Aus einer Formatvorlage mache viele

Ich erläuterte ja vor ein paar Tagen ein Problem, dass sich aus dem Zusammenspiel zwischen Scrivener und jeglichem Texteditor (Word, Pages, OpenOffice, LibreOffice etc.) ergibt. Ich schrieb:

Für den Mac kann man sagen, dass Scrivener auf die systeminterne RTF-Engine von Mac OS X für den Export von Dokumenten nach .rtf, .doc oder .docx zurückgreift. Dieser Standardexporter ist aber ziemlich beschränkt, so dass alle in Scrivener angelegten Formatvorlagen/Styles zu Formatierung des Dokuments zwar optisch im Dokument mehr oder minder umsetzt, aber nicht in die Formatvorlagen des Textverarbeitungsprogramm überträgt. Dies gilt für alles. Also auch für Formatvorlagen, die Überschriften definieren und die man eventuell später braucht, um eine Inhaltsverzeichnis automatisch generieren zu lassen […]1

Was macht man nun? Eine Möglichkeit wäre natürlich auf die Nutzung von Scrivener zu verzichten. Dumm nur, wenn man den Workflow liebgewonnen hat und sich ungern davon trennen möchte oder aber bereits einiges an Text darin produziert hat. Also muss eine Lösung her. Und die ist im Prinzip gar nicht so schwer, wenn man die Voraussetzungen dafür in Scrivener schafft. Denn der Vorteil ist, wie ich bereits schrieb, dass Scrivener ja die in der Scrivener-Formatvorlage angegeben Formatierungseinstellungen auch im .doc-, .docx- oder .rtf-Dokument umsetzt, zwar nicht als einzelene Formatvorlage, aber zumindest optisch. Und das ist der Ansatzpunkt wie die Formatierungsvorlagen quasi rekonstruiert werden können.
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  1. über das Formatvorlagenproblem der Compile-Funktion in Scrivener []

Tagwerk

Was ich in den letzten Wochen getrieben habe? Naja. Zwei Google+-Einladungen (jetzt erkennt man, dass die Namesgebung google+ wirklich Problematisch ist, da Komposita mit Bindestrich immer dämlich aussehen) erhalten, die mich nicht in den neuesten Scheiß’ des Webs gebracht haben. Ich fühle mich in meiner Early-Adopter-Ehre wirklich angegriffen. Stehe vor den Toren, lechzend nach nach der neuen schönen Welt und kann nicht rein. Sehe nur die Profile, die Unterhaltungen, ohne wirklich daran teilnehmen zu können. Und jetzt kommt’s: Wenn Google wirklich so schlau ist, wie alle Apokalypse-Privacy-Artikelschreiber dieser Welt es vorzeichnen, dann bin ich der lebende Beweis, dass es nicht so ist. Google kennt mich nicht. Sonst wären würden sie mich freigeben. Welch’ Arroganz. Herrlich.

Nein.

Ich habe im Prinzip gar keine Zeit noch wirklich Lust das Google+-Universum (da schon wieder) zu erforschen. Darüber lesen, reicht wirklich aus. Scheint aber nett zu sein. Was ich eigentlich getrieben habe, war das abarbeiten von langwierigen Projektlisten. Neben einer Hochzeitsfeier in Nordthüringen – meiner ersten wirklich erzkatholischen Trauung – war es ein spannendes Webprojekt. Von der Hochzeit wird es hoffentlich demnächst einige Fotos hier zu sehen geben.

Das Webprojekt, das ich hier kurz vorstellen möchte, ist die Internetpräsenz für einen neuen Studiengang des Universität Jena. Der neuartige Fernstudiengang „Bio-Konfliktmanagement“ (BioMER) brauchte eine adäquate Webpräsenz, denn schon bald sollen zahlreichen Studenten diesen Studiengang nutzen, um sich im Bereich der Konfliktlösung in der Biotechnologie weiterzubilden. Zusammen mit dem Lehrstuhl erarbeitet ich aber nicht nur ein Design-Konzept, sondern wir entwickelten ein kleines Kommunikationskonzept aus Anschreiben, Workshops und vielem mehr, um die Infos kurz vor Start des Studiengangs noch an den Mann zu bringen.

Da ich mir meine Webprojekte normalerweise aussuchen kann und oftmals auch genügend Zeit für Gestaltungsideen und das Entwickeln der Seite selbst habe, war dieser Auftrag von erhöhter Spannung. Denn hier musste binnen drei Wochen von der ersten Ideenfindung bis zum Launch der Seite alles schnell geplant, koordiniert und vermittelt werden. Ein wenig länger hat es leider gedauert – aber schließlich kamen wir doch gut voran. Die Website steht ins Netz und erzeugte bisher auch genügend Anfragen. Und ich bin fast ein wenig stolz, denn dass, was unter www.master-biomer.de steht, kann sich sehen lassen:

Es ist da.

Gestern am späten Nachmittag erreichte mich die Sendung von blotto. Ein an die Wand zu hängendes Buch („pin a book on the wall“). 70x100cm. Toll. Die Frage, die ich eigentlich beantworten wollte, welche Ausgabe zugrunde gelegt wurde, lässt sich bei einer ersten Inaugenscheinnahme nicht klar bestimmen. Denn es fehlen die Szenen- und Bühnenanweisungen, die ein Bestimmen sehr erleichtern würden. So muss ich jetzt direkt dem Text bzw. die wenigen Strukturumstellungen bzw. die eigenwillige Interpunktion beispielsweise von Schönes Ausgabe analysieren vergleichen. Das aber erst, wenn es an der Wand hängt. Faust I folgt ja häufig der Ausgabe letzter Hand, bei Faust II gilt häufig die Handschrift H. Welche käuflich zu erwerbende Ausgabe aber Basis war bzw. welches Digitalisat, weiß ich momentan eben noch nicht.

Witzigerweise habe ich gleich beim ersten Blick einen Fehler gefunden. Die Wahrscheinlichkeit das dies passiert, geht vermutlich gegen Null. Aber trotzdem. Nach V. 8646 ist Helena wie sonst immer nicht in Versalien gesetzt, sondern in normalen Zeichen und es folgt ein kleiner unvollständiger Auszeichnungscode: irgendwas mit „<bp …“ . Jaaa! Ich bin ein kleiner Besserwisser.

By the way. Wer kennt jenseits von Blutack und Tesa PowerStrips eine vernünftige, rückstandslose und nicht sichtbare Befestigungsmöglichkeit für empfindliche Papierposter an Rauhfasertapete?

Der komplette Faust an einer Wand

Ich habe es getan. Es ist zwar unerhört teuer (28 €, inkl. Versand), aber ich habe mir als alter Faustliebhaber die komplette Faust-Ausgabe auf einer Seite gesichert. Ging nicht anders, Leider war nicht zu ermitteln, welche Ausgabe die Herren von blotto verwendet haben. Das sollte vielleicht noch hinzugefügt werden. Aber ich kann es ja dann, wenn das Plakat ankommt, berichten. Ich finde gerade die Idee dahinter – in unserer neuen Welt digitaler Texte – konsequent in einen festen starren Rahmen zu pressen, ohne dass hier gebookmarkt, weitergeleitet etc werden kann, ganz verzückend. Für die typografisch interessierten soll noch erwähnt werden, dass das Plakat in 4pt Malaga gesetzt ist.

Für die Anglisten unter uns gibt es noch Shakespears „Macbeth“, eine englische Übersetzung der „Illias“ von Homer sowie, ganz neu offenbar, Marx’ Kapital. Vermutlich der erste Band. Wer noch andere Werke sucht, kann sich ja mal bei spineless classics umsehen. Eine wundervolle Idee und es wird sich toll über meinem Bett machen.

(All the worlds a page; via fontblog)