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Monat: Oktober 2006 (Seite 1 von 4)

Warten auf den Winter

Wann kommt er denn endlich? Wo bleibt er nur? Ich habe heute früh schon wieder ein Kalenderblatt abgerissen und bin danach über die große Stufe auf den Balkon gestiegen … draußen war es warm, zu warm. Es riecht bald gar nicht mehr nach Herbst, eigentlich schon fast nach ihm. Und trotzdem ist die Landschaft grau. Außer vielleicht die wenigen noch mit bunten Blättern behangenen Bäume. Sie säumen noch einige Straßen oder stehen in Parks bereit für den Kahlschlag.

Ich warte eigentlich jeden Tag darauf, dass ich morgens aufwache, ein Kalenderblatt abreiße, über die große Stufe auf den Balkon steige und nach draußen auf die weiße Landschaft sehe. Es müsste dann so aussehen als wäre ein riesiger Milchtopf mitten über der Stadt umgefallen und hätte alles – Bäume, Straßen, Autos, Häuser – unter einer dicken weißen Schicht Milch begraben.
winter
Doch irgendwie wird die Welt nicht weiß und so sitze ich hier und versuche, mich mit Apfel-Zimt-Tee und „Snow Patrol“ auf den Tag seiner Ankunft vorzubereiten. Denn es ist wichtig, darauf gefasst zu sein. Schlagartig wird alles anders werden. Die Menschen werden ruhiger, zugeknöpfter und die Tage enden wieder so früh. Aber der Apfel-Zimt-Tee wird wieder schmecken und man kann umschlungen auf dem Sofa liegen und dem Schnee beim Fallen zuhören und zusehen.

Bald wird es soweit sein.

lustlos *selbstzitiert*

Beim Durchblättern meiner Statistiken und Beiträge auf diesem Blog ist mir aufgefallen, dass ich sehr lange nicht mehr über die typische Blogthemen geschrieben habe. Beispielsweise hatte ich lange keinen Zusammenstoß mit unangenehmen Mitmenschen, lange gab es auch keinen Einsatz der Wohnheimgestapo. Ich könnte, dachte ich mir, aber über die erste Bahnfahrt im neuen Semester schreiben.

Es gibt in der Regel zwei Arten von Studenten. Für die einen ist die vorlesungsfreie Zeit wirklich nur eine vorlesungfreie Zeit, da diese gespickt ist mit Klausuren und Hausarbeiten. Die anderen nennen diese vorlesungsfreie Zeit Semsterferien. Sie nutzen diese auch als wirkliche Ferien. Wer, wie ich selbstverschuldet zu den ersteren gehört, freut sich, wenn in einer Studentenstadt wie Jena nach spätestens 2 Wochen „Semesterferien“ Ruhe eingekehrt ist. Das heißt, Plätze in der Mensa sind zu jeder Tageszeit verfügbar, man findet einen Platz in der Bilbiothek (auch wenn man erst um 11:30 Uhr kommt) und das schönste die Straßenbahne und Busse sind leer. Und aus irgendeinem Grund fallen ohne diese ganzen Studenten in dieser Zeit die stadtbekannten Irren gar nicht so stark auf.

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Schön sein

Sicherlich geht es Dove primär darum das Image der Marke zu stärken und nur als Nebeneffekt den Kunden – also den vermeintlich nicht so schönen perfekten Frauen mit kleinen Fehlern und Makeln –  den Rücken zu stärken. Auch ich habe schon an verschiedenen Stellen versucht, den schönen Schein der Fashion- und Peoplefotografie ein wenig abzudunkeln und die Tricks und Mittel der Branche aufzudecken. Hier gibt es wieder einen kleinen Flashfilm, der mich recht nachdenklich stimmt. Es wird ganz klar gezeigt wie diese perfekten Bilder, wie diese perfekten Frauen entstehen. Diese Frauen, die für viele Menschen den Maßstab der Schönheit verkörpern. Die Ursache für Trauer und Selbsthass. Und diese Ursache hat am Morgen nach dem Aufstehen auch Pickel im Gesicht.

KLICK

Die Institution der Unschärfe

Wer fotografiert, wird früher oder später mit dem leidigen Problem der Schärfe bzw. Unschärfe konfroniert. Meist als erstes lernt man, dass die Schärfe in der Fotografie sich nur über einen bestimmten Bereich erstreckt. unscharfDieser Bereich wird Tiefenschärfe oder auch Schärfentiefe genannt. Als zweites kriegt man häufig mit, wie man diesen Bereich steuern kann: Das heißt mit einer kleinen Blendenöffnung (= kleines Loch durch, aber große Blendenzahl) erreicht man einen großen Tiefenschärfebereich. Je größer die Blendenöffnung (= großes Loch, aber kleine Blendenzahl) wird, desto geringer wird der Bereich der Schärfe.

Dies führt den Standardanfänger dazu endlich abgebildete Personen oder Objekte vom Hintergrund freizustellen, da dieser nun Unscharf ist: KLICK. Später wird man immer experiementeller und setzt noch mehr auf diesen Effekt, indem der Bereich der Schärfe so klein gewählt wird, dass nur noch wenige Details scharf sind: KLICK. So lernt jeder diesen Effekt für die Fotos zu nutzen.

An anderer Stelle taucht das Problem der Schärfe wieder auf. Diesmal aber nicht als gestalterisches Mittel, sondern als technische Variable. In ellenlangen Threads in diversen Fotoforen oder auf Fotoportalen wird darüber debattiert, welches Objektiv denn nun das Schärfste sei. Dabei hat jeder seinen Favoriten und sieht diesen als: „Die Linse ist echt knackscharf.“ an. Festzuhalten bleibt, das Festbrennweiten, also Objektive mit denen man nicht zoomen kann, im Bereich scharfe Abbildung, klar im Vorteil sind.
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Meldung machen

Ich sitze hier gerade bei meinen Eltern. Mama kocht, Papa liest Zeitung und surfe mit einer 56k-Modem Verbindung im Internet. Nein, das macht wahrlich keinen Spaß. Aber zu diesem recht überflüssigen Eintrag hat es gereicht.

Ich könnte jetzt noch erwähnen, dass ich gestern in Chemnitz das erste Mal seit 2 Jahren wieder fotografieren war und dass diese Proletenstadt Kaffee hassen muss. Denn es gibt kein einziges Starbucks, CostaCoffee, Bagel&Beans, DunkinDonut oder sonst etwas vergleichbares, indem man einen italienischen Kaffee genießen kann. Ich war deswegen frustiert und ein wenig sauer. Aber dafür sind die Menschen (Verkäufer, Busfahrer, Passanten) auf den Straßen viel netter als in Jena und gesamt Thüringen.

Hold The Line.

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