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Autor: urbandesire (Seite 38 von 206)

Album of the week – Tomte – Heureka

heureka_blogEine alte Rezension, die ich nie zu Ende gebracht habe. Es ging um Tomte und „Heureka“. Es ist schon die dritte Single ins Land gegangen und ich all dies nicht gewürdigt. Die erste Version dieses Artikels entstand im Oktober 2008 – kurz nachdem entscheidende Änderungen mein Leben durchquerten. Seitdem habe ich den Artikel immer wieder angefangen, umgebastelt, aber nie zu Ende bekommen geschweige denn veröffentlicht. Besser ist er trotz der all der Zeit nicht geworden. Aber es geht ums Pathos und um das Leben; also was solls.

Ich widme diesen Tag Tomte. Als Tomtehörer hat man ja so Probleme in der Gesellschaft. Entweder man befindet sich unter Leuten, die einen voll und ganz in der Leidenschaft zu dieser Band verstehen. Menschen, die diesen Pathos verstehen. Die darin das Leben sehen und einfach vom Glück verbrüht wurden. Auf der anderen Seite – mit Sicherheit der größere Teil der Welt – findet man es zum Kotzen. Entweder „Pseudointellektuelles Weichspülergeseiere“ oder „noch dümmer als Toco“…

Soweit die Marktchancen der Band. Blicken wir über die Ungläubigen hinweg. Bringt nichts. Geht ja auch so weiter. Tomte haben am 10. Oktober 2008 ihr neues Album „Heureka“ veröffentlicht. Dies ist das insgesamt fünfte Studioalbum und sollte auf einer gewissen Weise einen Neubeginn darstellen. Weniger Pathos, mehr Tomte. Und nach einen ersten Eindruck haben die zwölf Songs diesmal ein bisschen weniger Zuckerguss abbekommen als das noch die „Buchstaben über der Stadt“ zum Weglutschen anboten.

Trotzdem kann man sich nach einem starken Beginn des Albums mit „Heureka“, „Wie ein Planet“, „Wie siehts aus in Hamburg“, dann doch auf eher versöhnliche Töne einstellen, die dann doch eher mehr nach den „Buchstaben über der Stadt“ klingen als an alte sonnige Nächte.

Ich finde die Umstellungen in der Band sind kaum rauszuhören. Dass Timo Bodenstein nach Dekaden bei Tomte das Weite suchte und Max Schröder dessen Posten am Schlagzeug übernahm, ist nicht spürbar. Vom Sound her solide, keine richtig großen Melodien, nichts Weltversenkendens. Einfach wieder eine glückliche Platte. Ein Platte über das, was die Kritiker Kitsch und Pathos nennen.  Dass bei Thees aber einfach eine unpeinlich angesungene Variante von Leben ist. Und doch ist die Platte melancholischer als noch der Vorgänger, ein wenig nachdenklicher.

Und natürlich kann jeder Tomte-Hörer seinen Zitatenfundus um einiges erweitern. Neben so treffenden und allumspannenden Zeilen wie „Du nennst es Pathos, ich nenn es Leben…“ oder auch „Du willst die Welt verändern, lies ein ganzes Jahr die Zeit, wie Olli so gut sagt, weil die Zeit sich so beeilt“ (Die Zeit)

Und als visuelles Highlight gibt es das Video zur dritten Singleauskopplung: „Wie siehts aus in Hamburg“

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Jenseits jeglicher Skalen

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Gebrochene Herzen sind etwas Schlimmes. Am Tage sind sie rational. Alles hat Ursachen, Zwecke, die Logik läuft. Doch des Nachts geht gleichsam mit der Helligkeit der Welt auch die Helligkeit der gebrochenen Herzen verloren. Zweifel an allen Fronten, unbeschreibliche Ängste und der kindliche Trotz von Verflossenen summieren sich zu nutzlosen Leid auf. Wie ist dieses Lächeln zu verstehen? Wie dieser Blick zu deuten? Wo hat das alles seinen Anfang genommen?

Auf der Suche nach einer Gebrauchsanweisung hat man sich im Strudel des Gefühls verloren. Deutet falsch und dann wieder richtig. Was bleibt ist ein chronischer Weltschmerz jenseits jeglicher Skalen. Doch es fühlt sich so gut an. Der Weg ins Nichts ist seltsam abgelaufen. Teil von etwas zu sein bedeutet stets Einsamkeit aufgrund der Ungewissheit noch nicht getroffener Entscheidungen, die dann schließlich in ihrer Konsequenz als Bollwerk vor einem stehen können.

Was bleibt ist süße Ungewissheit und eine Hand im Haar, die sagen will: „Bleib doch, bleib doch.“

Interessanter Monat

  • Eagles Of Death Metal – Heart on (VÖ 23.01.2009) !!!
  • Franz Ferdinand – Tonight: Franz Ferdinand (VÖ 23.01.2009) ?
  • Bruce Springsteen – Working on a dream (VÖ 23.01.2009)
  • Clickclickdecker – Den Umständen entsprechend (VÖ 30.01.2009) !!!
  • Andrew Bird – Noble beast (VÖ 06.02.2009)
  • Lily Allen – It’s not me, it’s you (VÖ 06.02.2009)
  • Bosse – Taxi (VÖ 06.02.2009)
  • Finkenauer – Unter Grund (VÖ 06.02.2009)
  • Ben Kweller – Changing horses (VÖ 06.02.2009) !!!
  • Angelika Express – Goldener Trash (VÖ 13.02.2009) !!
  • Beirut – March of the Zapotec/Realpeople: Holland (VÖ 13.02.2009)
  • Phillip Boa And The Voodooclub – Diamonds fall (VÖ 13.02.2009)
  • Ben Lee – The rebirth of Venus (VÖ 13.02.2009) !!!
  • Mando Diao – Give me fire (VÖ 13.02.2009) !!!
  • Morrissey – Years of refusal (VÖ 13.02.2009) !!
  • Thursday – Common existence (VÖ 13.02.2009) !!!

Als ich von Kakao auf Kaffee umstieg

urbHast du dich selbst vergessen? Eher nein. Irgendwo zwischen den Fragen liegst du noch. Dazwischen vielleicht. Alle paar Wochen kommt die große Abrechnung. Hast du dir das selbst alles so vorgestellt? War so zurechtgelegt, geplant? Zweifel vergehen niemals, sie werden nur andere. Als du noch nicht hier angekommen warst, hattest du ein Bild von dir selbst und ein Bild von deiner Zukunft. Irgendwie sah das anders aus. Irgendwie war da mehr Licht und logischerweise weniger Dunkel.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich vor Jahren in meinem Zimmer mit dem blauen Teppich und dem kalten Metall saß. Es muss auf dem Sofa gewesen sein. Der Staub zwirbelte durch die Luft und das leere Fenster gab den Blick frei auf den blauen Himmel. Der passte nicht zum Blau des Teppichs. Akzeptiert. Ich las damals Bücher, die eigentlich keine Bücher waren. Popliteratur nannte sich das Phänomen in den Endneunzigern. Im Prinzip nichts anderes als die Worte talentfreier Autoren. Jedoch warfen sie mit Signalwörtern um sich. Es ging um Musik, um Partys, ums Saufen und irgendwie auch ums Kotzen. Liebe wurde begriffen als das Korpulieren in variantenreichen Stellungen mit immer neuen Partnerinnen.

Jetzt knapp zehn Jahre danach (ich glaube, dass ich das erste Mal »10 Jahre« schreibe über etwas, was ich schon mit Verstand begriff und das nicht im gleißenden Licht der Kindlichkeit steht) habe ich solche Partys erlebt. Wenngleich auch das Korpulieren fehlte und auch der üppige Drogenkonsum, der dafür notwendig zu sein schien. Normales Leben eben, ohne stilisierte Selbstdarstellung zum Verkauf einer immer größeren Auflage. Naja jedenfalls gab mir all dies ein zukünftiges Lebensgefühl… so wird es werden… so wird es sein, denn so ist es gedacht. Ich denke es würde für alle sehr peinlich werden, wenn ich jetzt beschreibe, wie ich mir die Zukunft ausmalte. Auf jeden Fall spielten Agenturen, tolle Jobs und Zeit eine große Rolle. Es war eine Mischung aus Büchern, Musik, Menschen und einer alles umfließenden Glückseligkeit, die damals nicht danach fragte, wie es weitergehen soll… wo die Reise hingeht. Weiterlesen

nova urbanus cupiditas*

mk_1Ich habe wirklich nie länger als ein Jahr mit einem Design für urbandesire.de leben können. Was aber schon sichtbar ist, ist der ansteigende Minimalismus der Themes, die ich einsetze. Innerlich weiß ich nicht warum. Vielleicht ist es die Tendenz den Texten die gewünschte Aufmerksamkeit zu geben. Weg vom Ballast, keine Papiermetaphern und Web2.0-Farbverläufe. Schlichtes Weiss, das sich direkt in den Browsern dieser Welt zeigt und dieses Kleinod der Bloggerei still und weise vor sich hin laufen lässt. Somit ist der Name des Themes „minimalism“ dort recht bezeichnend

Eine interessante Neuerung ist der Lifestream, der sämtliche Aktivitäten meinerseits im Web für wenige Stunden nachvollziehbar machen lässt. Was hört er eigentlich, wenn er vom Tode twittert, oder so. Zudem gibt es nun endlich wieder ein richtiges Archiv, das nach Monaten aufgeschlüsselt die Worte dieses Blogs zeigt.

David fühlt sich auch wohl. Die Fliege ist auch da… die Welt ist in Ordnung.

*hoffe das meine Lateinkenntnisse mich da oben nicht im Stich gelassen haben.

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