urbandesire

searching since 2004

Kategorie: Allgemein (Seite 32 von 77)

“Es geht nicht…”

das war die Aussage meiner Vermieterin bzw. Wohnheimverwalterin. Es ändert sich ja einiges. Der urbandesire zieht ja um. Raus aus seinem gehassliebten Lobeda hinein in die Innenstadt Jenas. Dank des Herrn R. findet er Unterschlupf in einem vollmöblierten mitten im Zentrum gelegenen Zimmer. Zwar nur suboptimal zur Zwischenmiete – aber was in 10 – 11 Monaten ist, weiß ja keiner. Irgendwie ist diese Unbestimmtheit auch ganz interessant. Obgleich ich ebenso zugeben muss, dass ich ein wenig zu faul war, nach weiteren Wohnungen und Zimmern zu suchen.Nun ja. Wenn man auszieht, kommen eine Menge Änderungen und vor allem Abmeldungen auf einen zu. Telekom, DSL, GEZ, Zimmer selbst, zahlreiche Adressänderungen usw. usf. Dummerweise lief mein DSL-Anschluss bereits Anfang Juli aus. Einerseits sind das jetzt 30 Euro weniger im Monat. Andererseits hat man ja dann bekanntermaßen kein Internet. Womit wir uns dem Kern der Sache nähern.

Im Wohnheim haben wir – dank einer 1 wöchigen Umbauaktion – die Möglichkeit, Netzwerkanschlüsse der Universität für nur 10 Euro im “Sorglos-Paket” zu nutzen. Einfach Antrag ausfüllen, 2, 3 Tage warten, Kabel rein und surfen. “Super, dachte ich mir.”

Doch bei gleichzeitiger Kündigung des Mitvertrages zum Semesterende ist es nun nicht mehr möglich für die verbleibenden 2 Monate, sich so nen schicken Anschluss zu “kaufen”. Ich wohne also zur vollen Miete im Wohnheim, darf aber alle Leistungen nicht in Anspruch nehmen. Wäre so, als würde mir verboten werden, die Wohnheim-Waschmaschine zu nutzen. Der verdattere Blick meiner Vermieterin auf die Frage hin, ob ich denn dann wenigstens noch Waschchips für eben diese Waschmaschine kaufen darf, zeigte mir, dass sie darüber noch nie nachgedacht hat.

Vermutlich ist es seitens des Rechenzentrums und der Uni auch kein Problem, bloß die Dame da unten in ihrem Verwaltungsbüro, will sowas abwürgen… hat keine Lust. Weil Ossi und überkorrekt. Wenn man einfach sagt, es geht nicht, dann hat man auch weniger Arbeit. Hab ich früher auch so gemacht: “Der Artikel ist leider nicht da…” was eigentlich heißen müsste: “Ich bin zu faul zum Suchen.”

Presskopf im Glas

Es ist schon ein Widerspruch, wenn man gesagt bekommt “bitte räume die Feinkost-Abteilung auf…” und man sitzt knapp eine halbe Stunde da und sortiert “Presskopf” im Glas und in Dosen, Rotwurst, Blutwurst, Zwiebelwurst, Hausschlachtene Fettmettwurst mit Einlage(sic!) und dänisches Frühstücksfleisch, das bereits auf dem Verpackungsfoto aussieht wie schon mal gegessen.Heute früh habe ich mal nachgeschaut, was Presskopf eigentlich ist. Naja. Umschrieben könnten wir sagen: Es ist Schweinfleisch; genauer – ihr habt es vielleicht schon geahnt – : Schweinskopf. Schön ist auch, dass es den roten (versetzt mit Schweineblut) und den weißen Presskopf (Basisrezept) gibt.

Ich frage mich eigentlich immer, warum ich diese Abteilung ständig aufräumen muss. Wer zur Hölle kauft sowas?

Ahhhhhhhh…

…hhhhh.(Ihr könnt meinetwegen mitmachen.)

Sparsamer urbandesire

Der letzte Eintrag war wohl ein bisschen lang… jaja ich und Radiohead
Der urbandesire spart. Warum? Weil er den chronischen Geldmangel der letzten Jahre endlich hinter sich wissen will. Es gab Monate, da musste ich jeden Gang zum Supermarkt überdenken und stand die letzten Tage bis zu BAföG nur mit Anis Unterstützung durch. Einfach weil ich nicht auf mich und mein Geld geachtet habe, sondern nur so dahin lebte, ohne Gedanken an morgen.

Doch jetzt habe ich eine Kostenanalyse gemacht und alle Fixkosten durchforstet. Sinnloses abgeändert, bestimmtes rausgehauen und angefangen richtig zu sparen. Das begann bei mir damit, nur noch Wasser und einfachen Kaffee im Café zu trinken und auch alle sonstigen Einkäufe von Luxusschnickschnack (vorallem technologischer Natur) einzustellen. Letztlich habe ich noch einen Job angenommen, der hoffentlich meine finanzielle Situation auf eine gesunde Basis stellen kann.

Gestern beim Arctic Monkeys-Konzert wurden aber alle Sparpläne über den Haufen geworfen: Eintritt, Benzin, Nahrung, Bier und zu allem Übel fünf vom Baytor geliehene und verlorene Euro. Das schmerzt. Trotzdem bin ich froh, sagen zu können, es hat sich gelohnt und war sowas von geil… (Konzertbericht folgt)

Ich rat euch nur allen: spart und kauft keine HD-Flachbildschirmfernseher… die fressen eh zu viel Strom. Das soll nicht heißen, dass der urbandesire selbigen besitzt, sondern nur, dass dies eine sinnlose Ausgabe ist. Wer bitteschön kann empfängt den HD-Fernsehen? Es gibt aktuell 2 Kanäle, die für teuer Geld von Premiere bereitgestellt werden mehr nicht. Aber irgendwie brauchen alle einen? Fortschritt rockt. Fast genauso wie die Arctic Monkeys.

UPDATE:

Verdammt jetzt haben die Smashing Pumpkins meine Einsparambitionen gleich wieder unterwandert und ich habe mir die aktuelle Visions (4,50 Euro) gekauft. Erstens wegen des langen Artikels, der nach erster Lektüre gut geschrieben ist und Emotionen weckt, aber einen entscheidenden Punkt auslässt (darüber später mehr), aber auch wegen der interessanten Beilage, die zehn seltene Coverversionen von Smashing Pumpkins-Songs enthält… wuah

OKX

Ich weiß noch genau wie es war. Es war Weihnachten. Draußen war es kalt und es wurde schnell dunkel. Der krümelige Schnee fiel immer noch auf eine novembrige Landschaft und durfte einfach nicht auf ihr Ruhen und musste zergehen. Irgendwie hatte ich in diesem Jahr auch keine Lust auf Weihnachten. Zum einen lag das vermutlich daran, dass bei solchen familiären Veranstaltungen stets gestritten wird. Zum anderen aber auch an meiner neuen seltsamen Einstellung zu Weihnachten.Ich arbeitete meine erste Weihnachtssaison bei Toys’R’Us und bekam als aler erstes mit, dass es bei Weihnachten nicht um das durch Fernsehen und Filme generierte glückliche Beisammensein geht, sondern um das rechtzeitige Besorgen von Weihnachtsgeschenken zu ordentlichen Preisen. Wenn das misslang, wurde jeder Mitarbeiter im Spielzeugfachdiscount zum individuellen Punshingball: “Ich schreibe das der Bildzeitung. Da können sie sehen, was sie mit ihrem verfluchten Dreck hier noch anfangen können.” Verkäufer: “Ja, es tut mir leid, dass wir die Lauflernhilfe “Stolpini” nicht in einer kleineren Größe haben, aber für solche Lauftrainer gibt es Standards der Hersteller, um es auch mit dem Alter des laufen lernenden Kindes abzustimmen und ihr Kind ist noch ein Säugling. Und unter 1 1/2 Jahren wird dieses Gerät nicht empfohlen und man muss sich immer – wenigstens grob – an die Vorgaben halten, um auch die Sicherheit des Kindes nicht zu gefährden.” Es folgten endlose Diskussionen darüber, was ich mich einmische und dass ich ihr nicht zu vorzuschreiben habe, wie ihr Kind sicher laufen lernt.

Aber auch, wenn Artikel nicht mehr vorrätig waren, brach die Hölle los: “Was! Wieso? Wieso ist das “Wer wird Millionär?-Brettspiel” einen Tag vor Weihnachten ausverkauft? Das kann doch nicht sein. Wir haben doch jetzt 10 Jahre Wende und ihr Stümper seid immer noch wie tiefsten Osten…!” Ich könnte jetzt an dieser Stelle erwähnen, dass ich als Person für das Fehlen dieser Brettspiele nicht verantwortlich bin, und auch den Markt selbst trifft keine Schuld. Vielmehr ist es ein Verhalten der großen Zentrale, die bestimmt, wohin Waren aus dem Lager gelangen. Und anhand der für alle Mitarbeiter bundesweiten, einsehbaren Abverkäufe könnte genau diagnostiziert werden, dass T’R’U-Märkte, die nicht im Gebiet der ehemaligen DDR liegen (Ausnahme bildet Berlin), durchaus mehr Ware und auch mehr “Wer wird Millionär?-Brettspiele” erhalten hatten. Ja das könnte ich sagen. Hab ich aber nicht. Hab mich nur entschuldigt und die darauffolgende verbale Verprügelung runtergeschluckt.

Seit diesen Tagen hasse ich Weihnachten ein bisschen. Und jeder, der mich mit Weihnachtsstimmung irgendwie anstecken will, muss sich Kommentare über den Weihnachtskommerz gefallen lassen, wenn wieder irgendwo ein Plüschrehntier auftaucht.

Aber was war das Besondere an diesem Weihnachten? Ich bekam als Geschenk die “O.K. Computer” von Radiohead. Ein Album, dass ich zu den wichtigsten in meiner Sammlung zähle. Die Bedeutung dieses Album war mir damals einfach nicht bewusst. Ich mochte schlicht diese Fragilität, dieses Verstörende, das, was Radiohead so anders gemacht hat. Ich möchte das verstörende von “Airbag”, dieses beängstigende, epochale von “Lucky”, die Stimme, die Frickeltöne… einfach alles. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich zu diesen Klängen am Fenster saß, roch wie der Feiertagsbraten so langsam gen Fertigstellung zu Ende schmor und die kleinen, krümeligen Schneeflocken in der Kälte da draußen sah sie gen novembrigen Boden segelten, um dort angekommen, zu vergehen.

Jetzt jährt sich das Erscheinen der Platte zum 10. Mal. Und das feiert Stereogum mit einer kleinen Tribute-Compilation namens OKX, auf der sich u.a. die Cold War Kids, The Twilight Sad und auch John Vanderslice an eigene, aber immer stark an Radiohead angelehnte Interpretationen aller Songs des Albums heranwagen. Meine derzeitigen Lieblinge sind: John Vanderslice mit “Karma Police” und David Bazan’s Black Cloud mit “Let Down”. Meinen Liebling auf dem ursprünglichen Album “Exit Music (For A Film) hat Vampire Weekend durch den für mich zu schnellen Beat ein wenig verhunzt… seis drum. Nette Idee und tolles Album.

Das komplette Set gibt es hier zum Download.

(via)

Ältere Beiträge Neuere Beiträge

© 2026 urbandesire

Theme von Anders NorénHoch ↑