Ist das jetzt eigentlich verboten, wenn ich dieses Wort benutze: Wohnheimgestapo. Derzeit herrscht blankes Chaos und Entsetzen in unserem Hause. Letzten Donnerstag flatterte ein kleiner Zettel in unserem Briefkasten, der auf einen KONTROLLBESUCH unserer Wohnheimverwaltung hinweist.
Also jetzt reicht es. Nachdem man nun schon immer seltsam gemustert und von anderen gefragt wird: “Wie du wohnst im Wohnheim? … und wie ist es denn da? Soll ja grauenhaft sein”; und die Antwort nur sein kann: “Ja ist ganz nett, ist halt preiswert so zu wohnen… mhh”, man aber eigentlich denkt: “Halt’s Maul du arrogantes Arschloch, hast wohl bei deiner Mami nicht aufgepasst, als sie gesagt hat, dass Kleidung und Wohnort nur bedingt Dinge über Menschen aussagen?!” , wurde nun meine Unempfindlichkeit im Zusammenhang mit Eingriffen in meine Wohnsituation etwas überspannt. Diesmal ging der Angriff nicht von privatwohnenden Komilitonen, sondern vom Vermieter selbst aus.
Denn bei Unterzeichnung des Mietvertrages wurde ich nicht darauf hingewiesen, dass mein Vermieter zur “Prüfung ihres Zustandes” die Mieträume auch ohne unsere Zustimmung jederzeit (wochentags) und ohne unser Beisein betreten darf. Mhh, welchem Zustand meinen die eigentlich genau. Meinen oder den der Mietwohnung. Nach dem Schmökern in diesem doch recht interessanten Knebelvertrag habe ich auch gelesen, dass mein Vermieter arbeiten vornehmen darf, “die nicht notwendig, aber zweckmäßig sind.” Also kann theoretisch auch ein Atomkraftwerk mitten in meinem Zimmer gebaut werden, einfach weil es dem Zweck dient, mein Zimmer zu heizen.
Also werden morgen oder übermorgen Mitarbeiter des Studentenwerkes in unsere Räume kommen und unsere Zimmer betrachten. (Stellt euch das mal vor.) Das ganze findet unter dem Deckmäntelchen der Instandhaltung statt. “Wir müssen doch wissen, ob was kaputt ist.” Ganz schön strange. Es wird schon seinen Nutzen haben. Wenn auch nicht für uns.
Apropos Thema “Nutzen und Studentenwerk”: Vor wenigen Monaten haben die Damen und Herren vom Studentenwerk Mittel bekommen, um in unserem Wohnheim ein Netzwerk zu installieren (mit tagelangem Bohrkrach und allem was dazugehört), damit alle mit “richtig schnellen” Internetanschlüssen ausgerüstet sind. Nur leider haben sie unterschlagen, dass es nach Lobeda raus (für alle Nicht Jenenser: das Neubaugebiet Lobeda liegt zwar noch in Jena, jedoch ca. 5 km vom Stadtkern entfernt) noch keinerlei Unibackboneanschluß gibt. Somit warten meine Mitbewohner immer noch und ich surfe mit DSL2000
Aufgrund der Kontrolle mussten wir auch alle Tiere, die laut Mietvertrag verboten sind, auslagern. Derzeit befinden sich jojo, Rufus und Hamsi noch bei Ingo, der sie zeitweise als Mahlzeit betrachtete. Morgen dürfen sie aber in das kuschelige Heim von Jojo (nicht die Maus), der sich freiwillig und freudig bereiterklärt hatte, die Quälgeister zu übernehmen. (DANKE JOJO –> Check Out: www.beetlebum.de YEAH)
Mal sehen was kommen wird. Vielleicht haben wir die Klobrüste nicht gleichmäßg abgenutzt. Dann werde ich sie einfach zum Zähneputzen anbieten.