Stellen Sie sich vor, so eine Gesellschaft würde GESCHAFFEN werden. Wie regelt man es, dass die Person mit einem Anzug durch die Person mit hunderttausend Anzügen, die selbstverständlich auf die schlichtende, natürliche Autorität Einfluss nehmen wird, nicht erdrückt wird? Wie schafft man es, dass die Person mit nur einem Anzug eventuell einen zweiten bekommen kann oder gar noch Manschettenknöpfe?

Altern vor Sorge

Eigentlich nur kurz: Gestern erst gegen 8 aus dem Büro, um anschließend irgendwie auf der Couch zu verstetigen. Dabei dann zattoo geschaut und irgendwie auf RTL hängengeblieben. Es lief Peter Zwegat. Mit einem Special zur privaten Altersvorsorge. Ich kann nicht sagen, warum mein Impuls wegzuschalten ermattete. Schließlich wurde die Sendung mit dem Claim “Raus aus der Rentenfalle” eingeläutet und Herr Zwegat dann als Forrest Gump der Rentenpolitik inszeniert. Ein Robin Hood wäre mir lieber gewesen. Was kann man von RTL schon erwarten, denkt man sich nun. Auch die Katze schien nicht sonderlich interessiert. Erwartete sich schließlich genau wie ich eine Verkaufsveranstaltung, die uns beständig darauf hinweist, doch bitte den großen privaten Konzernen – seien es nun Versicherung oder Banken – vertrauensvoll unser Geld anzubieten, damit diese dann die Lösung für unsere Altersvorsorge in Angriff nehmen.

Die Sendung passt natürlich in den Tenor der steigenden Angst vor Altersarmut. Diese wird uns als Folge eines brutalen demographischen Wandels präsentiert wird, die quasi jeden der Unter- und Mittelschicht treffen kann. Kann man auch anders sehen. Die Politik registierte dieses Problem und hat darauf seit Jahre nur eine einzige Antwort. Den Versorgungsengpässen im Alter kann letztlich nur Einhalt geboten werden, wenn man frühzeitig – eigentlich schon von Geburt an – privat vorsorgt. Dumm jetzt, dass einige von uns schon eine Weile die Welt bevölkern. Diesen wird empfohlen vom Einkommen, das man eh’ schon zu 80-90% verkonsumieren muss, noch etwas (empfohlen werden 10% des Einkommens) abzuzwacken und dieses Geld dann irgendwie vermögenbildenden Anlage, Versicherung, Tagesgeld, Festgeld, Anleihe zu rammen. Funktioniert gut, wenn man 1. besserverdienden ist und die Verkonsumierungsrate des Einkommens geringer ausfällt  und 2. wenn man Geld und Kompetenz hat etwas Maßgeschneidertes zu finden oder sich entsprechend beraten lassen kann. Was machen aber Niedriglöhne, Aufstocker etc pp.? Was machen die Inkompetenten? Was machen alle anderen als die Besserverdienenden?

Für alle anderen soll RTL und Peter Zwegat helfen. Aber ich glaube, man hatte sich das in der Redaktion der Sendung anders vorgestellt. Die Sendung, die anhand einer jungen 25jährigen Berufseinsteigerin mit vermutlich 1500 Euro fiktionalen Einkommen und moderaten Ausgaben sowie einer vierköpfigen Familie, bei der 3000 Euro Einkommen zahlreiche Tilgungsverpflichtungen gegenüberstehen, einmal ein paar Vorsorgestrategien durchdeklinierte, hat vermutlich selbst nicht erwartet zu so einem ernüchternden Urteil über die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge zu kommen.

Es wurde zum einen deutlich, dass die Menschen mit diesem Thema überfordert sind. Es gibt zu viele Produkte, deren Funktionsweise, Risiken, und Begrenzungen von Laien nicht wirklich einzuschätzen sind. Auch die Hilfe, die sich in Form von Versicherungsagenten feil bot, lässt sich letztlich nicht als Hilfe verstehen, sondern als brutales Verkaufsgespräch, wobei einfach irgendwas abgeschlossen werden soll. Damit verbindet sich das Problem, dass die meisten Produkte grundsätzlich gar nicht für die Bedürfnisse und Erfordernisse eines modernen Berufs- und Gehaltsleben geschaffen sind.1

Deutlich wurde dies beim Punkt Flexibilität. Der nachvollziehbare Wunsch dann auch mal an das Geld heranzukommen oder die entsprechenden Zahlungen zu variieren oder auszusetzen, der letztlich den unsicheren Situationen auf dem Arbeitsmarkt mit all seinen unbefristeten Stellen usw. geschuldet ist, führt dazu, dass die Angebote beispielsweise der Versicherer nutzlos werden. Sie funktionieren nur, wenn man quasi über einen sehr langen Zeitraum, möglichst viel Geld einzahlt, ohne jemals vorzeitig oder zwischenzeitlich an das angehäufte Geld herankommen zu wollen. Sobald man das tut, wird es haarig und man fährt Verluste ein. Ist es systematisch nicht Irrsinn in der gegenwärtigen sozialen und wirtschaftlichen Realität Produkte zu entwickeln, die letztlich nur einen Vorteil für den Abschließenden bringen, wenn sie 30 oder 40 Jahre mit immer steigenden Beiträgen bezahlt werden und dieser dabei wirklich jede sinnvolle Option auf Flexibilität aufgeben muss? Gerade in einer Zeit, die nach Flexibilität giert… Es zeigt sich offenbar, dass bei der Zwangsprivatisierung der Altersvorsorge durch den Gesetzgeber nur zum Teil an die Bevölkerung gedacht wurde. Grundsätzlich, so hat es zumindest den Anschein, geht es um eine latente Kapitalumleitung an Versicherungen und Banken, um die Entwicklung eines neuen Marktes Privater Altervorsorgeprodukte, bei denen aber die Vorteile und Bedürfnisse der Bevölkerung auf der Strecke bleiben. Egal, wie man es dreht oder wendet: der einzelne verliert.

Will man schießlich Flexibilität, dann sollte man auf Sparpläne der Banken und Sparkassen zugreifen. Aber mal ganz ehrlich. Bei einem Zinssatz von 0,45 oder 1,25% wird ja schon in wenigen Jahren mehr Geld von der Inflation gefressen als Kapital gebildet werden kann. Naja und nach dotcom-Boom und Browsenpleiten sind Aktienfonds und dererlei Depots für private Kleinsparer offenbar auch keine solide und vor allem einigermaßen sicher Alternative.

Was diese Sendung offenbarte – vielleicht auch unbewusst – , war, dass es offenbar im ganzen System knirscht und eine private Altersvorsorge im additiv zur gesetzlichen Vorsorge nicht funktioniert. Zumindest nicht für die Menschen, die nicht genügend Einkommen generieren können und bei jedem heftigen Windstoß auf dem Arbeitsmarkt diesen zu spüren bekommen. Ein Trauerspiel.

Hier noch ein wenig Hintergrundinfos bei den nachdenkseiten.

 

  1. Die Kostenpunkte hinsichtlich Provisonen und weiterer Kosten, die oftmals frühzeitig fällig werden, und vor allem bei einer vorzeitigen Kündigung Verluste generieren, mal ganz außen vor gelassen. []

Kleiner Nachtrag zur Drossel

Interessante Thesen, auf die Gunnar Sohn in seinem Kommentar verweist. Der Drossel-Song „Funktional kaputt“ vom letzten Beitrag kann übrigens jetzt auch im iTunes Music Store etc. erworben werden. Die Einnahmen fließen als Spende an die Digitale Gesellschaft.

Der Internetnutzer der mittelfristigen Zukunft – Zur Telekom-Drosselung

Ist das Internet nun funktional kaputt?

Dies ist das Intro der letzten Sendung von mobilemacs und es wurde zusammengestellt aus kleinen Hörschnipsel der vorherigen Sendung, zu der Clemens, Tim, hukl, Roddi und co. über die bevorstehende, damals noch nicht vollends bestätigte Drosselung der DSL, VDSL und FIBER-Anschlüsse seitens der Telekom diskutierten (ab 1h:43min:00sec). Seit gestern ist dieses neue Geschäftsgebahren des Oligopolisten nun bestätigt.

Alle Flatrate-Tarife der Telekom werden letztlich zu Volumentarifen umgewandelt, insofern jeden Vertragsform ein entsprechendes Highspeed-Volumen pro Monat zugeeignet wird. Nach Verbrauch dieser scheinbar stattlichen Zahl (man sollte bedenken, dass es sich dabei um die Summe aus Down- und Uploads handelt), wird der Internetanschluss auf eine einheitliche Internetbandbreite und somit eine Geschwindigkeit von 384 Kbit/s reduziert.1

Hier mal im Überblick die entsprechenden Volumina zu den einzelnen Verträgen:

Tarif Datenvolumen
Call & Surf mit DSL 75 GByte
Entertain mit 16 MBit/s 75 GByte
Call & Surf mit VDSL 200 GByte
Entertain mit VDSL 200 GByte
Call & Surf mit Fiber 100 300 GByte
Entertain mit Fiber 100 300 GByte
Call & Surf mit Fiber 200 400 GByte
Entertain mit Fiber 200 400 GByte

Wie bereits erwähnt, kommt es nach dem Verbrauch dieser Kontingent zu entsprechenden Standarddrosselung, die aber begrifflich der Sache nicht nahe kommt. Surfte man vorher mit technisch möglichen 100 Mbit/s, kann eine Geschwindigkeitsreduktion auf 384kbit/s eigentlich mit einer Abschaltung des Anschlusses verglichen werden. So auch die Argumentation von Clemens im obigen Hörschnipsel. Ich glaube, viele kennen dieses Phänomen, wenn am Ende des Monats das Datenvolumen des Mobilfunkvertrages aufgebraucht ist, und man für den restlich Monat auf max. 64 KBit/s (Download) und 16 KBit/s (Upload) beschränkt ist. Gut und erträglich ist das nicht, aber wir als Konsumenten haben es leider durchgehen lassen und es zudem dem Mobilfunkanbietern im Allgemeinen erlaubt, dies auch noch Flatrate nennen zu dürfen.

Was kann man mit 384 kbit/s nun noch anfangen? Rein rechnerisch wäre Skype noch möglich (einfacher Anruf bzw. Videoanrufe (ohne High-Q und HD).  Aber was macht man, wenn ein zweiter Rechner, der des Partners oder der des Mitbewohners gleichzeitig im Netz sind und dort nur mal fix die die Emails überprüft oder nach einem Rezept für einen Pflaumenkuchen. Stoppt man dann man eben den Skype-Call? Richtet man sich jeweils individuelle Zeiten für die Internetbenutzung ein… wie damals zu Zeiten von Modem (56 kbit/s) oder ISDN (64kbit/s bzw. 128 kbit/s)? Meiner lebensweltlichen Erfahrung nach werden die meisten Internetanschlüsse, trotz der steigenden Zahl von Singleaushalten, geteilt: in Familien, in WGs, Firmen und Zweckgemeinschaften. Diese Engpässe sind mit der einheitlichen Internetbandbreite der Telekom vorprogrammiert.

Und auch hinsichtlich des Volumens von 15 bis 20 Gigabyte, das die Telekom für den durchschnittlichen Internetnutzer  bzw. ihren Kunden ausgibt, habe ich so meine Zweifel. Ich selbst habe in einem Zwei-Personen-Haushalt mit 6000er-Leitung einen Verbrauch im letzten Monat von knapp 90 Gigabyte gehabt – wäre somit schon in die Abschaltung hineingefallen. Und auch hier: Wenn ich mich meiner lebensweltlichen Erfahrung so zuwende und meine Altersgenossen, Bekannten, Kollegen und Freunde betrachte, scheine ich zwar in Teilen netzaffiner zu sein, aber bin dadurch kein brutaler Bandbreitenverschleißer geworden. Das heißt, im Vergleich bewegt sich mein Internetkonsum im guten Durchschnitt, was das Nutzen von Streaming-Angebote (dies sind ja die Brocken, die das große Datenvolumen hervorrufen) und das allgemeine Surfverhalten anbelangt. Und es sei angemerkt, dass ich und meine Partnerin einen großen Teil des Tages im Büro verbringen und den Anschluss der Universität benutzen.

Wie kommt also die Telekom auf diese Zahl? Wie wir es bereits bei den Volkseinkommen- und Reichtumsdebatten erlebt hatten, ist ein Durchschnittswert eine kniffelige Sache. 1. Welche Kunden meint die Telekom mit allen Kunden? Sind darin gar die Kunden enthalten, die kein DSL/VDSL/FIBER nutzen, sondern womöglich noch mit Analogmodem oder ISDN surfen? Diese drücken natürlich den Durchschnitsswert erheblich, da es mit diesen Vertragsarten überhaupt schwer wird an nur einem 1 Gigabyte zu kratzen. 2. Gibt es letztlich auch eine vermutlich nicht zu vernachlässigende Zahl an Kunden, die breitbandtechnisch hochgradig überversorgt sind. Dies aber nur, weil die Telekom (wie auch fast alle anderen Anbieter)  für diese entsprechend keine sinnvollen Tarife bereitstellt. Wer heute eine Festnetzanschluss will, will zugleich einen Festnetzflaterate. Diese kostet aber bereits knapp 30 Euro (Call Comfort) und ist somit nur gut 5 Euro günstiger als der günstigste Call-And-Surf-Tarif, der sowohl eine Festnetzflaterate als auch eine Internetflaterate beinhaltet. Natürlich wird der Kunde dann eher zum Komplettpaket greifen, auch wenn er mit eine Flatrate nichts anfangen kann, da er tatsächlich einfach kaum im Internet surft bzw. noch weniger bandbreitenintensive Inhalte konsumiert. Dieser Art Kunde, so hart das klingt, wird aber mittel- und langfristig aussterben und sollte für die Telekom, die auch in Zukunft ein funktionierendes Geschäftsmodell haben will, nicht die Richtschnur bilden.

Denn beobachten wird die aktuellen Entwicklungen des Internets als Technologie, so erkennen wird, dass alle Ampeln auf grün stehen, dass das Internet mit alle unseren Lebensgewohnheiten immer enger verzahnt wird: Komunikation, Informationsaustausch und vor allem Datenaustausch sowie Medienkonsum. Beispiel Kosum von Musik: Sie ist, wie Sascha Lobo richtig anmerkt, längst nicht mehr eine Frage von Festplattengröße, sondern eine Frage der Bandbreite geworden; Beispiel Datenaustausch: Dropbox oder GoogleDrive sind nur der Anfang. Die Tendenz komplette Backups zur Datensicherung ins Netz zu verschieben wird in den nächsten Jahren im wichtiger. Die Lebenswelt der Menschen verwächst also mit dem Internet und seinen Möglichkeiten sowie der Möglichkeit des Zugangs zu diesem. Menschen, die Briefe senden, werden verschwinden. Menschen, die 19:55 Uhr auf den Beginn der Tagesschau warten, verschwinden. Menschen, die Fotos ausdrucken und an Oma schicken, verschwinden. An ihre Stelle rücken Menschen, die es gewohnt sind, Medien – Film, Dokumentation, Serien, Radiobeiträge etc. – zeitsouverän zu konsumieren, dafür brauchen sie das Netz. Kaum eine Kamera macht heute noch ein Fotos mit unter 6 Megapixel, nahezu jeden Filmaufnahme – auch aus mit der privaten Kamera – ist in HD gedreht, um diese zu teilen, zu zeigen, braucht man Netz, Bandbreite und Datenvolumen. Forschungs- und Rechercheergebnisse finden sich zur kollaborativen soziale Arbeit an einem zentralen Ort im Netz um unter Echtzeitbedingungen in neues Wissen und neue Erkenntnisse transformiert zu werden. Dafür wird ebenfalls schnelles, zuverlässiges Internet benötigt.

Die Diagnose der Telekom, dass das Datenvolumen im Netz rapide zunimmt und noch rapider zunehmen wird, stimmt also. Und ihre gegenwärtige Reaktion darauf verwundert nicht. Es ist die Reaktion, die einem privatwirtschaftlichen Denken entspringt. Indem sie die Internetanschlüsse quasi außer Funktion setzt, wird die Folge entscheidend. Was passiert, wenn das Volumen nicht ausreicht? Der Kunde wird entweder überlegen, in einen höheren Tarif zu wechseln, der ihm mehr Volumen bietet – hierbei stellt sich aber das Problem, dass er dieses höher Volumen durch eine größer Bandbreite gleich wieder schwächt – oder er wird pro Monat draufzahlen und sich weiter „Highspeed-Kontingente“ kaufen müssen, um der einheitlichen Internetbandbreite zu entrinnen und seinen Internetnschluss wieder in Funktion zu setzen. Bei all dem gewinnt die Telekom: zum einen weil sie die dadurch dem Preiskampf um Internetanschlüsse im gewissen Sinne Einhalt gebieten kann (aufgrund des verzerrrten Marktes in diesem Bereich, ist es sehr wahrscheinlich, dass andere Anbieter nachziehen werden), letztlich den Kunden zu teuren Produkten nötigt und am Ende doppelt abkassiert.

Die Telekom sieht die Realität, kennt den Nutzer der mittelfristen Zukunft, der Bandbreite braucht, um zukünftig seinem täglichen Leben nachzugehen (dies impliziert auch, dass der Internetnutzer der mittelfristigen Zukunft Netzversorgung als ein elementarstes Gut betrachten wird, ohne das es letztlich gar nicht mehr geht und bereitet nun alles vor, um den maximalen Profit für sich daraus zu schlagen. Dass dabei Innovation, Bildung, die in Deutschland stark vom Einkommen abhängt, soziale Beteiligung als auch die Netzneutralität mit Füßen getreten werden, ist die notwendige und gefährliche perspektivische Konsequenz, einer Entwicklung, die mit dem Internet als Luxusgut für Nerds und Informatiker begann und sich gegenwärtig weiterentwickelt hat – zu einem Internet als elementares Grundgut des privaten und öffentlichen Lebens, gar Menschenrecht für den Bürger/Internetnutzer der mittelfristigen Zukunft.

Es ist zu hoffen, dass sich Protest regt und an dieser Stelle nicht alles dem verzerrten Kommunikationsmarkt überlassen wird. Es ist wichtig, dass der Bürger und somit auch der Gesetzgeber erkennt, welche Bedeutung ein stabiles, bezahlbares und gut ausgestattetes Internet in einer modernen Demokratie und Volkswirtschaft spielt und dementsprechend regelnd, sowohl moralisch als auch konkret handelnd, eingreift.

Man beachte bitte auch meine kleine Linksammlung von interessanten Beiträgen der letzten Tage zum Thema.

  1. Vgl. Pressemitteilung der Telekom []

Linksammlung: Abschaltung des Internets durch die Telekom

Es gibt auch noch ein paar eigene Gedanken zum aktuellen Thema: Funktional kaputtes Internet bei der Telekom.

  • IMHO: Die Telekom will Kontrolle über Inhalte im Internet – Golem.de – „Damit wird der Zugang zum Internet, den man auch als Menschenrecht betrachten kann, mit Inhalten verknüpft, die vom selben Anbieter stammen. Für Telekom-Kunden gibt es künftig ein schnelles Internet, in dem der Provider bestimmt, was läuft, und ein langsames, das dem entspricht, was die Kunden ungedrosselter Provider sehen. Auch wenn der Konzern das noch so sehr leugnen mag: Das bedeutet das Ende von Netzneutralität.“
  • tags: telekom internet golem netzneutralität drossel

  • Die Kartellbehörden sollten die Telekompläne überprüfen: Der Gesetzgeber muss einschreiten – taz.de – „Das Internet hat immer davon gelebt, dass das Webangebot einer kleinen Zeitung in Asien ebenso einfach abrufbar ist wie das Angebot der New York Times. Damit das auch bei kommenden Videoservices so bleibt, ist jetzt der Gesetzgeber gefordert. Er muss die Pläne der Telekom stoppen und echte Internetzugänge ohne Benachteiligung einzelner Dienste gesetzlich verankern.“

    tags: taz telekom netzneutralität drossel internet

  • Kommentar: Die Maske fällt – Die Telekom, die Bandbreitendrossel und die Netzneutralität – heise online – „Die Kunden sind keine unersättlichen Gierschlünde, die alles gratis haben wollen. Die bezahlen bereits viel Geld an die Telekom: 12,5 Millionen DSL-Kunden dürften dem Konzern überschlägig geschätzt pro Monat rund eine halbe Milliarde Euro Umsatz bringen. Und die Wettbewerber zahlen zusätzlich an die Telekom, für die Nutzung deren Infrastruktur. “Der Markt wird es richten”, hört man immer wieder, wenn man einfordert, Netzneutralität gesetzlich festzuschreiben. Das wird nicht funktionieren.“

    tags: telekom netzneutralität heise drossel

  • Drosselung: Die Daten-Diät der Telekom dürfte viele darben lassen – Zeit Online – „Es sollen nur die “Kunden mit sehr hohem Datenaufkommen” betroffen sein, so die Telekom. Doch sind das im Zweifel mehr als gedacht. Schon heute erreichen viele diese Grenze, auch ohne dass sie datenintensive Anwendungen wie Filesharing, Videobearbeitung oder exzessive Downloads betreiben.”

    tags: telekom zeit drossel netzneutralität internet

  • Die Flatrate-Optionen der Deutschen Telekom (2016) – avatter – „Bleibt zu hoffen, dass sich nun die Dienstanbieter (von denen man bislang in dieser Sache noch nichts gehört hat) zur Wehr setzen: die Apples, Amazons und Googles dieser Welt, die vom Traffic der Nutzer abhängig sind und Anbetracht des Telekom-Gatekeepers nun eigentlich vom blanken Entsetzen gepackt sein müssten. Politik? Die braucht man hierzulande nicht zu fragen. Und wenn sich nichts ändert und bei der Telekom alles nach Plan verläuft, haben wir eben in Kürze das anachronistische Zwei-Klassen-Internet in Deutschland etabliert, bei dem einige Dienste “vom Kunden gesondert bezahlt werden” müssen.“

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  • “Drosselung” bei Telekom-Anschlüssen meint Reduzierung auf im besten Fall 2,4% der Geschwindigkeit – neunetz.com – „Die verkündeten Telekomtarife sind der Versuch der Telekom, einmal zu schauen, wie weit sie gehen können. Sollten sie einen massiven öffentlichen Aufschrei mit Drohungen von Politikern als Reaktion bekommen, können sie dann immer noch so tun, als wären sie kompromissbereit und könnten die Geschwindigkeit nach der ‘Drosselung’ um ein Vielfaches erhöhen.“

    tags: telekom neunetz drossel netzneutralität

  • Wissenswert. Telekom kaputt, langsamer als eine Stechmücke – pop64.de – „Traurig zu sehen, wie Deutschland immer weiter degeneriert. Dass wir es im 21. Jahrhundert nicht schaffen, ein unbegrenztes und flächendeckend schnelles Datennetz bereitzustellen in einem Land, dass sich selber gern als Wirtschafts- und Forschungsnation sieht, ist ein Drama. Die Telekom bestraft hier ausserdem ganz klar Familien mit Kindern. Die Kids schauen heutzutage eben stundenlang YouTube und andere Videos im Netz. YouTube dient als primäre Quelle für Musik und Musik läuft eben den ganzen Tag lang. Die 75 GB sind in diesem Fall ein Witz.“

    tags: netzneutralität drossel telekom pop64 internet

  • Sascha Lobo über DSL-Flatrates: Die Telekom erdrosselt das Internet – SPIEGEL ONLINE – „Das gegenwärtige Verständnis des Begriffs Bandbreite ist bei den meisten Leuten ein eher technisches, man hat halt einen langsameren oder schnelleren Netzanschluss als die Bekannte drei Straßen weiter. Ebay geht trotzdem, YouTube ruckelt zwar etwas, aber das ist man ja ohnehin gewohnt, und die Lieder, die die Kinder ansehen wollen, hat die Gema sowieso blockiert. Warum also die Aufregung? Das liegt daran, dass Bandbreite das Internet ist, und das Internet ist Bandbreite. Wer bei Datenübertragung nur an Tauschbörsenhehlerei denkt, ist entweder Lobbyist oder verdient ein Ungenügend in Netzkunde. Denn spätestens mit der Cloud werden alle möglichen und auch ein paar unmögliche Anwendungen mit einem Mal bandbreitenbedürftig. Das liegt nahe bei Streaming-Plattformen wie Spotify: eben war Musik noch eine Frage der Festplattengröße, jetzt schon hängt sie direkt von der Bandbreite ab.“

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  • Telekom enteignen oder stark regulieren – neunetz.com – „Infrastruktur, egal ob Internetzugang, Straßen, *hust* Schienen oder Wasserversorgung, ist immer denkbar schlecht in privatwirtschaftlichen Händen aufgehoben, weil es auf dieser Ebene praktisch nie Märkte geben wird, die der idealtypischen Vorstellung von Wettbewerb auch nur ansatzweise nahe kommen. Deswegen muss diese Ebene, wenn sie marktwirtschaftlich organisiert werden soll, mittels Regulierung entsprechend geformt werden.”

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  • Telekom-Tarifänderungen: Frontalangriff auf die Netzneutralität – Digitale Gesellschaft – „Um Kunden zu zwingen, zum Umgehen der Beschränkung Zusatzpakete zu buchen, “drosselt” die Telekom ihre Nutzer auf eine heutigen Ansprüchen nicht mehr genügende Geschwindigkeit, die es z.B. unmöglich macht, Filme zu schauen. “Bei einer Beschränkung auf weniger als 1% der Leistung eines 50-MBit-VDSL-Anschlusses auf ein Niveau der 1990er Jahre ist das Wort ‘Drossel’ falsch”, erklärt Markus Beckedahl, Vorstand des Digitale Gesellschaft e.V. “De facto ist das eine Sperre und ein Ausschluß vom Internet.”

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  • Netzneutralität: Telekom stellt Tarifstruktur für Internetanschlüsse um – Carta – „Hauptkritikpunkt an der Entscheidung ist die Verletzung der Netzneutralität durch die Telekom. Datenübertragung im Internet sollte wertneutral erfolgen, d.h., dass Internetdienstanbieter wie die Telekom alle Datenpakete unverändert und in gleicher Qualität von und an ihre Kunden sendet, unabhängig davon, woher diese stammen, zu welchem Ziel sie transportiert werden sollen, was Inhalt der Pakete ist und welche Anwendung die Pakete generiert hat. Die Nutzung des eigenen Dienstes Entertain soll nicht auf das im Tarif enthaltene Volumen angerechnet werden.“

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