urbandesire

searching since 2004

Monat: Mai 2008 (Seite 1 von 3)

CuppaCoffee

Hab ja demnächst Geburtstag. Und ich habe  d a s  Geschenk entdeckt. Es nennt sich „MyCuppaCoffee“. Mit Hilfe des Pantone-Farbsystems wurden am Innenrand die zahlreichen Zustände eines Kaffees, die bei Zugabe der Milch entstehen können, farblich notiert: von regular zu milky.

Großartige Idee. Zu bestellen bei Suck UK London für schlappe 13 Euro. Ach so, gibt es auch für Tee.

Bibliothekshilfe

Fühlt ihr euch nicht auch häufig beobachtet? Klappt ihr nicht auch immer das Display runter, wenn ihr den Arbeitsplatz verlasst oder nehmt gar den ganzen Laptop mit? Schließlich soll niemand sehen, dass ihr in den letzten zwei Stunden nur eine Viertelseite geschafft habt. Fühlt ihr euch nicht absolut schrecklich und faul, wenn ihr das Textdokument minimiert, den Browser aufruft und euch ins Internet begebt, um auf bunten Newsseiten wie gmx, freenet oder t-online nach den neusten Geschichten über Lindsay Lohan oder Pete Doherty zu suchen? Oder was noch viel schlimmer ist: Ihr spielt Solitär oder Online-Sudoku…

Es ist schrecklich. Man weiß nie, wohin der Hintermann starrt, ob er etwa mitliest und sich gar freut, dass du nichts in die Tastatur hackst und produzierst.

Der urbandesire schafft nun Abhilfe im studentischen Bibliotheksalltag. Darüberhinaus kann auch ein jeder im Bürojob am PC arbeitenden Mensch diese Tipps beherzigen. Was ist also zu tun?

Eigentlich nur eines. Rufe die Seite readatwork.com auf. Dahinter verbirgt sich eine Flash-Seite im Windows XP-Stil. Man kann sich einfach (ohne Registrierung) einloggen und in den typischen Windowsordner nach Literatur suchen. Hat man etwas passendenes gefunden, wird der Text als eine Powerpointpräsentation zum Lesen serviert. Die Auswahl an Texten ist noch etwa begrenzt: Mark Twain, Virginia Wolf oder auch Edgar Allan Poe, um nur ein paar in unseren Gefilden bekannte Größen zu nennen.

Somit kann entspannt gute, englische Literatur gelesen werden, ohne dass jemand die konsquente Arbeitsverweigerung bemerkt. Um den Schein perfekt zu machen, lohnt es sich vielleicht auch, auf einen Zettel ab und zu nebenbei ein paar Notizen zu machen. Absolut wasserdicht.

So na dann, fröhlicher Geistesstreik.

Umfunktioniert

Ganz ehrlich. Ich weiß schon, warum ich Neuinstallationen hasse. Erstens kommt immer eine Menge Arbeit auf einen zu, die sinnlos Zeit raubt, und zweitens funktioniert irgendetwas immer nicht. Lass es den Sound sein oder irgend ein unbedeutendes Programm. Lass es aber nicht die Grafik oder anderen eklatant wichtige Funktionen sein.

Heute ist es die Grafik. Vermutlich. Sobald der Rechner hochfährt und den bekannten Windows-Desktop zeigen will, schaltet sich der Monitor aus – seltsam ist das daher, da sonst bei fehlenden Grafikkartensignalen eine Meldung noch flux angezeigt wird.

Egal. Rechner läuft, kein Bild. Somit gibt es schlechte Laune. Nach vierstündiger Fehlersuche aber auch keine Ergebnis. Außer eventuell eine Steigerung der Wut ins Unermeßliche, die mich die ganze Dreckskiste zum Fenster hinauswerfen lassen will. Machen wir aber nicht, sind ja Profis.

Da ich eigentlich in all dem eine Wink des Schicksals sehe, das mich davonabhalten will, weiterzuarbeiten, war ich kurz vor dem Aufgeben. Könnte ja jetzt endlich das Buch zu Ende lesen, schreiben kann ich ja eh nicht. Wäre da nicht so ein kleines weißes Ding.

Kurzerhand Monitor, Tastatur, Maus, Boxen und Ipod angeschlossen und siehe da, fühlt sich ganz nach Desktop an. Genau das, was ich jetzt brauche. Eee macht irgendwie nur in der Bibliothek Spaß. Somit werde ich jetzt die vom Schicksal auferlegte Arbeitsverweigerung brechen und noch etwas machen, wenigstens fünf Minuten oder so.

Wer noch sachdienliche Hinweise hat, die zur Ergreifung des PC-Problems beitragen oder wer auch eine kleine Ersatz AGP-Karte hat, die mir ausgeliehen werden kann, möge bitte die bekannten Kanäle nutzen.

Spuren im Hand

Spuren im Hand

Ich lese nun gerade (seit einer Weile) Clemens Meyers „Als wir träumten„. Sicherlich kann man meinen Beitrag zu diesem Buch wieder unter der Überschrift „Überflüssiges eines pseudoseniblen Mittzwanzigers“ subsummieren. Eines sei jedoch gesagt. Ich habe wenig Zeit zu lesen und meide ängstlichst Bücher, die mehr als 300 Seiten haben. Bei Meyer war ich mutig. Gar größenwahnsinnig mir 500 Seiten einverleiben zu wollen. Doch jede Nacht betet ein Teil in mir, dass dieses Buch nie enden wird, während ein anderer Teil schreit: „Lass es enden.“ Es frisst mich innerlich auf. Und jetzt stellt sich der Literaturwissenschaftler in mir die Frage: Warum?

Scheinbar weist diese Buch für meine Generation gerade noch genug identifikatorisches Potential auf. Beschreibt es doch die Jugend und das entschleunigt schnelle Leben eines Protagonisten (Danie) kurz vor bzw. kurz nach der Wendezeit. (Auch der Begriff „Wendezeit“ lässt aufhorchen. Verbinden sich scheinbar damit Dinge, die von vielen nicht verstanden werden bzw. nachvollzogen werden können: z.B. ein komplette Umkrempelung von Biographien, sozialen Status, aber auch einfach dem Absterben von ideologischen Theoriegebäuden, mit dem ein Mensch, aber auch ein Kind, erst einmal zurechtkommen muss.) Das Buch greift mich an, denn auch wir hatten Angst vor Nazis, die uns auf die Fresse geben, auch wir hatten Angst und Mut, den Tag versinnlosen zu lassen und Dinge auszublenden. Auch wir logen, wobei dies keine Generationsspezifika sind. Doch das Debüt, vielmehr die Protagonisten von Clemens Meyer gehen einen Schritt weiter. Sie erleiden stellvertretend alles, was in diesen Jahren eine junge Seele zerstören kann und zeigen wie reihum so etwas überstanden oder daran zerbrochen werden kann.

Lange Zeit überlegte ich wie ein solch‘ lektor- und somit auch verkaufsfreundlicher Titel „Als wir träumten“ in logischer Relation zum Buch gesetzt werden kann. Zu einfach scheint die These, dass abseits all des Leidens, des Versagens und des sprichwörtlichen Dahinvegetierens in kleinen Träumen noch so etwas wie Hoffnung zu finden ist. Die These musste zu einfach sein. Denn die Figuren scheinen niemals hoffnungslos zu sein. Sie sind nicht pessimistisch oder gar enttäuscht über ihre Situation. Sie scheinen einen Realismus an den Tag zu legen, den kaum ein Intellektueller für sich öffnen kann, vielmehr begreifen sie abseits unserer Einschätzung ihrer Leiden, dass sie einfach so sind.  Dass zwischen alle den widerlichen Fidschikippen und dem extremen – fast übermenschlichen – Alkoholgenuß beschädigtes und beschädigendes Leben wohnt, das auf seine Weise strahlt.

Auf über 500 Seiten hat Clemens Meyer nicht immer viel zu sagen, es ist kein durchstilisiertes Buch mit Sentenzen und Wahrheiten, jedoch ist Meyer versucht die Wahrheit aus einer Zeit herauszupressen, die ihm offenbar am Herzen lag. Viele werden dieses Buch nicht mögen, viele werden sich Fragen wozu, andere werden verstehen.

Dorian

Ich wollte ja immer Rockstar werden. Eigentlich. Und ich liebe Musikvideos. Eigentlich. Jedoch wüsste ich außer Chris Cunningham niemanden, der meine Musikvideos drehen sollte. Ich hab da nämlich einen nicht hohen, aber seltsamen Anspruch. Ab heute kenne ich noch einen zweiten Videoregisseur, der meine Videos drehen dürfte. Und zwar Lauren Gillot aus Frankreich.

Ich liebe das neue Video von Sna fu (myspace). Der Song heißt „Dorian“ und stammt vom aktuellen Album „Tonnerre Binaire“. Musikalisch schwer zu verorten. Mischung aus HC, Psychobilly (gewagte These, ich weiß) mit starken Einflüssen aus dem Krautrocklager. Aber mit so einem Video, was soll da schon passieren. Es verschmelzen Musik, Animation und Illustration zu einem kleinem Kunstwerk. Eigentlich könnte das ja auch Jojo für mich zeichnen, nur so rein theoretisch. Aber ich weiß nicht, ob er auch so gut Pappe und Papier schneiden kann. Nach Omaha Bitch kann man sagen: „Die Franzosen machen sich.“ Aber seht selbst:

Ältere Beiträge

© 2026 urbandesire

Theme von Anders NorénHoch ↑