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Monat: Juni 2008 (Seite 2 von 2)

Die, vor denen wir Angst haben

Er saß auf Partys selten still in der Ecke. Er war im Rausch. Aus seinem Mund sprudelten unentwegt Gedanken, manchmal auch Hoffnungen. Er tanzte, rauchte und trank. Unbekümmert blendete er alles aus. Er war wie im Rausch. Aufgestachelt und aufgekratzt atmete er schneller. Zug um Zug bog sich sein Leben. Es bog sich um ihn herum, bis es ihn gefangen hatte. Er konnte nicht entkommen.
Jetzt saß er auf Partys still in der Ecke, wenn er überhaupt noch hinging. Seine einzige Hoffnung, dass dem, was jetzt ist, Besseres folgt, wurde beendet. Schlicht und abrupt war das. Ein einziges Gespräch, tief versunken in den Gedanken des anderen, erkannte er kurz die Wahrheit. Er hatte sich in diesem Moment von allen Gründen befreit. Er fragte sich nicht warum, warum er das wolle oder verlieren würde. Er beendete die Welt der Gründe. Denn eines war ihm nun klar. Alle lebten in der Welt der Gründe. Alles hatte seine Gründe. Dass es regnete, konnte begründet werden; dass die Sonne schien, konnte begründet werden; dass es an manchen Tagen gut lief, konnte begründet werden; dass es an manchen Tagen schlecht lie,f konnte vielfach begründet werden. Er hasste sich und die Menschheit dafür zwischen allem und jedem Relationen zu sehen und… diese zu begründen. Doch die Begründung hilft nicht, sie ist nichts als ein kurzer Augenblick des Durchatmens. Spätestens zum nächsten Herzschlag kommt sie wieder auf: die Frage nach dem Warum?
Immer wieder Gründe, Ursachen, Wurzeln, Motive, Anlässe und Auslöser. Immer wieder und wieder und wieder. Kein Grund hält für immer, wird immer wieder hinterfragt. Niemand ist sich dieses beständigen Leidens bewusst, niemand erkennt, dass darin das Unglück aller liegt. Das Leben leidet, weil es zersetzt wird bis auf das letzte Warum. Und anschließend der Grund für das Warum gesucht wird. Alle leiden und niemand erkennt das Unglück darin. Bis auf ihn. In diesem Moment war ihm klar, dass es für ihn keinen Grund mehr gab. Der Status des Unbegründbaren war einfach da. Und er war zu dem geworden, vor dem er immer Angst hatte.

Entscheidungen

Das Highfield 2008 in Erfurt (Flyer)

Als ich gestern die Karten für The Notwist abholt, fiel mir ein Flyer für das kommende Highfield in Erfurt in die Hände. Nach einer intensiveren Überprüfung des Line-Ups zu Hause im Netz entsteht folgende Auflistung:

DIE ÄRZTE (lahhhm)
THE KILLERS (uiuiui)
BEATSTEAKS (fein)
BLOC PARTY (noch feiner)
THE HIVES (motherfuckin…)
SPORTFREUNDE STILLER (scharch)
DROPKICK MURPHYS (okay, die spielen eh Vormittags *g*)
SERJ TANKIAN (fein)
KETTCAR (ui… )
FLOGGING MOLLY (supi)
PLAIN WHITE T’S (seltsam)
THE (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY (ach schön)
MADSEN (bähhh)
TOCOTRONIC (fein)
GOGOL BORDELLO (?)
THE DRESDEN DOLLS (lahm)
THE SUBWAYS (feinfein)
LESS THAN JAKE (feinfeinfein)
THRICE (muschiemo)
ALKALINE TRIO (hatte ich schon, gerne wieder…)
HENRY ROLLINS (wow)
KAIZERS ORCHESTRA (fein)
GUTTER TWINS (?)
MXPX (lahm)
WE ARE SCIENTISTS (fein, ich verwechsel die immer mit The Subways)
MINDLESS SELF INDULGENCE (?)
SLUT (zum ungefähr 100mal)
STATE RADIO (?)
LOUIS XIV (?)
BLACK KIDS (?)
YEAR-LONG DISASTER (?)
JENNIFER ROSTOCK (bääähhh)
YEASAYER (fein)

15 +
9 –
7 ?

Und jetzt die Frage: Dafür 100 Euro auszugeben? Und eine weitere Frage: Warum Ärzte als Headliner? Warum? Wuahhh…

Kopfschmerzen

kopfschmerzen

Syd Matters – Ghost Days

Syd Matters - Ghost Days (2008)

Verdammt schon wieder ein Franzsose. myspace

Album of the week: Sna-Fu – Tonnere Binaire

Nach der letzten audiovisuellen Begeisterung kam ich nicht umhin das Album „Tonnere Binaire“ (20079 von Sna-Fu bei Itunes herunterzuladen, um mir das komplette Œuvre zu geben. Wobei die E.P. aus dem Jahre 2003/2004 kostenlos auf der Homepage der Band unter Medias heruntergeladen werden kann.

Was haben wir also vor uns? Eine im Jahre 2000 gegründete, französische Band, die sich nach dem aus der neueren amerikanischen Militärgeschichte entlehnten Akronym SNAFU (situation normal, all fucked up) benannt hat. Soweit so gut. Und was hören wir. Wir hören einen recht üblichen Post-Hardcore mit ein bisschen Metal. Dabei scheint auch schon wie bei Omaha Bitch (man beachte auch die Korrelation zur amerikanischen Militärgeschichte, die Franzosen scheinen dies irgendwie zu mögen) der amerikanische Einfluss in der Musik spür- und hörbar zu sein. Manchmal ertappe ich mich, wie ich glaube eine gute Version eines Billy Talent-Albums zu hören (z.B. der Song „Dorian“), jedoch sind die rhythmischen Brüche deutlicher und auch der Gesang findet die Kurve. Denn genau in diesen Momenten, zu denen Benjamin Kowalewicz seine stimme in schreckliches und markerschütterndes Kreischen ausufern lässt, findet Clement von Sna-Fu die Kurve, bricht den Hall und staccatoartig wird sich abgewandt vom amerikanischen Emoeinheitsbrei. So sind auch noch die Ansätze der Hardcorewurzeln im Sprechgesang zu hören… im Ganzen eine gute Mischung. Zwar ein wenig verspielt, sehr detailverliebt aber trotzdem extrem eingängig. Ein kleine Perle in diesem Sommer, von der man hofft, dass es auch in Deutschland zu mehr Bekanntheit geschafft wird. Meinen Segen haben die Herren. Für alle der französischen Sprache mächtigen Menschen gibt es hier eine recht nette Rezension.

Das Video hatten wir ja schon mal ausgestrahlt.

urbane Anspieltipps: Dilligence, Dorian und Saltimbanco

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