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Monat: September 2011

Citavi: keine Mac-Version

Das ist jetzt ärgerlich. Die zwei roten Balken an meinem Citavi-Icon werden mir wohl noch eine Weile erhalten. Was heißt das? Citavi ist eine der umfangreichsten und durchdachtesten Programm im Bereich der Literaturverwaltung und des Wissensmanagements für kommende akademische Projekte. Vor allem im deutschsprachigen Raum findet man – nicht nur für den Mac – kaum eine bessere Alternative, zumindest keine umfassende. Leider gibt es noch immer keine Version, die nativ auf einem Rechner der Firma Apple (aber auch anderen Unix-basierten Betriebssystemen) laufen kann. Man muss sich seit Jahren mit Virtualisierungssoftware (VMware, Parallels, Wine etc.) – dafür stehen auch die zwei kleinen roten Parallels-Balken an meinem Citavi-Icon – herumschlagen und somit neben Performanceeinbußen zusätzliche Kosten für Virtualisierungsoftware und Windows-Betriebssystem (+Lizenzen) einplanen. Von den Komforteinbußen im Hinblick auf die Integration mit Microsoft Word für Mac möchte ich an dieser Stelle gar nicht zu sprechen kommen.

Aber man hoffte stets und die Swiss Academic Software GmbH – Entwickler von Citavi – verkündete unermüdlich an einer nativen Mac-Applikation zu arbeiten. Vor ein paar Tagen kam aber der Rückzug:

Nach zweieinhalb Jahren stellen wir die Entwicklung für Citavi Mac ein. […]

Wir haben große Anstrengungen unternommen, viel Zeit, Kreativität und Geld investiert und Prototypen auf verschiedenen technischen Plattformen entwickelt, um diese Anforderungen zu erfüllen. Schließlich entschieden wir uns für MonoMac, einer vielversprechenden Entwicklung, hinter der die führenden Entwickler von Mono standen. (Mono ist eine Open-Source–Variante des .NET-Frameworks, auf dem Citavi aufsetzt.) Mono wurde von der bekannten Firma Novell finanziert und gepflegt. Vor kurzem wurde Novell jedoch verkauft. Die neue Besitzerin Attachmate entschloss sich, die Mono-Abteilung zu schließen und sämtliche Entwickler zu entlassen. Die Entwickler haben zwar eine neue Firma gegründet, die sich jedoch auf mobile Clients (iOS und Android) konzentriert, so dass MonoMac uns keine langfristig zuverlässige Perspektive mehr bietet. Deshalb sehen wir keine Möglichkeit mehr, die Ziele, die wir uns für Citavi Mac gesetzt haben, in absehbarer Zeit zu erreichen und dauerhaft zu sichern. Wir bedauern, die Interessenten für Citavi Mac jetzt enttäuschen zu müssen.

Im Forum von Citavi geht es zu diesem Thema durchaus hoch her. Auch kommt dort ein berechtigter Kritikpunkt zu Sprache, der auch mich immer verwunderte. Wenn man Citavi auf einer Windows-Maschine installierte, wurde man mit der .net Framework von Microsoft konfrontiert. Dies bedeutet in 90% der Fälle umfangreiche Zusatzdownloads und schreckliche Installationsroutinen von mehreren Zusatzpakten. Keine Ahnung wie viel Speicherplatz das ingesamt frisst. Final benötigte man, um Citavi auf einem Mac laufen lassen zu können, Citavi selbst,  Windowssoftware und -lizenz, eine Virtualisierungssoftware mit Lizenz, jede Menge .net-Kram und vor allem viel viel Geduld. Des Weiteren bleibt die Frage, wieso für Citavi diese doch sehr zukunftsunsichere Plattform im Hinblick auf die betriebssystemübergreifenden Entwicklung – verwendet wurde. Man bleibt an Microsoft gebunden, kommt nicht zu anderen Betriebssystemen oder gar in den online-basierten Bereich oder zu Tablets (was für mich eine wahnsinnig spannende Vorstellung wäre) – und da wird ja wohl die Zukunft liegen, wenn man die aktuellen Trends exakter durchdenkt. Ähnliches merkt auch einen Forenmitglied an.

Schade ist das ganze, weil mit Citavi ein wirklich hochwertiges und zuverlässiges Produkt mit einer vorzüglichen Community und den besten Community-Managern, die ich im Netz je erlebt habe, sich selbst ein wenig die Zukunft verbaut. Akademische (Buch-)Projekte sind umfangreiche und vor allem langjährige Angelegenheiten. Man wird also vor allem als Mac-Nutzer vertiefter darüber nachdenken müssen, ob es sich lohnt auf Citavi zu setzen, wenn man denn schon die Kosten und Mühen nicht scheut. Ein Tatsache wird jedoch weiterhin für Citavi sprechen. Es gibt für den Mac im Bereich der Literaturverwaltung und dem Wissensmanagement, meiner Ansicht nach, nichts Vergleichbares.

Update: Gerade noch trauriger als ich Screenshots von 2010 gefunden habe, wie Citavi Mac hätte aussehen können.

 

Dillon

Ich denke auch, dass das ganz groß wird mit Dillon. Oder zumindest hoffe ich es. Die junge Berlinern liegt mit ihrer bezaubernden Stimme irgendwo zwischen Lykke Li und Coco Rosie und wird demnächst ihr Debütalbum „This Silence Kills“ veröffentlichen. Zugegeben: das komplette Paket unterscheidet sich wenig von der englischen Stammmutter, aber es ist und bleibt und schön anzuhören.

Das wird schon. Und wenn nicht, die Blogs treiben die Sau schon durchs Dorf und pumpen Songs und Album in die Playlisten.

wedding Juni 2011

Ich bin weit angereist. Gute 200 Kilometer quer durch Thüringen. Das Wetter war durchwachsen für eine Mittejunitag. Immer wieder schien das Wetter umschlagen zu wollen, aber letztlich ging alles gut. Zur Zeit des shooting gab es böse Wolken, aber es blieb trocken. Schön war, dass die Kornfelder natürlich noch nicht abgeerntet waren und im Zusammenspiel mit dem bewölkten Himmel gab es doch sehr reizvolle Motive. Das Paar sollte stets in romantisch-verspielter Perspektive in der Natur ihrer Heimat gezeigt werden.

Auch war ich nicht nur ein shooting gebucht, sondern auch für eine umfangreiche Dokumentation bzw. Reportage der Trauung, der Feier und des Tages überhaupt. Es war ein toller Tag, der nach gut 12 Stunden mit einer Menge Gigabytes an Fotos beendet wurde. Einziges Manko war der Umstand, dass zwei Tage zuvor mein Lieblingsobjektiv kaputt ging und ich in einer stressigen morgendlichen Media-Markt-Kaufsession mir hochverschuldend noch Ersatz besorgen musste. Letztlich fügt sich das neue Objektiv dann doch ganz gut in meinen Workflow ein. Im Oktober habe ich noch eine Hochzeit in der Gegend Nordwestthüringen. Mal sehen, wie sich die Landschaft und das Wetter an diesen Tagen verhält. Hier nun noch ein paar Bilder:

(Galerie 2011 auf tageausglas.de)

 

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