Archiv für die Kategorie „Menschen“

Der Neubaublogger

Donnerstag, 26. Juli 2007

Der Baytor hat den Text geschrieben, den ich immer schreiben wollte. Über Blogs… ähh Blocks – Wohnblöcke – Arbeiterschließfächer – Neubauten – Plattenbauten…  Da ich ja jetzt aus meiner Platte ausziehe und mein neues Domizil – zumindest zeitweise – mitten in der Stadt im schönen Altbau aufschlag, kommt jetzt irgendwie Wehmut auf. Aber eher mit lachenden Augen.Trotzdem möchte ich euch diese Glosse oder eben Essay noch mal ans Herz legen. Schön ist auch der kleine, wissenschaftliche Einschlag mit dem guten Herrn Simmel. Nebenbei kann man ja noch ein bisschen in der Neubaublockgruppe auf Flickr stöbern. Sind in den letzten Monaten tolle Fotos hinzugekommen.

Lesebefehl: Platte

Einfach liegen geblieben

Donnerstag, 26. Juli 2007

Ich kann nachts nicht schlafen. Es wird elf, zwölf, eins, halb zwei und dann erst zwinge ich mich ins Bett aus der Gewissheit und schlechtem Gewissen am nächsten Morgen früh raus zu müssen. Liege dann aber weiterhin mindestens eine Stunde unruhig im Bett. Am nächsten Morgen gibt es dann die große Entscheidung: entweder weiter kämpfen und ab in die “Lesekabine” bis 17:30 Uhr oder liegen bleiben… versacken.Heute bin ich, nachdem ich Emails und Blogs gecheckt habe, um zehn Uhr wieder ins Bett und habe bis 15 Uhr geschlafen. Herrlich. Fühle mich jetzt richtig wach, fit und betriebsbereit. Werde jetzt erstmal die Hausarbeitsstruktur aufbereiten, so dass ich morgen endlich anfangen kann, Stuss zu tippen. Vorher aber noch fix bloggen.

Manchmal hilft einfaches Liegenbleiben. Gottseidank.

Umbrella

Dienstag, 24. Juli 2007

Wenn Ani früh morgens den Kaffee macht, um danach in die Agentur zum Praktikum zu gehen, wurde ich regelmäßig mit dem Sat1-Frühstücksfernsehen, Unter Uns und diversen Videoclips gequält. Nun ja. Einer davon war Rihannas “Umbrella”. Okay soweit. Nun hat sich aber Scott Simons gedacht, warum nicht Covern solange der Song noch in den Charts steckt.Herausgekommen ist eine Version, die mich durchaus an The Postal Service oder Imogen Heap erinnert. Aber nur noch wenig an das kleine, schwarze Mädchen, das sich tanzend mit Wasser nass spritzen lässt.

Scott Simons – Umbrella

Where Is My Mind

Samstag, 21. Juli 2007

Mal ein bisschen Kultur für die Nacht – Pixies mit “Where Is My Mind”. Ich widme den Song einfach mal dem Baytor.

Smashing Pumpkins – Tarantula

Montag, 2. Juli 2007

Der Herr Corgan mit dem Video zu Tarantula. Das Album “Zeitgeist” erscheint am 06.07.2007.

Mit dem Stock im Arsch

Donnerstag, 7. Juni 2007

Allein.

Trage mich gerade mit dem Gedanken statt den ganzen Abend “City And Colour” zu hören und Rilke zu lesen, zur Powi-Sommerparty zu gehen. Obwohl 1. der Tag für eine Party eines politikwissenschaftlichen Fachschaftsrat nicht schlechter hätte gewählt werden können. Der moderne Politikwissenschaftler feiert an Tagen des G8-Gipfels sinnentleerte Partys anstatt über Globalisierung und ihre Folgen zu informieren.
Weiterhin sind mir, obwohl ich quasi selbst einer bin, Politikwissenschaftsstudenten suspekt. Nirgends taucht das Schubladendenken mehr auf als in diesem Fach.

Typ 1

Wir haben da zunächst den klassisch konservativ-politisch interessierten Menschen. Meist war er bei der Bundeswehr, ist in eine Party eingetreten (häufig FDP oder CDU) und engagiert für Lokalpolitik und im äußersten für die studentische Mitbestimmung in den Unigremien. Häufig auch gern mit dem Typ des Strebers und ewig nervenden, feuilletonlesenden Besserwisser verknüpft.

Typ 2

Typ 2 ist natürlich dem linken Spektrum zuzuordnen und unterscheidet sich optisch kaum vom “Schwarzen Mopp” bzw. sandalentragenden Vegetariern. SPD ist zu konservativ, PDS zu alt, dieser Typ sucht Teilnahme bei naja – exotischeren Parteien bzw. der schicken Palette der NGOs. In Seminaren diskutiert er gerne und versucht alles im Zusammenhang mit der großen marxistisch-leninistischen zu sehen, obwohl er diese als absoluter Gegner von Diktatur und Co. eigentlich ablehnen müsste.

Typ 3

Typ 3 ist weiblich. Und studiert Politikwissenschaft nur, weil sie entweder von Politik (bzw. der Vorstellung von Politik, wie sie in den Tagesthemen propagiert wird) keine Ahnung hat und “endlich einmal sich richtig damit beschäftigen will” oder weil sie in der Sekundarstufe 2 in Gemeinschaftskunde (Sozialkunde etc.) eine 1 hatte. Aber nicht erkannte, dass diese 1 vorwiegend auf ihren sekundären Geschlechtsmerkmalen basierte als auf ihrem auswendig gelernten Wissen über den Bundestag.

Typ 4

Ist immer in Ablehnung begriffen, negiert Lehrstuhl, Kommilitonen und eigentlich auch sich selbst. Er studiert das Fach nur, um im Hass auf die anderen drei Typen sich selbst zu spüren, besser zu fühlen und eigentlich nur um am Leben zu bleiben.

Jetzt muss man sich diese gesamten Elemente mit den Soziologen vereinigt auf einem festdefinierten Raum vorstellen. Und das beste kommt noch. Auf der Pol-Soz-Fachschaftsratseite steht zu der Party:

“Es wird also hoffentlich eine ausgelassene – eben einer Party würdige – Stimmung herrschen.”

Oh mein Gott, jetzt zieht doch aber bitte mal den Stock aus dem Arsch. Naja, wenigstens ist vielleicht der Baytor da und vielleicht auch der Klingsor.

Wie “mainstream” sind Jenaer Blogger?

Donnerstag, 31. Mai 2007

Grundsätzlich: Man kann die kommenden vier Absätze lesen oder auch gleich – in guter alter Bloggermanier – zum fünften übergehen.

Ist “Mainstream” nun ein Schimpfwort oder nicht? In einer quasipluralistischen Gesellschaft, wie der unsrigen vermutlich ja. Die Individualisierung des 20. Jahrhunderts hat den heutigen Menschen in Hinblick auf totalitäre Regime soweit getrieben, dass es einfach nicht mehr “schick” ist Mainstream zu sein. Ein Individuum definiert sich trotz immerwährender Gruppenzugehörigkeit einfach gern über sich selbst. Out sein ist In (“Ich bin keine Zielgruppe“). Man kann dies nur ad absurdum führen durch den Umkehrschluss, dass nun alle Vorzeigeindividualisten nun doch wieder einer Gruppe angehören: dem “Antimainstream”.
Kritik am kulturellen Mainstream ist aber immer schwer. Im Politischen wird die Sache schon einfacher. Wer mit distinktiven Ansichten prahlt, verliert schnell seine Berechtigung in einer zwar pluralistischen, aber trotzdem am Konsens interessierten Gesellschaft, die Definitionsmacht und Mitbeteiligung einzufordern. Je extremer – je weniger Mainstream, desto schwieriger wird es. Trotzdem darf es natürlich nicht zur so oft zitierten “Tyrannei der Mehrheit kommen”. Gerade nicht im Pluralismus.

Seit der Aufklärung glauben wir nun daran, dass die wahre Kunst nur aus uns selbst hervorgebracht werden kann. Somit stellt jeder Künstler mit seinem Werk die aus der Innerlichkeit heraus produzierte Individualisierung zur Schau. Was der breiten Masse gefällt wird zum Mainstream – seit den 90er Jahre des 20. Jahrhunderts auch gerne gehypt.

Gerade in der Musik und Literatur wird aber dieses Denken zum Schlagwort des guten Geschmacks. Bei der Diskussion mit bestimmten Anhängern diverser Submusikgenre kann sich dem Urteil nicht erwehrt, dass bestimmte Musiker nicht aus dem Grund fehlendem musikalischen Gefallen nicht gehört werden, sondern aufgrund der Zugehörigkeit zum Mainstream. Viel zu viele Musikliebhaber haben ihre Vorurteilslosigkeit verloren und achten nicht auf das rauschhafte (das quasidionysische) der Musik, sondern auf andere kulturelle und soziologische Faktoren – wenn auch zum Teil unbewusst. Die Kritik an den Mainstreamkritiker ist also berechtigt, sollte doch als einzige Tugend des Musikliebhabers das Gefallen der Musik an sich stehen und der Versuch unternommen werden, andere Faktoren – wie Gruppenzugehörigkeit und Medieninteressen – ausgeblendet werden.

Bleibt nur die Frage zu klären, was nun Mainstream ist. Das tolle an Statistik ist nun vermutlich die Tatsache, dass ihre Ergebnisse zwar interpretiert werden müssen, dabei die Voraussetzungen der Erhebung beachtet werden müssen, die Ergebnisse an sich nicht subjektiv sind.

So habe ich die mir bekannten Jenaer Blogger, die ihren Musikgeschmack der Social Software “last.fm” anvertraut haben, durch das offizielle “Last.fm-Mainstream-O-Meter” gejagt, um die Ergebnisse hier an den öffentlichen Pranger zu stellen. Technisch gesehen errechnet das Mainstream-O-Meter anhand der persönlichen Hörgewohnheiten im Vergleich zu den Hörgewohnheiten der restlichen Last.fm-User den Grad des persönlichen Mainstreams. Hier die Ergebnisse:

Baytor: 52,94 %
tageausglas: 32,80 %
urbandesire: 31,22 %
beetlebum: 23,27 %
robat: 18,07 %
klingsor: 12,52 %

Berechnung vom 31.05.2007 (14 Uhr)

Soviel dazu. Jetzt kann sich jeder seine Gedanken dazu machen (vielleicht gibt es auch eine psychologisch motivierte Interpretation dazu – wer will?). Ich persönlich muss anmerken, dass sich in meiner last.fm-Topten einige Mainstreamschwergewichte wie “The Killers”, “Oasis”, “The Smashing Pumpkins” oder auch die “Eels” verbergen, die ordentlich gewichtet, mich zu über einem Drittel dem Mainstream zugehörig erklären. Wobei jetzt zu Fragen bleibt: Sind die Eels Mainstream? Oder ist der Mainstreambegriff nur eine Frage des Standpunktes?

 

Emo – ein Phänomen der Jugendkultur

Freitag, 9. März 2007

Der Begriff “Emo” scheint ein Publikumsmagnet zu sein. Ich habe täglich über hundert Google-Besucher, die auf der Suche nach Wissenswertem über Emo sind. Glücklicherweise werden sie auch fündig. Ich habe in diesem Beitrag aber schlicht nur einen Teil des bekannten Emo-Phänomens beschrieben. Im Beitrag ging es um die Entstehung der Musikrichtung Emo aus dem Geiste des Hardcore, Grunge und Indie am Anfang der Neunziger Jahre.

Zu den musikalischen Ursprüngen, die wir heute in vielen Bands finden, gesellt sich schnell eine Jugendkultur, die im Film “How to be Emo” karikiert wird. In den Kommentaren zu meinen Beiträgen musste ich immer wieder feststellen, dass viele dieses Thema und Phänomen Emo sehr beschäftigt und dabei mit einer Reihe von Vorurteilen kämpfen müssen. Mhh. Ausschlag für eine weitere Beschäftigung mit dem Emos machten die Emowitze für mich aus, die eine Vielzahl der Klischees über Emos ansprechen.

Es bleibt anzumerken, dass dieser Beitrag auch wieder nur rein subjektiv ist und dass dieses ganze Emogedöns auch anders gesehen werden kann.

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Ein Germanist beim Web Montag

Donnerstag, 23. November 2006

Wenn man im Lexikon unter “Web” nachschlägt, findet man nichts – höchstens ein wenig später den Begriff “Website”. Also eine “Gruppe mehrerer zusammengehöriger Dokumente im WorldWideWeb. Schön, wenn sich der Begriff mit sich selbst erklärt. Wenn man im Lexikon den Begriff “Montag” sucht, findet man den ersten Wochentag einer Woche wieder. Und genau an solch einem Montag ging ich mit Beetlebum zum 2. Web Montag hier in Jena.

Leider wissen wir aber immer noch nicht, was das ist – ein Web Montag. Aber das schöne am Web 2.0 ist eben auch, dass sich garantiert schon jemand Gedanken darüber gemacht hat. Und so versteht sich ein Webmontag als ein informelles Treffen von “Anwendern, Entwicklern, Gründer (was immer Gründer auch sind), Unternehmern, Forschern, Web-Pionieren, Bloggern, Podcastern, Designern und sonstige Interessierten, um die neusten Entwicklungen des Webs – sprich dieser Seiten, auf denen wir den ganzen Tag herumklicken – zu diskutieren. Genauer geht es eigentlich schon um das Web 2.0. Was das ist und was das werden soll, darüber streiten die Gemüter.

Gut; soweit die Theorie. Der Web Montag hier in Jena hat den malerischen und vielleicht einzigartigsten Ort in ganz Deutschland. Während andere Web 2.0er sich in Kneipen und Kellern verschanzen, trifft sich die Web Montag-Prominenz hoch oben im 29. Stockwerk des Jenaer Intershop Towers. Da ist wirklich ein sehr angenehme Aussicht. Und es umweht einen bereits beim Betreten des Gebäudes ein Gefühl des erfolgreichen Start-Ups.

Und wenn erst die große silberne Tastatur im Erdgeschoss gedrückt wird, um das gewünschte Zielstockwerk des Fahrstuhls einzugeben, hat man die Realität da draußen schon fast vergessen. Durch die Fahrstuhlfahrt gen Himmel in eine andere Sphäre bewegt, kam ich nun etwas verunsichert an. Zumindest der blaue Teppichboden beruhigte. Im Konferenzraum herrschte entspannte Betriebsamkeit. Es wurden Projektor und Laptop vorbereitet (ist das eigentlich nur ein Klischee oder arbeiten alle IT-Menschen am liebsten mit IBM/Lenovo Thinkpads?), einige Gespräche geführt und quasi kostenfreie Getränke serviert (dabei fällt mir ein, ich schulde dem Herrn beetlebum noch 5 €)
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Schön sein

Donnerstag, 26. Oktober 2006

Sicherlich geht es Dove primär darum das Image der Marke zu stärken und nur als Nebeneffekt den Kunden – also den vermeintlich nicht so schönen perfekten Frauen mit kleinen Fehlern und Makeln -  den Rücken zu stärken. Auch ich habe schon an verschiedenen Stellen versucht, den schönen Schein der Fashion- und Peoplefotografie ein wenig abzudunkeln und die Tricks und Mittel der Branche aufzudecken. Hier gibt es wieder einen kleinen Flashfilm, der mich recht nachdenklich stimmt. Es wird ganz klar gezeigt wie diese perfekten Bilder, wie diese perfekten Frauen entstehen. Diese Frauen, die für viele Menschen den Maßstab der Schönheit verkörpern. Die Ursache für Trauer und Selbsthass. Und diese Ursache hat am Morgen nach dem Aufstehen auch Pickel im Gesicht.

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