urbandesire

searching since 2004

Kategorie: Urban Desire (Seite 5 von 19)

Es ist schon traurig zu sehen wie das Alter alles auffrisst. Einfach alles.

Slide Away

Slide away, and give it all you’ve got
My today, fell in from the top
I dream of you, and all the things you say
I wonder where you are now?
But who you’re knowing

I don’t care about the past
None of it was made to last
It’s not who you’ve known

Sich rauchend gegenübersitzen in all dem Dreck. Das ist immer der Ausgangspunkt. Man blickt in das bartige Gesicht, das mimiklos und stumpf an der Zigarette zieht. Vermutlich betrachtet er das gleiche statische Spiel der Krümel auf dem Tisch. Was wäre, wenn sie in Bewegung wären und über die Aschefetzen und kleinen Haare springen könnten?

Nomen nominandum

„Das weiß ich doch auch nicht.“ An grauen Tagen ruft mich meine Familie immer an. Das Schöne daran ist die Gleichmäßigkeit des Gesprächverlaufs. Nach dem kurzen Austausch wie die letzten Tage (naja eher Wochen) waren und ich von der Monotonie berichtend ausweichend nichts erzähle, schwingt das Thema ins Futurische (Substantivierung eines adjektiviertem Substantiv) um.
Wie soll es jetzt weitergehen? Nach dem Abschluss. Nachdem Uni und Staat zurecht (das möge bitte jeder für sich selbst entscheiden) durch verschiedene Mechanismen mich zum Abschluss „gedrängt“ haben.

// Es ist ja nicht so, dass es da universitätsintern durch die Bestimmungen der Prüfungsordnungen noch nicht genug ZEIThürden gibt, die einem nahelegen, dann doch bald mal fertig zu werden. Nein, das reicht nicht. Es müssen Langzeitstudiengebühren erhoben werden, es müssen unstudentische Kranken-kassenbeiträge erhoben werden für Studenten, die nun mal nicht in der Regelstudienzeit fertig werden (ja Langzeitstudenten, die ordentlich an einer deutschen Uni immatrikuliert sind, zahlen nicht den ab dem 25 Lebensjahr üblichen und bundeseinheitlichen Studententarif von knapp 65 Euro monatlich (mit Pflegeversicherung)… nein, man zahlt richtig.) Wusste ich bis dato auch nicht. Als ich dann vor meinem TK-Berater stand und ihm mitteilte, dass ich nach Abzug aller Fixkosten im Monat nur noch 80 Euro zu Verfügung habe, die aber nicht reichen, die Differenz von 65€-Studententarif zum Volltarif auszugleichen, zuckten wir gemeinschaftlich mit den Schultern. (Kleiner Tipp am Rande: Krankenkassebeiträge nicht zahlen – also die Anarchovariante des Widerstandes – hilft auch nicht, denn man wird ohne Krankenversicherungsnachweis recht flux exmatrikuliert. Das läuft echt problemlos, schnell und automatisch.)
Ach ja, das Kindergeld gibt es auch nur noch bis zum Abschluss des 24 Lebensjahres. Man sieht also Politiker und Lobbyvertreter, die jahrzehntelang das deutsche, akademische Bildungssystem genossen haben und vermutlich auch zurecht Stolz sind auf ihre Ausbildung, haben in den letzten Jahren beschlossen, zu kürzen und zu stützen, damit das ganze effizienter und schneller geht (ins gleiche Horn stoßen für mich auch diese unsäglichen Reformen im Zuge von Bolgona, die studieren verschult und im Bachelorstudium wirklich keinen Raum lassen für eine echte intellektuelle Weiterentwicklung…). Das Paradoxe ist wirklich, dass diese Menschen jenes Bildungssystem, was sie heute kritisieren, selbst genossen haben und sich sicherlich nicht absprechen lassen würden, erfolgreich genutzt zu haben. //

Fazit: Es wird also monetär, um es mal so zu sagen, sanft gedrängt. Deswegen entschloss ich mich auch trotz aller Bettelversuche mit dem Hinweis, dass ich mich doch im Abschluss befinde und nur noch die Prüfungen hinter mich zu bringen habe, den Kloß zu schlucken und ab jetzt das System System sein zu lassen. Ein inneres Fuck-Off-And-Die gab es dann auch nie. Man erträgt es eben. Ausgestattet mit dieses neuen Einstellung und fehlender Subersivität raste dann auch der Studienabschluss im Nu heran. Bald hatte ich auch wieder Zeit aufzublicken, mehr Freizeit und die Telefonate mit der Heimat häuften sich wieder.
Das, was ich dann erzähle, daran glaube ich selbst nicht. Zum einen bin ich kein wirklicher Multitasker im Großen. Kein Problem Musik zu hören, einen Blogbeitrag zuschreiben und dabei die Twitter-Updates im Blick zu behalten während ich mitten in einem Facebook-Chat drin stecke. Aber wenn es um das Abarbeiten von großen Dingen geht, dann herrscht bedächtiges schrittweises Abarbeiten. Was jetzt bedeuten soll, dass ich keine ernsthaften Gedanken daran verschwendete, was nach den Abschlussprüfungen sein wird. Zum einen, weil ich tief im Inneren die Sorge barg, doch zu versagen, zum anderen, weil sich in mir nur schimmelige Sprossen von Zukunftsvisionen angesammelt haben. Während so viele Kommilitonen neben mir schon Bewerbungen schrieben, sich um dies oder das bemühten, konnte ich keinen Gedanken daran verschwenden, denn ich musste ja erst den Abschluss machen. Vorher kann nichts in mir einen ernsthaften Gedanken an Zukunft verschwenden. Irgendwie ist ja auch in dieser Zukunft Vieles möglich, aber auch wieder nicht.
Somit fühle ich mich im Gespräch mit zu Hause wie ein Politiker inmitten einer Wirtschaftskrise. Er vertröstet, er verschiebt, er verweist auf unsichere Faktoren und das einzige, was er versprechen kann, ist die Hoffnung nicht aufzugeben… es ist erstaunlich wie einfach all das von zu Hause geschluckt wird, obwohl das beständige Nachfragen dann doch auf Unglauben schließen lässt.

Wie soll es also weitergehen? Ich bin trotz der partiellen Multitasking-Unfähigkeit ein grandioser Stratege und, wie mein hervorragenden Uniabschluss beweist, auch ein kluges Köpfchen. Die Strategie sieht einen Drei-Flanken-Angriff, wie bei der preussischen Offensive auf die Flanke der Russen im November 1914. Flanke eins: Promotion. Flanke zwei: Selbstständigkeit. Flanke drei: Lohn und Brot. Es wird nun ersichtlich, dass das irgendwie vielleicht unter Umständen und bei Bedarf schwierig wird.

Promotion ist so ne‘ Sache. Wenn man nicht gerade in ein passendes Graduiertenkolleg mit viel Glück hineinrutscht oder auch an seiner Uni schon passende Kontakte für ein Promotionsprojekt geschlossen hat, muss man individuell aktiv werden und sich alles entsprechend selbst zusammensuchen. Mir fehlt es derzeit an einem wirklich geeigneten Thema, das auch die Länge und inhaltliche Tiefe einer zwei- bis dreijährigen Promotion tragen kann. Klar könnte ich das Thema meiner Magisterarbeit ausbauen oder auch mich auch endlich meinem heimlichen Steckenpferd und Interesse „Digitale Literatur“ widmen, aber irgendwie ist das der berühmte Groschen noch nicht gefallen. Ich habe zwar bereits ein Exposé knapp, aber fristgerecht, abgeliefert, aber nach eigenem Empfinden war das inhaltlich noch nicht der Hammer. Sowas braucht Zeit und meiner Ansicht nach Inspiration, die ich derzeit irgendwie nicht gewinnen kann.

Selbstständigkeit ist die zweite Flanke. Schon seit Jahren habe ich für verschiedene Vereine Layouts und Internetseiten erstellt, Pärchen und Einzelpersonen fotografiert, Hochzeitsreportagen gebastelt usw. warum also dafür nicht Geld verlangen? Die Leute waren ja schließlich zufrieden. Doch die Komplexität eines solchen Vorhabens ist immens. Ganz Bücher werden damit gefüllt. Neben Fragen wie kriege ich einen Kundenstamm, der mich am Leben hält, kann ich genug Geld generieren um die Hardware auf ein ausreichendes Level zu pushen, sind vor allem formale Fragen unendlich nervig: Steuer, Rechtsform usw. Zudem habe ich immer das Gefühl, dass ich neben ausgebildeten Mediengestaltern nicht konkurrieren kann. In mir steckt also immer das Gefühl: Es reicht nicht, um im kreativen Strom, der mir aus dem Netz entgegenschwappt, mitzuschwimmen. Trotzdem habe ich mich entschieden meine kreative Heimat: www.tageausglas.de rundzuerneuern und die Seite wird noch Ende dieses Monats gelauncht. Mal sehen.

Lohn und Brot beschließt den Angriff. Lohn und Brot ist auch die Umschreibung für ein geregeltes Leben in einem Unternehmen, dass mich für meine Arbeitsleistung monatlich bezahlt. So die Theorie. Praktisch steht man aber davor – abgesehen davon, in welcher Branche, in welchem Bereich man sich selbst sehen will – dahin zunächst einmal zu gelangen. Als Germanist germanistischer Literaturwissenschaftler (!) ist man sozusagen das schwärzeste Schaf unter den anderen grau-schwarz melierten Wolltieren. Überblickt man die Stellenangebote und gibt sich der Versuchung hin als Suchkriterium die eigene akademische Ausbildung hinzuzuziehen, staunt man nicht schlecht. Der Arbeitsmarkt für Menschen, die sich mit der Muttersprache und der muttersprachlichen Literatur des eigenen Landes auseinandergesetzt haben, scheint einfach nicht zu existieren. Und so liest man zwischen den Zeilen und sucht zwischen den Anforderungen einer medienwissenschaftlichen, wirtschaftswissenschaftlichen und kulturwissenschaftlichen Ausbildung sich selbst. Die zweite Baustelle ist dann der Lebenslauf und das Anschreiben und man wird zum ersten Mal im Leben richtig gefordert sich ernsthaft richtig und glaubhaft darzustellen. Irgendwie macht es schon Spaß das Ganze vorzubereiten, aber irgendwie ahne ich schon, dass mich Absagen frustieren werden.

Man sieht, diese Strategie ist Multitasking pur, denn man weiß ja nie was klappt. Die Erfahrung zeigt, was ja dann irgendwie wieder beruhigend ist, ist, dass, wenn eine Tür sich schließt, sich eine neue öffnen wird. Bis dahin bleibe ich ganz tapfer am Telefon.

Ach ja, und falls jemand einen netten Job hat, sag‘ Bescheid.

Raison d’être

Vor etwa einem Jahr saß ich hier. Das Wetter war schöner. Dabei fällt mir ein, gibt es eigentlich einen Webservice, der das Wetter archiviert, so dass man noch einmal nachvollziehen kann, wie das Wetter zu einem bestimmten – vielleicht persönlich bedeutsamen – Zeitpunkt war. Wäre irgendwie schön. Ich meine, als ich mit meiner Magisterarbeit begann und dieses tumblr-Blog startete, war es warm, aber nicht heiß. Ich saß auf dem WG-Balkon und in mir stieg die Idee auf, dass ich das Schreiben und das Verzweifeln an dieser Mammutaufgabe dokumentieren möchte. Zugegeben, ganz so kam es dann doch nicht. Zwar hatte ich in der Anfangszeit mehr Zeit auch verschiedentliche Dinge zu posten, doch nur selten diskutierte ich öffentlich Aspekte der Arbeit und schrieb auch nur marginal über mein persönliches Befinden. Vielmehr sammelte ich Gedanken, Bilder und Kram, der irgendwie in Beziehung zu dem stand, was ich da gerade schrittweise verfasste.

An dem Tag, an dem ich begann, war ich trotz aller Ängstigungen voller Vorfreude auf diese seltsame Zeit. Heute ist das nun wieder so. Die Gefechte um den Abschluss liegen hinter mir, der Blick muss nach vorne gerichtet werden, aber doch gibt es offenbar ein paar graue Wölkchen. Denn… wohin mit all der Kraft, wohin geht der Weg. Entschleunigt von allen Möglichkeiten, die sich da unkonkret am Horizont zeigen, verbleiben Fragen der Zukunft unbeantwortet.

Und schon merk‘ ich es: es bleibt schwierig, etwas von sich selbst preiszugeben. In all den Monaten, in denen dieses Blog hier verstummte, dachte ich immer: „Wenn du frei bist, dann wirst du wieder schreiben.“ Dein Kopf wird entlastet sein, frei von Themen und auf der Suche nach eigenem… doch wie ich dies hier schreiben stelle ich fest: Pustekuchen. Nix da. Ich kann mit den Fingern nicht fassen, was da im Kopf herumspukt, geängstigt davon konkret zu werden wie es weitergeht im Leben.

Es ist witzig. Es ist die gleiche Leier, die hier schon seit Jahren zwischen den Zeilen spielt. Manchmal ist es schön, dass sich gewisse Dinge offenbar niemals nur einen kleinsten Deut ändern können.

Akademische Einsamkeit

Was? Deine Magisterarbeit hat über 140 Zeichen? Wer soll denn das lesen?

Heute steht es fest. Die halbjährliche Arbeit, die in so einem großen schwarzen Buch mit silbernen Lettern auf der Front endete, scheint zumindest das Notwendigste bei den Gutachtern ausgelöst zu haben, insofern meine Zulassung zu den schriftlichen Abschlussprüfungen erfolgt ist, die dann wiederum in einem Monat beginnen.

Ignorieren wir einfach mal die Tatsache, dass ich mich und meine Umwelt in den vergangenen sechs Monaten mit Angst-Depressions-Eskapaden – aus heutiger Sicht vermutlich grundlos – fast zu Tode genervt habe, ignorieren wir die Erkenntnis, dass ich nun noch mehr Menschen hasse und konzentrieren wir uns auf die Zusammenhänge, die sich nach sechs Monaten papierener Einsamkeit ergeben haben.

Å

Ich hatte alles geplant. Minutiös. Das Problem war nur, dass ich bereits bei der Planerstellung wusste, dass es so eh‘ nicht funktionieren würde. Zwar gab es überall – an fast allen Universitäten außer an meiner eigenen – Anleitungen und Planungsrichtlinien, wie ein solches Großprojekt angegangen werden kann. Aber irgendwie scheiterten dann doch alle daran, dass „das Schreiben einer umfangreichen Magisterarbeit  in den Leitfäden des wissenschaftlichen Arbeits gern unter dem einzigen Punkt »Rohfassung erstellen« zusammengefasst“ wird. Mein Plan folgte somit dieser Vorgabe und ich schrieb in hochroten Lettern „Magisterarbeit verfassen“ von September ’09 bis Januar ’10 in meinen Kalender.

Was nun in dieser rotmarkierten Zeit passierte, war das klassische „In-seinem-eigenen-Saft-schmoren“, „Sich-um-sich-selbst-drehen“, das beliebte „Bezugspunkte-zur-Realität-verlieren“ und was irgendwie angenehm seltsam war: ein intellektuelles Vereinsamen. Je tiefer ich in diese seltsame Arbeit, deren Ergebnis 4/8 einer Note ausmachen wird, die nach Überreichung des Zeugnisses in der außerakademischen Realität keinen Wert hat, eindrang, desto mehr verlor ich zunächst den Kontakt zu dem, was man Umfeld nennt und schließlich zu mir selbst.

Denn es war eine Mechanik, die plötzlich existierte. Jeder Morgen lief gleich ab. Die Zeiten zwischen Nachtausklang und Arbeitseintritt variierten kaum. Das Ergebnis ist nun, dass ich die einzelnen Tag nicht unterscheiden kann. Alles fühlt sich an wie der gleiche graue Nebel. Die unzähligen Zigarettenpausen sind identisch, die Ängste und aufflammenden Panikattacken und die kurzen Phasen des Hochgefühls, wenn ein Absatz mal besonderes gefallen hat oder ein Mitleser der Arbeit ein gütiges Urteil fällt verkommen zu einem einzigen grauen Masse der Gleichmäßigkeit des Schreckens. Ich fror meine sozialen Kontakte nicht ein, hatte aber selbst das Gefühl in der Interaktion mit ihnen nicht auf sie richten zu können. Ständig standen Fragen im geistigen Raum, die eine Restrealität erzeugte, welche ich meinen sozialen Kontakten übergab, aber in dem Wissen darum, dass es nicht ausreichte um wirklich zu menscheln. Facebook wurde mein Freund. Es war das soziale Umfeld in Dosen. Konsumierbar und auch wie ein Wasserhahn abdrehbar. Und so war es leichter die in mir schwappenden Fragen wie: „Wie lange brauch‘ ich für jenes?“; „Habe ich das schon gelesen?“; „Trifft es den Punkt?“ … also all diese schizoiden Fragen eines Menschen, der an einem Problem herumdoktert, das außer ihm vielleicht noch zwei drei Menschen auf diesem gottverlassenen Planeten interessiert ((Ich sehe dies als Normalfall der akademischen Themenwahl auf geisteswissenschaftlichem Gebiet an, was einiges aussagt)), zu ignorieren und im Rahmen der blauen Social-Anwendung lebensecht zu bleiben.

Ð

Schlimmer war jedoch – und dies bleibt trotz alle Monotonie separiert – der Kampf mit sich selbst. Ab einem gewissen Punkt war das Kompetenzlevel des Umfelds überschritten und ich war allein. Allein mit der Frage „Kann man das so schreiben?“; „Nimmt man mich damit noch ernst?“; „Klingt das wissenschaftlich?“; „Ist das richtig?“; „Gibt es überhaupt ein richtig?“. Diese akademische Einsamkeit korrelierte beständig mit Versagensängsten, die an manchen Tagen eine Nacht mit mir zum Höllenritt oder auch meinen Fingern einen blutigen Hautverlust zu Teil werden ließen. Ab einem gewissen Zeitpunkt – ich denke trotz allem Grau(s), dass es ab Mitte Januar ’10 gewesen sein muss – war das Schreiben der Arbeit eigentlich nicht ein Problem der Wissenschaftlichkeit oder des Wissens selbst ((schließlich waren zu diesem Zeitpunkt mit über 80 Seiten über 70 Prozent der Arbeit getan)), sondern vielmehr ein Kampf mit mir selbst. Indem ich feststellte, der einzige zu sein, dem das Thema wirklich etwas sagte und irgendwie wirklich etwas bedeutete, verlor ich das, was ich in meinem Leben immer brauchte: Absicherung; jemand der mir die Bestätigung gibt: „Ja! Das ist richtig.“ Die Menschen, die ich um Hilfe bat, so sehr sie sich auch mühten, konnten mir nie ganz die Sicherheit beschaffen, nach der ich gierte, sondern nur die am schlimmsten blutigen Stellen verbinden. Aber gottseidank taten sie es. So ein Blut ist ja auch endlich.

In diesem Bilde kroch der letzte Monat in atemberaubender Geschwindigkeit vorbei. Und ich musste – nachdem mein nicht geplanter Plan bis auf den letzten Tag fast hervorragend aufging – schon wieder feststellen, ein halbes Jahr Älter geworden zu sein, ohne dass ich eine merkliche Verschlechterung meiner physischen Konstitution konstatieren konnte ((solche Sätze sind schreckliche Überbleibsel einer unsicheren akademischen Ausdrucksweise und Kernelement meiner Stilistik)).

Œ

Trotz einiger Hindernisse und dem seltsamen Gefühl, es dann trotz aller Zweifel geschafft zu haben, dieses Ding rechtzeitig in eine Druckerei zu bringen, nichts Wesentliches vergessen zu haben und gegen eine Unterschrift drei von diesen schwarzen Büchern mit ihrer henochischen Sprache an das entsprechende Amt regel- und gesetzeskonform vertickt zu haben, ärgere ich mich. Denn tausende von Studenten, Doktoranden und sonst wer schreiben umfangreiche Arbeiten, Tausende erleben dieselbe Mühsal, ohne dabei am Ende die Notwendigkeit zu sehen, wimmernde Blogeinträge zu verfassen. Es ist mir fast schon peinlich, diese akademische Lappalie so auszudehnen, aber vermutlich gehört es zu irgendeiner seltsam gearteten Reife, die über einen kommt, diesen noch viel seltsameren Wesenszug am eigenen Ich zu akzeptieren.

Ab heute ist urbandesire wohl wieder da. ((Ich mag jetzt übrigens Fußnoten (pdf, 68kb) und griechische Zeichen))

Ältere Beiträge Neuere Beiträge

© 2026 urbandesire

Theme von Anders NorénHoch ↑