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Kategorie: Allgemein (Seite 16 von 77)

Reisesack

Es ist Zeit. Es ist wirklich Zeit gewesen. Der urbandesire macht Urlaub. Polen ist das Land der Reise. Eigentlich nur kurz. Über Pfingsten. Effektiv werde ich von den 92 Urlaubsstunden ca. 24 allein alleine in einem Zug verbringen. Quer durch Polen, vorbei an Städten, deren Namen ich mir weder merken noch aussprechen kann. Inständig hoffe ich darauf, dass mir nix in die Quere kommt. Fahre leider nur mit einen „vorläufigen Bundespersonalausweis“ umher. Es war ja eigentlich klar. Nach gefühlten 2000 Jahren fährt der urbandesire ins Ausland und dann ist der Personalausweis drei Tage vor Reise schimmelig geworden. Seis drum. Es wird bestimmt ganz schicklich.

In der Zwischenzeit bereiten die Jenaer Blogger digital die 2. Thüringer Bloglesung im Kulturbahnhof vor. Ich hab mich noch nicht zum Vorlesen eingetragen. Einfach aus dem Grunde, da ja genügend andere schon lesen möchten und man die Textmenge bei solchen Veranstaltungen immer so gering wie möglich halten sollte. Wir Blogger sind ja schließlich keine intellektuelle Bohème, sondern Spießbürger, die ins Internet schreiben – kurz und schnell. Außerdem dürfte ich ja bereits letztes Jahr die Zuhörer verwirren. Ich überlege gerade innerlich krampfhaft, was ich jenseits von Textsprechen kulturelles beitragen kann: Knochenknackorchester, Reclamheftchen zerreissen… mhh.

Das zieht mir die Schuhe aus

Schuhlos
Was ist wahr und was ist ersponnen? Eine Frage, die scheinbar viele beschäftigt. Sicherlich gehört die Frage nach der Wahrheit zu dem Grundkonzept des menschlichen Lebens, jedoch wird jeder auf diesem Weg irgendwann einmal einsehen müssen, dass die Wahrheit nicht zu erkennen ist – sei es aus dem Grund, dass sie einfach nicht vorhanden oder auch nur weil sie im Dickicht der Wörter nicht zu sehen ist.
Viele Blogs sind einfach nur aufblasbare Illusionen. Bild- und Gedankenwelten, die einzige dazu geschaffen werden mit Sprache zu spielen. In meinem Fall ist es so, dass ich weder informieren, belehren, zum Lachen bringen, kritisieren oder auch nur mein Innerstes nach außen kehren will. Es ist einfach nur ein Spiel mit Sprache, ein Training Gedachtes, Gefühltes, Erahntes oder Erhofftes für mich selbst zu archivieren. Ich schreibe nicht für meine Leser. Diese sind mir herzlich egal. Ich schreibe für mich. Nur für mich.
Natürlich kommt jetzt die Frage, warum dann dieses Blog urbandesire.de öffentlich ist. Tja. Dazu lässt sich nur sagen, dass dies historisch begründet werden muss: Angefangen unter anderen Flaggen, nun ein soziales Umfeld aufgebaut, dass man nicht mehr missen möchte, steht dieses Blog im Netz frei zugänglich für jeden und kann vielleicht nur eines bieten, Identifikationspotenzial. Ich fahre jetzt unter einer schwarzen Piratenflagge. Mein Schiff – immer noch „die urbandesire“ – kreuzt durch das eigene Ich, auf der Suche nach Stränden und Häfen und hat dabei keine Skrupel euch zu täuschen, euch zu belügen, aber auch die Wahrheit zu sagen. Man sollte diesen Zwischenraum zwischen Fiktion und wahrer Wirklichkeit einfach akzeptieren und nicht versuchen mich in all dem, was hier steht zu erkennen. Wer dies versucht, wird zunächst versagen und dann scheitern.

Zeitlücken im Raum

Wir sitzen ziemlich müde am Frühstückstisch. Ich war schon draußen. Hab die nassen Straßen beim Glänzen beobachtet. Ich lief durch die Straßen. Der Wind blies sanft und die Sonne schien. Ich ging vorbei an Mülltonnen, an wartenden Fahrrädern und sah die Kehrmaschine, die die Nacht gen Westen schob. Als ich zurückkam, lagst du noch im Bett. Wir sind einsam. Die Sonnenstrahlen stiegen höher, durchleuchteten das Zimmer. Im ersten Licht des Tages, das diesen Raum durchstreift, wurden die Köpfe zusammengezogen. Mein kalter Kopf lag neben deinem. Höhepunkte gab es nicht. Nur Wärme. Irgendwann standest du dann im Bett. Du blicktest umher. Ich wollte irgendwas Schönes sagen, die Worte fehlten. Der Tag ging weiter… jetzt hebst du die Teetasse und knabberst Kakaokekse. Ich würde gern die Kaffeetasse über dem Tisch ausschütten und damit mein Herz. Doch ich trinke nur. Ein Blick in deine Augen hilft nicht. Die Worte fehlen. Mit meinem zerzausten Haaren will ich ehrlich sein. Du hattest sie doch zerzaust. Die Sonne biegt gerade um die Ecke. Sie ist uns gefolgt mit dem einzige Ziel, mein Tun zu beleuchten. Ich sitze in ihrem Scheinwerferlicht und versage. Die Worte fehlen. Heute bist du soweit weg. Doch irgendwann werde ich bei dir sein.

Toxic

Für alle Britney Spears-Fans, die derzeit ein wenig auf dem Trockenen liegen:

Yael Naim – Toxic

(via itstoolong)

Eeefrühstück

eeefrühstück Zerstreuung ist eine wunderbare Sache. Der Geist ist fixiert, fest eingebunden, beschäftigt und abgelenkt. Ein wunderbarer Zustand. Vielleicht vergleichbar mit dem Rausch einer enthemmenden Droge. Was die Zerstreuung jedoch auch mit dem Drogenrausch teilt, ist der Absturz danach. Irgendwann hat jeder Körper die Substanz abgebaut, irgendwann hat der Rausch sein Ende gefunden und auch die Zerstreuung ist so schwach geworden, dass es sich nicht lohnt weiter daran zu hängen.

Gestern war ich ein wenig zerstreut. Grund war ein sehr kleines winziges, technisches Gerät, dass ich seitdem mein Eigen nenne und mir als Bibliotheksschreiber dabei helfen soll, Hausarbeiten und etwaige Magisterarbeiten (okay bleibt dann doch nur bei einer…) zu schreiben. Dabei ist es bemerkenswert wie perfekt das 7-Zoll-Display dieses Gerätes zu meinem geistigen Horizont passt. Auf großen 19-Zöllern oder Derivaten komme ich mir immer so klein vor. Nach links und rechts gibt es Platz. Gedankenwelten, die gefüllt werden sollen. Auf dem Eee ist alles so klein, so winzig, so eng, dass gerade genügend Platz für meinen Geist darin zu finden ist.

Ein erster Eindruck bestätigt die Internetrezensionen bekannter Nutzer. Des Gerätes klarer Vorteil ist seine Mobilität. Klein, extrem leicht (selbst mein Hardcoverband von Platons Dialogen ist schwerer) und auf das Wesentliche reduziert. Wlan, USB-Anschlüsse, SD-Kartenslot und fertig. Somit ausreichend zum Surfen, Musikhören und Texte schreiben. Für Männerhände bleibt die Tastatur natürlich grenzwertig, aber trainierbar. Auch die Lautstärke der Lüfter ist zwar im Vergleich mit meiner alten Notebook sehr gut, aber trotzdem sind sie in ganz stillen Momenten hörbar, aber soweit noch im akzeptablen Bereich.

Ich vermisse ein optisches Laufwerk nicht, hatte ja auch auf meinem letzten Laptop keines, da es schon Ewigkeiten defekt war. Einzig der Akku ist ehrlich ein Witz. Knapp 2 1/2 Stunden für ein so abgespecktes Gerät, dass einzig auf mobile Nutzung ausgelegt ist, sind nicht akzeptabel. Gut es schlägt die 27 Minuten meines letzten Laptops um Längen Stunden, aber hey komm schon… drei, dreieinhalb mindestens… aber egal für den Preis…

Was bleibt noch zu sagen? Die Zeiten wirbelsäulenerschütternder Rückenschmerzen sind vorbei. Es lebe das Fliegengewicht…

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