookmarkings anzugreifen, erschliesst sich mir nicht.

Schwachstellen des delicious

delicious war der erste ernstzunehmende Social Bookmarking-Dienst, der wirklich die Bezeichnung „Webanwendung“ verdient hatte und schlug zu seinem Start 2003 bereits hohe Wellen. Vielen Menschen wurde zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich zum erstem Mal vor Augen geführt, was es mit Webanwendungen und dem später auftauchenden Begriff „cloud computing“ auf sich hatte und demnächst haben könnte.  Gleiches galt für die bis heute wunderbare Idee des „tagging“, das dem Ordner-System bis heute überlegen bleibt, wenn gleich es auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Jedoch ist es für so vieles grundlegend – folksonomy, gmail, hashtags – und gewann im Zuge von delicious und flickr an Popularität. Trotz dieses fast grandiosen Starts und der im Jahre 2005 stattfindenen Aquisition seitens yahoo ist es traurig, dass delicious nie den Sprung in das Social Web geschafft hat. Klar kann man fragen: Warum? Taucht doch in jeder Buttonsammlung, um Links weiterzuverbreiten, ein delicious-Symbol auf. Es scheint sich zu zeigen, dass bloße Allgegenwärtigkeit auf Newsseiten, Blogs und Social Networks, stetige Namensnennung als Web2.0-Anwendung und vormaliges Klassenprimusdasein als social bookmarking-Tool längst nicht ausreichen, um überleben zu können.

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Der komplette Faust an einer Wand

Ich habe es getan. Es ist zwar unerhört teuer (28 €, inkl. Versand), aber ich habe mir als alter Faustliebhaber die komplette Faust-Ausgabe auf einer Seite gesichert. Ging nicht anders, Leider war nicht zu ermitteln, welche Ausgabe die Herren von blotto verwendet haben. Das sollte vielleicht noch hinzugefügt werden. Aber ich kann es ja dann, wenn das Plakat ankommt, berichten. Ich finde gerade die Idee dahinter – in unserer neuen Welt digitaler Texte – konsequent in einen festen starren Rahmen zu pressen, ohne dass hier gebookmarkt, weitergeleitet etc werden kann, ganz verzückend. Für die typografisch interessierten soll noch erwähnt werden, dass das Plakat in 4pt Malaga gesetzt ist.

Für die Anglisten unter uns gibt es noch Shakespears „Macbeth“, eine englische Übersetzung der „Illias“ von Homer sowie, ganz neu offenbar, Marx‘ Kapital. Vermutlich der erste Band. Wer noch andere Werke sucht, kann sich ja mal bei spineless classics umsehen. Eine wundervolle Idee und es wird sich toll über meinem Bett machen.

(All the worlds a page; via fontblog)

kleines Update

Neuer Hintergrund, neuer Header. Grabsteinoptik.

Vier kleine Angaben

Wieso zur Hölle kann ich mir das nie merken?

die erste Angabe bedeutet den Abstand für oben,
die zweite den Abstand für rechts,
die dritte den Abstand für unten und
die vierte den Abstand für links.

http://de.selfhtml.org/css/eigenschaften/randabstand.htm#margin

Hinweis aus den Kommentaren. Ich nenne es mal die marin-padding-Uhr.

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