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Stoptag

Jeder kennt es sicherlich. Man lebt in den Tag, dieser beginnt, man macht etwas und dann bleibt alles stehen. Der Tag stoppt einfach. Es ist fast so als würde man am Anfang des Tages in ein Auto gestiegen sein, mit dem man besinnungslos in irgendeine Richtung fuhr bis plötzlich das Benzin alle ist. Dann blickt man vom Lenkrad und Tacho auf und die Fragen kommen. Sie klopfen einfach an deine Scheibe. Kurbelst du das Fenster herunter? Lässt du die Fragen zu?

Ich denke nichts ist schlimmer als die Tatsache, dass gewisse Dinge unausgesprochen im Raum stehen bleiben. Sei es aus Enttäuschung oder Bitternis. Doch es gibt nun mal Tage, da kann man nicht antworten, denn man weiß die Antwort selbst nicht. Man geht vielleicht sogar soweit, dass man glaubt, es gibt überhaupt keine Antwort. Somit stellt sich letztens nur noch die Vermutung ein, dass es schon eine Antwort geben muss, nur ob wir fähig sind sie zuerkennen, ungewiss bleibt. Der Tag steht still.

Das alte Pärchen da drüben hält Händchen.

Absichten

Die Finger hacken auf Tasten ein. Nur einen Satz im Kopf: Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern. Vieles hat sich geändert in den letzten Wochen. Ich bin nur noch produzierender Teil der Blogosphäre. Habe in einem Akt der Verzweiflung mein digitales Leben auf ein Mindestmaß zurückgefahren. Alle von mir gelesenen Abonnements zahlreicher deutschsprachiger aber auch internationaler Blogs sind unwiderruflich gelöscht – by the way: scheinbar ist es nicht wirklich möglich, einen GoogleReader-Account zu löschen – und werden in der Form so von mir nie wieder gelesen werden. Auch sind diverse Accounts zahlreicher sozialer Netzwerke der „Inneren Revision“ zum Opfer gefallen… Tumblr, Pownce, Twitter (wobei ich bei letzterem noch ca. 5 Monate Zeit habe zu überlegen, ob ich den Datenbestand nicht doch wieder reaktivieren will) usw.

Ich wurde in letzter Zeit häufiger gefragt warum. Die Antwort ist denkbar einfach: fehlende Medienkompetenz. Wer im real life sein Geld verdienen muss oder Derivaten eines Berufsleben nachgeht, braucht eben genug Puffer, um diesem „Hobby“ zu frönen. Möchte man ein richtiger Teil dieser Blogosphärenbewegung sein, braucht man Zeit: Zeit zu lesen, Zeit zu klicken, Zeit zu lesen usw. Der unaufhaltsame Informations- und Veröffentlichungsstrom war für mich aber nur noch schwerlich zu bewältigen. Es ist nicht wie mit Musik, die aufgrund von Genretrennung, es ermöglicht den Überblick zu behalten. Ein Text führt zum nächsten usw. und muss mehr oder weniger aktiv rezipiert werden. Der Feedreader wird aber nie, wirklich niemals, eintragslos sein, wenn man die kritische Masse von ca. 100 Abonnements überschritten hat, es sei denn man löscht ihn aus dem digitalen Leben.
Es ging zu viel Zeit unproduktiv verloren, zu viel Zeit, die mir nur Mehrwert auf Gebieten brachte, die mir jetzt (und in aller Voraussicht auch in Zukunft) nichts nützen werden. Es tut mir natürlich ein wenig Leid um die zahlreichen Blogs, die ich schon seit Jahren verfolgte, deren Entwicklung ich mitvollzog, deren Schönheit an Texten meinen Alltag manchmal bereichern konnten (doch eben nicht genug, um meinen Entschluss zu ändern), aber auch die inspirierenden Grafik- und Designblogs etc. sind auf gewisse Weise ein schmerzlicher Verlust. Aber keine Entscheidung ohne Opfer.
Somit bin ich aufgewacht aus dem digitalen Traum, der mich knapp vier Jahre meines Lebens jeden Tag begleitete.
Ich lasse es einfach mal offen, ob ich dieses Blog hier schließen werde. Aus meiner Blogosphärenerfahrung zeigt sich häufig die Tendenz des „nicht-lassen-können“, wenn dann so ein Blogdings ungenutzt im Raum steht und es kribbelt in den Fingern, doch wieder etwas zu veröffentlichen. Aber meine Blog kann gern aus euren Feedreadern entfernt werden, so wird der Tod quasi von außen hervorgerufen und irgendwann werde ich mich fragen, ob es sich überhaupt noch lohnt, die Hostingkosten jeden Monat zu begleichen

Love Is Noise

There ain’t no space and time … to keep our love alive... The Verve haben einen neuen Song produziert und eigentlich ein ganzes Album „Forth“. Ich fühle mich gerade zehn, elf Jahre in der Zeit zurückgesetzt, damals als der Gedanke an urbandesire entstand als die „urban hymes“ durch die Luft klirrten. Nur ist der Sound der ersten Hörprobe doch etwas anders… weniger Britpop, mehr pop, mehr Coldplay (liehhh). Naja, warten wir aufs Album. Bis dahin die erste Single, die am 23. Juli erscheint.

Achso: Weitere Helden bringen demnächst neue Musik auf den Markt. Oasis veröffentlichen am 6. Oktober „Dig Out Your Soul“.

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