Es ist Zeit. Es ist wirklich Zeit gewesen. Der urbandesire macht Urlaub. Polen ist das Land der Reise. Eigentlich nur kurz. Über Pfingsten. Effektiv werde ich von den 92 Urlaubsstunden ca. 24 allein alleine in einem Zug verbringen. Quer durch Polen, vorbei an Städten, deren Namen ich mir weder merken noch aussprechen kann. Inständig hoffe ich darauf, dass mir nix in die Quere kommt. Fahre leider nur mit einen „vorläufigen Bundespersonalausweis“ umher. Es war ja eigentlich klar. Nach gefühlten 2000 Jahren fährt der urbandesire ins Ausland und dann ist der Personalausweis drei Tage vor Reise schimmelig geworden. Seis drum. Es wird bestimmt ganz schicklich.
In der Zwischenzeit bereiten die Jenaer Blogger digital die 2. Thüringer Bloglesung im Kulturbahnhof vor. Ich hab mich noch nicht zum Vorlesen eingetragen. Einfach aus dem Grunde, da ja genügend andere schon lesen möchten und man die Textmenge bei solchen Veranstaltungen immer so gering wie möglich halten sollte. Wir Blogger sind ja schließlich keine intellektuelle Bohème, sondern Spießbürger, die ins Internet schreiben – kurz und schnell. Außerdem dürfte ich ja bereits letztes Jahr die Zuhörer verwirren. Ich überlege gerade innerlich krampfhaft, was ich jenseits von Textsprechen kulturelles beitragen kann: Knochenknackorchester, Reclamheftchen zerreissen… mhh.
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Zerstreuung ist eine wunderbare Sache. Der Geist ist fixiert, fest eingebunden, beschäftigt und abgelenkt. Ein wunderbarer Zustand. Vielleicht vergleichbar mit dem Rausch einer enthemmenden Droge. Was die Zerstreuung jedoch auch mit dem Drogenrausch teilt, ist der Absturz danach. Irgendwann hat jeder Körper die Substanz abgebaut, irgendwann hat der Rausch sein Ende gefunden und auch die Zerstreuung ist so schwach geworden, dass es sich nicht lohnt weiter daran zu hängen.