Wir sitzen ziemlich müde am Frühstückstisch. Ich war schon draußen. Hab die nassen Straßen beim Glänzen beobachtet. Ich lief durch die Straßen. Der Wind blies sanft und die Sonne schien. Ich ging vorbei an Mülltonnen, an wartenden Fahrrädern und sah die Kehrmaschine, die die Nacht gen Westen schob. Als ich zurückkam, lagst du noch im Bett. Wir sind einsam. Die Sonnenstrahlen stiegen höher, durchleuchteten das Zimmer. Im ersten Licht des Tages, das diesen Raum durchstreift, wurden die Köpfe zusammengezogen. Mein kalter Kopf lag neben deinem. Höhepunkte gab es nicht. Nur Wärme. Irgendwann standest du dann im Bett. Du blicktest umher. Ich wollte irgendwas Schönes sagen, die Worte fehlten. Der Tag ging weiter… jetzt hebst du die Teetasse und knabberst Kakaokekse. Ich würde gern die Kaffeetasse über dem Tisch ausschütten und damit mein Herz. Doch ich trinke nur. Ein Blick in deine Augen hilft nicht. Die Worte fehlen. Mit meinem zerzausten Haaren will ich ehrlich sein. Du hattest sie doch zerzaust. Die Sonne biegt gerade um die Ecke. Sie ist uns gefolgt mit dem einzige Ziel, mein Tun zu beleuchten. Ich sitze in ihrem Scheinwerferlicht und versage. Die Worte fehlen. Heute bist du soweit weg. Doch irgendwann werde ich bei dir sein.
Zerstreuung ist eine wunderbare Sache. Der Geist ist fixiert, fest eingebunden, beschäftigt und abgelenkt. Ein wunderbarer Zustand. Vielleicht vergleichbar mit dem Rausch einer enthemmenden Droge. Was die Zerstreuung jedoch auch mit dem Drogenrausch teilt, ist der Absturz danach. Irgendwann hat jeder Körper die Substanz abgebaut, irgendwann hat der Rausch sein Ende gefunden und auch die Zerstreuung ist so schwach geworden, dass es sich nicht lohnt weiter daran zu hängen.
