urbandesire

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Monat: Dezember 2009

links for 2009-12-27

12 Stunden

Es ist nun heute schon der dritte Tag, der die volle Distanz enthält. Damit ist das Sitzen in der Bibliothek von 9-22 Uhr gemeint. Einfach um Hirn, Aufmerksamkeit und die Zeit vollends auszuquetschen und… um das eigene Zimmer möglichst arbeitsfrei zu halten.

Vor wenigen Wochen war das noch nicht möglich. Gen 17-18 Uhr war ich verbraucht, leer und müde und fand irgendwie genug Gründe nach Hause zu gehen. Heute unter der Maßgabe, dass in 2 Monaten Abgabe der Magisterarbeit ist, hab ich zwar immer noch genug Gründe nach Hause zu gehen, jedoch interssieren diese nicht mehr. Ich bin inhaltlich bei der Textanalyse endlich angelegt, Einordung, 1 Szenenabschnitt sind auch schon durch. Der zweite Teil wird das Mammutstück und soll noch vor dem Jahreswechsel begonnen werden. Worttechnisch sind wird bei gut 18000 Wörtern und knapp 60 Seiten. Ich würde sagen ohne Schluss ca. 70 %. Es bleibt aber irgendwie schwer einzuschätzen, ob die Zeit wirklich reicht und ich entspannt in die Abgabewoche gehe. Ich hoffe es. Momentan ist das irgendwie sehr schwer einzuschätzen.

Ich hatte da ja mal eine Grafik vorbereitet. So der Stand heute.

Dazu gönne ich mir einen spannenden Rhythmus. Alle 90 Minuten krieg ich ein Päuschen, aber möglichst nicht länger als 15 Minuten und dann wieder zurück an Tisch und MacBook. Trotzdem kann ich mal aufgerechnet sagen, schreibe ich netto vlt. 3 Stunden. Das finde ich unglaublich in Anbetracht der so langen Gesamtarbeitszeit pro Tag. Sicherlich… viel Recherche, Nachlesen, Suchen, Notieren etc … bestimmt knapp 4-5 Stunden. Aber wo geht der Rest (Pausen mal abgezogen) hin? Irgendwo verliere ich Zeit und ich ahne, dass das Netz dafür in gewisser Weise verantwortlich ist.

Hoffen wir auf den Flow, der uns zum Ende trägt.

(via FaustII)

links for 2009-12-21

urbandesire.de – Jahrescharts 2009

Das Jahr nähert sich dem Ende und es ist ja zur guten Tradition geworden, dass ich meine „Platten des Jahres“ vorstelle. Viel neues kann ich nicht berichten. Auch ich empfand dieses Jahr (wie auch schon das letzte) als nicht sonderlich innovativ. Aber vermutlich liegt das eher an meinem steigenden Alter. Trotzdem die TopTen des Jahres 2009. Wie immer gilt, die Platten müssen nicht notwendig alle aus dem Jahre 2009 stammen.

10.  Alexisonfire – Old Crows, Young Cardinals (2009)

Das aktuelle Album von Alexisonfire hat mich leider nicht so vom Hocker gehauen wie es die Vorgänger mit Coolness und extrem locker schaffen konnten. Die Hymnen fehlen, die Härte verliert sich im poppigen Spiel, zuviel Gruppenshouts und insgesamt zu glatt produziert. Zwar gab es mit Burial ein fast auf ein City And Colour-Album passende Hymne, auch ab und an schön Rockiges, aber leider nichts Weltbewegendes, so dass es nur zu einen guten, aber leider letzten Platz in den Jahrescharts reichte.

09. Converge – Axe To Fall (2009)

Mathcore aus Boston. Seit Jahren ist diese Band für mich unschlagbar, wenn es um soundtechnische Verwüstung geht. Der Gehörgang gehört vollkaskoversichert, denn nichts findet sich am Ende da wieder, wo es zuvor stand. Mit ihrem aktuellen Album Axe To Fall haben sie sich dieses Jahr wieder in die TopTen gespielt. Doch dies liegt vor allem daran, weil sie die Sache diesmal etwas anders angegangen sind. Es herrscht nicht mehr die ausschließliche brutale Soundgewalt, sondern die verspielteren Zwischenparts sind bedeutsamer und langwieriger. Teile der Platte sind sogar fast ruhig nüchtern (!) und nicht nur im Dampfhammer-Modus entstanden. Ich liebe diese Platte einfach.

08. Gregor Samsa – Rest (2008)

Gregor Samsa fährt die Schiene, auf der man mich immer bekommt. Nach einem der besten Songs, der jemals produziert wurde aus dem Jahre 2002, habe ich erst in diesem Jahr – und zwar genau ein Jahr nach dem Erscheinen von Rest – diese Platte für mich entdeckt. Musikalisch gibt es ein paar kleinere Neuerungen, nichts Weltbewegendes. Aber sie ist die ruhige, melancholische Indie-electro-post-rock-ambient-Platte, die mich während des Hausarbeitschreibens stets treu begleitete, ohne langweilig zu werden. Sie ist es auch, die in der Küche manch‘ späte Nacht versüßte. Somit zurecht in den Jahrescharts auf Platz 8.

07. Archive – Controlling Crowds (2009)

Archive. Ich verstehe diese Band einfach nicht. Ist es überhaupt eine Band? Ist es ein Haufen Verwirrter? Mit Controlling Crowds ist ein Platte entstanden, die vom Synthi-Orgelspiel über electro- und klaviergefrästen Beathymnen, tiefdepressivem Pianospiel, HipHop bishin zu Poprock und Indie einfach alles enthält. Es gibt keine Stimmung, in der ich diese Platte durchhören konnte, ohne dass nicht mindestens drei Lieder störend waren. Für diese freakige Erweiterung meines musikalischen Horizontes gibt es Platz 7.

06. Opeth – Watershed (2008)

Eine Liebe, die ich zu Beginn des Jahres (wieder-)entdeckte, war die zu der seltsamen Musikrichtung: Progressive Metal. Durchschlagend in dieser Hinsicht war dabei Opeth. Die Stimme, das Gitarrenspiel, Growlings und all das zog mich in eine Welt, die ich bis heute nicht verlassen konnte. Mit endlos langen Songs wird man nach knapp einer Stunde von Watershed, dem aktuellen Album von Opeth, entlassen. Und weiß nicht ein noch aus. Aber eins ist sicher, Platz sechs in den urbandesire.de-Jahrescharts ist erlaubt.

05. Katatonia – Night Is The New Day (2009)

In die gleiche Kerbe wie Opeth schlagen Katatonia. Progressive Metal vom Feinsten. Allein die ersten beiden Titel Forsaken und The Longest Year haben mich sprachlos gemacht. Die unplausible Mischung aus metaliger Härte mit der sanften und doch so leeren Stimme von Lord Seth 😉 ist so maßgeblich für das, was mich an Kataonia reizt. Ich bin mir sicher, dass für viele Fans dieses Genres Night Is The New Day das Album des Jahres wird. Bei mir reicht es für Platz 5.

04. Alice In Chains – Black Gives Way To Blue (2009)

Es ist die Wiedergeburt des Jahres. Nach dem Tod von Layne Staley im Jahre 2002 geht man als Liebhaber dieser Band und deren Musik davon aus, dass nichts mehr kommt. Oder wenn etwas neues kommt, es sich um einen Aufguss von Altem handelt oder konzeptionell völlig in eine andere Richtung geht. Bei Alice in Chains ist das dann doch wieder etwas anders. Nachdem sich quasi schrittweise wiedervereinigt wurde (erst mit sporadischen Konzerten, dann mit der Festanstellung von William DuValls als Nachfolger Staleys, hin zu neuen Studioaufnahmen), liegt seit Ende September 2009 Black Gives Away To Blue vor. Zunächst ist man immer wieder erstaunt, wie sich doch an manchen Stellen die Stimmen von Staley und DuVall ähneln. Es ist spannend zu sehen, wie DuVall den Spagat zwischen etwas eigenem und der Erinnerung an Staley bewältigt. Ähnlich (fast zu stark), aber dann doch wieder anders. Natürlich liegt hier kein zweites Would? vor, aber es ist ein sehr respektabler Neuanfang: All Secrets Known wabert sich so durch die Welt, Check my Brain dödelt mit dem Hirn und mit der Ballade Black Gives Away To Blue in Erinnung an Staley, ist man froh, Alice in Chains irgendwie wiederzuhaben, wenn auch ein wenig anders.

03. Japandroids – Post-Nothing (2009)

Die Band ist einfach zu nerdy. So viel Geschrammel und Gedrücke. Verquaste Stimmen, stilvolle Wechsel der Modi und Tempi, aber dann doch ein so brennendes Gitarrenspiel. So muss das mit dem Garagerock am Ende der ersten 10 Jahre des neuen Jahrtausends laufen. Die Band begleitet uns alle weiter voran. Klingen dabei nach so viel Vertrauten, so viel Geliebten und Gehasstem zugleich. Man möge denken, da fahren 2 Typen in einem altem VW-Bus durchs Land und rufen gellend aus: „Wir schrammeln uns durchs Leben. Denn so ist der NERD. So muss das eben klingen. Platz 3 an die Japandroids mit Post-Nothing.

02. Savoy Grand – Accident Book (2009)

Zugegeben ich fand die Vorgängeralben (People and what they want, Burn The Furniture) des 2009er Accident Book von Savoy Grand besser. Ganz klar. Da ich aber die Band erst in diesem Jahr entdeckt und alle drei Alben gleichzeitig auf mich einstürmen, wird das aktuelleste herausgegriffen, steht aber für die Band als Ganzes. Denn diese ist konsequent. Gefühle können einfach besungen werden, auch mal sanft, fast peinlich. Aber nie nicht ergreifend. Mit Hymnen wie Day Too Long oder Last Night On Earth gleiten wir auf dem weißen Schnee da draußen ganz sanft aus dem Jahr. Eine ganzjährige Winterplatte. Platz 2 an Savoy Grand.

01. The XX – XX (2009)

Ja… ich geb es zu. Ich bin dem Hype erlegen. Man muss sich nur mal fragen, wie viel man weglassen kann. Immer. Bei jeder Gelegenheit. Die Antwort für den britischen Indie haben The XX gegeben. Aus meiner Rezension:

Ein gewisser Minimalismus schwingt mit, betrachtet man das Cover des Debütalbums xx von The xx. Das Cover ist sogar so schlicht, dass man eigentlich im Netz gar nicht nach einer jpg-file suchen müsste, sondern es in Photoshop auch selbst erstellen könnte. Bei Albumnamen und Bandnamen geht es gleich weiter. Alles schön schlicht. Bis auf das berühmte “The”, das vermutlich weniger ästhetisches Statement ist als dann doch den Coolness-Faktor zu verstärken sucht. Basic Space mehr braucht es dann nicht. Die Platte klingt in ihrem Minimalismus, in ihrer reduzierten Form extrem erwachsen. Nur die Stimmen verraten das doch junger Alter der vier Londoner. Es könnte der Vorwurf des Langweiligen kommen – oder gar schlimmer des betont Langweiligen. Alles ist reduziert, es herrscht manchmal momentlang Stille, die Texte werden gehaucht und nur ab und an pocht der Drumcomputer durch die Boxen. Alles scheint in Schwebe zu liegen, die Musik gleitet umher, still und in die Stille selbst verliebt. Doch ist es keine Langweile. Es ist die andächtige Liebe in die Ruhe, leicht tändelnd durch das Leben zu schreiten und einer sanften Melodie zu folgen, die einen beruhigend nach wilder Macht gen Morgen dösen lässt.

Langeweile hört sich anders an. Haben doch diese vier jungen Menschen gute Recherche in der Musikgeschichte der letzten Jahre, zum Teil Jahrzehnte betrieben. Gar manches Riff nimmt Anklänge an Interpol oder den Editors ohne deren treibende Kraft zu übernehmen. Auch Bloc Party sind vernehmbar. Das Tastenspiel des Keybords stammt hingegen aus älteren Dekaden. New Order schwingt da mit. Garniert alles durch diesen durch komplette Platte zurückgehaltenen Gesang. Melancholisch, irgendwie traurig und zuürckhalten, nur niemals aufregend.

The xx sind vielleicht nicht der nächste Superhype wie etwas die Artic Monkeys oder Bloc Party, jedoch wird sich die Platte sicherlich in einen Musiksammlungen wiederfinden, wenn der nächste Partyabsturz durch laute Musik in der Nacht geheilt werden muss. Dafür eignen sich die vier auf jeden Fall. Auch ohne langweilig zu werden.

Keine Ahnung wie die Band es mit so einer Rezension auf Platz 1 der urbandesire.de-Jahrescharts geschafft hat. Weder war mein Jahr besonders langweilig, noch ist die Langweile als Lebensmotto für die Zukunft geplant. Vielleicht lag es an der Monotonie des Alltags… Lesen, schreiben, lesen, schreiben, lesen, schreiben, Note… fertig. Platz 1 halt.

herzlos=ziellos

Manchmal kommt die Arbeit ins Stocken. Bei mir ist das oft so, wenn ich neue Kapitel oder thematisch deutlich neue Abschnitte beginnen muss. Einerseits gibt es da einen gewissen Stolz auf das Vollbrachte. Das Geschriebene liegt dann seitenweise vor mir und wenn ich nochmals beim Lesen durch die Argumentation hangele, entdecke ich den ein oder anderen Fehler, doch im Groben bin ich meist vor, dass Gewollte umgesetzt zu haben.

Doch dann kommt der neue Abschnitt. Und der ganze Bradel an Angelesenem und Gedachtem liegt irgendwie chaotisch und in Decken gehüllt vor mir. Tagelang nehme ich mir vor, es endlich beginnen zu lassen. Doch dann steht am Abend wieder nur die Überschrift, die das Unternehmen lediglich beschreibt, und der Cursor tanzt weiterhin monoton vor sich hin.

Irgendwann rafft es sich dann. Irgendwann schlägt etwas um, etwas elektrisiert und urplötzlich entstehen Wörter, Sätze, Zeilen, ja manchmal ganze Seiten und der Bann scheint gebrochen. Doch regelmäßig stecke ich in dieser lähmenden Leere. Die einzige Möglichkeit ist nur, dass es irgendwie doch ein Ziel gibt…. dass dieser nächste Abschnitt auf dieser Seite uns dann doch noch etwas Nutzvolles erzählen will.

Wenn ich diesen Gedanke nun einmal global aufsspanne und meinen Studienabschluss als einen Abschnitt betrachte, macht es mir ein wenig Angst, dass für den nächsten Abschnitt – das Postakademische – offenbar kein Ziel exisitert. Nichts konkretes. Nichts Nennenswertes. Klar… ungefähr kann ich bestimmen, dass ich nicht am Brustkasten von Vater Staat hängen will und auch nicht von Busen Mutter Natur leben will. Doch besorgt mich im Ärger der Gegenwart, das Ungewisse der Zukunft. So einfach ziellos sein, ist nicht schön.

(via FII)

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