urbandesire

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Monat: Mai 2008 (Seite 3 von 3)

Das zieht mir die Schuhe aus

Schuhlos
Was ist wahr und was ist ersponnen? Eine Frage, die scheinbar viele beschäftigt. Sicherlich gehört die Frage nach der Wahrheit zu dem Grundkonzept des menschlichen Lebens, jedoch wird jeder auf diesem Weg irgendwann einmal einsehen müssen, dass die Wahrheit nicht zu erkennen ist – sei es aus dem Grund, dass sie einfach nicht vorhanden oder auch nur weil sie im Dickicht der Wörter nicht zu sehen ist.
Viele Blogs sind einfach nur aufblasbare Illusionen. Bild- und Gedankenwelten, die einzige dazu geschaffen werden mit Sprache zu spielen. In meinem Fall ist es so, dass ich weder informieren, belehren, zum Lachen bringen, kritisieren oder auch nur mein Innerstes nach außen kehren will. Es ist einfach nur ein Spiel mit Sprache, ein Training Gedachtes, Gefühltes, Erahntes oder Erhofftes für mich selbst zu archivieren. Ich schreibe nicht für meine Leser. Diese sind mir herzlich egal. Ich schreibe für mich. Nur für mich.
Natürlich kommt jetzt die Frage, warum dann dieses Blog urbandesire.de öffentlich ist. Tja. Dazu lässt sich nur sagen, dass dies historisch begründet werden muss: Angefangen unter anderen Flaggen, nun ein soziales Umfeld aufgebaut, dass man nicht mehr missen möchte, steht dieses Blog im Netz frei zugänglich für jeden und kann vielleicht nur eines bieten, Identifikationspotenzial. Ich fahre jetzt unter einer schwarzen Piratenflagge. Mein Schiff – immer noch „die urbandesire“ – kreuzt durch das eigene Ich, auf der Suche nach Stränden und Häfen und hat dabei keine Skrupel euch zu täuschen, euch zu belügen, aber auch die Wahrheit zu sagen. Man sollte diesen Zwischenraum zwischen Fiktion und wahrer Wirklichkeit einfach akzeptieren und nicht versuchen mich in all dem, was hier steht zu erkennen. Wer dies versucht, wird zunächst versagen und dann scheitern.

Zeitlücken im Raum

Wir sitzen ziemlich müde am Frühstückstisch. Ich war schon draußen. Hab die nassen Straßen beim Glänzen beobachtet. Ich lief durch die Straßen. Der Wind blies sanft und die Sonne schien. Ich ging vorbei an Mülltonnen, an wartenden Fahrrädern und sah die Kehrmaschine, die die Nacht gen Westen schob. Als ich zurückkam, lagst du noch im Bett. Wir sind einsam. Die Sonnenstrahlen stiegen höher, durchleuchteten das Zimmer. Im ersten Licht des Tages, das diesen Raum durchstreift, wurden die Köpfe zusammengezogen. Mein kalter Kopf lag neben deinem. Höhepunkte gab es nicht. Nur Wärme. Irgendwann standest du dann im Bett. Du blicktest umher. Ich wollte irgendwas Schönes sagen, die Worte fehlten. Der Tag ging weiter… jetzt hebst du die Teetasse und knabberst Kakaokekse. Ich würde gern die Kaffeetasse über dem Tisch ausschütten und damit mein Herz. Doch ich trinke nur. Ein Blick in deine Augen hilft nicht. Die Worte fehlen. Mit meinem zerzausten Haaren will ich ehrlich sein. Du hattest sie doch zerzaust. Die Sonne biegt gerade um die Ecke. Sie ist uns gefolgt mit dem einzige Ziel, mein Tun zu beleuchten. Ich sitze in ihrem Scheinwerferlicht und versage. Die Worte fehlen. Heute bist du soweit weg. Doch irgendwann werde ich bei dir sein.

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