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Monat: Januar 2009 (Seite 1 von 2)

Interessanter Monat

  • Eagles Of Death Metal – Heart on (VÖ 23.01.2009) !!!
  • Franz Ferdinand – Tonight: Franz Ferdinand (VÖ 23.01.2009) ?
  • Bruce Springsteen – Working on a dream (VÖ 23.01.2009)
  • Clickclickdecker – Den Umständen entsprechend (VÖ 30.01.2009) !!!
  • Andrew Bird – Noble beast (VÖ 06.02.2009)
  • Lily Allen – It’s not me, it’s you (VÖ 06.02.2009)
  • Bosse – Taxi (VÖ 06.02.2009)
  • Finkenauer – Unter Grund (VÖ 06.02.2009)
  • Ben Kweller – Changing horses (VÖ 06.02.2009) !!!
  • Angelika Express – Goldener Trash (VÖ 13.02.2009) !!
  • Beirut – March of the Zapotec/Realpeople: Holland (VÖ 13.02.2009)
  • Phillip Boa And The Voodooclub – Diamonds fall (VÖ 13.02.2009)
  • Ben Lee – The rebirth of Venus (VÖ 13.02.2009) !!!
  • Mando Diao – Give me fire (VÖ 13.02.2009) !!!
  • Morrissey – Years of refusal (VÖ 13.02.2009) !!
  • Thursday – Common existence (VÖ 13.02.2009) !!!

Als ich von Kakao auf Kaffee umstieg

urbHast du dich selbst vergessen? Eher nein. Irgendwo zwischen den Fragen liegst du noch. Dazwischen vielleicht. Alle paar Wochen kommt die große Abrechnung. Hast du dir das selbst alles so vorgestellt? War so zurechtgelegt, geplant? Zweifel vergehen niemals, sie werden nur andere. Als du noch nicht hier angekommen warst, hattest du ein Bild von dir selbst und ein Bild von deiner Zukunft. Irgendwie sah das anders aus. Irgendwie war da mehr Licht und logischerweise weniger Dunkel.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich vor Jahren in meinem Zimmer mit dem blauen Teppich und dem kalten Metall saß. Es muss auf dem Sofa gewesen sein. Der Staub zwirbelte durch die Luft und das leere Fenster gab den Blick frei auf den blauen Himmel. Der passte nicht zum Blau des Teppichs. Akzeptiert. Ich las damals Bücher, die eigentlich keine Bücher waren. Popliteratur nannte sich das Phänomen in den Endneunzigern. Im Prinzip nichts anderes als die Worte talentfreier Autoren. Jedoch warfen sie mit Signalwörtern um sich. Es ging um Musik, um Partys, ums Saufen und irgendwie auch ums Kotzen. Liebe wurde begriffen als das Korpulieren in variantenreichen Stellungen mit immer neuen Partnerinnen.

Jetzt knapp zehn Jahre danach (ich glaube, dass ich das erste Mal »10 Jahre« schreibe über etwas, was ich schon mit Verstand begriff und das nicht im gleißenden Licht der Kindlichkeit steht) habe ich solche Partys erlebt. Wenngleich auch das Korpulieren fehlte und auch der üppige Drogenkonsum, der dafür notwendig zu sein schien. Normales Leben eben, ohne stilisierte Selbstdarstellung zum Verkauf einer immer größeren Auflage. Naja jedenfalls gab mir all dies ein zukünftiges Lebensgefühl… so wird es werden… so wird es sein, denn so ist es gedacht. Ich denke es würde für alle sehr peinlich werden, wenn ich jetzt beschreibe, wie ich mir die Zukunft ausmalte. Auf jeden Fall spielten Agenturen, tolle Jobs und Zeit eine große Rolle. Es war eine Mischung aus Büchern, Musik, Menschen und einer alles umfließenden Glückseligkeit, die damals nicht danach fragte, wie es weitergehen soll… wo die Reise hingeht. Weiterlesen

nova urbanus cupiditas*

mk_1Ich habe wirklich nie länger als ein Jahr mit einem Design für urbandesire.de leben können. Was aber schon sichtbar ist, ist der ansteigende Minimalismus der Themes, die ich einsetze. Innerlich weiß ich nicht warum. Vielleicht ist es die Tendenz den Texten die gewünschte Aufmerksamkeit zu geben. Weg vom Ballast, keine Papiermetaphern und Web2.0-Farbverläufe. Schlichtes Weiss, das sich direkt in den Browsern dieser Welt zeigt und dieses Kleinod der Bloggerei still und weise vor sich hin laufen lässt. Somit ist der Name des Themes „minimalism“ dort recht bezeichnend

Eine interessante Neuerung ist der Lifestream, der sämtliche Aktivitäten meinerseits im Web für wenige Stunden nachvollziehbar machen lässt. Was hört er eigentlich, wenn er vom Tode twittert, oder so. Zudem gibt es nun endlich wieder ein richtiges Archiv, das nach Monaten aufgeschlüsselt die Worte dieses Blogs zeigt.

David fühlt sich auch wohl. Die Fliege ist auch da… die Welt ist in Ordnung.

*hoffe das meine Lateinkenntnisse mich da oben nicht im Stich gelassen haben.

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panta rhei

Es soll sich regen, schaffend handeln, Erst sich gestalten, dann verwandeln; Nur scheinbar stehts Momente still. Das Ewige regt sich fort in allen: Denn alles muß in Nichts zerfallen, Wenn es im Sein beharren will.

Der Mensch lebt ja bekanntermaßen nur einmal. Okay, lassen wir den östlichen Religionen ihren Glauben. Jedoch… wenn man sich die Tatsache vor Augen halt, dass man alles nur ein einziges Mal machen kann (das gilt jetzt auch für die Buddhisten und Hinduisten, denn man wird ja als gleiches nicht als dasselbe reinkarniert), verliert das Leben irgendwie an Fröhlichkeit.

Das Sitzen in einer Kneipe mit Zigarette im Mund und vor sich hin dösendem Bier geschieht so nur ein ein einziges Mal. Der Moment einer grausamen Prüfung, wenn man in den Blicken des Prüfers die Enttäuschung über die gegebene Antwort entdeckt, gehört dann aber auch zu den Dingen, die nur eine einziges Mal durchgestanden werden müssen. Es ist auch nicht möglich den Besuch einer Stadt zu wiederholen. Die Parameter haben sich geändert. Man reist erstens nicht in dieselbe Stadt und ist zweitens auch nicht mehr man selbst. Die Parameter haben sich nur um winzige Millimeter verschoben. Alles ist anders. Die Zeit kennt keine Identität. Die Zeit kennt keine Kopie und die Zeit kennt keine Wiederholung (jedenfalls solange nicht bis eine mathematische Formel das Gegenteil beweist).

Das führt zur unvermeidlichen Erkenntnis, dass sich alles bewegt. Alles geht voran, getrieben vom Riemen der Zeit, der uns Individuen voranpeitscht zum Nichts. (heißt das jetzt, dass es im Ganzen doch etwas Unveränderliches, Statisches gibt? – das Nichts). Somit bleibt natürlich die Frage am Ende stehen, wie das Leben als ein Spiel betrachtet werden kann? Wenn Menschen dann meinen, das Leben sei ein Spiel wird es problematisch. Ist das Spiel des Lebens freiwillig oder erzwungen? Hat es eine klare Verortung und Verzeitlichung? Hat es Regeln? Sind diese Regeln gesetzt oder veränderbar? Spielt man es des Sieges wegen oder des Spieles selbst wegen?

Diese Fragen kreisen tief um die Definition des Spiels. Jeder kann sie an das Leben anlegen und für sich selbst beantworten. Jedoch unter der Prämisse der vorherigen Absätze kann eine Eigenschaft für das Spiel ausgeschlossen werden. Das Spiel ist nicht wiederholbar. Allenfalls erneuerbar, auffrischbar. Doch du spielst ein Spiel nie ein zweites Mal. Die Parameter sind andere.

Doch was nützen dir diese Erkenntnis. Naja, zunächst kannst du mit einem gewissen Lächeln auf Menschen schauen, die in ihren Lebensbeschreibungen in etwa Sätze angeben so wie diesen: „Lebe jeden Tag so, als ob es dein letzter wäre.“ Doch sollte man den Spruch womöglich upgraden: „Lebe jeden Tag absolut, denn er ist der einzige seiner Art.“ Ob du nun diese Tage absolut gar nicht oder absolut seiend lebst, ist dir dann selbst überlassen.

Das waren die Worte zum Sonntag. Am Mittwoch.

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