urbandesire

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Monat: Juli 2008 (Seite 2 von 2)

Love Is Noise

There ain’t no space and time … to keep our love alive... The Verve haben einen neuen Song produziert und eigentlich ein ganzes Album „Forth“. Ich fühle mich gerade zehn, elf Jahre in der Zeit zurückgesetzt, damals als der Gedanke an urbandesire entstand als die „urban hymes“ durch die Luft klirrten. Nur ist der Sound der ersten Hörprobe doch etwas anders… weniger Britpop, mehr pop, mehr Coldplay (liehhh). Naja, warten wir aufs Album. Bis dahin die erste Single, die am 23. Juli erscheint.

Achso: Weitere Helden bringen demnächst neue Musik auf den Markt. Oasis veröffentlichen am 6. Oktober „Dig Out Your Soul“.

Sinnvolle Verständnislosigkeit

Man macht Fehler. Versucht sie sich einzugestehen, doch es nutzt nichts. Man sagt Dinge, die man lieber nicht gesagt hätte. Man wird von Menschen enttäuscht, von denen man es nicht erwartet hätte, nur um am nächsten Tag selber Menschen zu enttäuschen. Scheinbar liegt darin der Wahnsinn. Es ist eine Mechanik des Leidens. Man dreht sich im Kreis, um auf einer Seite das Porzellan festzuhalten, reißt man aber mit den Rest des Körpers gezwungenermaßen Wände ein, die alles tragen sollten.

Dann kommen Menschen, die sagen dir, das ist alles nur ein Spiel, das gespielt werden muss. Es gibt Regeln, an die kann man sich halten. Aber die Regeln existieren sowieso nur des Spieles wegen. Es geht auch nicht darum zu gewinnen oder nicht zu verlieren, es geht um die Teilnahme am Spiel selbst. Man spielt ein Spiel, um es zu spielen. Irgendwie ist da ein Zirkel festgetackert. Es ist vollkommener Quatsch ein Spiel des Spieles wegen zu spielen. Man spielt ein Spiel, um es zu gewinnen oder mitleidig zu verlieren.

An solchen Tagen würde ich mich gern in meine Kindheit zurückziehen. Durch die Potenzierung der Möglichkeiten fühlt man sich nicht gleich als Versager, weil das Leben an einem vorbeiging. Alles liegt noch vor einem. Alles kommt noch. Entscheidender ist jedoch, dass nichts gekommen ist. Es ist irgendwas passiert, nur nie das, was passieren sollte.

Es gibt lange Tage, an denen man nachts weinen könnte, an denen man sich dafür hasst, dass man diese Zeilen schrieb. Doch im Eigentlichen nicht dafür, dass man sie schrieb, sondern, dass sie gelesen werden und Bedeutung zugeschrieben wird. — Ja, ihr da draußen: lest dies. Hört auf mich kaputtzumachen. Hört einfach auf.

Der Satz

Es gibt Sätze, die will man einfach nicht lesen. Doch dann muss man durch. Man findet das Subjekt, schon gleich folgt das Objekt, das man dann selbst ist, und schließlich bringt ein Prädikat die Gewissheit, dass der bereits beginnenden „Tonfall“ im Satz in Bezug zu sehen ist mit dem gesamten Satzinhalt. Die ausschmückenden Worte dazwischen, dahinter und davor dienen rein der Zurückhaltung, evt. auch der Schadensbegrenzung. Jedoch bleibt der Satz der Satz. Es gibt halt Spiele, die kann man nicht gewinnen; an manchen Tagen eben nur verlieren. Sätze versteht man häufig viel zu gut.

Uniwahlkampf

Ich bin zu faul etwas zu kommentieren, wichtigere Aufgaben warten. Trotzdessen ist es wichtig dies alles zur Kenntnis zu nehmen.

Die Auswüchse um den Wahlkampf im Stura:

 

To mess with him is like bringing a knife to a gunfight

Die Kernberge sind eingestürzt. Es ging ein Ruck durch Jena, der Stadt in der unser Held wohnt, aber nicht lebt. Sie haben mit tonnenschweren Geröll die Stadt zugeschüttet. Mitten im Sommer. Nichts deutete darauf hin. Die Menschen der Stadt saßen in leichten Outfits in den Straßen; aßen Eis, telefonierten oder versteckten einfach ihre müden Augen hinter riesigen Sonnenbrillen. Manch einer überlegte wie lange er schon nicht mehr geschlafen hatte, die nächste dachte darüber nach, wo sie die Ration Schlafmittel herbekommen könnte, um doch wieder eine Nacht friedvoll und sorgenfrei – regelrecht geordnet – schlafen zu können.

Blind stürzten sie an diesem Tag durch die Gassen und Straßen, versessen gesehen zu werden. Niemand achte darauf wie sich am Rande der Stadt das Unheil zusammenbraute. Unser Held war auf der Suche nach der Liebe. Hatte sie aber bereits verloren, bevor er sie finden konnte. Und nun brodelte es ihn ihm. Mit bissig verkniffenen Gesicht lief er zunächst durch die Straßen nur um einen kleinen Ausgang – gleichsam einen Aufstieg – aus dem widerlichen Dunst der Oberflächlichkeit dieser Stadt zu finden. Nahe einer abseits liegenden Straßen, gab es einen kleinen Aufgang, der unseren Held durch die trockenen Einöde einer Kraterlandschaft führte, die die Menschen dieser Stadt durch ihren unbedingten Regelgehorsam hinterlassen hatten, und ihn auf das Plateau der Kernberge brachte.
Mit schwitzig verkniffenen Gesicht lief er den Weg stufengleich nach oben. Atemlos, trotz Hitze, hielt er nicht an, ehe er den Dunstkreis dieser Stadt verlassen hatte. Oben angekommen, rauchte er eine letzte Zigarette, denn auch das war in dieser Stadt nicht mehr erlaubt. Jeder, der sich mit Tabak befülltes Papier in den Mund schob und dies mit Feuer in ein zeitlich stark begrenztes Opium verwandelte, wurde der Stadt verwiesen. Es beeinträchtige das Klima und erhöhe die Sterberate… sowas gehört sich nicht in einer oberflächlich saubere Welt. Ihre Seelen töteten sie trotzdem. Waren sie doch alle nur noch Monster zwischen sonnenbebrilltem Lächeln und tiefen, schimpfenden Menschenhass. Opfer einer atemlosen Zeit, die von atmenden Weser den Atemstillstand forderte.

In den letzten fünf Minuten hatte der Tabak Ruhe gestiftet und jeder Atemzug machte schläfriger. Unser Held hatte versagt, das hatte er sich gesagt, als er in den Spiegel sah. Anpassungsversuche schlugen fehl. Oft genug suchte er Sinn, fand aber nur Antworten in seltsamen Sprachen, die von Durchhalten sprachen und dass es sich lohne. Er hatte lange genug durchgehalten, so dass es sich jetzt lohnt all dem endlich ein festliches Ende zu setzen. Während er sich auszog, kniff noch einmal der trockene Boden an seinen Füßen. Er erinnerte sich an Spaziergänge im Sand, die er vermutlich in Begleitung beging, jetzt jedoch wusste er, dass er alleine gewesen war.
Sein Kleidung lag im Kreis verstreut um ihn. Er setzte an und schrie tiefe Töne aus seinen sterbenden Lungen, die wie er nie gefragt wurden, ob sie überhaupt diese Welt erleben wollten. Stampfte mit den Füßen wild auf dem Boden, schlug mit den Fäusten in die Luft, nur um den zu erwischen, der vielleicht dafür verantwortlich war. Zunächst passierte nichts, doch dann hub der Wind an und brauste pfeifend um die Ränder der Berge. Unser Held hatte nicht genug, stampfte und schrie und boxte weiter. Die Augen hatten Tränen an den Rändern, die, wie gefroren, einfach nicht die Wangen hinterunterliefen. Unser Held schrie Kauderwelsch, schrie und schrie, die Erde zitterte, dann bebte, dann krachte sie. Unser Held hat keine Angst mehr. Alle in ihm befindlichen Atome treten in einer Kettenreaktion in eine Kernspaltung und zerreißen ihn. Alle Gewalt der Welt stürzt auf die Fetzen ein Ein gleißendes Licht flackert auf, Donner grollt und die Berge rutschten in sich zusammen und begraben die Stadt unter sich.

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