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Kategorie: Literatur (Seite 6 von 6)

Bekenntnisse

Bekenntnis I

Ich sitze gerade in der Bibliothek und versuche mein zweites Essays der Thematik des „Geistlichen Spiels“ zu schreiben. Komme da einfach nicht weiter. Irgendwie finde ich keinen Zugang dazu. Ich bin froh, dass mir dieses Fach wenigstens ein bisschen Spaß bereitet, aber die Essays sind immer die Hölle. Habe letztens mit einem Kommilitonen zusammen gesessen und ihm von meiner Lustlosigkeit gegenüber meinem Studium berichtet. Zu meiner Situation: Da ich nun seit knapp 3 Semestern intensiv Latein betreibe, sind bisher alle Semesterferien frei von Freiheit und vollständig voll gestopft mit Latein gewesen. Sprich: Statt in den Semesterferien mal wegzufahren, habe ich daheim gesessen und Latein gelernt. Als ich aufhört habe Latein zu lernen, begann jedes Mal das neue Semester und es ging nahtlos weiter. Vorteil war, dass ich mit guten Lateinkenntnissen in das neue Semester startete, aber leider mit keinerlei Lust. Das hat sich nun in eine absolute Lustlosigkeit meinerseits gegenüber dem Studium niedergeschlagen. Alle Aufgaben, die ich früher schnell gemacht habe, brauchen jetzt viel Zeit. Ich habe auf alles keine Lust mehr und anstatt die Dinge einfach zu tun, um sie wegzuhaben, hinterfrage ich sie und stelle fest, ich brauche keine historische Grammatik. Es ist nicht wirklich notwendig eine Sprache, ja es ist nämlich, egal was die Wissenschaftler sagen, nicht unsere Sprache, zu erlernen, die, wenn ich nicht im Bereich der Mediävistik weiterstudiere (was ich auf keinen Fall vor habe), nicht brauche. Und so zieht es sich bei mir durch verschiedene Bereiche meines Studiums. Die Pflicht, die ich erledigen sollte, mache ich einfach ungern und deswegen auch grottenschlecht.

Obwohl ich rein rechnerisch genug Zeit habe, alle Aufgaben am Wochenende zu erfüllen, finde ich dort keinerlei Lust diese Dinge zu erledigen und beschäftige mich lieber mit Ersatzhandlungen: Aufräumen, Surfen, Schlafen, Fotografien, nichts tun…. Ich könnte in dieser Zeit arbeiten, tue es nicht, weil ich von der Menge der Probleme und der langen Zeit in welcher diese Probleme mich schon begleiten, erdrückt werde. Der Kommilitone sagt mir, dass dies das typische Zeichen für falschen Studiengang und kein Interesse an der Materie ist. Und ich sollte mir doch mal überlegen zu wechseln. Ich habe ihm nicht zu gestimmt, irgendwie interessiert mich das ja alles schon, aber die Arbeit ist mir zu viel. Ich brauch ne Pause um wieder Lust zu schöpfen. Sicherlich, viele andere Studenten machen jetzt einfach weiter und beißen sich da durch, aber ist das der Sinn? Soll man sich quälen um irgendeinem Bild der Familie, der Professoren, der Studenten oder der Gesellschaft zu entsprechen? Wenn man merkt, es passt nicht — einfach aufhören? Bringt das was? Ich habe bisher in meinem Leben, und das kann ich ohne mit der Wimper zu zucken und ein schlechtes Gewissen zu kriegen sagen, immer weiter gekämpft habe. Ich habe nie aufgegeben, aber es war auch bisher noch nie so schlimm und so scheiße. Ich fühle mich schrecklich. Ich wach früh schon müde auf und werde den ganzen Tag nicht wach…

Bekenntnis III

In Bezugnahme auf Bekenntnis I ist meine einzige Hoffnung die Zeit. Es ist ganz einfach, denke ich mir. Stehe in alter Manier alles durch, spätestens im Hauptstudium endet das Chaos und vielleicht auch Teile der Sinnlosigkeit.

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Kommentar: Bekenntnis II fehlt, weil es nicht hierher passt. Nicht wundern.

Ostergeschenke

Ostern … wie, warum und überhaupt … KLICK

und hier mein Ostergeschenk von meiner MAMA:

reallexikon

Titel: Reallexikon der Deutschen Literaturgeschichte … das Flaggschiff der Germanistik

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Abenteuer am Fluss Thalia

Ich war heute in Thailabuchhandlung hier in Chemnitz und habe das getan, was ich schon sehr lange nicht mehr getan habe: ich habe mir Bücher gekauft… ja nicht nur eins sondern zwei Stück. Oftmals in den letzten Monaten bin ich mit meinen Kaufabsichten zu ebay oder amazon gegangen,  nicht diesmal.

Ich bin rein, wie früher als ich noch in Chemnitz wohnte und bin an den Regalen mit den Neuvorstellungen vorbeigegangen, hin zu den Romanen im Paperback-Format und habe mir richtig Zeit genommen, alles was ich sah in meinen Kopf einzusortieren. Naja und da sah ich Bücher, die ich früher unbedingt kaufen wollte und ich sah Bücher, die jetzt richtig doof finde.. und ich sah Bücher, die ich schon kannte, die ich schon gelesen habe und ein Buch, was ich derzeit gerade lese…

(für alle dies interessiert; es ist von Thomas Bernhard, dem alten österreichischen Meckersack und zwar „Der Untergeher“…  die Suhrkamp/SZ-Ausgabe für unschlagbare € 4,90 (waren es € 4,90;  korrigiert mich, wenn es der falsche Preis ist))

naja und ich sah und sah und merkte, dass eigentlich das Angebot ziemlich am Mainstream des Buchmarktes orientiert ist. Für alle dies es nicht glauben oder einfach selten bzw. nie lesen, ja es gibt einen Mainstream des Buchgeschmackes bzw. Buchmarktes… es sind wahrscheinlich die Werke, die sich am besten und am meisten verkaufen oder auch die, die von SZ- oder FAZ-Feuilletons hochgelobt werden. Und das war auch der Grund, warum ich alle meine Bücher der letzten Monate im Internet gekauft habe… die Regale sind voll von Hornby, Kundera, Mankell, Grass, Boll, Mann1 und Mann2…naja. Doch zwischen all diesen Titel fand ich doch zwei recht interessante Werke. (wohl angemerkt um die Verwirrung des Verfassers zu zeigen: All diese Autoren spielen in den Feuilletons nur eine geringe Rolle.)

Zum Einen: Erzählungen von Beckett und zum Anderen von Louis Begley „Der Mann, der zu spät kam“… wenn ich jetzt darüber nachdenke, ist es ja, da ich die Bücher bei Thalia gekauft habe, nun auch wieder so, dass die Bücher, vorallem letzteres als Mainstream angesehen werden können. Schrecklich…

Egal, aber vielleicht gerade darum, möchte ich zu mindestens eines davon empfehlen:

Lest mehr Beckett!

Wer mich noch aus Schulzeiten kennt, weiß, dass ich Beckett sehr verehre und naja immer enttäuscht bin, wenn Leute sagen… naja „Warten auf Godot“ war zwar streckenweise ganz nett, aber im Prinzip total langweilig, wie alles von Samuel B.

Ich meine lest ein paar Erzählungen von ihm… und beginnt, wie auch dieses Buch, mit der Erzählung „Dante und der Hummer“ von 1967 und wenn ihr euer Herz ein bisschen öffnet, werdet ihr Beckett irgendwann auch mögen…

Ich tue es. Beckett for aus dem Grab und President!

Liebe Grüße

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