urbandesire

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Monat: Juli 2007 (Seite 6 von 9)

“Es geht nicht…”

das war die Aussage meiner Vermieterin bzw. Wohnheimverwalterin. Es ändert sich ja einiges. Der urbandesire zieht ja um. Raus aus seinem gehassliebten Lobeda hinein in die Innenstadt Jenas. Dank des Herrn R. findet er Unterschlupf in einem vollmöblierten mitten im Zentrum gelegenen Zimmer. Zwar nur suboptimal zur Zwischenmiete – aber was in 10 – 11 Monaten ist, weiß ja keiner. Irgendwie ist diese Unbestimmtheit auch ganz interessant. Obgleich ich ebenso zugeben muss, dass ich ein wenig zu faul war, nach weiteren Wohnungen und Zimmern zu suchen.Nun ja. Wenn man auszieht, kommen eine Menge Änderungen und vor allem Abmeldungen auf einen zu. Telekom, DSL, GEZ, Zimmer selbst, zahlreiche Adressänderungen usw. usf. Dummerweise lief mein DSL-Anschluss bereits Anfang Juli aus. Einerseits sind das jetzt 30 Euro weniger im Monat. Andererseits hat man ja dann bekanntermaßen kein Internet. Womit wir uns dem Kern der Sache nähern.

Im Wohnheim haben wir – dank einer 1 wöchigen Umbauaktion – die Möglichkeit, Netzwerkanschlüsse der Universität für nur 10 Euro im “Sorglos-Paket” zu nutzen. Einfach Antrag ausfüllen, 2, 3 Tage warten, Kabel rein und surfen. “Super, dachte ich mir.”

Doch bei gleichzeitiger Kündigung des Mitvertrages zum Semesterende ist es nun nicht mehr möglich für die verbleibenden 2 Monate, sich so nen schicken Anschluss zu “kaufen”. Ich wohne also zur vollen Miete im Wohnheim, darf aber alle Leistungen nicht in Anspruch nehmen. Wäre so, als würde mir verboten werden, die Wohnheim-Waschmaschine zu nutzen. Der verdattere Blick meiner Vermieterin auf die Frage hin, ob ich denn dann wenigstens noch Waschchips für eben diese Waschmaschine kaufen darf, zeigte mir, dass sie darüber noch nie nachgedacht hat.

Vermutlich ist es seitens des Rechenzentrums und der Uni auch kein Problem, bloß die Dame da unten in ihrem Verwaltungsbüro, will sowas abwürgen… hat keine Lust. Weil Ossi und überkorrekt. Wenn man einfach sagt, es geht nicht, dann hat man auch weniger Arbeit. Hab ich früher auch so gemacht: “Der Artikel ist leider nicht da…” was eigentlich heißen müsste: “Ich bin zu faul zum Suchen.”

Presskopf im Glas

Es ist schon ein Widerspruch, wenn man gesagt bekommt “bitte räume die Feinkost-Abteilung auf…” und man sitzt knapp eine halbe Stunde da und sortiert “Presskopf” im Glas und in Dosen, Rotwurst, Blutwurst, Zwiebelwurst, Hausschlachtene Fettmettwurst mit Einlage(sic!) und dänisches Frühstücksfleisch, das bereits auf dem Verpackungsfoto aussieht wie schon mal gegessen.Heute früh habe ich mal nachgeschaut, was Presskopf eigentlich ist. Naja. Umschrieben könnten wir sagen: Es ist Schweinfleisch; genauer – ihr habt es vielleicht schon geahnt – : Schweinskopf. Schön ist auch, dass es den roten (versetzt mit Schweineblut) und den weißen Presskopf (Basisrezept) gibt.

Ich frage mich eigentlich immer, warum ich diese Abteilung ständig aufräumen muss. Wer zur Hölle kauft sowas?

Album Of The Week – Neverending White Lights

Jeder ist im Leben manchmal bestrebt was anderes zu machen. Man möchte ausbrechen aus dem Trott und neue Dinge probieren. Schön, dass es im Bereich der Musik Daniel Victor gibt. Der kanadische Musiker scharte eine Reihe kanadischer und US-amerikanischer Sänger um sich, die genau diesen Drang nach neuem verspürten, und gründete “Neverending White Lights”. Wichtig ist aber, dass die Sänger, u.a von 311, Alexisonfire, The Watchmen, Starflyer 59, Hum, Ours (komplette Liste) meist nur ihre Stimmen liehen und der komplette kreative Prozess des Songschreibens, aber auch des Aufnehmens bis hin zum Spielen der Instrumente komplett von Daniel Victor übernommen wurde. So ist es nicht verwunderlich, dass der Mann, der unter Nonnenaufsicht das Klavierspiel erlernte und sich selbst Bass, Gitarre und Schlagzeug beibrachte, dem Album seinen eigenen Stempel aufdrückte und den musikalischen Background der Sänger wirklich in den Hintergrund schiebt.
So befinden sich 16 durchaus interessante Tracks auf dem Album “Act 1 – Goodbye Friends of the Heavenly Bodies”. Auf der gesamten Platten regieren Gitarren mit immer wieder wunderschönen Melodien und Riffs (z.B. bei Age Of Consent oder auch “The Grace”). Trotzdem gibt es eine Tendenz zu elektronischen Klängen, die mit Piano versetzt werden (I Hope Your Hearts Runs Empty oder auch The Piece). Aber auch die Gesänge der einzelnen Mitstreiter reichen vom sanften Hauchen bis hin zu sich emporschlängelnden Hymen. Es Daniel Victor durchaus gelungen, seine Mitstreiter musikalisch zu entkleiden und ihnen eine neues, zwar anderes, aber trotzdem nicht weniger passendes Gewand zu geben.

Die erste Single war “The Grace” mit dem uns durchaus bekannten Dallas Green (Alexisonfire, City And Colour). Ich finde sie gibt den Grundton der Platte recht schön wieder, der immer zwischen melancholisch und traurig andächtig hin- und herschwingt. Es ist die richtige Platte für den dann doch langsam über uns kommenden Herbst, bei dem man wieder anfangt, die ans Fenster pochenden Regentropfen zu zählen…

Das Video zu “The Grace” (Daniel Victor als der Mann, der dem Engel hilft). Leider ist das gute Stück ein wenig übersteuert:

urbane Anspieltipps: The Grace, This Longing, A Little Piece…

website | myspace

Ahhhhhhhh…

…hhhhh.(Ihr könnt meinetwegen mitmachen.)

Unscharf

Heute wieder am aktuellen Visions Titelbild von Thomas Rabsch erkannt, dass gute Bilder nicht absolute scharf und kornlos sein müssen. Das Motiv und die Emotion des Bildes sind alles.Portfolio von Thomas Rabsch

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