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Monat: November 2006 (Seite 3 von 4)

Vorsicht Grippe.

Ich bin heute von meinen 2 Tagen „Mutti-Urlaub“ zurückgekehrt. Herrlich. Früher als ich noch zu Hause wohnte, wurde ich in die Aktionen des Alltags mit integriert und musste helfen etc. Heut bin ich ein Gast und werde umsorgt. Hab heute so nebenbei am bisschen am Computer meiner Mutter und auch dem Laptop meiner Schwester rumgespielt. Dabei ist mir aufgefallen, dass Viren, Pishing-Emails, Würmer und Spyware in meinem digitalen Leben kaum ein Rolle spielen. Zum Spaß ließ ich bei Mama noch ein paar Antispywaretools drüberlaufen. Nichts. Kein Virus, kein Angreifer.

Ich wundere mich deshalb, da ich häufig in den Erzählungen anderer Familienmitglieder oder von Bekannten höre, dass ihre Rechner Viren haben. Oder dass dieses oder jenes gerade wegen Würmen nicht funktioniert. Selbst ganze Netzwerke wurden durch Angreifer aus dem Internet schon lahmgelegt. Was machen die falsch? Oder besser: Was mache ich richtig? Denn ich bin seit knapp 3 Jahren mit DSL und taschentuchFlatrate täglich von früh bis abend online. Im letzten Monat war ich sogar 741 Stunden online. Bei uns hier im Wohnheim gehen zwei Personen mit drei verschiedenen Rechnern mehrmals täglich ausgiebig auf virtuellen Streifzug. Kein Virus. Nada.

Dabei, finde ich, haben wir hier gar keine brutalen Sicherheitsrestriktionen. Klar, wir nutzen einen Router mit Hardwarefirewall, wir haben einen Virenscanner mit integrierter Softwarefirewall. Alles läuft automatisch. Die Updates des Virenscanners werden automatisch gezogen, einmal pro Wochen macht dieser einen kompletten Systemcheck. Die permanente Kontrolle und Überprüfung habe ich ausgestellt, da in 2 Jahren nie etwas vorkam. Ab und an, wenn mich die Lust beim Aufräumen des Rechners packt, setze ich diverser Antispywaretools ein und überprüfe die Rechner. Diese Dinger haben auch noch nie etwas gefunden.

Bei einen Bekannten ist es beispielsweise so, dass die Startseite beim Verbinden mit dem Internet stets eine recht unbekannte Suchseite ist. Trotz Umstellen und Deinstallation usw. hat er dieses Problem noch nicht gelöst bekommen. Bei einem anderen schlägt nahezu stündlich der Virenscanner an und meldet neue Viren. Der nächste hat häufig Würmer.

Ich will jetzt nichts heraufbeschwören, aber alle Rechner, die unter meiner Fuchtel laufen und konfiguriert wurden, funktionieren bis heute virenfrei. Toitoitoi

Jena bekommt die Thoska

Was ist eine Thoska?

„Die Bibliothek wird in wenigen Minuten schließen,“ tönt es aus den Lautsprechern der Thulb. Es ist die letzte Möglichkeit, noch schnell einige Bücher für das Wochenende auszuleihen. Am Ausleihschalter grüßt die Bibliotheksfachkraft mit stoischer Freundlichkeit und nimmt die mitgebrachten Bücher in Empfang. Nachdem die Barcodes eingescannt wurden und „Thoska V. 3.0“ zur Identifikation vorgezeigt wurde, blickt die Bibliothekarin nochmals leicht verwundert auf ihren Bildschirm: „Sie können zwar diese zwei Geschichtsbände bis zum 27. August 2016 ausleihen, aber wozu brauchen sie diese denn? Sie studieren doch gar nicht Geschichte, sondern Ernährungswissenschaften im dritten Semester.“

Seit im Oktober 2006 an der Friedrich-Schiller-Universität die Thoska eingeführt wurde, änderte sich die Verwaltung der Studierenden grundlegend. Es wurde erstmals möglich das Leben der Studenten komplex zu erfassen und regelnd einzugreifen. Zunächst war diese Karte nur als Studentenausweis, Kopier- und Leihkarte, Nahverkehrsticket und als Bezahlmöglichkeit in den Mensen und Cafeterien gedacht.

Im Jahre 2009 wurden dann aber die Bibliotheksdatenbanken mit den Ausleihfristen aller Benutzer und die Datenbanken der Prüfungsämter als auch die des Studentensekretariates zusammengeführt. Somit bot die Thoska erstmals die Möglichkeit der Identifikation bei Prüfungszulassungen und –verfahren, bei Fachrichtungswechseln und Exmatrikulationen. Der klassische Leistungsschein und das Studienbuch hatten ausgedient. Alle Studienleistungen waren auf der Thoska gespeichert. Die Prüfungsämter konnten durch Einlesen der Karte und deren Überprüfung, die Zulassung erteilen oder verweigern.

2011 wurden dann alle studentenrelevanten Institutionen wie die Prüfungsämter, das Studentensekretariat, die Bibliotheksverwaltung und das Studentenwerk in einer zentralen Behörde – der StudierendenServiceZentrale – zusammengefasst. Diese wachte mit Sitz im 23. Stockwerk des Jentower peinlich genau auf die Einhaltung der Studienordnungen.

Ein weiterer großer Schritt war die gleichzeitige Einführung des „Digitalen Lernplans“ (DLP). Jeder Student erhält zu Beginn des Semesters einen eigens führ ihn elektronisch erstellten Stundenplan. Dieser weist die für ihn notwendigen Lehrveranstaltungen zu. Dadurch wurde es der Universität möglich die Kapazitäten besser einzuteilen und das Aufkommen von übervollen Seminaren und Vorlesungen zu unterbinden.

Ebenso entfiel das vorherige und umständliche Zulassungsverfahren zu Prüfungen. Seitdem reicht es als Student einfach zu den vom DLP vorgeschriebenen Prüfungen mit der Thoska anwesend zu sein. Möglich wurde dies durch die Erweiterung der Thoska um die „Radio Frequency Identification“ (RFID) Technologie. Somit konnte die Anwesenheit der Studenten in den Räumen der Universität überprüft werden. Die Notwendigkeit einer Schlüsselkartenfunktion wird derzeit noch geprüft. Die Thoska war ab diesem Zeitpunkt in jeder Vorlesung, in jedem Seminar und zu jeder Prüfung mitzubringen. Die „StudierendenServiceZentrale“ verschickte Verwarnungen, wenn ein Student durch eine zu geringe Anwesenheitsrate auffällig wurde.

Im Jahre 2013 wurde die Thoska um die Ernährungskontrolleinheit (EKE) erweitert. Dieses System überwachte in den Mensen die Nahrungsaufnahme der Studenten und verweigerte bei Nährstoffdefiziten die Ausgabe bestimmter Speisen. Man versuchte damit der schleichenden Gefahr von Übergewicht oder Essstörungen bei Studenten Herr zu werden.

Im Zuge der Einführung von Semestergebühren und Studienkrediten schloss die Universität Jena 2011 mit der Sparkasse Jena eine Partnerschaft, die jedem immatrikulierten Studenten ein Konto zuwies. Über dieses Konto liefen sämtliche Transaktionen, die der Student im Rahmen seiner Universitätslaufbahn ausführt. Das lästige Aufladen der Thoska, um zu kopieren oder in der Mensa zu essen, entfiel. Zusätzlich wurde die Thoska nun auch als EC-Karte eingesetzt, sodass der Student auch in nicht universitären Einrichtungen zahlen konnte und etwaige Studentenrabatte sofort gebucht wurden.

Auch Betrugsversuchen wurde mit der Thoska vorgebeugt. Im Jahre 2016 muss jeder Student vor Prüfungsbeginn seine Klausur beim Dozenten abholen. Dieser scannt die Thoska zunächst ein. Das System prüft anhand der erworbenen Creditpoints automatisch, ob der Student die Prüfung ablegen darf und druckt – bei Zulassung – eine personalisierte Klausur aus. Der Student muss am Platz weder Namen noch Matrikelnummer angeben. Es reicht der Strichcode oben links auf dem Blatt, um dem Dozenten zuzeigen, wer er ist.

Im Akrützel ist eine leicht veränderte Version zu finden.

Anonyme Präferenz

Heute meine Ärztin beim Zigarettendrehen in Kneipe gesehen erwischt. Als sie kurz zuvor den Raum betrat, sah sich um und mich mitleidig an. Vermutlich weil ich allein auf Norbert wartete. Ihr Blick blieb ziemlich lange an mir hängen, ich blickte zurück, wir blickten uns an und da sah ich, dass es bei ihr nicht Klick machte und sie mich nicht erkannte.

Verursacht Rauchen nicht Lungenkrebs? Ach nee, es erhöht ja nur das Risiko. Bald darauf kam Norbert.

Depeche Mode Party

Ich musste erst 22 Jahre werden bis ich das erste Mal auf eine waschechte Depeche-Mode-Party gegangen bin. Meine Leidenschaft zu dieser doch recht elektronischen Band begann früh. Den ersten Kontakt stellte mein Vater her, der auf Autofahrten neben Chris DeBurgh-Kassetten auch immer ein Mixtape spielte, das mit einigen Depeche Mode Songs (u.a. Personal Jesus, Everything Counts und Shake The Disease) gespickt war. So war wir mir der Name immer vertraut. Problematisch an Depeche Mode ist die große Fülle an Alben und Songs, die eine Mode-Neueinsteiger bergweise Material bieten, aber auch den Überblick verlieren lassen. daher begann mein regelmäßiges Mode hören mit den Best Of-Single-Alben. Die geben noch heute einen guten Ein- und Überblick in das Modesche Werk. Schrittweise hörte ich dann auch die sämtlichen gefühlten 27000 Alben durch. Höhepunkt war dann 2001 der Besuch der Exciter-Tour in Leipzig ein beeindruckend verregnetes Konzert. Ich kann mich noch recht genau erinnern. Es war ein Sonntag. Am Samstag zuvor musste ich bis abends arbeiten, am Montag darauf schrieb ich meine erste Klausur in der Sekundarstufe II… ich glaube, es war im Fach Geschichte. Ich bekam ohne lernen 11 Punkte.

Aber zurück in die Gegenwart. Das witzige an Mode/Elektropartys ist das doch von anderen Konzerten oder Veranstaltungen doch recht unterschiedliche Publikum. Man findet vom Industrial-Elektrogoth über beinharte Modefans in weißen Jeans und schwarzen Lederjacken bis hin zu Familienvätern, die mit dickem Bauch und Mutti fröhlich grinsend zur Violator abhotten, alles auf einer Mode-Party. Und das Tolle daran ist, dass zunächst nur Mode gespielt und wenn ich sag nur, dann heißt das auch nur. Alle wichtigen Songs, alle Hits und alles tanzbare. Bei der besuchten Party im Kassa wurde zusätzlich, was anscheinend auf Mode-Partys sehr gern und häufig gemacht wird, die Songauswahl auf eine Live-DVD gestützt. Das heißt, es wurde ein Mode-Konzert der Playing The Angel-Tour mit Ton auf eine Leinwand projeziert, sodass man sich mit dem Geschrei der Fans auf der DVD wie auf selbigem fühlte. Toll.

Mode-Musik hat nur eine Besonderheit. Viele Songs sind gut tanzbar, doch aber auch immer ein wenig traurig, immer ein wenig dunkel. Trotzdem war es schön mit Torsten, dem größten mir bekannten Mode-Fan, den Tanzstil von Dava Gahan nachzuahmen und die Texte (ich die Refrains, Torsten die ganzen Songs) mitzusingen.

Nach einem längeren Mode-Set wurde aber zur Freud aller leider ein Elektroset mit And One und anderen gespielt. Mir gefiel es ab da nicht mehr so sehr, kam mir vor wie auf einer House-Party.  Nun ja. Gerne Wieder, Herr Mode.

Von Depeche Mode zu Dozer

Ich müsste eigentlich noch zwei kleine Reviews – von der Depeche Mode-Party im Kassa und dem gestrigen Dozer-Konzert – schreiben, habe aber derzeit keine Zeit. Hoffe den Auftrag heute Abend auszuführen.

Bis dahin: Stay Tuned.

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