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Kategorie: Allgemein (Seite 19 von 77)

Alles ist unscharf

brilleIch brauch ne neue Brille. Okay die Auswahl ist riesig. Naja, dann zumindest neue Gläser.

Schmetterlinge in meinem Bett

butterflybedGestern früh bin ich aufgewacht. Aber es schien nicht alles normal. Mein Kopf lag auf einem schwarzen Stück Stoff. Es roch ganz gut. Nachdem mir dies im Halbschlaf bewusst wurde, drängte es mich immer mehr gen wach werden. Ab einem bestimmten Zeitpunkt war ich dann fähig – säuglingsgleich meinen Kopf zu heben. Ich besah dieses schwarze Stück Stoff. Es war ein T-Shirt von H&M. Das „Divided“-Label war trotz schmurrigen 7:15 Uhr-Licht gut zu erkennen. Relativ schnell erkannte ich, dass es sich um ein Damen-T-Shirt handeln musste. Zum einen verriet es mir der Geruch, zum anderen der Schnitt, der sich – so wie es da lag – doch recht eindeutig als weiblich abzeichnete.

Kurze Zeit geriet ich in Panik. „Du wirst doch nicht etwa…?“ Ich zweifelte an mir selbst, warf mich um und durchsuchte die andere Seite des Bettes. Es war leer. Mein Hirn war noch nicht fähig, wirklich sinnvolle Gedanken zu veräußern. So war, anstatt einer realistischen Lösung, mein einziger Gedanke, die Analyse des Abends davor. „Wann hatte ich den Filmriss?“ Was zur Hölle habe ich gestern eigentlich gemacht?“ Die Suche nach Antworten wurde einzig durch das Lauschen, ob sich im Bad etwas bewegt bzw. ob irgendetwas in der WG zu hören sei, durchbrochen. Kurz starr vor Verwirrung stieg ich aus dem Bett, tapste zu Tür und Flur, besah das Bad und die Küche: leer.

Ich entschied mich, dem Vorfall kein weiteres Interesse zuzusetzen. Kroch etwas entnervt ins Bett. Ich war mir dann auch recht sicher, dass der Abend zuvor alleine im Bett endete. Ganz sicher. Ich hatte noch ein wenig gelesen, ein Video geguckt und war dann irgendwie eingedöst.

So viel dazu. Am Frühstückstisch begab ich mich mit dem Rest der WG auf Lösungssuche. Nachdem alle gelacht hatte, fiel mir dann ein passender Lösungsvorschlag ein. Jemand musste beim Dreh am Wochenende im Dunkel des Sets ausversehen, das T-Shirt in meine Tasche gesteckt haben. Dieses Täschlein befand sich in der Nacht auf dem Schrank, der über meinem Bett prangt. Gott oder Zufall wollte, dass es in meinem Bett landet und mir einen seltsamen Morgen bereitet.

photo by wallspankers.com

Man dreht einen Trailer

Ich muss hier mal anfüttern:

Die Ambivalenz zwischen detaillierter Planung und planungslosen Details hat mich überrascht. Zum einen gibt es Telefonlisten und einen minutiös aufbereiteten Drehplan, der nicht mal Zeit für ein Pinkelpause einräumt (und wenn sind nur 14 Sekunden geplant), auf der anderen Seite stehen weiße Flecken und offene Fragen. mehr

der urbandesire drüben bei bildflimmern

Mitternachtsstrategien

Low expectations are a good strategy.

Ja gut. Ich führte vor einiger Zeit mit guten Freunden eine Gespräch über „Lebenseinstellungen“. Die Abstraktheit des Themas führte dazu, dass vermutlich aller untereinander aneinander vorbeiredeten. Hat doch jeder mit seinen knapp über zwanzig Jahren schon so viel innerliche Festigkeit ausgebildet, dass eine eigene Lebenseinstellung schon zum persönlichen Inventar gehört. Doch konnte man bei der Vielzahl aller Konzepte ein Schneise durch den Raum schlagen. Es überwogen positive Vorstellungen von Fortschritt, Weiterentwicklung und Selbstfindung. Die andere Fraktion sprach mit Vokabeln wie Enttäuschung, Sinnlosigkeit und einem ewigen Kampf gegen Windmühlen… grob zusammengefasst: scheint sich die Welt schon im kleinen der eigenen Existenz in gut und schlecht – positiv und negativ – zu teilen.

Ich selbst schmiss dann für mich die überstrapazierten Begriff Optimismus, Pessimismus und Realismus in meine Argumentation ein. Es war eine Freude den Satz auszusprechen: Ich bin Realist, deswegen Pessimist.  Irgendwie ging der Streit wieder von vorne los… „Man kann doch nicht alles schwarzsehen…“, „Es gibt doch Sonnenschein und Regentropfen – irgendwann man macht jeden so etwas glücklich…“

Ich denke Glück hat mit dem ganzen Diskussion nichts zu tun. Auch ein pessimistischer Mensch – der Schwarzseher unter den rationalen Lebewesen – wird Glück verspüren und weiß das auch zu schätzen. Es handelt sich vielmehr um eine Gabe der Voraussicht, die dem verklärten Blick der hyperoptimistischen Mitmenschen zahlreiche, kalte Schultern zeigt. Die Negation und das Negieren der Dinge kommt hier der Aufgabe gleich alles in der Schwebe – im Gleichgewicht zu halten. Ein Gegenpol zu bilden. Man spricht oft davon, jemanden auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Der Optimist leidet an einer eklatanten Realitätsverklärung, einem innerlichen Abwenden und Verdrängen und dem ständigen Versuch auf gutes zu fokussieren. Der Pessimist hängt der Wirklichkeit an, doch seine Deutung ist nicht ein Abwenden, sondern ein hinsehen und ein Missmutiges akzeptieren. Aus der Konfrontation beider Positionen bzw. Deutungen entspringt der Zwist.

Letztlich bleibt aber nur eines. Was man daraus macht. Da es schlicht nicht hinnehmbar ist, dass die Welt mit ihrem Geschichten und Geschehen einen Zwischenort von Optimismus und Pessimismus darstellt, obliegt alles nur der von der Realität ausgehenden Deutung des Daseins. Und die muss jeder für sich selbst finden und akzeptieren.

Irgendwann war dann das Bier alle…

Oh mein Gott ich fühl‘ mich wie fünfzehn

k.T.

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