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Kategorie: Urban Desire (Seite 16 von 19)

Der urbandesire singt…

So. Jetzt ist es raus. Ich gehe nicht zum Smashing Pumpkins-Konzert am 6.6.07 in Berlin. Warum? Weil keiner mit mir mitgehen will. Mahhhann. Und was macht man, wenn man nicht hingehen kann? Richtig. Man musiziert selber.

Deswegen biete ich euch heute DIE Weltpremiere. Nachdem nun schon vor geraumer Zeit der erste Jenaer Blogger in Form der Sapere Aude Memorial Band sich zu seiner musikalischen Liebe bekannt hatte, will nun der urbandesire aus dem Plattenbau in nichts nachstehen.
Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 2002 oder vielleicht auch schon 2003. Ich musizierte damals in einer Zwei-Mann-Combo. Wir coverten vorwiegend Songs aus dem „Alternative“-Genre. Ziel war es, aber Abiturfeierlichkeiten zu finanzieren und natürlich als Sekundärziel Rockstars zu werden. Es gab ja eigentlich, wenn man jung war und ohne Auto in Chemnitz festsaß nicht viel zu tun. Und so hörten wir Platten über Platten und es führte eins zum anderen. Mein damaliger Gitarrist spielt heute in einer feinen Hardcorekapelle namens „Of Quiet Walls„, die machen richtig gute Musik. Naja und ich … ich blogge.

Und deswegen… weil ich eben nicht zum Smashing Pumpkins-Konzert fahren kann, präsentiere ich euch hier – live und unplugged – eine Acousticversion von „Disarm„; mit mir am Mirko und meinem Freund Kay an der Gitarre.

Wohl bekomms.



Ich kann ohne dich nicht sehen

dunkelIch stehe an dem Rand des Tages und die Dunkelheit umhüllt mich… überzieht mich wie goldig klebender Honig – ganz langsam – ganz zart- und doch unausweichlich bis ich vollständig bedeckt bin mit der schweren Masse, die jeden meiner Schritte durch das Dunkel schwerer werden lässt. Ich laufe hindurch und komme doch nicht an, bleibe stehen und finde meinen Schatten nicht mehr. Er ist aufgefressen worden von den kalten Klauen der Nacht, die ihn schrittweise – Biss für Biss – zerrissen haben. Ganz langsam. Bis ich alleine da stand, um nun das große Loch vor mir zu betrachten, dass alles ins sich hineinzieht. Unausweichlich.

Ich schreibe Zeilen. Doch meine schwarzen Buchstaben, die Wörter werden sollen, fließen zusammen – rücken immer dichter – um in endlos schwarzen Linien dem Zeilenende entgegenzustreben. Und doch kein Ziel. Die Wörter fließen aus der Hand, aufs das Blatt, über den Tisch hinunter… immer tiefer. Der Kopf schmerzt, drückt förmlich alle Gedanken nieder. Ich bin in mir auf der Suche. Vielleicht nach einen Ausweg. Ein Ausgang. Doch dich Lichter täuschen, scheinen nur einen Weg zu zeigen. Richten sich eigentlich ins Nichts.

Der Nebel steigt auf. Er umhüllt die Nacht in eine nasse Wehklage. Schwer liegt er in den Straßen, drückt auf alles, was er besetzt. Kalt sind die Nächte. Einsam. Die Hand auf das Geländer gelegt blicke ich hinab. Hinab in das Loch, das vollgestopft ist mit Nebel und Einsamkeit. Dunkel und kalt. Ich reiße die Augen auf, starre hinunter, starre ins Nichts.

An den Wänden wiegen sich die krummen Schatten der anderen. Sie biegen und beben. Drehen sich. – Such Schattenloser… such! –

Der urbandesire hat alles unter Kontrolle

Feiertage. F E I E R. Ich sitze hier gerade in meinem alten Kinderzimmer. Ja, richtig gehört, in diesem Zimmer, von dem ich jetzt kein Foto habe, bin ich aufgewachsen. Aber eigentlich erinnert nichts mehr an mich und mein Aufwachsen in diesem Raum. Einzig der riesige Kleiderschrank ist geblieben, ansonsten wurde dieser Raum in ein Gästezimmer und quasi-Arbeitszimmer umgewandelt. Und mehr bin ich hier auch nicht mehr. Ein Gast. Das Gasttum hat natürlich seine Vorteile, zwar gibt es kein Frühstück ans Bett, aber die widrigen Pflichten des Zusammenwohnens entfallen. Ich muss keinen Müll runterbringen, muss den Staubsauger nicht bedienen… nichts einfach nur da sein. So sitze ich den lieben langen Tag existierend auf dem Sofa und betrachte die Familienmitglieder – sehe ihnen live beim Altwerden zu – und vergesse darüber mein eigenes Altern.

Es hat sich einiges geändert. Die Euphorie des Auszugs – Kleinurbandesire, der damals noch noch Marcus hieß – ist erloschen. Die Ernüchterung über das tägliche Hin und Her und die Erkenntnis, dass sich eigentlich als Erwachsener doch nicht so viel ändert, bestimmen die nervige Existenz zwischen Pflichten und Dingen, die gerne getan werden müssen und somit auch wieder Pflichten sind. (an alle Heranwachsenden:) Diese Lüge mit mehr Geld, mehr Frauen, mehr Party und vor allem mehr Freiheit ist wirklich nichts als ein Lüge. Sicherlich hat man irgendwie mehr Geld, aber irgendwie auch mehr Gründe es für noch sinnlosere Sachen als früher auszugeben. Und dann noch die Fixkosten, die müssen, weil ja fix, bezahlt werden. Die Frau ist glücklicherweise seit dem Auszug geblieben. Mehr will ich da ja eigentlich auch nicht haben. Meine letzte Party liegt auch schon wieder gut einen Monat zurück. Ein Zustand, der geändert gehört. Naja, und das mit der Freiheit ist eine Definitionssache. Wenn man darunter versteht, dass Mama halb elf nicht mehr ins Zimmer hineinstolziert und sagt, dass der Rechner jetzt bitte ausgemacht werden soll und der Kindskopf doch endlich ins Kissen sinken soll, dann hat man als Gast nun doch mehr Freiheit. Aber heute bedeutet diese Freiheit wohl eher Schlafmangel und man sehnt sich nach den Tagen als man halb elf ins Bett ging und 10 Stunden durch schlief. Mehr Freiheit. Mehr Freiheiten. Kein Freiheit. Das ist eine seltsame Thesensammlung entspricht aber leider der Realität.

Früher saß man im Chat und schrieb sich mit verschiedenen Leuten Dinge, die man machen würde, wenn man doch endlich nur noch Gast im Elternhaus sei. Dann mit 22. Heute ist man 22 und schreibt sich vielleicht mit denselben Leuten wieder, zwar in der eigenen Bude, aber ohne eigene Waschmaschine, und stellt beim Absenden der Nachricht fest, dass sich doch nichts geändert hat. Weil man eben gerade geschrieben hat, dass wenn man endlich 25 + X ist, man das und das und das und bestimmt auch das tun wird. Weil dann gibt es endlich die ewig geforderte Freiheit. An geistig klaren Tagen, gibt es zum Glück obendrauf die Erkenntnis, dass sich solche Dinge nie ändern werden. Wir werden mit 29 + X immer noch keine Freiheit genossen haben. An anderen Tagen bleibt einem diese Erkenntnis verborgen und man wähnt sich im Tal der Besserung. Auf der Zielgeraden zur Freiheit, vielleicht kurz vor der Ziellinie, vielleicht schon morgen.

Ohh, Gott sind meine Eltern alt geworden. Aber gottseidank werden sie das hier nie lesen. Denn Blogs, das ist neumodisches Teufelszeug. Z E U G.

-L-

Ich fühle Angst (Alexisonfire hilft hoffentlich bald.)

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Signs

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Manchmal wird die Vergangenheit wieder zur Gegenwart und holt einen mit unglaublich großen Schritten ein. Viele Jahre hatte man geglaubt, das alles hinter sich gelassen zu haben, nur um jetzt festzustellen, dass es zu jeder Zeit an einem klebte; gleich einem Schatten,

der bekanntlich auch nicht zu verlieren ist. Und wenn man sich umsieht, erblickt man ihn nicht. Suchend starrt man mit großen Augen in das Licht und sieht dabei den Schatten nicht.

So verlässt man das Morgen, in der Hoffnung es nie wieder sehen zu müssen, auch die Gegenwart versteht sich nur als ein bloßer Raum zwischen bald und damals. Man möchte am liebsten gefangen sein in einem unbestimmten kleinen Winkel der Zeit, zu dem die Zeit, wie man selbst auch, keinen Bezug nehmen muss.

Die Kaffee in der Kaffeetasse ist alle.

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