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Monat: August 2006 (Seite 2 von 6)

Buchhändler

Ich denke nur wenige von euch haben den Film „em@il für dich“ gesehen. Insgesamt schlängelt sich die Liebesgeschichte um die Existenz von zwei Buchläden: Einmal die riesige Filiale von Fox-Books (Tom Hanks) und dem kleinen „Laden an der (um die) Ecke“ (Meg Ryan). Und wie es immer so ist, verdrängt natürlich der riesige kapitalistische Buchladen das kleine Buchgeschäft (eigentlich ein Kinderbuchladen).buch Es gibt jedoch eine entscheidende Szene: Nachdem der kleine Buchladen mangels Kunden geschlossen werden musste, begibt sich Meg Ryan Monate später in die „Filiale des Bösen“ und belauscht unter Tränen ein Gespräch zwischen einer Kundin und einem Verkäufer, der nicht wusste von welchem Buch die Kundin sprach und was sie eigentlich wollte, da er die Geschichte, die von Kundin nur bruchstückweise wiedergegeben wurde, nicht kannte. Meg Ryan mischte sich nun heulend ein, weil sie als ehemalige Besitzerin eines kleinen „liebvollen“ Buchladens die Bücher natürlich las, die Geschichten kannte und sofort den Titel des gesuchten Buches nennen konnte.

Jetzt stellt sich mir die Frage ist das wirklich so? Na gut; klar ist, wenn ich in einer modernen Thalia– oder Hugendubel-Filiale ein Buch suche, muss ich mindestens Titel und Autor kennen (am besten natürlich die ISBN). Aber war das schon immer so? War es früher vielleicht möglich hineinzuspazieren und mit Metainformationen (also weden Autor, Titel, Verlag und ISBN) und trotzdem das richtige Buch zu finden. Dies würde ja grundsätzlich bedeuten, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer in Buchhandlungen mehr sein müssten als Kassiererinnen und Regalauffüller.

Nach dem erfolglosen Lesen dieses Buches und auch anderer Bücher wünsche ich mir derzeit schon sehr eine kompetente Verkäuferin, die anhand meiner Lesegewohneheiten meinen Geschmack ermitteln kann und mir „Leseempfehlungen“ geben kann. Aber dieser Wunsch wird wohl unerfüllt bleiben. Und so stöbere ich mich bereits zum vierten Mal durch die Regale und bin mit keinem Buch zufrieden.

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Canon EOS 400D

In den Foren hat es schon wochenlang gebrodelt. Jetzt zur Photokina in Köln am 26.9. – 1.10. haben die Hersteller diverser digitaler Spiegelreflexkamera das Geheimnis um die neuen Modelle gelüftet. Vor wenigen Wochen hatte Sony mit der Alpha 100 vorgelegt, dann hat Nikon mit der D80 geantwortet und nun reiht400D sich auch Canon mit der 400D ein.

Alles in allem ist für Sony der Einstieg mit dem Know-How von Konica-Minolta und Carl-Zeiss in die DSLR-Liga gelungen (10,8 Megapixel (MP), kamerainterner Bildstabilisator, Antidust-Staubschutz- Technologie für den Sensor, 2,5 Zoll LCD usw.). Nikon hat mit der D80 ein hervorragende Modellpflege betrieben, indem die MP Zahl auf 10,2 MP erhöht wurde, eine verbessterter Bildverarbeitungsprozessor zum Einsatz kommt und auch ein neues Auto-Fokus-Modul (von der großen Schwester D200) neben zahlreichen anderen Neuerung hineingepackt wurden.

Heute war es dann endlich soweit. Canon öffnet die Pforten in die Entwicklerwerkstatt. Die neue 400D ist ebenfalls mit 10 MP (genau 10,1 MP) ausgestattet und besitzt nun endlich auch einen speziellen Sensor-Cleaning- Modul, was diesen vor Verstaubung schützen soll. Eine entscheidende Veränderung ist ebenso das Display. Von der 350D ist die Aufteilung in einen LCD-Monitor und eine monochromen Statusanzeige bekannt. Letztere fällt bei der 400D weg und wird durch ein insgesamt größeres (2,5 Zoll) Display ersetzt, auf dem nun auch die Status-Daten (ISO, Blende, Belichtungszeit usw.) angezeigt werden. Eine weitere Verfeinerung stellt die Tatsache dar, dass im Okular zwei Augen-Sensoren eingebaut sind, die, sobald man das Auge vom Sucher entfernt, dies registrieren und die Status-Daten auf dem LCD anzeigen (bei dem Auge im Sucher bleibt das LCD leer). Die Bildfrequenz (also das Schießen der Bilder hintereinander) ist von 2,5 Bildern (300D) über 3 Bildern (350D) nicht weiter erhöht worden und liegt ebenso bei 3 Bildern pro Sekunde. Dafür ist es aber möglich mehr Bilder hintereinander zu schießen bis die Kamera abspeichern muss (also der Bildpuffer voll ist). Mit 27 JPGs und 10 RAWs ist bei der 400D Schluß. Zum Vergleich die 350D schafft 14 JPGS und 5 RAWs.

Als Fazit kann man sagen: Ordentlich Modellpflege. Die Hoffnungen auf mehr ISO und bessere Rauscharmut (noch besser ist eigentlich schwierig) wurden nicht erfüllt. Ebenso spendierte Canon keinen neuen Signalverarbeitungsprozessor. Im Inneren arbeitet weiter der DIGIC II. Stark zu bemängeln bleibt weiterhin, dass es Canon nicht auf die Reihe bekommen hat, den Sucher zu vergrößern. Selbst der Sucher meiner 300V ist größer.

Der Hammer liegt wahrscheinlich wieder im Preis. Kostet die Sony Alpha neu 970 Euro, die Nikon D80 900 Euro wird die 400D mit 800 Euro veranschlagt, was zur Folge haben wird, dass der Straßenpreis bald bei um die 700 Euro liegt und dies scheint das Hauptkaufargument zu werden, denn sonst bietet die Kamera kaum Vorteile gegenüber der 350D (im fotografischen Bereich).

Als Hinweis kann ich nur ausgeben, dass man sich nun nach gebrauchten 300Ds (wahrscheinlich so um die 400 Euro schon zu haben) und nach gebrauchten 350Ds (um die 500-650 Euro) umsehen sollte.

So das war mein Nerd-Artikel für diese Woche.

Ach und bevor ich es vergesse. Es gibt neue Filmportraits in der Kamerfilmdatenbank: Kodakcolor VR 400 Plus, Kodak BW400CN und sein Vorgänger Kodak T400CN, sowie der Kodak Ultra.

Aus und Vorbei

Nachdem sich nun schon vor über einem Jahr Snapcase trennten, warfen BoySetsFire nun vor wenigen Wochen auch noch das Handtuch. Mann. Und nun hat sich auch noch Josh verletzt. DoppelMann.
Jetzt bin ich ernstlich am Überlegen, ob ich am 29. August nach Leipzig in die Conne fahre und mir noch ne letzte Show ansehe… bevor diese Band in die ewigen Jagdgründe übergeht. DreifachMann.

UPDATE: Der Jojo und ich haben beschlossen zum Konzert nach Leipzig zufahren. Das Auto von meiner Schwester geliehen und die Karten bestellt, die Buttons geputzt…. ROCK AND ROLL…….

Der Mann, der zu spät kam

Ich lese gerade den Roman „Der Mann, der zu spät kam“ von Louis Begley. Normalerweise halte ich viel Langeweile aus, aber dieses Buch übertrifft alles. Die ersten 15 Seiten Einstieg waren wegen des Namenswirrwarr so verwirrend, dass ich das Buch sofort wieder weglegte. Als ich es mir überlegt, doch wieder anzufangen, las ich auf den nächsten 20 Seiten absolut lapidare Geschehnisse aus dem Leben der Hauptfigur Ben. Es werden seitenlange Exzerpte aus seinen Tagebüchern vorgetragen, die nicht nur, weil sie sehr schlecht geschrieben sind, zum Weglegen des Buches verleiten, sondern auch weil diese Seiten dem Leser die Hauptfigur überhaupt nicht näher bringen.

Irgendwie wirkt das Buch naja sagen wir mal konstruiert, aber halt schlecht konstruiert. Auch für Romane gilt, es muss etwas Besonderes erzählt werden und wenn man nichts hat, dann sollte lieber das Thema wechseln. Oder einfach keine Bücher schreiben.

Ich lehne es eigentlich ab, ein Buch, bevor ich es zu Ende gelesen habe, zu bewerten, aber dieses bekommt jetzt seine Bewertung, da ich es nicht weiterlesen werde.

Wenn es jemand haben will, soll er sich melden.

Female Voices

Sandra Nasic ist schuld. Sie hat es versaut. Sie ist daran Schuld, dass ich Frauenstimmen im Rock’n’Roll nicht mag. Ich war eigentlich kein Guano Apes-Fan, aber damals in dem Alter hörte man irgendwie alles und dann eben auch das. Aber was mir da entgegen heulte, surrte und knallte gefiel mir einfach nicht. Sandra Nasics Stimme passte einfach nicht rein und so zog ich mir eine Rock’n’Roller-Frauenstimme-Phobie zu. Ich argumentierte nächtelang im kleinen Kreis, dass Frauenstimmen und Rock’n’Roll einfach nicht zusammenpassen brachte passable Beispiele: Mia, Evanesence, Dia Happy und natürlich Guano Apes. Sie alle konnten zwar irgendwie brüllen (okay bei Mia ist das eher ein Kreischen), aber doch fand ich Damen im R’n’B und Popbereich besser aufgehoben. Bis jetzt. Drei Frauen haben mir gezeigt, dass auch anders geht.
lewismorning

walls

Es handelt sich dabei um Juliette Lewis von den (and the) Licks, Chantal Claret von Morningwood und nicht zu vergessen um Candace Kucsulain von Walls of Jericho. Die ersten beiden eher dem Retro-Strokes-Punk-Rock verbunden, ist die dritte im Bunde purer Hardcore und hat ein Organ, was ihres gleichen sucht. Vorallem Juliette Lewis hat es mir aber angetan. Die Schauspielern hat einfach die rauchigste und knarzigste Stimme, die ich seit langem gehört habe. Mit ihrer Band „The Licks“ hat sie mit dem Longplayer „You’re Speaking My Language“ lange Zeit meinen ipod und Winamp in Beschlag genommen und mich vorallem mit dem Song „I Never Got To Tell You What I Wanted To“ betört. Aber auch ihre Kollegin Chantal Claret steht ihr kaum nach. Sie hat mit ihrer Band Morningwood ein grandioses knalliges Debüt hingelegt. Und die Bühnenshows sind bei beiden Bands der Hammer. Wenn ihr versteht, was ich meine 😉

Und zu Candace muss ich eigentlich nicht viel sagen (naja eigentlich doch; ihr kennt die Gute ja bestimmt nicht)… sie ist die ungekrönte amerikanische Hardcore-Königin: zweistündige Shoutshows mit allem was dazu gehört sind Grundvorraussetzung. Und auch mit ihrem neuen Album „With Devils Amongst Us All“, auf dem der Sound um einiges melodischer geworden ist, zeigt sie wieder was in ihr steckt. Ich werde sie mir dieses Jahr noch live antun. Das wird der Knaller.

Und weil mich diese drei Frauen eines besseren belehrt haben, ist diese Woche Morningwood mit ihrem selbstbetiteltem Debüt „Album der Woche“… also Mädels, come on give me the noise

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