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Die Evolution des Nudelessens

Es fiel mir letztens auf. Als ich einen Teller Vollkornnudeln aß.

Als Kind bei Mutti gab es nur Makkaroni mit Tomatensoße aus dem Glas und angebratenen Wurststückchen. Dazu Käse. Manchmal auch in einer Variation der Beilage (Gulasch). Ganz selten gab es Spirelli. Problem an den Makkaroni ist, dass sie relativ schwer zu essen sind, wenn man sich denn nicht in ganz kleine Stücke schneidet. Und so, da ich zu faul war zu schneiden, spritzte ich mit diesen widerspenstigen Biester munter drauf los.

Nach der Wende begann plötzlich die Anzahl an Nudelsorten anzuwachsen. Unglaublich… Spaghetti, Bigoli, Farfalle, Cannelloni etc. Entsprechend wurden bei Mutter auch mehr Sorten serviert, sodass Spaghetti zur Lieblingsnudel aufstieg. Auch die Soße kam plötzlich aus einer Tüte. Wurde aber nach wenigen Versuchen nur noch als Basis genommen, um sie dann mit Sahne, Milch und Kräutern zu verfeinern. Auch der Käse wurde plötzlich trocken und nannte sich Parmesan (Es gab in der DDR einen Alleskleber namens “Duosan“, ich denke eine Erwähnung meiner Assoziationen beim erstmaligen Hören des Wortes kann ausgespart werden.)

Auch gab es ab 1990 erste Besuche in italienischen Restaurants. Aber aus irgendeinem Grund habe ich beim Italiener bisher immer Pizza bestellt. Des Weiteren passierte es, dass auf Grillfesten plötzlich Salate mit Nudeln angeboten wurden. Vorher waren da immer Kartoffeln drinnen. Naja, dem dicken Kind schmeckt das schon.
Ein übler Schritt war aber ein Besuch in Tschechien, der mir 1997 klar macht, dass es Menschen gibt, die Spaghetti mit Marmelade und Zucker essen. Diese Linie in meiner Nudel-Evolution blieb aber nach einmaligen Ausprobieren stecken. Ich hasse Marmeladen-Nudeln.

Vor wenigen Jahren entdeckte ich, dass die Italiener etwas haben, dass sich Pesto nennt. Als hätte es diese Würzpaste bis vor wenigen Jahren noch nicht gegeben, stand ich vor diesen unscheinbaren Gläsern. Doch nach dem Ausprobieren, genieße ich meine [nun Vollkorn-]Spaghetti mit Pesto und ohne Käse.

Ein letzter Schritt in der Nudel-Evolution bezieht sich wieder mal auf die Soße. Jetzt wird einfach Spinat auf die Nudeln gekippt. Natürlich mit Blubb.

Wohin soll das noch gehen. Ich traue mich nicht bei einem Italiener Nudeln zu bestellen, da ich Angst habe, dass sich meine Essgewohnheiten wieder ändern werden.

1 Kommentar

  1. armes überfordertes mäuschen 😀 ich bin doch noch da, um dir die welt zu erklären und um dich an die hand zu nehmen, damit du auf der sich immer schneller drehenden welt nicht verloren gehst. ld

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