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Musikdownloadportale – Allgemein

Musikdownloadportale… ist das eigentlich ein neues Wort? Neudeutsch, Anglizismus… ist das der Sprachgemeinschaft überhaupt schon bekannt? Eher nicht. Trotzdem geistern durch jegliche Medien der Hinweis auf die Möglichkeiten sich Musik aus dem Internet zu laden? Doch was soll das alles. Ich kann mir doch wie gewohnt eine Platte im Plattenladen kaufen, wenn ich jetzt im Internet mir eine Datei kaufe, habe ich doch nichts “wirkliches” in der Hand?

In der Tat, man hat nichts wirkliches in der Hand. Trotzdem kann man eine Menge mit dieser digitalen Musik anstellen. Zunächst spart man Platz in der Wohnung, da ja die CDs entfallen, und kann sich diese Datei auf einem gängigen mp3-Player ziehen und anhören. Wenn man doch wieder CDs rumliegen haben will, kann man sie brennen auf eine CD, aber diesmal in einer Reihenfolge, die man sich wünscht.

Es gibt also eine Menge Gründe sich durchaus damit zu beschäftigen. Deswegen habe ich eine kleine Serie zusammengestellt, um die einzelnen Börsen einmal vorzustellen.
Fahrplan dieses Artikels:

  1. Musikdownload — Allgemein und DRM
  2. Musicload
  3. AOL
  4. Itunes
  5. Media Online
  6. Weitere Musikportale
  7. Zusammenfassung

Die einzelnen Artikel erscheinen im Abstand von je einer Woche.

ALLGEMEIN: DRM
Oftmals wurde ich gefragt, warum bieten diese ganze Portale eigentlich immer nur wma (auch bekannt als das Audio-Format von Microsoft) an. Ganz einfach: man kann wma eine spezielles Rechtmanagement (DRM=Digital Rights Management) einverleiben. Theoretisch ist dies aber auch mit anderen Formaten möglich, nur Microsoft waren da mal die ersten, dies es massentauglich machten. Prinzipiell wurde diese System entwickelt um das geiste Eigentum zu schützen. Dies wurde nötig, da im “digitalen Zeitalter” ein einfacher Mausklick genügt, um eine Datei in exakt derselben Qualität auf dem eigenen Rechner zu speichern. Man macht also nicht, wie etwas bei einer Cassette, eine qualitativ schlechtere Kopie von einem Original, beispielsweise einer CD, sondern erstellte eine 1:1 Kopie mit derselben Qualität.

Das Aufkommen von Tauschbörsen, wie etwa Napster, die es ermöglichten, diesen Kopiervorgang auf die gesamte Welt auszudehnen und in einer unglaublichen Geschwindigkeit Musik rund um den Globus transportierten, riefen die Musikindustrie auf den Plan. Diese machten. anhand sinkenden CD Verkaufszahlen, den Schuldigen schnell aus: Musiktauschbörsen. Und nun nach vielen Gerichtsprozessen und dem Aus solcher “illegaler” Tauschbörsen (z.B. Napster), stehen Musikindustrie und der Internetnutzer, “der sich ab und zu mal eine mp3 aus dem Netz gezogen hat”, auf Kriegsfuß.

Lange gab es keine ausreichenden Alternativen, die diesem geschundenen Nutzer eine andere Möglichkeit anboten, Musik schnell und recht unkompliziert aus dem Netz zu laden. Erst in den letzten 4 Jahren tauchten die ersten Online-Download-Portale auf. Die ersten größeren Erfolge konnte Itunes, welches mit einem sehr großen Musikangebot überzeugen konnte, und auch der T-online-Ableger musicload.de verbuchen.

Es war somit notwendig für alle Anbieter die angebotenen Dateien, die nicht mehr durch ein p2p-System übertragen werden, sondern per Direktdownload, durch ein System zu schützen, dass eine illegale Verbreitung unterbindet.

Am häufigsten sind heute das DRMS (Digital Rights Management System) von Microsoft “Windows Media DRM) und das Itunes-Format verbreitet.

Das System ist “schlüssig” 🙂 wie simpel. Durch eine Verschlüsselung werden die Daten an eine beliebige Lizenz gebunden. Nur wenn der Schlüssel gefunden wird, kann die Datei geöffnet werden und dann die entsprechend der Berechtigung gesetzten Nutzungsrechte ausgeführt werden. Praktisch betrachet: Lädt man sich eine DRM-Datei aus dem Internet, wurden sich vorher von dem Anbieter durch eine spezielles Verfahren unlesbar gemacht. Erst nach dem Kauf und beim ersten Abspielen werden Benutzer- oder Gerätkennung, Inhaltekennung vom Server abgefragt. Und wenn diese stimmen, ist die Lizenz erteilt und die Datei darf benutzt werden. Hier ein kleines Schaubild aus unser aller Lieblingsenzyklopädie Wikipedia:

drms

Man erhält also durch den Kauf einer DRM-Datei eine Lizenz, die einem ermöglicht diese Datei auch zu nutzen.

Trotzdem sind Vorbehalte gegen DRM anzumelden. Zunächst einmal muss man fragen, sind DRM-Dateien auch in Zukunft noch abspielbar. Werden etwa durch neue Standards alte Format unspielbar und verlieren somit die Dateien ihren Wert? Weiterhin wird man durch DRM-Musik gezwungen, auf bestimmte Festplattenplayer und Mobile Player umzusteigen, die diese Rechtesysteme unterstützen. Diese Einschränkung stellt derzeit die Nutzer für die größten Probleme.

Nehmen wir mal an, dass Person X eine DRM-Datei kauft, herunterlädt und auf einen DRM-fähigen mp3-Player überträgt. Person X will damit dann auf einer Feierlichkeit glänzen und bringt wesentliche Teile seiner Musiksammlung, u.a die gekaufte Datei digital auf dem eben erwähnten Player mit, möchte diese auf der Party am Computer des Gastgebers Person Y abspielen. Doch dies wird nicht gehen, da er, wenn auch Person Y einen DRM-fähigen Player bereit hat, dieser nicht die Lizenz besitzt, die geschützten Dateien abzuspielen. Ergo wird sich Person X ärgern und den ganzen Abend “No Angels” hören müssen anstatt die geliebte Mars Volta Platte. Sicherlich gibt es Methoden auf anderen Rechnern Lizenzen freizuschalten, doch im leicht alkoholisierten Zustand kann dies zu einem anstrengenden Prozedere werden.
Ich denke aus diesem Beispiel wurde die DRM-Problematik ersichtlicht. Die Musik wird in Bahnen gezwängt, die nicht jedem Anbieter gefallen.

So wer bis zum Ende dieses Artikels gekommen ist, dem danke ich auf jedenfall schon mal.

Nächste Woche wird das erste Portal beschaut: Musicload. Bis dahin.

3 Kommentare

  1. hey!
    prinzipiell würde ich sagen, dass diesem system die zukunft gehört.
    allerdings bleibt zu befürchten, dass dieses system von der musikindustrie ausgenutzt wird, ähnlich wie microsoft das bereits mit seinen “kopierschutzen” macht. eine bestimmte software an eine bestimmte hardware binden!
    nachher entwickelt sich das so, dass man die musik-datei nur auf einem rechner abspielen kann und wenn man die auf den mp3-player ziehen will, braucht man eine zusatzlizenz, etc.
    ich fände es wesentlich sinnvoller, die millionen in anti-raubkopie-entwicklungen lieber in den verbraucherpreis zu stecken und diesen zu senken! wenn musik so günstig wäre, dass es sich vom aufwand nicht mehr lohnen würde, raubkopien zu beschaffen, würde das mit der zeit ganz von alleine aufhören!
    andererseits ist der rückgang der verkauften musik auch mit dieser “scheisse” in den charts zu erklären, was gerne unter den tisch fallen gelassen wird! 😉

  2. Danke für das Lesen des Artikels, hoffe du bleibst der Serie treu. 😀

    Leider sehe ich das ganz ähnlich, es wird in Zukunft nur noch möglich sein, drm musik auf speziell durch Lizenzen freigeschalteten System und Playern wiederzugeben. Vielleicht geht die Entwicklung sogar soweit, dass irgendwann nur noch lizenzierte Musik abgespielt werden kann, dass also dein Player nur noch startet, wenn er bei der Datei eine entsprechendes drm erkennt. Freie Musik oder eben die drm freie Musik der Tauschbörsen oder der selbst gerippten CDs können nicht mehr abgespielt werden.

    Bleibt eigentlich nur noch die Frage, ob sich die Benutzer das Recht die Musik ihrer Wahl zu hören so selbst beschneiden. Aber es kann auch sein Gutes haben. Wenn Vista oder Nachfolgedistributionen solch einen drm vorgeben… dann wird diese keiner mehr kaufen. Hoffentlich.

    Andere Sichtweise hier:

    http://www.nerdcore.de/wp/2006/01/23/drm-is-a-complete-lie/

  3. um diesen sehr wertvollen Artikel, wie ich finde, nicht so einfach in der Versenkung verschwinden zu lassen, äußere ich mich auch nochmal dazu.

    DRMS wird sich nich durchsetzen ! 🙂
    Es geht vielleicht in die richtige Richtung (Musik online billig zu beziehen) ist aber einfach nicht attraktiv genug um sich durchzusetzen. Für die Musikindustrie ist so ein System mit vollen Kontrollmöglichkeiten natürlich perfekt, nur leider gehen sie zu Lasten der Verbraucher.

Kommentare sind geschlossen.

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