urbandesire

searching since 2004

Monat: Februar 2008 (Seite 3 von 4)

Die Angst danach

UnsicherIch weiß nicht, ob es nur mir so geht. Ich weiß nicht, ob es mangelndes Selbstvertrauen in das eigene Tun ist. Ich weiß es einfach nicht. Aber immer, wenn ich im Auftrag anderer Fotos mache, steigt nach dem Shoot eine Angst in mir auf. Ich entlade die Bilder von der Karte, kopiere sie auf den Rechner in einen Ordner. Und dann kommt die Angst. Ich kann nicht ran an die Bilder, kann sie mir nicht ansehen. Aus Angst sie sind schlecht. Vielleicht sind entscheidende Bilder unscharf oder verwackelt. Vielleicht ist das ISO-Rauschen zu krass, vielleicht ist das Motiv einfach nicht aufgegangen und es wirkt gestellt, behäbig oder sinnlos. Je schwieriger die Motivverhältnisse. d.h. je weniger ich auf Zeit, Licht und Models Einfluss hatte, desto mehr potenziert sich die Angst.

Dieser Umstand – die Bilder manchmal komplett aus Wahrnehmung und Gedächtnis zu löschen – läuft unweigerlich der Termin für Abgabe und Präsentation der Bilder zu wider. Es gibt irgendwann einen Stichtag, an dem die Bilder fertig betrachtet, sortiert, ausgebessert, zurecht gemacht und verschickt werden müssen. Der Weg dahin ist schwer und in großer Regelmäßigkeit sitze ich dann nachts vor dem Rechner zittere und denke: „Oh Gott… das wird die Enttäuschung des Jahrzehnts, fast so schlimm wie…“ Die Erfahrung müsste mir eigentlich längst gezeigt haben, dass im Durchschnitt betrachtet die Menschen mir ihren Bildern meist zufrieden sind, meine eigenen Ansprüche wohl wesentlich höher liegen. Trotzdem. Es gibt so viele Faktoren, die Bilder zu schlechten, enttäuschenden Bildern machen können; und trotz der Möglichkeit, zahlreiche Regler und Hebel in Bewegung setzen zu können, bleibt ein schlechtes Bild eine schlechtes Bild.

Man dreht einen Trailer

Ich muss hier mal anfüttern:

Die Ambivalenz zwischen detaillierter Planung und planungslosen Details hat mich überrascht. Zum einen gibt es Telefonlisten und einen minutiös aufbereiteten Drehplan, der nicht mal Zeit für ein Pinkelpause einräumt (und wenn sind nur 14 Sekunden geplant), auf der anderen Seite stehen weiße Flecken und offene Fragen. mehr

der urbandesire drüben bei bildflimmern

Feststellung des Tages

Ich habe auf diesem Blog ca. 641 mal gelogen.

Mitternachtsstrategien

Low expectations are a good strategy.

Ja gut. Ich führte vor einiger Zeit mit guten Freunden eine Gespräch über „Lebenseinstellungen“. Die Abstraktheit des Themas führte dazu, dass vermutlich aller untereinander aneinander vorbeiredeten. Hat doch jeder mit seinen knapp über zwanzig Jahren schon so viel innerliche Festigkeit ausgebildet, dass eine eigene Lebenseinstellung schon zum persönlichen Inventar gehört. Doch konnte man bei der Vielzahl aller Konzepte ein Schneise durch den Raum schlagen. Es überwogen positive Vorstellungen von Fortschritt, Weiterentwicklung und Selbstfindung. Die andere Fraktion sprach mit Vokabeln wie Enttäuschung, Sinnlosigkeit und einem ewigen Kampf gegen Windmühlen… grob zusammengefasst: scheint sich die Welt schon im kleinen der eigenen Existenz in gut und schlecht – positiv und negativ – zu teilen.

Ich selbst schmiss dann für mich die überstrapazierten Begriff Optimismus, Pessimismus und Realismus in meine Argumentation ein. Es war eine Freude den Satz auszusprechen: Ich bin Realist, deswegen Pessimist.  Irgendwie ging der Streit wieder von vorne los… „Man kann doch nicht alles schwarzsehen…“, „Es gibt doch Sonnenschein und Regentropfen – irgendwann man macht jeden so etwas glücklich…“

Ich denke Glück hat mit dem ganzen Diskussion nichts zu tun. Auch ein pessimistischer Mensch – der Schwarzseher unter den rationalen Lebewesen – wird Glück verspüren und weiß das auch zu schätzen. Es handelt sich vielmehr um eine Gabe der Voraussicht, die dem verklärten Blick der hyperoptimistischen Mitmenschen zahlreiche, kalte Schultern zeigt. Die Negation und das Negieren der Dinge kommt hier der Aufgabe gleich alles in der Schwebe – im Gleichgewicht zu halten. Ein Gegenpol zu bilden. Man spricht oft davon, jemanden auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Der Optimist leidet an einer eklatanten Realitätsverklärung, einem innerlichen Abwenden und Verdrängen und dem ständigen Versuch auf gutes zu fokussieren. Der Pessimist hängt der Wirklichkeit an, doch seine Deutung ist nicht ein Abwenden, sondern ein hinsehen und ein Missmutiges akzeptieren. Aus der Konfrontation beider Positionen bzw. Deutungen entspringt der Zwist.

Letztlich bleibt aber nur eines. Was man daraus macht. Da es schlicht nicht hinnehmbar ist, dass die Welt mit ihrem Geschichten und Geschehen einen Zwischenort von Optimismus und Pessimismus darstellt, obliegt alles nur der von der Realität ausgehenden Deutung des Daseins. Und die muss jeder für sich selbst finden und akzeptieren.

Irgendwann war dann das Bier alle…

Vorfreude

„deine endgitarre bei dem pixies ding… ne??? das ist soooo da kricht man echt sofort harten pimmel auf den oberarmen. das spiele wir noch länger am schluss bis die ganze scheisse tot ist und nur noch licht und gutes da ist!“

T.U.

Ältere Beiträge Neuere Beiträge

© 2026 urbandesire

Theme von Anders NorénHoch ↑