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Monat: Mai 2007 (Seite 1 von 5)

Album Of The Week – City And Colour

City And Colour – Sometimes (2005)

City And Colour - Sometimes (cover)Manchmal ist es viel schwieriger zu beschreiben, warum man ein Platte mag. Warum gerade dieses Werk einen so berührt. Warum es einfach so ins Ohr gekrochen ist und da nicht mehr raus will und nicht mehr raus kann. Man will eine Kritik schreiben, doch man steht so ohnmächtig vor den Minuten, die mit Tönen gefüllt sind.

So ein Platte ist „Sometimes“ von „City And Colour“. Man könnte es einfach halten und sagen das jenes Ein-Mann-Projekt von Dallas Green, auch Sänger von Alexisonfire, auf dieser Platte, dass was ich an Alexisonfire besonders mag – und zwar die melodischen und fast epischen Gesangsstellen von allem brachialen Posthardcore und Gekeife befreit hat und im rein akutischen Gewand darbietet. Und so werden diese 10 Songs auch vorwiegend mit der akustischen Gitarre vorgetragen. Ab und an begleitet eine zweite Melodiegitarre oder ein Klavier. Die unglaublich schöne Stimme von Dallas Green von ist beeindruckend.

Man könnte der Platte Einseitigkeit vorwerfen, da der Sound nicht sonderlich abwechslungsreich ist. Doch genau dieser Minimalismus ist es, der der Platte es ermöglicht, den Hörer auf den Weg zum Zweifel, zur Trauer, zur Einsamkeit und natürlich zum Liebeskummer mitzunehmen. Und so handeln die Texte natürlich jenseits von politischen Statements von der Liebe und dem Leben im allgemeinen. Alles Themen, die in tausenden Songs immer wieder besungen wurden, doch selten so schon, so sanft und mitfühlsam wie bei „City And Colour“.

Eine recht guten Eindruck dieser Platte bietet die Singleauskopplung Comin‘ Home. Mit einem sehr schönen Video:

urbane Anspieltipps: Save Your Scissors, I’m In Delaware und vorallem Comin‘ Home

Website | myspace mit Hörbeispielen

Ach so Jojo: ERSTER. 😉

Wie „mainstream“ sind Jenaer Blogger?

Grundsätzlich: Man kann die kommenden vier Absätze lesen oder auch gleich – in guter alter Bloggermanier – zum fünften übergehen.

Ist „Mainstream“ nun ein Schimpfwort oder nicht? In einer quasipluralistischen Gesellschaft, wie der unsrigen vermutlich ja. Die Individualisierung des 20. Jahrhunderts hat den heutigen Menschen in Hinblick auf totalitäre Regime soweit getrieben, dass es einfach nicht mehr „schick“ ist Mainstream zu sein. Ein Individuum definiert sich trotz immerwährender Gruppenzugehörigkeit einfach gern über sich selbst. Out sein ist In („Ich bin keine Zielgruppe„). Man kann dies nur ad absurdum führen durch den Umkehrschluss, dass nun alle Vorzeigeindividualisten nun doch wieder einer Gruppe angehören: dem „Antimainstream“.
Kritik am kulturellen Mainstream ist aber immer schwer. Im Politischen wird die Sache schon einfacher. Wer mit distinktiven Ansichten prahlt, verliert schnell seine Berechtigung in einer zwar pluralistischen, aber trotzdem am Konsens interessierten Gesellschaft, die Definitionsmacht und Mitbeteiligung einzufordern. Je extremer – je weniger Mainstream, desto schwieriger wird es. Trotzdem darf es natürlich nicht zur so oft zitierten „Tyrannei der Mehrheit kommen“. Gerade nicht im Pluralismus.

Seit der Aufklärung glauben wir nun daran, dass die wahre Kunst nur aus uns selbst hervorgebracht werden kann. Somit stellt jeder Künstler mit seinem Werk die aus der Innerlichkeit heraus produzierte Individualisierung zur Schau. Was der breiten Masse gefällt wird zum Mainstream – seit den 90er Jahre des 20. Jahrhunderts auch gerne gehypt.

Gerade in der Musik und Literatur wird aber dieses Denken zum Schlagwort des guten Geschmacks. Bei der Diskussion mit bestimmten Anhängern diverser Submusikgenre kann sich dem Urteil nicht erwehrt, dass bestimmte Musiker nicht aus dem Grund fehlendem musikalischen Gefallen nicht gehört werden, sondern aufgrund der Zugehörigkeit zum Mainstream. Viel zu viele Musikliebhaber haben ihre Vorurteilslosigkeit verloren und achten nicht auf das rauschhafte (das quasidionysische) der Musik, sondern auf andere kulturelle und soziologische Faktoren – wenn auch zum Teil unbewusst. Die Kritik an den Mainstreamkritiker ist also berechtigt, sollte doch als einzige Tugend des Musikliebhabers das Gefallen der Musik an sich stehen und der Versuch unternommen werden, andere Faktoren – wie Gruppenzugehörigkeit und Medieninteressen – ausgeblendet werden.

Bleibt nur die Frage zu klären, was nun Mainstream ist. Das tolle an Statistik ist nun vermutlich die Tatsache, dass ihre Ergebnisse zwar interpretiert werden müssen, dabei die Voraussetzungen der Erhebung beachtet werden müssen, die Ergebnisse an sich nicht subjektiv sind.

So habe ich die mir bekannten Jenaer Blogger, die ihren Musikgeschmack der Social Software „last.fm“ anvertraut haben, durch das offizielle „Last.fm-Mainstream-O-Meter“ gejagt, um die Ergebnisse hier an den öffentlichen Pranger zu stellen. Technisch gesehen errechnet das Mainstream-O-Meter anhand der persönlichen Hörgewohnheiten im Vergleich zu den Hörgewohnheiten der restlichen Last.fm-User den Grad des persönlichen Mainstreams. Hier die Ergebnisse:

Baytor: 52,94 %
tageausglas: 32,80 %
urbandesire: 31,22 %
beetlebum: 23,27 %
robat: 18,07 %
klingsor: 12,52 %

Berechnung vom 31.05.2007 (14 Uhr)

Soviel dazu. Jetzt kann sich jeder seine Gedanken dazu machen (vielleicht gibt es auch eine psychologisch motivierte Interpretation dazu – wer will?). Ich persönlich muss anmerken, dass sich in meiner last.fm-Topten einige Mainstreamschwergewichte wie „The Killers“, „Oasis“, „The Smashing Pumpkins“ oder auch die „Eels“ verbergen, die ordentlich gewichtet, mich zu über einem Drittel dem Mainstream zugehörig erklären. Wobei jetzt zu Fragen bleibt: Sind die Eels Mainstream? Oder ist der Mainstreambegriff nur eine Frage des Standpunktes?

 

Danke?

klickibunti_screenshotDanke WordPress, Serendipity, Movable Type und Textpattern… für den Versuch. Danke. Sicherlich kann man darüber diskutieren, inwieweit die Stellung von Blogs neben den klassischen Medien aussieht; aussehen sollte. Ob es einfach nur eine weitere „quasiunabhängige“ Kontroll- und Kritikmöglichkeit ist. Meinetwegen ist es auch was neues und gaaanz tolles, weswegen wir seitenweise Blogartikel schreiben müssen. Mit noch ner Idee, und noch dem Vergleich und nicht zu vergessen nem Link: viademunddem.

Aber ist nicht wirklich der größere Verdienst, dass die Installation eines Blogs und das Führen desselben, wesentlich einfacher ist als statische html-Seiten zu erstellen. Somit die Leute plötzlich wahrgenommen werden können, die mit dem ganzen „Internet“ eigentlich nicht all zu viel zu tun haben, da „ins Internetschreiben“ endlich so einfach geworden ist wie Emails zu verfassen? Meinetwegen, ja.

Trotzdem gibt es einen noch viel bedeutenderen Grund dem Weblog zu danken. Die Pandemie der absolut grauenhaften und nicht genießbaren Internetseiten konnte zwar gestoppt, zumindest aber eingedämmt werden. Ich stolpere seit neustem immer seltener über diesen blinkenden, gif- als jpeg-Dateien verwendenden, unordentlichen, nicht navigierbaren, unkontrolliert aus dem Browserfenster laufenden Internetseiten. Wie zum Beispiel diese kranke absolut kranke Exemplar: www.ingenfeld.de

Ein mögliches Indiz für die Richtigkeit dieser Theorie wäre die Tatsache, dass die doch recht berühmte „endgültige Müllseite„, die ein Sammlung der verheerensten Seiten dieser Art beherbergt, vor wenigen Monaten eingestellt worden ist. Zu den Gründen für die Einstellung wurde aber nicht angegeben, dass es an Nachschub mangele (was meiner These nicht entsprechen würde), sondern einfach ein wenig die Begeisterung fehlte, diese immer gleichen, schlechten Websites zu kommentieren.

Vielleicht surfe ich halt seit knapp 3 Jahren auch nur noch in der Blogosphäre und nicht mehr im wirklichen Suddelpool des Internets, so dass mir diese seltsamen Ausgeburten immer seltener unter die Tasten kommen.

Feststellung des Tages

Es gibt Tage, da reicht ein einziges, spezielles Album auf dem Ipod, um den Tag zu überstehen.

Der urbandesire singt…

So. Jetzt ist es raus. Ich gehe nicht zum Smashing Pumpkins-Konzert am 6.6.07 in Berlin. Warum? Weil keiner mit mir mitgehen will. Mahhhann. Und was macht man, wenn man nicht hingehen kann? Richtig. Man musiziert selber.

Deswegen biete ich euch heute DIE Weltpremiere. Nachdem nun schon vor geraumer Zeit der erste Jenaer Blogger in Form der Sapere Aude Memorial Band sich zu seiner musikalischen Liebe bekannt hatte, will nun der urbandesire aus dem Plattenbau in nichts nachstehen.
Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 2002 oder vielleicht auch schon 2003. Ich musizierte damals in einer Zwei-Mann-Combo. Wir coverten vorwiegend Songs aus dem „Alternative“-Genre. Ziel war es, aber Abiturfeierlichkeiten zu finanzieren und natürlich als Sekundärziel Rockstars zu werden. Es gab ja eigentlich, wenn man jung war und ohne Auto in Chemnitz festsaß nicht viel zu tun. Und so hörten wir Platten über Platten und es führte eins zum anderen. Mein damaliger Gitarrist spielt heute in einer feinen Hardcorekapelle namens „Of Quiet Walls„, die machen richtig gute Musik. Naja und ich … ich blogge.

Und deswegen… weil ich eben nicht zum Smashing Pumpkins-Konzert fahren kann, präsentiere ich euch hier – live und unplugged – eine Acousticversion von „Disarm„; mit mir am Mirko und meinem Freund Kay an der Gitarre.

Wohl bekomms.



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