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Autor: urbandesire (Seite 19 von 206)

Zwei Sachen

Als ich begann zu fotografieren, damals im Jahre 2004 oder 2005 fünf wurde ich recht schnell von einem Hardware-Fieber angesteckt. Ich träumte nachts von großen, neuen und schweren Kameras, licht- und preisstarken Objektiven und unglaublich gut meine fotografischen Fähigkeiten voranbringende Kleinigkeiten. Gut ist gewesen, dass damals wie heute mein Geldbeutel für all den Kram nicht ausreichte und so muss ich  heute resümieren, dass ich 90% all meiner Jobs mit zwei, drei Objektiven (nur so als Info: ein 50er-Festbrennweite, ein 28-75 Standardobjektiv und ein von Jojo geliehenes 17-50 um nach „unten hin“ etwas mehr Spielraum zu haben) erledigen. Witzig ist daran, dass es bisher immer ausreichte und ich bezweifele mit ein, zwei Objektiven mehr noch bessere Produkte abliefern zu können.

Ich kann diesem Aspekt immer nur schwer in Einklang mit der Tatsache bringen, dass ich für das Fotografieren auf Hochzeiten, für Bewerbungsbilder, für Veranstaltungen usw. Geld nehme. Andererseits bin ich trotz der Angst, die ich vor jedem Shoot habe, am Ende doch recht stolz ohne einen 10000€-Objektivpark Menschen zufrieden und manchmal auch glücklich machen zu können.

Etwas anderes ist es da mit der Nachbearbeitung. Ich müsste da schon seit Jahren investieren. Denn bei einer aktuellen Raw-Dateigröße von 30 – 40MB schwächelt dann, wenn es schnell gehen muss auch mein Macbook. Vor allem sehe ich aber den Monitor als Flaschenhals. Immer, wenn ich meine Fotos auf anderen Monitoren sehe, kriege ich einen Schreck, wie pfad sie zu sein scheinen. Der interen Monitor des Macbooks ist so auf Verzauberung des Betrachters ausgelegt, dass eine ausgewogen Farb- und Konstrasteinstellung nur mit Hintergrundwissen möglich ist. Defacto heißt, das, dass es schön, ist mit dem Macbook bilder zu betrachten, aber nicht sie zu bearbeiten. Man muss immer im Kopf behalten, nicht zu catchy zu werden. Das mal nur so als Hinweis.

Etwas ganz anderes, was mich schon seit Wochen irgendwie beschäftigt und für das ich vor ein paar Tagen die Lösung fand. Es geht um das Web-Font-Rendering bei angeschlossenem externen Monitor. Starte ich das Macbook mit externem Monitor werden alle Schriften im Browser viel fetter dargestellt als eigentlich zu erwarten ist. Wird der Monitor während des Betriebs angesteckt, ist erstmal alles normal bis der Browser neugestartet wird. Ich dachte zunächst an einen Browser-Bug ? aber in allen Browsern? Sowohl inSafari als auch in Firefox und Chrome ist dieser Fehler reproduzierbar. Ist dann schick, aber es muss doch besser gehen. Fündig würde ich bei Johannes Heuckeroth (er dokumentiert, all dies mit folgendem gif), der dieses Verhalten ebenso bemerkte und nach einiger Recherche offenbar ein bereits bekannten Fehler in Mac OS X dafür verantwortlich machen konnte. Es ist…

ein Fehler unter Snow Leopard, welcher das LCD (sub-pixel) font smoothing für Dritthersteller-Bildschirme deaktiviert.

Entgegenwirken kann man dem Problem durch folgenden Terminalbefehl, der bei Mac OS X-Hints veröffentlicht wurde:

defaults -currentHost write -globalDomain AppleFontSmoothing -int 2

links for 2010-10-10

tageausglas – Redesign

Ich habe noch nie so lange an einer Website gearbeitet. Die meisten Webprojekte hatten naturgemäß nur wenige Wochen zur Verfügung. An der neuen Version von tageausglas.de habe ich vermutlich über vier Monate gearbeitet. Es kommt natürlich der Umstand hinzu, dass die Arbeit von beständigen Unterbrechungen – Hochzeitsfotos, Prüfungen und auch gewisse Kreativlecks – beeinflusst war. Ziel war es eigentlich mal eine richtig üppig, zum Überladenen tendierende Website zu gestalten. Aber irgendwie bin ich innerlich dazu nicht fähig. Es muss klar, eindeutig, aufgeräumt und weißraumreich sein. Ich kann und will einfach nicht anders. Mein Portfolio in der Hinsicht spricht ja auch Bände. Ich liebe „minimalsites“. Während die alte Website stark darauf ausgelegt war, die fotografischen Arbeit als Hobby zu präsentieren, ist sie nun mit tageausglas.de V.2 einer Fotografie- und Design-Portfolio eines „freelancers“ gewichen. Die Fotogalerien konzentrieren sich zunächst einmal auf, was ich potentiellen Kunden anbieten kann. Wobei demnächst auch eigene, freie Arbeiten ihren Weg in das Portfolio finden werden. Ich sag nur der Tod der Glühbirne. 😀 Die zweite wichtige Kategorie ist eine wilde Ansammlung aller wichtigen Web- und Printprojekte der letzten 2-3 Jahre. Websites, die ich für Vereine und Firmen erstellte habe, werden vorgestellt und betrachtbar gemacht.

Technisch gesehen, habe ich sehr viel einfliessen lassen, was ich in den letzten Jahren bereits für andere Projekte genutzt habe: Hover-Effects, Java-Script sowie erstmals für mich neue CSS-Eigenschaften wie moz-border-radius bzw. webkit-border-radius, um „runde Ecken“ zu erzeugen. Leider ist die Darstellung in älteren Mozilla Firefox- und vor allem Internet Explorer-Browsern zum Teil nicht unterstützt. Sehen sie beispielsweise statt netten Kreisen nicht ganz so nette Quadrate. Also mal ein Grund den Browser zu wechseln oder ein Update zu fahren. Deswegen habe ich mich entschlossen, auch wenn das kritisch gesehen werden kann, Nutzer des Internet Explorer 6 mit einem kleinen Script auszuschließen und den jeweiligen Nutzer eine Upgrade oder Wechsel nahezulegen.

Ich habe mir einfach mal das RERO-Motto für Software zu Herzen genommen und launche die Website, obwohl noch ein paar kleinere Änderungen – vor allem auf der Startseite – vorgenommen werden müssen. Aber soweit…

www.tageausglas.de

CROSSPOSTING – Kampagne: Kurz vor Film

Der Kurzfilm ist in Deutschland der HartzIV-Empfänger der Kulturindustrie. Stoffentwicklung und Produktion sind abhängig von Vollförderung seitens regionalen, überregionalen und bundesweiten Geldern. Auch gibt es keine ökonomische Struktur zur Verwertung des Kurzfilms – weder im Verleih, beim Abspielen oder auch letztendlich im Vertrieb. Blickt man in die Zahlen der großen Studie der AG Kurzfilm zur Situation des Kurzfilm in Deutschland, wird einen schnell klar, dass kaum eine Produktion – es sei denn ein Hobbyfilmer setzt extrem auf Lowbudget – ohne Fördergeld zum Erfolg geführt werden kann.

Fragt man sich nun wie diesem Aspekt entgegengewirkt werden kann, hört man schnell die Forderung, dass der Kurzfilm endlich wieder ins Kino gehört. Dort spielt er aber bereits seit Jahrzehnten keine Rolle mehr. Wenn nicht Vereine, Festivals und manch‘ ambitionierter Kinobetreiber eigenen Kurzfilmnächte veranstalten, gibt es den Kurzfilm bis auf speziellen Festivals und evt. noch mal bei Arte und 3Sat kaum zu sehen. Auch die Idee den Kurzfilm als kreatives Appetithäppchen vor einen Blockbuster zu servieren – also als klassischen Vorfilm – hat seine Probleme. Zunächst gehört es nicht zu der Erwartungshaltung des heutigen Publikums. Man hofft nach dem üblichen „Will noch jemand ein Eis?“, dass es möglichst schnell nach der Trailer-Schau auf den „gekauften“ Film zu geht und nicht noch fünf bis fünfzehn Minuten Verzögerung durch irgendein Kurzfilm eingefügt werden. Auch wird ein Vorfilm in Konkurrenz mit der Kino-Werbeindustrie treten müssen, klaut er doch die kurze und wertvolle Werbezeit und dabei – bedenkt man die Gewinnspanne in Lichtspielhäusern – eher schlechte Karten haben. Zudem kommt noch die Länge heutiger Langspielproduktionen hinzu. Wie auch die AG Kurzfilm-Studie erklärt hat sich der

ehemalige Richtwert für einen Langfilm hat sich von 90 Minuten auf stolze 120 erhöht. Der letzte Harry Potter Film brachte es auf eine Dauer von 157 Minuten, der letzte Teil der Herr der Ringe Saga gar auf 201 Minuten (die „extended version“ auf 251 Minuten!). Für die Multiplex-Kinos ergibt sich daraus zusammen mit dem Bestreben, die Abspielschienen von 15 Uhr / 17 Uhr / 20 Uhr / (22 Uhr) auf 14 Uhr / 16 Uhr / 18 Uhr / 20 Uhr / (22 Uhr) auszudehnen und Leerlaufzeiten zu vermeiden, eine fast völlige Unmöglichkeit von Vorfilmen. (aus: Kurzfilm in Deutschland – Studie zur Situation des kurzen Films[pdf])

Also wirklich schlechte Karten für eine Wiedergeburt des Kurzfilms als Vorfilm. Trotzdessen haben sich die AG KurzfilmKurzFilmAgentur Hamburg und interfilm Berlin dazu entschieden die Kampagne „Kurz vor Film“ zu starten. Die dreigeteilte Strategie setzt auf Prominente wie Katharina Thalbach oder auch Ulrich Matthes, die sich als Fürsprecher des Vorfilms zeigen, eine auf Social Media setzenden Kampagne, die mit einer Unterschriftenaktion verbunden ist, deren Ziel es sein soll, KinobetreiberInnen davon zu überzeugen, Kurzfilme als Vorfilme in ihr Programm aufzunehmen. Und zuletzt: Förderung. Kinobetreiber sollen durch Fördergelder bis zu 1500 Euro seitens FFA ihre Ausgaben (z.B. Verleih- und PR-Kosten) für den Kurzfilm als Vorfilm gegenfinanzieren dürfen.

Einerseits eine nette Maßnahme vor allem den Filmtheatern jenseits des Multiplex recht kostengünstig eine Programmerweiterung durchführen zu lassen, zugleich auch nicht ungeschickt seitens der drei großen Kampagnenschirmherren und Kurzfilmverleihern, das eigene Geschäft anzukurbeln. Trotzdem bleibt der Kurzfilm weiterhin der HartzIV-Empfänger der Kulturindustrie. Es kann natürlich mitgezeichnet werden. Mal sehen, ob demnächst ein paar Zahlen veröffentlicht werden und so der Erfolg der Kampagne beurteilt werden kann.

(ursprüngl. bei bildflimmern.de erschienen)

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