Archiv für die Kategorie „Faust II“

Salve

Donnerstag, 27. August 2009

via www.goethe-gesellschaft.de

Ich hatte mich dann letztens wieder geirrt. Als ich von Jojo gefragt wurde, welche Begrüßung man im Lateinischen benutzte: Ave oder Salve; tendierte ich aufgrund der Goethischen Prägung hierzulande zu Salve. Ich erklärte, dass Goethe dies über dem Türbogen stehen hat(te). Die Begrüßung Salve findet sich jedoch auf der Türschwelle, wie ein Bild der Goethe-Gesellschaft belegt.

“In deinem ‘Nichts’ hoffe ich, das All zu finden.”

Donnerstag, 27. August 2009

Zwischenstand

Donnerstag, 27. August 2009

Heute war die letzte Möglichkeit eine Sprechstunde wahrzunehmen. Mein Gutachter war gut gelaunt, hatte er doch insgesamt nur eine Stunde anberaumt, um Studenten durch ihre Hausarbeiten, Hausarbeitsergebnisse und Magisterarbeiten zu dirigieren. Für mich war es der Tag der Wahrheit. Am Ende der 45 Minuten (sorry für die anderen) war ich erleichtert und gleichsam ernüchtert. Es ging heute darum meinen Schlachtplan absegnen zu lassen. Ich habe erstmals bei einer schriftlichen Arbeit einen methodischen Rahmen entwickelt, der als Gerüst für die komplette Analyse dienen soll. Weiterhin mussten verschiedene Nebenschauplätze gleichsam Kampfgebiete der Goethischen Poetik sondiert, bewertet und gegebenenfalls rausgeschmissen werden.

Ich hatte vor diesem Tag ein wenig Bange. Krankten doch meine bisherigen Arbeitsabschnitte stark an einer konkreten wirklich fassbaren Fragestellung. Es war zwar klar, worum es geht, es war klar welche Textstellen und welche theoretischen Aspekte relevant werden sollen, jedoch ein Prinzip bzw. eine Arbeitsmaxime, mit deren Hilfe ich durch den kompletten Komplex kommen könnte, fehlte. Nach den 45 Minuten war Vieles abgesegnet und ich werde es voraussichtlich auch so machen. Doch als es darum ging, meine Thesenvorschläge zu erörtern, wollte sich niemand wirklich festlegen. Auch mein Gutachter blieb gleichsam schwammig:

Finden sie einen theoretischen Rahmen – nutzen sie dafür eklektisch ausgewählte Theorien, Begriffe, Aspekte und Diskurse, schaffen sie sich eigene Begriffe und Schemata, die ihnen die Möglichkeit bieten, die ausgewählten Textabschnitte zu erhellen.

Ich deute dies so: Auf der einen Seite haben wir Diskurse. Diese sind in verschiedener Wertigkeit vorhanden: Geologie, Geschichte, Naturphilosophisches, Soziales sowie Goethes eigenen Standpunkte, die man vorsichtig aus seinen naturwissenschaftlichen Schriften herausarbeiten kann. Dabei sollte es zu keiner reinen Verklammerung der wissenschaftliche Theorien mit dem poetischen Werk kommen (in etwa so wie es Dorothea Lohmeyer in ihrem Werk Faust und die Welt veranstaltete), sondern der Einbezug der nicht-poetischen Schriften sollte mit einer gewissen Distanz geschehen.

Der Einfluss dieser Diskurse mitsamt der naturwissenschaftlichen Schriften soll innerhalb des Faust II so verstanden werden, dass es Goethe darauf anlegte, verschiedene wissenschaftliche Theorien – die so an sich nicht anschaulich sein können, durch das dramatische Gewand darzustellen. Dabei erleben die Diskurse und mit ihnen das darin steckende Wissen eine poetische Transformation, die es mit Hilfe eines Begriffsappartes (Symbol, Allegorie, weitere stilistische Mittel, Kollektivsymbolik etc.) zu beschreiben gilt, um zu zeigen, dass diese Diskurse enthalten sind, andere vielleicht weniger prägnant darin stecken und noch andere einfach Vorstellungen findiger Interpreten sind.

Wichtig – und jetzt kommts – ist natürlich nicht der Aufwärmer bereits explizierter Analysen von Faust II zu sein, sondern mit eigenem Kopf durch den Text duchrzugehen.

Ich denke, jetzt kann es losgehen.

Ich habe einen langen, haarigen Bart.

Freitag, 21. August 2009

Zeitplan

Mittwoch, 19. August 2009

Orientierungs- und Planungsphase (Mai-Juli 2009)

  1. Themensuche und erste Planung ?
  2. Thema erkunden: Grenzen abstecken ?
  3. Erste Literatursuche ?
  4. Thema eingrenzen ?
  5. Festlegung von Fragestellung ?
  6. Methodik und Vorgehensweise ?
  7. Exposé × (wir wollen es ja nicht übertreiben)

Recherche und Materialbearbeitung (Aug 2009)

  1. Systematische Literatursuche: Bibliographieren ?
  2. Beschaffen der Literatur in verschiedenen Bibliotheken, Buchläden oder Archiven ?
  3. Bibliographiedatenbank erstellen ?
  4. Lesen und Exzerpieren/ Auswerten der Literatur/ Quellen entsprechend Methodik und Fragestellung Strukturieren des Materials
    1. Methoden: Strukturalismus, Diskursanalyse (Foucault, Link, Schneider, Genette, Pfister, Haberkorn, Matussek
    2. Diskurse und Motive: Geologie, Evolution, Geschichte (&) Natur, Mythos: (das wäre jetzt zu umfangreich)
    3. verschiedene Interpretationsansätze: Mandelkorn, Schlaffer, Emrich, Matussek, Metscher, Zabka, Schneider, Eppelsheimer, Arens, Wieland, Pongs etc.
    ×/? (80%)
  5. Strukturieren des Materials ? Mindmap ×/ ? (vgl. hier)
  6. Erarbeiten einer Gliederung (bis 25. August)

26. August 2009 – Sprechstunde: Gliederung vorstellen

Rohfassung (Aug-Dez 2009)

  1. Formulieren der Rohfassung
  2. Ruückwirkende Veränderung der Struktur

(Ich denke, das sollte noch etwas genauer durchstruktuiert, jaja.)

Überarbeitung (Dez 2009)

  1. Editieren nach rotem Faden: Vollständigkeit, Überleitungen, Konsistenz, „Tempo des Textes“ (5.-7. Dez.)
  2. Editieren nach wissenschaftlichen Standards: Logik, Begrifflichkeit, Anmerkungsapparat, Quellen- und Literaturverzeichnis (8.-12. Dez.)
  3. Editieren nach sprachlichen Gesichtspunkten: Satzstruktur, Ausdruck, Adjektive, Metaphern (12.-16.)
  4. Überarbeitung von Einleitung und Schluss (17.-20.)

Korrektur (Jan 2010)

  1. Korrekturlesen I: (evt. Alex, Gregor, Bob) Logik, Begriffe, Argumentation
  2. Korrekturlesen II: (Fredi, wer will?) Eliminieren grammatikalischer und orthographischer Fehler, Formali
  3. Überprüfen von Verweisen, Zitaten, Quellen
  4. Reinschrift
  5. Endkorrektur

Abgabe (Feb 2010)

  1. Druck (Donnerstag, 11. Februar 2010)
  2. Binden (Donnerstag, 11. Februar 2010)
  3. Abgabe ASTA (Montag, 15. Februar 2010)

Das Schreiben einer umfangreichen Magisterarbeit wird in den Leitfäden des wissenschaftlichen Arbeits gern unter dem einzigen Punkt »Rohfassung erstellen« zusammengefasst. #fail

Mittwoch, 19. August 2009

Erster Versuch eines Mindmaps.

Mittwoch, 19. August 2009

Faust und Mephisto

Dienstag, 18. August 2009

janitoroflunacy:

Richard Roland Holst ~ Goethe’s Faust

Grace

Montag, 17. August 2009

Es ist fadenscheinig zu glauben, Theorien funktionieren. Der Umstand dies zu wissen, offenbart Rettung. Doch steht man am Anfang von allem und lädt Schotter voller Theoriebruchteile in eine Grube. Immer mehr stapelt sich auf, da ein Haufen, hier eine Ecke mit Gebälk und dazwischen ein schlechtdrehender Zementmischer. Wie soll daraus nur ein Haus werden?

So räumt man rum und um. Immer wieder zerreisst man die Pläne, skizziert neu und überformt sich geglaubtes Wissen. Man weiß ja eigentlich gar nichts. Man siezt die Menschen in den Texten, die einem gar nichts sagen wollen. Perspektiven ohne Perspektiven. Dschungelverästelungen ohne eine scharfe Machete in der Hand, die Dickicht zerstören kann.

So sitze ich nun in der Hitze dieser Nacht auf glühenden Kohlen. Sehnsucht formt sich in die Dunkelheit. Irgendwo brennt ja doch noch Licht.

Wagner bastelt an Hommunkulus.

Samstag, 15. August 2009