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Autor: urbandesire (Seite 2 von 205)

Own Dropbox Cloud

Aus der Kategorie: Post-Later. Habe diesen Entwurf vor gut 3 Jahren geschrieben, aber nie beendet. Doch das, was darin steht, gilt unverändert heute noch. Updates gibt es obendrein zum Thema Cloud-Speicherlösungenprobleme für Anfänger Fortgeschrittene. 

Wenn man von Dropbox eine Email bekommt, dann hat man diese selbst herausgefordert. Indem beispielsweise eine App authorisiert werden will, in der Dropbox herumzufuhrwerken. Vor ein paar Tagen (also Zeitblase: vor ein paar Tagen vor ziemlich genau drei Jahren) flog aber eine unaufgeforderte Email ins Postfach. Mitteilung war, dass der verdiente Speicherplatz durch die Teilnahme am Space Race 2013 ab Anfang März 2015 wieder von einem genommen wird.

Ziel war es damals, so viel wie möglich Angehörige seiner eigenen Universität (Studierden, Promovierende, Dozenten, ja sogar Mitarbeiter) dazu zu bewegen, am Space Race teilzunehmen und etwas mehr Schatten-IT in die Service-Wüste Universitätsinfrastruktur Universitätsinfrastruktur mit bwSync&Share, GWDG Cloud etc. basierend auf dem Service von PowerFolder zu bringen. Je mehr, desto besser der Score und desto mehr zusätzlichen Speicherplatz gab es: Prestige und Speicherplatz.

Als Angehöriger der Universität Tübingen gab es damals 15 GB (maximal möglich waren damals, soweit ich mich erinnern kann, 25 GB). Das war schön. Ich promovierte zu dieser Zeit in Tübingen im Rahmen des Graduiertenkollegs Bioethik und klatschte die Dropbox mit all meinen erworbenen, gescannten und generierten PDFs zu, syncte sie durch die Welt und über die Devices. Perfekt, das digitale Buchregal mit knapp 10 GB Daten in der Cloud. Von jedem Gerät überall erreichbar. Das war schön. Jetzt (also Zeitblase: jetzt vor drei Jahren) ist das vorbei. Ich verdrängte und vergaß, dass dieses Geschenk nach gut 2 Jahren wieder von mir genommen wird. Vermutlich nahm ich damals an, dass nach zwei Jahren Dropbox ein erneutes Geschenk bereithält und den Speicherplatz einfach stehenlässt. Falsch gedacht; Weg ist er.

Marketing at its best

Leicht perfide aber auch geniale Taktik: Die Leute in die Dropbox hineintreiben, indem ihnen viel Platz zur Verfügung gestellt wird; das ganze dann zwei Jahre sich verstetigen lassen und anschließend diesen durchaus liebgewonnenen Speicherplatz wieder nehmen – sicherlich mit dem Ziel die Leute vom einem Abonnement zu überzeugen.

Man könnte mich auch mit dem Abo an sich überzeugen. Ich wäre gerne bereit zu zahlen, aber: es ist zu viel und zu teuer. Man bedenke: Entweder 2 GB for free (Aufstockbar auf bis zu 16GB durch Einladungen etc. – aktuell bei mir ca. 8,88 GB) oder dann gleich 1 TB (1000 GB) für momentan 99 Euro jährlich.

Diese Grafik von Dropbox versinnbildlicht ein wenig das Problem. Die Verhältnisse stimmen überhaupt nicht. 2 GB zu 1000 GB (1TB). In der Grafik gleich zweimal nicht. Screenshot von: dropbox.com

2GB for free und der nächste Schritt gleich 1000 GB für gut 100 Euro jährlich? Kann man das nicht etwas feingranulierter gestalten. Oder lohnt es sich nur so? (“…the company spent far too much time and energy chasing a non-existent consumer opportunity…”) Wer um Himmelswillen, außer im professionellen Dateischieberbereich, Teams und Agenturen, braucht 1TB in der Cloud? Ich verstehe ja den rundlos sorgenfrei Ansatz, aber mal ehrlich… Thema Breitbandausbau … wieviele Monate soll ich in Deutschland veranschlagen, um 1000 GB in die Cloud zu laden. Oder anders: 1000 GB impliziert, dass auch große Dateien gesynct und abgelegt werden sollen. Dies scheint mir bei all unseren Wald-und-Wiesen-Internetserviceprovidern einschließlich der Telekom einfach nicht sinnvoll machbar. Über Mobile will ich an dieser Stelle gar nicht sprechen.

Wieso nicht nur 30, 60 oder zumindest 100 GB für einen entsprechend vernünftigen Preis? Ich sehe ein, dass Storage nicht die alleinige und eigentliche Leistung ist, die da bei Dropbox verkauft wird… Smart Sync, Steuerung der Freigaben, Portfolio und vieles mehr … Korrektur: für diese neuesten und feinen Features muss man in den dopplt so teuren Professional-Tarif wechseln: 1000 GB für gut 200 Euro jährlich. Wie auch immer: Für mich geht das in dieser Konstellation einfach nicht. Obgleich ich natürlich die ganzen neuen Features wirklich total anregend finde.

So überlegte ich (ja, Zeitblase: damals vor drei Jahre) ein wenig und stellte fest, dass ich ja bei meinem Webhoster – der euch auch dieses sporadisch befüllten Blog ausliefert – bereits für meine ganz persönliche Partition einer Festplatte im Internet zahle. 60 Euro für gut 100 GB 200 GB und unbegrenzter Bandbreite und das im Jahr. Davon werden gerade mal 6 GB durch Website-Daten genutzt. Warum diesen freien Platz nicht ausnutzen, wo er denn schon mal bezahlt ist?

ownCloud

Meine präferierte Lösung sollte, wie sicherlich viele die paar letzten verstrahlten Leser dieses Blogs erahnen, ownCloud werden. WebDAV und all solcher Spaß funktioniert leider nicht richtig oder ist dann doch zu unbequem.

OwnCloud2-Logo.svg

Im Prinzip ist ja ownCloud die kleine Dropbox für den Hausgebrauch und zum Selberbasteln. Viel soll ja auch angeblich nicht zu tun sein, wenn man die Datenbank einmal angelegt. So denkt man. Die Dateien sollen ja nur zwischen den Geräten gesynct seinen bzw. ab und an mal geteilt werden, was sich bei ownCloud im Webinterface recht einfach (sogar mit Passwortschutz …!!!… ) erledigen ließe. Eine aktive Entwicklercommunity ist obendrein auch noch dabei, was sicherlich eine solide weitere Entwicklung verspricht.  Aber…

Drei Jahre später. Weder Version 7, 8, 9 noch 10 von ownCloud haben mich überzeugen können. Ohne wirklich Kenntnisse und Zugriffe auf den Server bleibt das alles ein Basteln und Geiere und der Traum einer günstigen eigenen Dropbox-Alternative, da der Speicherplatz doch eh da ist, nur ein Wunsch. Weder habe ich das Gefühl, dass ich die ownCloud gut und sicher nach außen schützen, noch dass ich bei Fehlern jedweder Art angemessen reagieren kann. Schlimmer noch sind jedoch Updates der ownCloud-Installation selbst, die nie funktioniert haben und immer eine Neuinstallation nach sich zogen. Das Herumsuchen in englischsprachigen Communityforen, warum das jetzt nicht klappt, synct oder diese oder jene Fehlermeldung kommt, macht(e) mich wahnsinnig.

Absolutes K.O.-Kriterium und vielleicht der größte Vorteil kommerzieller Cloudanbieter ist jedoch der Schutz vor Datenverlust durch die Bereitstellung von Backups und Versionierungen. Mein Webhoster teilte mir in der Vergangenheit bei anderen Vorfällen bereits mit, dass ich mich jederzeit selbst um meine Daten und die Datensicherheit zu kümmern habe. Bei Datenverlust durch eigenes Verursachen – was sicherlich sehr weit ausgelegt wird – gibt es keine Möglichkeit ein Backup (kostenfrei) einzuspielen. Bevor jetzt irgendwas passiert und ich (noch mehr) Frust habe, lass ich das dann lieber mit der ownCloud. Mir fehlen einfach die ausreichenden Kenntnisse, es ist nicht so einfach wie WordPress oder ähnliches.

GoogleDrive

2018: In der Zwischenzeit habe ich mich dazu entschieden, meine Dateien in den Schlund von Tante Google zu werfen. Dort gibt es das nette Angebot von 100 GB für 20 Euro im Jahr. Genau mein Fall und absolut ausreichend. Ein okayes Webinterface und mit Insync gibt es auch einen schmalen aber flotten Client (Krypto möglich, aber umständlich), um die Dateien zu syncen. Dies rundet das derzeitige Setting ab. Auch wenn jetzt Google alles weiß, was ich so lese. Was soll man tun? Finanziell: Da ich jetzt aber etwas mehr eigenes Geld verdiene, ist dies dann doch nicht mehr allzu schmerzlich. Vielleicht nur noch Schade. Die Dropbox mit ihren gut 9  GB gibt es auch noch und ist der alltägliche Allrounder. Letztlich aus dem Grund, weil weitverbreitet, hübsch und  mehrgleisig fahren ist sowieso gut. Zusätzlich musst dann noch ein iCloud-50-Gb-Abo her, um für ca. 12 Euro im Jahr die Fotos und Backups der Apple-Geräte zu verwalten. 🙁

Hier noch eine offenbarende Übersicht:

  • 200 GB Speicher durch den Webhoster / Jahr = ca. 60 Euro (6 GB leider nur genutzt)
  • 108 GB GoogleDrive / Jahr = ca. 20 Euro (40 GB belegt)
  • 50 GB iCloud / Jahr = ca. 12 Euro (leider quer zum Workflow derzeit 24 GB belegt)
  • 8,8 GB Dropbox / Jahr = 0 Euro (davon 6,9 GB belegt)
  • beruflich 50 GB GWDG-Cloud = 0 Euro (davon 30 GB belegt)

Gelernt: Man kann einen Blogeintrag auch nach drei Jahren beenden.

 

Wenn…

Bild aus der Galerie Müllheim,BaWü

Wenn Tränen deine Augen kleiden, aber du keine Zeit und keinen Platz hast, dein neues Kleid zu wechseln… Wenn die Hand hastig, die Falten glatt zieht, die deine Haut altern lassen… Wenn zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nur dunkle Nacht herrscht und du glaubst nach jedem Schließen der Augen, einem tiefem Atemzug und dem bedächtigen Öffnen der Augen das wiedergewonnenes Licht vielleicht alles anders werden lässt… oder zumindest die Zeit zurückschiebt. Zurück. Wenn du aus Einsamkeit beginnst mit dir selbst zu sprechen, der klägliche Versuch dir selbst auf irgendeine Weise Mut zukommen zu lassen… und wenn du merkst wie peinlich all das ist… Wenn du schon mit Schmerzen und schwerem Kopf jeden Tag aufs Neue aus dem Bett steigst; beim Tritt auf den Teppich vor dem Bett der Horizont verschwimmt… Wenn Gedanken ins nichts abschweifen und du dir dessen plötzlich bewusst wirst; wenn du merkst du hast die ganze Zeit an eine Sache gedacht, die es zu begreifen gilt; Wenn du Schuld verteilst, Schuld auf dich nehmen willst, wenn du der Ohnmacht nicht Herr wirst; wenn du weißt, das nur du darin gefangen bist… Was dann?

Bis mich das Licht vertreibt (Tocotronic, 2018)

Turn on the bright lights

Wahnsinn. Interpols „Turn on the bright lights”-Album ist gestern 15 (!) Jahre alt geworden.

Bis heute wunderschön. Vor allem wenn am Anfang des Albums bei Untitled die gesamte Band im mollig-wolligen Ton gemeinsam einsetzt. Unsterblich. Obgleich ich mich niemals zwischen den Editors und ihrem ebenso fantastischen „An end has a start“ – auch schon wieder 10 Jahre alt – und Interpols „TOTBRL“ sowie „Antics“entscheiden möchte. Alles wundervoll gealterte Platten.

Husten

Wir freuen uns hier mal sowas von auf die EP. Husten| FB | Bandcamp

Industrieschnee

(Aus den Archiven… Entwurf vom 1. April 2016)

„Man muss es aushalten. Irgendwann wird es besser.“ Manchmal verfluche ich es, dass es so einfach ist, diese Sätze auszusprechen und damit einem vermeintlichen Tipp an andere zu geben, wie man mit Einsamkeit umgehen soll. Wenn jedoch wieder die Dämonen in einem selbst hochsteigen, gerufen von dem tagelangen Nebel, der das Haus umgibt, der durch die Fenster hineinkriecht, der die Wärme des Zimmers überwindet und sich eisig um dein Herz legt, ja, dann ist es genau dieser Moment, in dem die Routine und die Geduld, die diesen eben genannten Sätzen innewohnt, der Panik des Alleinseins und der Einsamkeit weicht.

Realistisch betrachtet habe ich recht schlechte Chancen, der Einsamkeit zu entkommen. Schrittweise immer weiter in den Süden geschlittert, Zelte abgebrochen und nie zurückgewandt. In jeder Stadt, in der ich lebte und liebte, habe ich Freunde oder Bekanntschaften zurückgelassen, die ich nicht und die mich nicht mehr besuchen und bei denen es nach all der vergangenen Zeit schwierig, wieder aufeinander zuzugehen. Menschen, die ich neu kennenlerne, warne ich schon immer vor: ich habe ein soziales Aufmerksamkeitsdefizit, das sich auch auf Menschen, die mir eigentlich am Herzen liegen, ausdehnt. Reibt man sich nicht mit einer gewissen Beständigkeit in meinen Alltag ein, verliere ich die Menschen aus dem Blickfeld, auch die, die ich liebte, die mir am Herzen liegen oder die mir wichtig sind. Die Augen werden taub. Das Ohr verstummt. Die Stimme blind. Trotzdessen bin ich traurig diese Menschen verloren zu haben. Seltsam.

Wir hatten dieses Thema nun schon öfter hier. Ich stelle mir dir Frage, ob sich das Gefühl der Einsamkeit wandelt… mit der Zeit. Fühlt sich Einsamkeit mit der Zeit, nicht weil sie länger andauert, sondern weil man selbst älter wird, anders an? Ist dies möglich? Etwa deswegen, weil man als Erkenntnis der Vielzahl zerschissener Beziehungen mitgenommen hat, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, Nähe zuzulassen und sich den Menschen, die man mag oder liebt, vollumfänglich und ehrlich zu widmen.1 Die Einsamkeit, die mir hier vorschwebt, ist eine sehr duldsame Einsamkeit, die stoisch akzeptiert und sich selbst in den Alltag einpreist. Man selbst arrangiert sich mit ihr, kokettiert auf eine gewisse Weise damit, die kurz davor steht, Mitleid bei anderen dafür einzufordern: „Der einsame Held brödelt vor sich hin.“ Das ist dann schon fast attraktiv, meint man.

Doch dann trifft man neue Menschen. Und ich erwische mich dabei, wie ich versuche, die Einsamkeit zu verbergen. Es scheint, dass Einsamkeit an dieser Stelle plötzlich und noch deutlicher zu einem Makel des eigenen Fehlgehens wird. Ein Mal der eigenen Unfähigkeit oder Asozialität, die die soziale Attraktivität unter Null sinken lässt. Die Einsamkeit erscheint als etwas, dass das Unglücklich sein vor Augen führt. „Was hast du Freitagabend eigentlich gemacht?“ Die Antwort „Youtube-Videos bis halb elf und danach facebook-google-stalking alter Bekannter von Grundschule bis Jetztzeit. Alkohol war auch Teil davon…“ ist dann nur noch der Offenbarungseid, den man tunlichst vermeiden sollte. Der innere Selbstdarsteller schreit dich dann auch an: „Sag wenigstens, dass du was gelesen hast. Roman, Sachbuch, egal… Hauptsache lesen!“ Natürlich sind Aktivitäten, Hobbys und Interessen Teil eines gesunden Soziallebens. Doch gibt es auch Menschen, die sich verkriechen. Menschen, die aus der Vielzahl der Möglichkeiten, die sich ohne Weiteres, unglaublich günstig und schnell realisieren lassen, einfach nicht wählen können. Menschen, die sich trotz großem Tatendrang am Morgen, am Ende des Tages eingestehen müssen, nur minimale Erfolge herbeigeführt haben, was das Großziel des Couchverlassens angelangt.

Ich weiß nicht, ob es nicht letztlich ein Verkriechen vor der Welt ist? Einfach weil man mit deren Vergnügungssucht nicht zurechtkommt, die stets weitereilt von Ereignis zu Veranstaltung. Oder ob, es ein Fehlen am Menschen ist, die einen Mitreißen, die einem die Augen öffnen für die Schönheit einfach am Leben zu sein und zu leben?

  1. Und jetzt bitte nicht mit dem Gurkenargument kommen, dass wenn man jemanden wirklich liebt, sich dieser Zustand des beständigen Widmens, in-das-Leben-einbauen und Zusammenseinwollens ganz von allein einstellt… meine Erfahrung, nicht nur an mir selbst, zeigt, dass dem schlicht und ergreifend einfach nicht immer so ist. []
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