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Autor: urbandesire (Seite 21 von 206)

Album of the week – Philip Selway – Familial

Dieser Philip Selway ist mir völlig unbekannt. Aber er passt zu mir. Zumindest sagen das die Empfehlungen bei last.fm. Gut. Also einfach mal fix den Itunes Music Store geöffnet und das Werk „Familiar“ heruntergeladen. Ab auf den Ipod und dann durch die Stadt… nichts ahnend, was mich da erwartet. Schön, denke ich, schön. Aber, Moment? Philip Selway? Der Name ist dir doch bekannt. Ja! Verdammt. Das ist der Drummer von Radiohead. Aber was tut der da? Moment. Drummer, die plötzlich beschliessen sich von der Band abzukoppeln und etwas eigenes auszukoppeln, müssen zunächst kritisch betrachtet werden. Zu zahlreich sind die Fehltritte. Okay. Dave Grohl zählt nicht. Nirvana waren ja zur Gründung der FooFighters so gut wie Geschichte. Ich denke da an Ringo Starr, Phil Collins oder ganz schlimm Jimmy Chamberlain, der mit seinem Projekt Jimmy Chamberlain Komplex eine Album veröffentlichte, welches Milde gesprochen allenfalls als Fahrstuhlmusik dienen konnte.
Also müsste man ja zunächst skeptisch werden, wenn wieder ein Drummer hervortritt und die Komposition einer ganzen Platte vorantreiben will. Aber meine anfängliche Begeisterung hat gezeigt, dass Philip Selway auf „Familial“ irgendwie alles richtig gemacht hat und er hat mit seinem ersten Soloalbum etwas gemacht, was man aus dem Umfeld von Radiohead wohl nicht erwartet hätte. Familial ist nicht wie Yorkes Eraser-Platten eine Electro-Fummelei hart an der Grenze des Hörbaren, sondern wunderbar sanfte Indie-Folk-Acoustic-Musik, die mit elektronischen Spielereien so sparsam verfährt, dass diese fast ins Unhörbare versinken. Ebenso richtig war es auch – so sehr ich auch Thom Yorke verehre – diesen eben nicht auftreten zu lassen und das obligatorische Ständchen singen zu lassen, sondern vielmehr einen eigenen Schritt zu gehen, der die musikalischen Spuren Radioheads nicht verleugnet, aber eben doch anders klingt.
So ist bereits der Opener „By Some Miracle“ richtungsweisend. Mit spärlicher Instrumentierung, gehauchtem Gesang und wenig sparsam eingesetzten elektronischen Effekten schlürft sich das Album ins Ohr und geht nicht mehr aus dem Ohr. Mal hier noch ein Piano, mal ein paar mehr elektronische Tipser und stets der gehauchte Gesang oder ein sanfter Background-Chorus. Es gibt keinen wirklichen Ausfall in den gut 32 Minuten. Allenfalls „Broken Promises“ zieht dann doch zu sehr seinen Weg in Richtung eines schlechten Weihnachtslied-Refrains. Kann aber damit dieses hervorragende Album nicht wirklich trüben.


By Some Miracle

website | myspace

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Wow. Einen Blogpost mit der WordPress-App. verfassen, ist wirklich leicht… nervig.

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Raison d’être

Vor etwa einem Jahr saß ich hier. Das Wetter war schöner. Dabei fällt mir ein, gibt es eigentlich einen Webservice, der das Wetter archiviert, so dass man noch einmal nachvollziehen kann, wie das Wetter zu einem bestimmten – vielleicht persönlich bedeutsamen – Zeitpunkt war. Wäre irgendwie schön. Ich meine, als ich mit meiner Magisterarbeit begann und dieses tumblr-Blog startete, war es warm, aber nicht heiß. Ich saß auf dem WG-Balkon und in mir stieg die Idee auf, dass ich das Schreiben und das Verzweifeln an dieser Mammutaufgabe dokumentieren möchte. Zugegeben, ganz so kam es dann doch nicht. Zwar hatte ich in der Anfangszeit mehr Zeit auch verschiedentliche Dinge zu posten, doch nur selten diskutierte ich öffentlich Aspekte der Arbeit und schrieb auch nur marginal über mein persönliches Befinden. Vielmehr sammelte ich Gedanken, Bilder und Kram, der irgendwie in Beziehung zu dem stand, was ich da gerade schrittweise verfasste.

An dem Tag, an dem ich begann, war ich trotz aller Ängstigungen voller Vorfreude auf diese seltsame Zeit. Heute ist das nun wieder so. Die Gefechte um den Abschluss liegen hinter mir, der Blick muss nach vorne gerichtet werden, aber doch gibt es offenbar ein paar graue Wölkchen. Denn… wohin mit all der Kraft, wohin geht der Weg. Entschleunigt von allen Möglichkeiten, die sich da unkonkret am Horizont zeigen, verbleiben Fragen der Zukunft unbeantwortet.

Und schon merk‘ ich es: es bleibt schwierig, etwas von sich selbst preiszugeben. In all den Monaten, in denen dieses Blog hier verstummte, dachte ich immer: „Wenn du frei bist, dann wirst du wieder schreiben.“ Dein Kopf wird entlastet sein, frei von Themen und auf der Suche nach eigenem… doch wie ich dies hier schreiben stelle ich fest: Pustekuchen. Nix da. Ich kann mit den Fingern nicht fassen, was da im Kopf herumspukt, geängstigt davon konkret zu werden wie es weitergeht im Leben.

Es ist witzig. Es ist die gleiche Leier, die hier schon seit Jahren zwischen den Zeilen spielt. Manchmal ist es schön, dass sich gewisse Dinge offenbar niemals nur einen kleinsten Deut ändern können.

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