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Kategorie: Musik (Seite 15 von 33)

Album Of The Week – The Smashing Pumpkins

Wenn ich mir das neue Smashing Pumpkins Album “Zeitgeist” so anhöre, frage ich mich, ob ich damals anno 2000 dieses Album gut gefunden hätte? Habe ich mich verändert? Klar. Das, was ich damals hörte, deckt sich nicht mit meinen aktuellen Interessen. Doch auch bei den Smashing Pumpkins ist nichts mehr beim Alten, oder doch? Als sich die Smashing Pumpkins Mitte 2000 trennten, gab es dafür zahlreiche Gründe. Weder die Verkaufszahlen für “Machina” (500 000 Stück weltweit; zum Vergleich verkaufte sich “Mellon Collie” weltweit mit ca. 16 Millionen Exemplaren und bekam allein in den USA 9mal Platin) noch die Stimmung innerhalb der Band sollen für den Fortbestand ausgereicht haben.Die Trennung tat weh, kam aber nicht von ungefähr, sondern hatte auch Gründe im veränderten Sound und Songwriting der Band. Während auf “Siamese Dreams” und “Mellon Collie” noch der beliebte Alternative-Indie-Sound mit Melancholie gepaart wurde, herrschten auf der 1998er “Adore” bereits andere synthetischere Töne vor, die Billy Corgan bis heute nicht mehr abgeworfen hat, denn auch sein 2004er Sololbum und Zeitgeist schließen sich diesem Hallen und diesen weiten Melodien wieder an. Obwohl versucht wird durch Gitarrensoli dem entgegenzuwirken.

Was haben wir nun mit Zeitgeist vorliegen? Der Opener “Doomsday Clock”, der auch auf dem Soundtrack zu Transformers zu finden ist, beginnt, ungewohnt krachig mit schönen Schlagzeugeinstieg und grollenden Gitarren, doch noch bevor die erste Minute zu Ende ist, singt Corgan in er zweiten Stimme wieder Hallendes. Der Song ist gut, ich mag ihn, aber er ist schlicht keine Meisterwerk, wie etwa ein “Zero” oder “Cherub Rock”.

Die Platte ist bemüht über die ganze Dauer durch Schlagzeug und Gitarren ordentlich Dampf zu machen, doch trotz des schönen Songwritings und keiner verkorksten Corganmelodie (ich finde dieser Mann hat noch nie einen Song gemacht, der nicht irgendwie eingängig ist), schafft es die Platte nicht, den Hörer in absolute Begeisterung zu versetzen. Zum einen mag das an den hallenden Gitarren (”That’s The Way (My Love Is”)… hätte ebenso auch auf die Machina II gepasst, die hallende Gitarren im Übermaß besaß ) liegen, aber auch daran, dass der Gesang Corgans ein bisschen an seiner bitterbösen Wut und Traurigkeit verloren hat und auf Zeitgeist, grollenden Melodien mit positiven Texten und einer widerlichen Grundfröhlichkeit gemischt werden.

Interessant ist einzelne Songs mit alten Songs und Platten zu messen. Da fällt auf, dass “Pomp And Cirumcstances” durchaus Ähnlichkeit mit Balladen auf Mellon Collie hat. Und auch das Gitarrenriff von “(Come On) Let’s Go!” nimmt durchaus Anleihen bei “Zero”. Dem ungeachtet bleibt aber der Song durch Billys Gesang beliebig und besitzt nicht die Bissigkeit und Wut von “Zero” oder vergleichbaren Songs.

Insgesamt ist es ein gutes bis durchschnittliches Comeback mit interessanten Songs, die einige Durchläufe brauchen, aber nichts, auf das die Musikwelt gewartet hat. Ich freue mich vorallem die Smashing Pumpkins auch endlich mal wieder live zu sehen – nach dem Auftritt bei Rock am Ring – und meine Hits live und in echt zu hören.

Das Video zur ersten Single: Tarantula.

urbane Anspieltipps: Doomsday Clock, Bleeding The Orchid, Starz, United States

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Ich muss mal wieder nerven

Ich muss wieder mal nerven. Neues Video von Alexisonfire:

Album of the Week – Sky Eats Airplane

Anfang der 90er bekam ich ganz unerwartet von meinem Vater einen GameBoy. Es ist ja häufig so, dass man Wünsche äußert und diese dann erhält. Doch beim GameBoy wurde ich überrascht. Ich hatte davor nur wenig von diesem kleinen Wunderding gehört. Aber bereits an diesem Abend wurde ich von Tetris, MegaMan und vor allem Super Mario in den Bann gezogen. Ich liebte das Klicken und Drücken des schwarzen Steuerkreuz und der roten Funktionstasten. Manchmal saß ich nächtelang – eben so lang wie die Batterien hielten – auf dem Bett und spielte Level für Level. Ich mochte es, wenn ich riesige Punktemengen einsammeln konnte und dafür immer die belohnenden 8-Bit-Piepstöne erhielt.Vielleicht ging es den Herren von Sky Eats Airplane ja genauso. Denn ihre Musik wird unter dem Genre Nintendocore zusammengefasst. Nintendocore bedeutet nichts anderes, als dass Hardcore mit den kleinen 8-Bit-Pieps-Frickeltönen verbunden Die eigentlichen Helden des Nintendocore sind HORSE The Band, die mit ihren Klassikern “Cutsman” (Megaman), “Birdo” (Super Mario Bros. 2) und “Pol’s Voice” (Zelda) das ganze Genre quasi begründeten.Bei Sky Eats Airplane und ihrem ersten selbstproduzierten Album “Everything Perfect On The Wrong Day” ist nun aber nicht der 8-Bit-GameBoy-Sound an sich, der zum Einsatz kommt, sondern generell komplexere elektronische Strukturen. Und so wird, klassisch wie bei Hardcore und Emo, mit den Gegensätzen von laut und leise, hart und melodisch gearbeitet, nur dass den entspannten Part der Elektro übernimmt. Interessant wird es dann, wie bei dem Song “Gigants In The Ocean”, wenn der Sound gemischt wird und dem Gefrickel knallharte Hardcore-Riffs beigemengt werden.

Nichtsdestotrotz hat die Platte ordentlich Dampf wie “Patterns”, “The Opposite Viewed In Real Time” oder auch “Everything Perfect On The Wrong Day” beweisen. Am Anfang braucht man ein paar Durchlüufe der LP, um sich in diesem Wirrwarr von Geschrei, Gesang, elektronische Geräuschen und Hardcore zurechtzufinden. Doch wer durchhält, wird mit dem Verständnis einer durchdachten Komplexlität belohnt, die Mark und Bein erschüttern wird.

Die Band selbst bestand seit der Gründung im Jahre 2005 eigentlich nur aus zwei Mitgliedern: Lee Duck und Brack Cantrell, die durch unterschiedliche musikalische Ursprünge und dem Interesse an elektronischer Musik den einzigartigen Sound von Sky Eats Airplane kreierten. Sie nahmen im Jahre 2006 nach einigen Demos das Album als Duo auf. Im Herbst desselben Jahres verließ aber Brack das Duo, um sich neuen Projekten zu widmen. Lee Duck blieb dabei und verpflichtete neue Mitgliedern, die nun die Tour und die Aufnahmen zu neuen Alben erstmals als Band bestreiten. Interessant ist auch, dass Sky Eats Airplane auf professionelle Promotion vollständig verzichten und ihren Erfolg zum einen ihrem großartigen Sound, aber auch dem Interesse und der zwangsläufigen Mundpropaganda der Fans zu verdanken haben. Ein Band von der wir sicherlich noch einiges hören werden, obwohl abzuwarten bleibt, wie sich der Sound der Band durch die neue Besetzung verändert.

Das Video zu “The Opposite Viewed In Real Time” produziert von Jonathan Finley

urbane Anspieltipps: Patterns, Giants In The Ocean, She Is Just A Glitch

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Album Of The Week – The Bishops – dto.

the bishops - dtoDiese Platte lässt Geister auferstehen. Warum? Ganz einfach. Der Sound der Bishops, dieser drei Herren aus London, klingt wie direkt aus dem Jahre 1967 in das Jahr 2007 gebeamt. Die Anleihen, die die Bishops von den frühen Beatles, von den Kinks oder von anderen Beatbands genommen haben, sind unüberhörbar. Und genau darin liegt der Knackpunkt. Das Innovationspotential dieses Albums ist eher gering. Vielleicht einen kleinen Tick zu viel wurde bei den großen Vorbilder geschaut. Die Beatelemente werden nicht wie bei den White Stripes oder auch den Zutons neuinterpretiert, sondern mit einer gnadenloser Liebe und ohne Schnörkel pur auf die Platte gebracht. Und genau da liegt auch wieder das Gute.

Die absolute Kompromisslosigkeit der Bishops genauso zu klingen wie die ersten Beatbands, beeindruckte mich beim ersten Hören der Platte. Die Songauswahl erstreckt sich von recht sanften Nummern, die mit mäßigen Tempo daherblubbern bis hin zu rotzigen Beatsongs, band the bishopsdie zum Mitwippen und Körperschütteln verleiten. Richtig tolle Songs sind „The Only Place I Can Look Is Down“ oder auch „Breakaway“, die Spaß machen und man fast glaubt mit dem eigenen Vater, der statt Glatze plötzlich wieder langes, wallendes Haar trägt, sich in einem verrauchten Club der 60er zu befinden und mit ihm eine Zigarette zu teilen. Der kernige, noch analog aufgenommen Sound unterstützt das Gefühl des Abends mit Papi im Club.

Genau die richtige Platte, um mit Freunden im Sommer bei Grill und Bier das Leben zu genießen.

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Man sollte nachts nicht fernsehen

*schluck* gerade auf dem Rockpalast-Livestream vom Rock am Ring-Festival was Beängstigendes gesehen. Der Keyborder von Type’O’Negative zog seine Hose herunter und zog seine Pobacken auseinander. Und die Rockpalastkamera hielt voll drauf. Ich habe als ich aus Photoshop rüberswitchte zum Stream den gesamten Schnodder samt After mindestens 5 Sekunden gesehen… Oh Mann, der Kerl, Josh Silver, ist 45… ich hoffe, ich kriege das Bild noch vor dem Einschlafen aus dem Kopf.

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