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Alles Zufall/Die Kuh

Es muss schon was dran sein an der unglaublichen Macht des Zufalls. Gerade heute als ich in der Bahn auf dem Weg zur Bibliothek gerade über den Zufall nachdachte und eine Eingebung erhielt, beschäftigt sich der Baytor auch damit. Als Pseudophilosoph, der seine Weisheiten keinem mitteilt, und auch als überzeugter Evolutionsbefürworter, habe ich mich schon oft in Diskussionen mit Ani befunden, in der ich mich stark machte für die Urknall-Theorie und die Ursuppe. Anis nahezu schlagendes Argument war, dass doch nicht alles… so z.B. ein unglaublich komplexes Lebewesen, wie der Mensch, auf einem Zufall basieren kann, dass nicht alles unglaublich Schöne und Schreckliche auf einer zufälligen Begegnung chemischer Stoffe und speziellen Bedienungen basiert.

Gleiches Ähnliches meint auch Mondtheoretiker Baytor: unsere Existenz ist nicht selbstverständlich. Wir Menschen haben es geschafft, in ca. 100000 Jahren uns selbst zum Mittelpunkt der Welt, der Zeit, des Raumes und allem anderen zu machen. Ja, wir mussten uns sogar einen Gott überlegen, der uns zu etwas besonderen und ausgewählten machte, denn so etwas schönes wie ein sonniger Samstagmorgen mit Brötchen und Wlan auf dem Balkon… nein so etwas schönes kann kein Zufall sein.

Heute um 14:30 Uhr erkannte ich aber die unglaublich schöne Kraft des Zufalls. Ich fuhr gerade mit der Straßenbahn in Richtung Stadt und hatte mutigerweise den Ipod auf Shuffle gestellt. Gerade als die Bahn an der Haltestelle XXX hielt, stand an der Ampel für die Autofahrer ein kleiner Viehtransporter mit nur einer Kuh an Bord. Eben in dem Moment als mein Ipod „Riot Van“ begann zu spielen, blickte die Kuh mich traurig mit ihren riesigen, schönen Augen an. In dem Moment als nun die Arctic Monkeys „Well they won’t catch me and you“ sangen, verstand ich, warum die Kuh so traurig war. Sie war auf dem Weg zum Ende. Sie wollte nur ein letztes Mal den Sonnenschein sehen und die Welt um sie herum, die sie immer so verzaubert hatte.

Die Bahn fuhr los und die Kuh sah mich an als die Bahn fortfuhr. Das ist die traurige Schönheit des Zufalls, der unsere Leben schuf.

5 Kommentare

  1. kein happy-end 🙁

  2. ab jetz kein fleisch mehr…..ich hasse unsmenschen dafür, dass wir wieh umbringen um uns fett zu fressen….und nein, es kann kein zufall sein, dass wir uns systematisch wieder zerstören…das wäre widersinnig, alles im leben ergibt keinen sinn. das war nicht gottes absicht. es gibt kein happy end, niemals.

  3. Happy end ist, was du draus machst. Ich werde weiter Kühe töten und essen – schließlich hat sich noch keine bei mir beschwert. Das Schicksal/Gott/Leben tötet uns auch, und es fühlt sich bestimmt nicht schlecht dabei. Und wenn, wäre es auch nur ein Punkt mehr in der Sinnlosigkeit des Seins.

    Schöner sentimentaler Beitrag übrigens.

  4. @ani: am ehesten kann man wirklich den menschen mit einem parasit vergleichen, der sich von seinem wirt (erde) ernährt, expandiert und sich damit letztendlich selbst umbringt.

  5. Der Mensch als Parasit? Wow!

Kommentare sind geschlossen.

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