urbandesire

searching since 2004

Monat: August 2006 (Seite 4 von 6)

caducity

Neues vom Knipser:Ich habe vor ein paar Tagen eine neue Kategorie eingeführt, da „Fotografie“ sich eher mit technischen und gestalterischen Details befasst und die Kategorie „Bilder“ auch andere nicht ästhetische Bilder zeigt, somit alle Einträge umfast, die Bilder zeigen. Sie nennt sich „Neues von Knipser“ und präsentiert die Bilder, die im Rahmen von tageausglas auf Flickr und Fotoblog gestellt werden. Beginnen wir heute mit Meister Lampe.
Auf der gestrigen kleinen Fototour, die, da gewissen Filme vom ebay-Verkäufer immer noch nicht versendet worden sind, digital ablief, fand ich mittten auf dem Gehweg einen kleinen toten Hasen, der vermutlich von einem Auto überfahren wurde Er lag so entspannt und so innerlich ruhig da, sodass ich mich überwand dieses Tier zu portraitieren.
Es macht einem mal wieder verständlich wie vergänglich das Leben sein kann. In der einen Sekunde springt man auf der Wiese herum und geht dem Tagwerk nach und plötzlich rasen zwei Scheinwerfen auf einen zu und man ist im übernächsten Moment tot.

Leb‘ wohl kleiner Hase.

Fleischkuchen

Es gibt ja Fleischkuchen. Man schmeißt da Zwiebel und Karotten rein und … natürlich auch Hackfleisch. Das ganze ist dann eher lecker.

Meine Mitbewohnerin wollte zur positiven Beendigung ihrer Famulatur ihren lieben Kollegen einen Kuchen backen. Es sollte ein Nuss-Aprikosen-Kuchen werden. Ursprünglich waren zwei Kuchen geplant, aber als sie meinte, dass der Teig für zwei Kuchen nicht ausreichten würde, packte sie alles in einen. Als ich mir die Geschichte ansah, stellte ich fest, dass hier wieder ihre Affinität herauskam, einfach zuviel zu nehmen. Der Teig war so dick (schon bevor sie den Rest mit reinklatschte, um danach Nuss und Aprikose hinzuzufügen), dass als der Kuchen im Ofen war, der Teig im inneren nicht durchgebacken werden konnte, ohne außen zu verbrennen.

Kurz um, der Kuchen schmeckte zwar, so wie er schmecken sollte (vielleicht ein bisschen zu süß, da auch hier wieder ihre Affinität zuviel des Guten (Zucker) in den Teig zu geben zuschlug), aber er sah aus wie ein Kuchen der aus Hackfleisch bestand. Hier der Beweis:

fleischkuchen

Naja sie backte dann noch unter meiner Anleitung (ich hielt sie viermal davon ab, vom Rezept abzuweichen, um die Menge und Anzahl der Zutaten zu erhöhen) eine klassischen Rührkuchen… der wurde was und die Kollegen haben sich gefreut.

Mahlzeit.

Die Wahrheit

Wenn alles ruhig und dunkel wird
und Du mit Dir alleine bist
wenn in der Welt, die Dich umgibt
jeder vertraute Glanz erlischtWenn Du wo Du zuhause bist
Dich wie ein Gast, ein Fremder fühlst
mit gekauften Passpapieren
und schlecht gefälschtem Lebenslauf
wenn die Bücher im Regal
und die Musik, mit der Du lebst
auf einmal schal und billig wird

Wenn Du Dich reden hörst und denkst
dass nur Berechnung darin ist
und dass Du wenn Du ehrlich bist
nicht wirklich viel zu sagen hast
wenn alles was dir wichtig ist
so erscheint als hätte das
mit Dir im Grunde nichts zu tun

Dann weisst Du eines ganz genau
dann weisst Du eines ganz genau
auch wenn’s Dir anders lieber wär:
dass das einfach die Wahrheit ist

Wenn Du die Du für Freunde hälst
die Du bewunderst und verehrst
vor Deinen Augen lügen hörst
und ohne Würde scheitern siehst
wenn Du nur ihre Eitelkeit
und nichts mehr Liebenswertes siehst
und nichtmal Mitleid für sie spürst

Dann weisst Du eines ganz genau
dann weisst Du eines ganz genau
auch wenns dir anders lieber wär:
dass das einfach die Wahrheit ist
und auch ein wenig lächerlich

Wenn Deine Eltern, die Du liebst
die immer alles für Dich waren
Dir nur noch lächerlich erscheinen
weil sie so alt und hilflos sind

Wenn die Person mit der Du lebst
Dich immer weniger versteht
und die Person mit der Du schläfst
Dich auf einmal nicht mehr erregt
wenn Deine Tränen nicht mehr kommen
weil Du Dich für Dich selber schämst
und selbst die Tränen fremd erscheinen

Dann weisst Du eines ganz genau
dann weisst Du eines ganz genau
auch wenns dir anders lieber wär:
dass das einfach die Wahrheit ist
und auch ein wenig lächerlich

Wenn jemand sagt, dass er das kennt
und dass Du nicht alleine bist
dass die Gespenster wieder gehen
wenn es wieder Morgen ist
dass er bis dahin bei Dir bleibt
dass er Dir Trost und Nähe gibt
und wenn er sagt, dass er Dich liebt

Dann weisst Du eines ganz genau
dann weisst Du eines ganz genau
das eine weisst Du ganz genau:
dass das einfach die Wahrheit ist
und auch ein wenig lächerlich

Peter Thiessen, Kante 2006

Der Tod der Wählscheibe

Das Telefonieren hat sich schon längst geändert. Früher Ganz früher wurden Telefonate noch von einer Telefonistin erstellt. Man kennt das ja aus diversen Filmen, in denen immer viele Frauen in einem riesigen rumorenden Raum vor großen braunen „Schaltsschränken“ mit Löchern und Steckern zusammensaßen, ein Kopfhörer auf den Ohren und ein ständiges „Warten Sie… ich verbinde“ im Mund. Letztens warte ich am Bahnhof auf den Zug. Da rief mich eine ältere Dame an und wollte einen Herrn Lehmstedt sprechen. Ich sagte ihr natürlich, dass ich dieser Herr nicht sei und sie antwortete darauf: „Oh, dann bin ich wohl falsch verbunden.“ Wir werden doch gar nicht mehr verbunden. Die klassische Handvermittlung ist doch schon seit langem ausgestorben. Die Damen sitzen doch gar nicht mehr in den rumorenden Räumen und verbinden unsere Telefongespräche.

Denn irgendwann erfand mal einer Verfahren, was solche Damen überflüssig macht. Ich glaube es heißt „Impulswahl“. Das Schöne an dieser Technik war, dass man ohne mit einer jungen Dame zu sprechen, direkt die Nummer des gewünschten Gesprächspartners wählen konnte und ihn somit sofort erreicht. Entscheidend war dafür das „Wählrad“. Ein Wort/Archaismus das/der heute praktisch ausgestorben ist.

Ich kann mich noch erinnern an 1987 als ich zum erstem Mal das große grüne Telefon im Garten meiner Großeltern wahrnahm. Ich liebte die Geräusche, wenn man den Telefonhörer von der Gabel nahm, wenn man die Drehscheibe bewegte und der elektronische Impuls freigesetzt wurde. Dies zitternd-schmätzende Geräusch, wenn die Wählscheibe zurückfährt. Das Knacksen in der Leitung.

Und heute? Heute herrscht Stille in der Leitung. Elektronisch Tasten signalisieren über Töne, die aus einem Lautsprecher kommen, dass sie gedrückt wurden. Ohne eine Knacksen wird die Verbindung erstellt, das Gespräch ist rauscharm. Welch‘ Komfort.

Doch auch das diese Mehrfrequenzverfahren der Tasttelefone, die die Wählscheiben ablösten, sterben aus. Bald exisitert nur noch VoIP. Ohne Wählscheibe und ohne Knacksen.

Hochtungsvoll…

marge

In memoriam: Elisabeth Volkmann

Hier zum Spiegelartikel: KLICK

(via niggemeier)

UPDATE 09.08.06: Ich trauere immer noch. Vorallem stirbt mit Elisabeth Volkmann nicht nicht nur die Stimme von Marge, sondern sämtliche Bouvier-(Marge, Petty, Selma und Jaqueline)-Stimmen und die waren neben Homer die besten der Serie… *schluck

Ältere Beiträge Neuere Beiträge

© 2026 urbandesire

Theme von Anders NorénHoch ↑