Archiv für die Kategorie „Urbane Mythen“

Panisch

Mittwoch, 26. September 2007

Gestern den ersten Regen in der neuen Wohnung erlebt. Ich komme einfach zu nichts. Die Tage verstreichen einfach so, ohne dass ich etwas wirklich schaffe. Mein könnte, wenn man panisch sein möchte, von einer innerlichen Blockade sprechen. Ich muss mich aufraffen, Hausarbeiten warten. Alle werden fertig, nur ich stecke im Schlamassel. Festgehalten von Nichts. Trotzdem verkeilt in mir selbst. Nur auf der Suche nach Betäubung, um das unheilvolle und unaufhaltsame Ende nicht allzulange im Auge haben zu müssen.

Alles Zufall/Die Kuh

Donnerstag, 22. Juni 2006

Es muss schon was dran sein an der unglaublichen Macht des Zufalls. Gerade heute als ich in der Bahn auf dem Weg zur Bibliothek gerade über den Zufall nachdachte und eine Eingebung erhielt, beschäftigt sich der Baytor auch damit. Als Pseudophilosoph, der seine Weisheiten keinem mitteilt, und auch als überzeugter Evolutionsbefürworter, habe ich mich schon oft in Diskussionen mit Ani befunden, in der ich mich stark machte für die Urknall-Theorie und die Ursuppe. Anis nahezu schlagendes Argument war, dass doch nicht alles… so z.B. ein unglaublich komplexes Lebewesen, wie der Mensch, auf einem Zufall basieren kann, dass nicht alles unglaublich Schöne und Schreckliche auf einer zufälligen Begegnung chemischer Stoffe und speziellen Bedienungen basiert.

Gleiches Ähnliches meint auch Mondtheoretiker Baytor: unsere Existenz ist nicht selbstverständlich. Wir Menschen haben es geschafft, in ca. 100000 Jahren uns selbst zum Mittelpunkt der Welt, der Zeit, des Raumes und allem anderen zu machen. Ja, wir mussten uns sogar einen Gott überlegen, der uns zu etwas besonderen und ausgewählten machte, denn so etwas schönes wie ein sonniger Samstagmorgen mit Brötchen und Wlan auf dem Balkon… nein so etwas schönes kann kein Zufall sein.

Heute um 14:30 Uhr erkannte ich aber die unglaublich schöne Kraft des Zufalls. Ich fuhr gerade mit der Straßenbahn in Richtung Stadt und hatte mutigerweise den Ipod auf Shuffle gestellt. Gerade als die Bahn an der Haltestelle XXX hielt, stand an der Ampel für die Autofahrer ein kleiner Viehtransporter mit nur einer Kuh an Bord. Eben in dem Moment als mein Ipod “Riot Van” begann zu spielen, blickte die Kuh mich traurig mit ihren riesigen, schönen Augen an. In dem Moment als nun die Arctic Monkeys “Well they won’t catch me and you” sangen, verstand ich, warum die Kuh so traurig war. Sie war auf dem Weg zum Ende. Sie wollte nur ein letztes Mal den Sonnenschein sehen und die Welt um sie herum, die sie immer so verzaubert hatte.

Die Bahn fuhr los und die Kuh sah mich an als die Bahn fortfuhr. Das ist die traurige Schönheit des Zufalls, der unsere Leben schuf.

Kommunismus und Web 2.0 Teil III/IV

Samstag, 18. März 2006

Als letzten Schritt des Webs 2.0 sehe ich die Verlagerung von normalen Office-Anwendungen ins Web an. Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationssoftware, Kalender und To-Do-Listen oder auch Portale um Wissen und Informationen zu tauschen können nun auch im Internet erledigt werden. Das Netz erfindet sich selbst neu. Angefangen hat alles mit gmail von google. Dieser Email-Service erlaubte es seine Nutzern erstmal mit 1 Gigabyte Speicherplatz die Emails komplett online zu verwalten. Die Größe des Speicherplatzes zeigt, dass man nun kein Outlook oder Thunderbird (also ein klassisches Emailprogramm) auf dem Rechner zu installieren braucht, um die Emails auf längere Zeit verwalten zu können. Man erkannte, dass Anwendungen vom Nutzer nicht immer gekauft werden mussten, sondern durchaus auch Online bereitstehen können. Der Nutzer zahlt für eine komplette Officeanwendung derzeit über 550 Euro und nutzt dabei nurwenige des umfangreichen Pakets. Stellt euch mal ehrlich die Frage wie häufig ihr eine Powerpointpräsentation oder andere Funktionen des Paketes genutzt hat, für dass ihr soviel Geld ausgegeben hat.
Was ist also von einen neuen Modelll zu halten, bei dem man nur das bezahlt, was man auch nutzt. Ich hab im Januar nur 3 Dokumente geschrieben. Nur 5 mal Zahlen in meine Datenbank eingegeben, keine Präsentationen erstellt usw. würde sich hier immer noch die Anschaffung eine teuren und Pflege bedürftigen Office-Distribution lohnen? Oder wäre die Möglichkeit schnell online, man zahlt ja den Betrag für das Online sein eh schon, die Dokumente zu erstellen und zu speichern nicht viel lukratives?
Der derzeitige Trend zeigt also, wenn er zu Ende gedacht wird, dass wir bald all unsere Officearbeit online angehen werden. Ich deute hierbei den Kauf von writely.com durch Google als ein bewusstes Zeichen des Suchriesens diese Entwicklunge voranzutreiben. Sicherlich muss dabei erwähnt werden, dass diese Anwendungen noch nicht den Funktionsumfang der klassischen Office-Distribuionen wie Mircosoft Office oder OpenOffice besitzen, jedoch stellt sich mir die Frage, wann umgedacht wird. Und die Menschen ihr Dokumente wirklich online schreiben werden? Und bitte wer braucht schon den riesigen Funktionsumfang eines MS Word um einen Brief zu schreiben? Man zahlt viel zuviel Geld für ungenutzte Dinge. Es wird zwangläufig ein neues Bezahlsystem entstehen. Mehr dazu in Teil IV dieser Artikel. Der Nutzer braucht sie auch keine Sorgen mehr, um das Verwalten und Updaten seiner Software zu machen, da dafür der Anbieter zuständig ist. Es wird also in Zukunft immer mit dem Maximum der Funktionen geschriebe, die ich benötige. Und auch nur dann, wenn ich sie brauche. (weiterlesen…)

Kommunismus und Web 2.0 Teil II/IV

Montag, 13. März 2006

Im letzten Artikel ging es um die wichtigsten technischen Grundlagen. Heute will ich zeigen, wie diese genutzt werden, um das Web zu verändern.

Die logische Konsequenz (Blogs–>Podcasts–>Wiki–>Bookmarks–>Social Web)

In erster Linie wird das Web 2.0, das im Prinzip immer noch dasselbe ist, durch das “Mitmachen” bestimmt. Jeder kann durch die Vereinfachung der Publikationsmethoden im Internet mitmischen. Jeder kann sein Sicht der Dinge darstellen, seine Wünsche äußern und darüber mit anderen kommunizieren.

Der wichtigste Auslöser dafür waren die Weblogs. Auf den Punkt gebracht sind dies regelmäßig erneuerte Internetseiten, die oftmals, wenn es sich um private Weblogs handelt eine ganz persönliche Sicht auf die Dinge der Welt geben. Das Themenspektrum ist dabei unbegrenzt. Alles was interessiert, kann behandelt werden. Sie bilden mit ihren extremen Verlinkung ein Netzwerk (Blogosphäre) und sind ein Indikator für das, was wichtig wird. Weblogs sind der erste Schritt, der Informationen individueller werden lässt. Mehr darüber später.

Weitere neue Anwendungen im World Wide Web 2.0 sind die sogenannten Podcast, also auf Weblogtechnologie basierende “private Radioshows”. Das heißt hier wird anstatt eines Textartikel ein Video- oder Audiodatei in das Weblogsystem eingetragen. Besucher können sich diese Datei herunterladen und z.B. auf ihrem Mp3-Player anhören. Dabei stellt sich mir die Frage ob Podcasts eine Möglichkeit für das Internet darstellen, sich auch in der Offline-Welt zu bewegen oder ob bleibt der Hörer von Podcast weiter online. Die Frage wird klarer, wenn man sich Podcasts anhört. Meistens werden Themen besprochen, die starke Bezüge zum Internet aufweisen und auch wenn es um “nicht-Internet”-Themen geht, bleibt das Internet latent im Kopf des Zuhörers vorhanden.

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Kommunismus und Web 2.0 Teil I/IV

Sonntag, 12. März 2006

Vor wenigen Tagen führte ich mit Jojo ein Gespräch über das Web 2.0. Wir waren uns nicht sicher, wohin die Entwicklung gehen wird. Es hat sich in den letzten Jahren was getan. Aber eigentlich stimmt das gar nicht viele der Techniken sind schon seit Jahren im Einsatz. Aber die Erfindung von xml-Dateien samt der RSS-Feeds trieb die Entwicklung in diesem Bereich des Internets voran.

Aber mal ganz langsam.

Was war, was wird. CMS, XML und RSS

Bisher waren Internetseiten meist nur statisch festgelegte Dateien, die einzeln programmiert werden mussten und auch nur komplett durch das “ansurfen” dieser abgerufen werden konnten. Im Lauf der Zeit entwickelten sich aber sogenannte Content Management Systeme (CMS), die das Erstellen von Inhalten vereinfachten. Es ist also nur noch ein System notwendig, in das der Autor den Artikel oder Text einträgt, den Artikel kontrolliert und verwaltet sowie archiviert. Und der große Vorteil ist, der Autor braucht keinerlei Programmierkenntnisse. Es ist so einfach wie eine Email zu schreiben. Das System übernimmt die Arbeit mit Hilfe einer Datenbank meine Website mit Inhalt zu befüllen. Man stelle sich also einen festgesetzten Rahmen vor der mit dem Layout einer Website verbunden ist und das System ist die Schnittstelle, die es mir ermöglich den Rahmen mit Inhalt über Einträge in meine Datenbank zu füllen. Für alle Medienwissenschaftler: vgl. SPSS ;-)

Dieser Schritt ist es, der das Erstellen von Inhalten im Internet jedem ermöglicht, weil man keinerlei Fachkenntnisse mehr braucht. Einmal eingerichtet läuft dieses System von selbst. (Zugegeben das Erstellen privater CMSe, z.B. um einen Blog zu nutzen, erweist sich heute immer noch als recht schwierig. Abhilfe bieten da spezielle Anbieter, die all dies bereits bereitstellen und man nur noch die Einträge erstellen muss.)
Als weiteren wichtigen Schritt werden die Technologie der XML-Dateien und RSS-Feeds ansehen. XML ist dabei ein Dateiformat, in welchem Daten in einer Datenbank gespeichert werden. Diese ermöglichen auf einfachsten Wege Abfragen in meiner Datenbank zu tätigen. Was z.B. waren die letzten 10 Einträge. Was wurde im September auf dieser Website alles so verbrochen usw. usf.

Ausgehend von diesen Dateitypen entwickelten sich RSS-Feeds, die nichts anderes sind als als XML-Datei die die aktuellesten Einträgen in meiner Datenbank (ohne Links und ohne Layout enthält. Man sagt, dass solch ein “RSS-Feed” abonniert werden kann. Fast alle Blogs und auch Internetportale von Zeitschriften oder Fernsehsendern stellen solche RSS-Feeds zur Verfügung. Mit dem Browser abonniert, ist es nun möglich, ohne auf die entsprechende Seite zu surfen, zu sehen ob sich da etwas getan hat und neue Artikel online gestellt worden sind.

Doch was ist nun das Web 2.0?

Mehr dazu im nächsten Eintrag.

ja!

Dienstag, 7. Februar 2006

Der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier. Zunächst aber muss ich mit einem Vorurteil aufhören. Kaufland ist nicht wirklich preiswerter als Rewe. Sicherlich gibt es ein größeres Angebot. Aber für mich als Einkaufsmuffel kommt es eher entgegen statt aus 235 Marmeladensorten nur aus 40 auszuwählen zu müssen. Die Erfahrung hat mir auch gezeigt, dass ein kurzer schneller Einkauf die Kosten eher senkt als ein einstündiges Wanken durch Regalwände. Ein weitere Grund, warum ich Rewe mag, sind die Ja!-Produkte. Und jetzt hat Rewe ein Redesign ihrer hausinternen Marke “ja” angeordnet. jaredesign.png Ja! ist die Billigmarke von Rewe. Sie wurde 1982 begründet und sollte dem Verbraucher die Möglichkeit bieten, gute Produkte zu einen noch besseren Preis zu erstehen. Diese Noname-Marke bestach jahrelang durch ein schlichtes Design in Form von blauer und roter Futura-Schrift auf weißem Untergrund. Nun dachte sich die Firma Rewe, dass es mal Zeit wäre die schmucklose Verpackung durch eine neue zu ersetzen. Und so entstand eine in weichen Tönen gehaltenes Design, welches trotzdem schlicht und einfach gehalten ist. ketchup Bei der fettarmen H-Milch wurde die Kuh durch ein Glas mit Milch im “Kinderschokolade-Stil” ersetzt. Ich muss sagen, dass sich dieses Design sehen lassen kann. Ich, als altes Gewohnheitstier, war zunächst nicht so begeistert, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Ein weiteres ja!-Produkt, dass so geändert wurde, ist mein Lieblingsketchup. Zunächst dachte ich ja auch das der Inhalt sich geändert hätte, aber nach ausgiebigen Test anhand des Geruches und der Fließgeschwindigkeit kann ich Entwarnung geben. Man sieht wie stark Verpackung und Inhalt zusammengehören. (ich würde auch nie grünen Ketchup nutzen. Andere Lebensmittelumgestaltungsprojekte wurden schon von Studenten veröffentlich. Hier machten sich Design-Studenten daran, den Aldiprodukten ein neues Aussehen zu verleihen: KLICK Das einzige Traurig am Redesign ist das Verlorengehen des Kultes. Ich erinnere mich da an junge Künstler, die aus allem ein ja!-Produkt machten. Demutsvoll verbeuge ich mich vor diesen und Rewe und spendiere nur noch diesen Link zur ja!-Party: KLICK. Gute Nacht. Ich knabbere noch ein bisschen an meinen Ja!-Erdnüssen und Trinke ja!-Mineralwasser.

Dinge, die immer fehlen.

Dienstag, 7. Februar 2006

- Ersatzglühlampen

- Socken

- Batterien/aufgeladene Akkus

to be continued

“Moleskine is not an obsession, it’s an attitude.”

Donnerstag, 26. Januar 2006

Woher kommt dieses kleine und wunderschöne Notizbüchlein?

moleskine

Ich selber habe seit 2002 nur noch Notizbücher von Moleskine aus oben genannten Grund. Es ist einfach praktisch und inspirierend…darin zu schreiben, zu kritzeln; einfach mal den Gedanken freien Lauf zu lassen. Jedoch ist auch die Geschichte des Buches faszinierend. Man glaubt an der Genialität des letzten Jahrhunderts ein stückchen teilzuhaben.
Moleskine war mehr als 200 Jahre lang der treue Begleiter vieler Künstler und Intellektueller. Unter den berühmten Nutzern befanden sich unter anderem Van Gogh, Picasso, Henri Matisse, Ernest Hemingway, Truman Capote und nicht zu letzt Bruce Chatwin.
Es ist der kleine schwarze, taschengroße Klassiker, der mit einem Gummiband verschlossen wird und im hinteren Buchdeckel eine kleine Falttasche beherbergt, die Ort der Ansammlung kleiner Dinge ist. Den Namen “Moleskine” trägt es auf Grund des schwarzen Einbandes aus Moleskin. Dies “ist ein schwerer, robuster Baumwollstoff in Atlasbindung mit hoher Schuss- und geringer Kettdichte. Nach dem Weben wird er linksseitig geschmirgelt und aufgeraut, was ihm eine weiche, an Wildleder oder Samt erinnernde Oberfläche und Griff verleiht.”
Das Buch wurde ursprünglich in Frankreich hergestellt, wobei dies in kleinen handwerklichen Betrieben geschah, die “die von der internationalen Avantgarde frequentierten Pariser Schreibwarengeschäfte belieferten”. Den Kultstatus hat dieses Buch aber Bruce Chatwin zu verdanken. Der britische Schriftsteller, der auf seinen Reisen bis nach Australien und Patagonien kam, liebte dieses kleine Notizbuch und verwendete die Aufzeichnungen in diesem für seine Erzählungen. Er deckt sich vor jeder Reise in einem kleinen Pariser Schreibwarengeschäft in der “Rue de l’Ancienne Comédie” damit ein.

Im Jahre 1986 beendete das letzte französische Familienunternehmen in Tours die Produktion des Buches. Einer Mythe zur Folge soll die Schreibwarenhändlerin zu dem entrüsteten Chatwin gesagt haben: ” Le vrai Moleskine n’est plus”, als er sich wieder einmal im Vorfeld einer Reise mit Moleskinebüchern ausstatten wollte. Daraufhin kaufte Chatwin alles an Moleskine-Notizbüchern auf, was er irgendwo in Paris auftreiben konnte. Das kleine Buch war rar geworden. Es gibt noch eine weitere Geschichte, die die Bedeutung des Büchleins für Chatwin charakterisiert. Er hatte die Angewohnheit immer mindestens 2 Adressen für die Abgabe, falls er es verlieren würde, in das Buch hineinzuschreiben, denn “Losing my passport was the least of my worries; losing a notebook was a catastrophe”.
Erst im Jahre 1998 entschied sich der kleine mailändische Verlag Modo&Modo, das berühmte Notizbüchlein wieder auf den Markt zu bringen. Natürlich nur im Originalgewand. Edel wie ein Zigarre, erhält es jetzt eine Banderole, auf welcher obiges Zitat von Chatwin aufgedruckt ist. Das kleine Buch hat also wieder seinen angestammten Platz in den Taschen der Künstler und ist zwar unscheinbar, aber stark mit unserer Kultur und dem dem kulturellen Treiben der Menschen verwachsen. Es hält Ideen und Augenblicke der Realtität fest, die sonst im Vorbeiplätschern des Lebens untergegangen wären.

Im Internet hat sich um dieses Buch ein kleiner Kultstatus entwickelt. Viele Webseiten huldigen indirekt, nur weil der Verfasser dieser im Moleskine schreibt, diesem Buch. Ein Beispiel wäre “Moleksinerie” oder auch diese britische Seite.

Sehr schöne Beispiele, wie das Moleskine als Sketchbook verwendet wird, findet man auf diesen Seiten.

Nie wieder ohne. Moleskine is not an obsession, it’s an attitude.

Die Wohnheimgestapo

Dienstag, 24. Januar 2006

Ist das jetzt eigentlich verboten, wenn ich dieses Wort benutze: Wohnheimgestapo. Derzeit herrscht blankes Chaos und Entsetzen in unserem Hause. Letzten Donnerstag flatterte ein kleiner Zettel in unserem Briefkasten, der auf einen KONTROLLBESUCH unserer Wohnheimverwaltung hinweist.

Also jetzt reicht es. Nachdem man nun schon immer seltsam gemustert und von anderen gefragt wird: “Wie du wohnst im Wohnheim? … und wie ist es denn da? Soll ja grauenhaft sein”;  und die Antwort nur sein kann: “Ja ist ganz nett, ist halt preiswert so zu wohnen… mhh”, man aber eigentlich denkt: “Halt’s Maul du arrogantes Arschloch, hast wohl bei deiner Mami nicht aufgepasst, als sie gesagt hat, dass Kleidung und Wohnort nur bedingt Dinge über Menschen aussagen?!” , wurde nun meine Unempfindlichkeit im Zusammenhang mit Eingriffen in meine Wohnsituation etwas überspannt. Diesmal ging der Angriff nicht von privatwohnenden Komilitonen, sondern vom Vermieter selbst aus.
Denn bei Unterzeichnung des Mietvertrages wurde ich nicht darauf hingewiesen, dass mein Vermieter zur “Prüfung ihres Zustandes” die Mieträume auch ohne unsere Zustimmung jederzeit (wochentags) und ohne unser Beisein betreten darf. Mhh, welchem Zustand meinen die eigentlich genau. Meinen oder den der Mietwohnung. Nach dem Schmökern in diesem doch recht interessanten Knebelvertrag habe ich auch gelesen, dass mein Vermieter arbeiten vornehmen darf, “die nicht notwendig, aber zweckmäßig sind.” Also kann theoretisch auch ein Atomkraftwerk mitten in meinem Zimmer gebaut werden, einfach weil es dem Zweck dient, mein Zimmer zu heizen.

Also werden morgen oder übermorgen Mitarbeiter des Studentenwerkes in unsere Räume kommen und unsere Zimmer betrachten. (Stellt euch das mal vor.) Das ganze findet unter dem Deckmäntelchen der Instandhaltung statt. “Wir müssen doch wissen, ob was kaputt ist.” Ganz schön strange. Es wird schon seinen Nutzen haben. Wenn auch nicht für uns.
Apropos Thema “Nutzen und Studentenwerk”: Vor wenigen Monaten haben die Damen und Herren vom Studentenwerk Mittel bekommen, um in unserem Wohnheim ein Netzwerk zu installieren (mit tagelangem Bohrkrach und allem was dazugehört), damit alle mit “richtig schnellen” Internetanschlüssen ausgerüstet sind. Nur leider haben sie unterschlagen, dass es nach Lobeda raus (für alle Nicht Jenenser: das Neubaugebiet Lobeda liegt zwar noch in Jena, jedoch ca. 5 km vom Stadtkern entfernt) noch keinerlei Unibackboneanschluß gibt. Somit warten meine Mitbewohner immer noch und ich surfe mit DSL2000 :-D

Aufgrund der Kontrolle mussten wir auch alle Tiere, die laut Mietvertrag verboten sind, auslagern. Derzeit befinden sich  jojo, Rufus und Hamsi noch bei Ingo, der sie zeitweise als Mahlzeit betrachtete. Morgen dürfen sie aber in das kuschelige Heim von Jojo (nicht die Maus), der sich freiwillig und freudig bereiterklärt hatte, die Quälgeister zu übernehmen. (DANKE JOJO –> Check Out: www.beetlebum.de YEAH)

Mal sehen was kommen wird. Vielleicht haben wir die Klobrüste nicht gleichmäßg abgenutzt. Dann werde ich sie einfach zum Zähneputzen anbieten.

Der Parkplatzwächter (Parkgeschichte Teil II)

Dienstag, 24. Januar 2006

Diese extreme Kälte lässt einen ja langsamer durch die Stadt gehen. Obwohl man eigentlich so schnell wie möglich wieder im Warmen sein will, ist es einfach nicht möglich die Füße und die Beine schneller zu bewegen. Und so läuft man bibbernd und sich nach Aufwärmung sehnend durch die Straßen. Als ich letzte Woche an einem öffentlichen Parkplatz vorbeilief, welche mit einem Parkscheinautomaten bestückt war, beobachtete ich einen Mann, der aus dem gegenüberliegenden Haus herauskam, und sich nur mit einer dünnen Jacke bekleidet in Richtung des eben genannten Parkplatzes begab. Dort angekommen, begann er dir Reihen der parkenden Autos abzuschreiten und sah in die Windschutzscheiben hinein, blickte immer wieder auf seine Uhr und überprüfte aller Wahrscheinlichkeit nach die Gültigkeit der Parkbelege. Hatte er einen gefunden, notierte er sich das Kennzeichen. Nach 5 Minuten war das Spektakel vorbei und er verschwand in eben diesen Hauseingang, aus welchem er vor ca. 5 Minuten gekrochen kam.