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Gerädert.

Nach dem krachigen, letzten Wochenende mit Probearbeit bei unser aller Lieblingslebensmittelsupermarkt, einer 15 stündigen Hochzeitsmarathonreportage und der Nachfeierei meines Geburtstags bei meinen Eltern mit abschließender Zertrümmerung des Handwurzelknochens meiner Großmutter fühle ich mich derzeit – aber eigentlich schon seit Tagen – wie gerädert. Ich bin ständig müde und stecke meine Umgebung mit andauernder Gähnerei an.

Nach einem ermüdenden Seminar (Ich  h a s s e  ÄDL.) und der Erkenntnis, dass nichts meine Aufmerksamkeit länger als 5 Minuten behaupten kann, sitze ich jetzt hier in diesem widerlichen Kerker von organisierten Bücherstapeln, die alle eine Nummer tragen und was sagen wollen, und denke an nichts. Neben mir liegen Blätter, Bücher, eine Lateinklausur, Stifte. Doch nichts in mir vermag es, daraus etwas Sinnvolles zu kreieren. Etwas, dass mich weiterbringt, dass auf meine Bedürfnisse Rücksicht nimmt, dass mich interessiert.

Nach einem vernebelnden Blick in die Blogosphäre – Blogos est deus inversus – sehe ich Tag ein, Tag aus das Gleiche. Immer wieder. Man braucht so unglaublich viel Zeit all die Feeds und Kommentare zu lesen und immer wieder sieht man großartige Texte, Ideen, verspielte Bildlichkeiten, die aus dem Nichts kommen und nach wenigen Tagen im Strudel des Interesses in die Dunkelheit der Vergangenheit einkehren werden.

Ich muss weiter. Meinen Weg, der derzeit wie schon seit Jahren kein Ziel besitzt.

5 Kommentare

  1. Sei froh drum! Stell dir vor, du hättest ein Ziel und würdest es irgendwann erreichen – was dann ?

  2. Marcus

    28.06.2007 at 17:15

    Jeder Weg muss schon rein logisch ein Ziel haben, sonst wäre er kein Weg, sondern nur ein Punkt mit Bewegung. Außerdem entstehen ja aus jedem erreichten Ziel neue Ziele.

    Ich wollte damit aber eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass mich dieser permanente Ziellosigkeit meinerseits langsam um den Verstand bringt. Ständig ist die Welt damit beschäftigt Ziele zu erreichen: auf den Mond, auf den Mars, zu dieser Firma, auf dieses Konzert, zur Oma, zur H.O. etc.. Nur ich stehe desolat daneben und schwirre unaufhaltsam durch den Raum. Weiterhin ohne Ziel.

  3. Ey Freund Blase, wenn du schon über ÄDL lästern musst (was ich ja ob des tollen dozenten gar nich verstehen kann 🙂 dann lob doch wenigstens deine bezaubernde banknachbarin, die dir die sitzung heute versüßt hat!

  4. Hey, das mit der Handwurzel deiner Oma finde ich richtig scheiße!
    Und außerdem solltest du mal einige „s“ in deiner Schreibe sparen! Tun´ nich´ so, als bräche die ganze Welt zusammen – du kannst gut schreiben, das wäre doch ein schöner Weg und vielleicht steckt darin auch ein Ziel. Aber lass bitte deine Oma zu Frieden. Die kann man nich nachkaufen!

  5. Sorry, ich habe es vielleicht falsch verstanden – deine Oma hat sich das Handgelenk gebrochen. Naja, und jetzt braucht sie dich, euch um so mehr!

    Dieser Blog hatte wohl Herbstpause – ist ja schon länger her mit all der Frustration – wie geht´s jetzt?
    Ja, mal rauf und mal runter. Und das wird so bleiben, nur die Gründe sind immer banaler. Hoffe du schreibst und liest noch immer und tja, ich denke manchmal sieht man fast nicht, was man gut kann, weil man so gerne nach den anderen Ausschau hält.
    Viel Glück und die richtige Intuition!
    Rike

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