Eine heimliche Leidenschaft bleibt Kaffee. Trinken, trinken, trinken. Besser noch mit einem netten Gesprächspartner. Früher gab es da selten Schwierigkeiten. Heute ist ein Besuch in Kaffeehäusern eher selten. Sind doch die Gesprächspartner anders. Na gut. Das war jetzt fies. Lügen wir uns nichts vor. Ich bin anders. Ich bin der neue, der alte, der, der Änderungen akzeptieren muss. Sollte ich mich selbst richtig einschätzen und dem Stress eines lang dauernden Cafébesuches entgehen? Ja sollte ich. Aber eingefahrene und aus der Vergangenheit mich überkommende Gewohnheiten sind einfach schwer abzuschütteln.
So platziert man Körper und Geist zu Getränk, Gebäck und Gespräch in wohlig warmen Wirtshäusern und spricht, speist und schlürft. Doch der Frieden trügt. Es ist eigentlich eine Messe. Eine Leistungsschau. Der Gegenüber stellt seinen Boliden von Leben hin, klappt die Motorhaube auf und kommentiert die Schönheit der Ventile, mit denen es ihm gelungen ist, dieses Praktikum zu erreichen und seine 1,3er Magisterarbeit in 4 Monaten abzureißen. Naja und jetzt noch fix die Prüfungen und dann endlich weg von hier. Man will ja nicht bis Ende zwanzig an der Uni rumhängen. Naja², es sieht ja auch schon gut aus. Erstmal Ausland und dann in eine große Stadt, ich hab da auch schon eine Agentur im Auge, die sind echt gut…
Ich spielte kurzzeitig mit dem Gedanken mich auf die Suche zu begeben nach Stellen, die es lohnen, madig gemacht zu werden. Ich unterließ es. Ich unterlasse das in letzter Zeit häufig. Meistens wird mir diese darausfolgende Teilnahmslosigkeit als Desinteresse ausgelegt. Aber so ist es nicht. Es ist ein Schutzmechanismus für die Umgebung. Sie soll weiter ihr Leben leben. Weiterlesen