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Leerer Raum

Es gibt Tage, an denen hasse ich die deutsche Sprache. Viel schöner erscheinen mir da die Wendungen des Englischen. Getragen von Musik dringen sie zum Wesen des Gefühls vor. In ihrer sanften und gleichsam harten Kürze sind sie viel sentenzenhafter als es kaum ein deutscher Satz vermag: »I’ve been roaming around, Always looking down and all I see«. Schmerzhaft blickt man dann aufs Deutsche unversucht sich Wörter abzuringen:

Spürst du ihn? Den leeren Raum? Spürst du den Raum zwischen uns. Die kleine dunkle Leere, die da zwischen uns herrscht, die da herrschen muss. Pressen wir die Lippen auf einander, ist da diese kleine dunkle Kuhle. Drücken wir die Hände zusammen, ist da dieser Schatten. Er droht alles in sich hineinzuziehen. Mich und dich. Atome aufeinandergepresst unfähig sich jemals zu vereinen. Wo soll das noch hinführen? Tiefer. Weiter. Ich will ihn nicht – diesen leeren Raum zwischer unserer Haut.

Doch es hat irgendwie keinen Sinn.

2 Kommentare

  1. recht hast du. mit den worten. aber vieles kann man nur poetisch mit unseren worten in unserer sprache ausdrücken.
    (BTW: lob für´s zitat … so oft gehört … der song rührt…)

  2. Das hat irgendwie keinen Sinn, meinst Du? Ich würde sagen, verschmelzen will er/sie halt. Von Amerikanern habe ich mehrfach gehört, dass sie uns um die Präzision unserer Sprache beneiden. Somit durchaus geeignet für das Verfassen von Bedienungsanleitungen für die kompliziertesten Geräte. Da fragt man sich dann, warum solche Bedienungsnaleitungen von Übersetzungsprogrammen übersetzt werden. Oder man fragt sich nicht, weil man die Kostengründe kennt. Ich würde gerne mal die Bedienungsanleitung für meine Digitalkamera in einer Form lesen, die mich die Feinheiten zutiefst verinnerlichen lässt… bei den Klängen gefühlvoller Musik.

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